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Zur Idee des Staates in G.W.F. Hegels "Grundlinien der Philosophie des Rechts"

Title: Zur Idee des Staates in G.W.F. Hegels "Grundlinien der Philosophie des Rechts"

Seminar Paper , 2008 , 27 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Konrad Schellbach (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Die „Grundlinien der Philosophie des Rechts oder Naturrecht und Staatswissenschaft im Grundrisse“ bilden das zentrale rechts- und staatsphilosophische Werk Hegels.
Ursprünglich als Lehrbuch für seine Vorlesungen verfasst, konzipiert Hegel in ihm sein zur endgültigen Reife gelangtes System, das neben der primären Erläuterung des alles durchdringenden objektiven Geistes, die Definition der Grundsätze und Institutionen des Staates als Hauptanliegen begreift.
Die Grundlinien Hegels bildeten, wie Herbert Schnädelbach zu recht formulierte, „die erste wirklich modere, d.h. die Erfahrungen der politischen und beginnenden industriellen Revolution aufnehmende Gesellschafts- und Staatstheorie.“ Sie waren Anstoß sowie Quelle für zahlreiche philosophische Arbeiten der Nachfolgezeit und gelten daher als eines der bedeutendsten Werke des Deutschen Idealismus.

Die Grundlinien stehen bezüglich Argumentation- und Denkweise vollständig im Zeichen von Hegels Dialektik. Das Prinzip des Anfangs – Fortgang – Ende bestimmt in seiner Dreigliederung, bis auf wenige Ausnahmen, den Kontext des Werkes.
Es ist die letzte Stufe innerhalb der von Hegel entwickelten Objektkonzeption der Sittlichkeit, welche diese Arbeit zum Anliegen hat. Der Begriff oder die Idee des Staates, mit den ihn definierenden Charaktereigenschaften, wird somit im Zentrum der Betrachtung liegen.
Hegel formuliert in den §§ 257 und 258 die Selbstverwirklichung der sittlichen Idee im denkenden Leben des Staates, indem er verlangt, dass sich die Einzelnen den sittlichen Geist des Staates zu eigen machen müssen, um somit ihre vollständige Freiheit realisieren zu können. Was verbirgt sich konkret hinter dieser Aussage? Wie begreift Hegel die Verwirklichung des Begriffs, das heißt die Idee des Staates in seiner vollständigen Form und welche maßgeblichen Anteile werden den einzelnen Individuen innerhalb dieses Prozesses von Hegel zugewiesen? Kann der Staat in der Tat als der „wirkliche Gott“ bezeichnet werden, welcher seine Prämissen mit endgültiger Konsequenz gegenüber den Menschen geltend macht? Es ist somit das Verhältnis von Staat und Individuum oder die Einflussnahme des objektiven Geistes, was die zentrale Frage dieser Hausarbeit ausmacht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Fragestellung und methodische Vorüberlegungen

3. Die Idee des Staates – Eine kurze Begriffs- und Werkseinführung

4. Der Staat als Wirklichkeit der sittlichen Idee und des substanziellen Willens – Eine Objektivierung der Subjektivität als Notwendigkeit im Staate?

5. Der Staat als Verwirklichung der (konkreten) Freiheit

6. Die Institutionen des Staates als Implementierung der sittlichen Idee

7. Der Patriotismus – Eine Verbindung von Rechten und Pflichten der Individuen im Staate?

8. Hegels Argumentation gegen Kontraktualismus und Restauration - Eine Beobachtung im § 258

9. Schlussbetrachtung

10. Literatur- und Quellenverzeichnis

10. 1. Quellen

10. 2. Literatur

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis von Staat und Individuum in G.W.F. Hegels „Grundlinien der Philosophie des Rechts“. Das zentrale Ziel ist es, Hegels Konzept des Staates als „Wirklichkeit der sittlichen Idee“ zu analysieren und der verbreiteten Kritik entgegenzuwirken, Hegel sei ein Wegbereiter totalitärer Staatsideologien, indem aufgezeigt wird, dass seine Philosophie auf die Verwirklichung der konkreten Freiheit abzielt.

  • Die systematische Auslegung des Staates als „sittliche Idee“ und „substanzieller Wille“.
  • Die Analyse der Rolle der Individuen und deren Selbstobjektivierung im Staatsgefüge.
  • Die Untersuchung der Freiheit als zentrales, im Staat verwirklichtes Ziel.
  • Die Erörterung des Patriotismus als Verbindung von Rechten und Pflichten.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit Kontraktualismus und Restaurationstheorien in Hegels Werk.

Auszug aus dem Buch

4. Der Staat als Wirklichkeit der sittlichen Idee und des substanziellen Willens – Eine Objektivierung der Subjektivität als Notwendigkeit im Staate?

Die Sittlichkeit bildet den konzeptionellen Abschluss in Hegels von Objektkonzeptionen geprägter Dialektik. Das abstrakte Recht, als Sphäre des an sich Seins und die Moralität, dem für sich Sein, vereinigen sich im an und für sich Sein zur Sittlichkeit. Sie „ist die Vollendung des objektiven Geistes, die Wahrheit des subjektiven und objektiven Geistes selbst.“

Gemäß der Hegelschen Dialektik des Anfang – Fortgang – Ende, ist ebenso die Sittlichkeit strukturiert; beginnend mit der Familie und der bürgerlichen Gesellschaft, vollendet sie sich im Staate. Hegel formuliert im § 257 der Grundlinien „Der Staat ist die Wirklichkeit der sittlichen Idee – der sittliche Geist, als der offenbare, sich selbst deutliche, substanzielle Wille, der sich denkt und weiß und das, was er weiß und insofern er es weiß, vollführt“ Zunächst ist somit der Staat die Realisierung, die „unmittelbar gewordene Einheit des Wesens und der Existenz“, der sittlichen Idee, welche die „an und für sich, die absolute Einheit des Begriffs und der Objektivität“ darstellt. Ermöglicht wird aber diese Einheit von substanzieller Allgemeinheit und subjektiver Einzelheit – die Wirklichkeit – durch das Denken, in dem sich der sittliche Geist selbst denkt und sich seiner selbst bewusst ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in Hegels „Grundlinien der Philosophie des Rechts“ als zentrales Werk des Deutschen Idealismus ein und skizziert dessen Bedeutung für nachfolgende philosophische Strömungen.

2. Fragestellung und methodische Vorüberlegungen: Hier wird der dialektische Aufbau der Arbeit dargelegt und die zentrale Forschungsfrage nach dem Verhältnis von Staat und Individuum formuliert.

3. Die Idee des Staates – Eine kurze Begriffs- und Werkseinführung: Das Kapitel bietet eine historische und philosophische Einordnung der „Grundlinien“ im Kontext der Restauration und klärt Hegels Verständnis der Idee des Staates.

4. Der Staat als Wirklichkeit der sittlichen Idee und des substanziellen Willens – Eine Objektivierung der Subjektivität als Notwendigkeit im Staate?: Dieses Kapitel untersucht die Selbstverwirklichung der sittlichen Idee und die Notwendigkeit der Selbstobjektivierung der Individuen im Staat.

5. Der Staat als Verwirklichung der (konkreten) Freiheit: Die Verknüpfung von Sittlichkeit und Freiheit steht im Zentrum, wobei der Staat als Rahmen für die Verwirklichung der konkreten Freiheit begriffen wird.

6. Die Institutionen des Staates als Implementierung der sittlichen Idee: Es wird analysiert, wie Institutionen, wie Familie und Korporationen der bürgerlichen Gesellschaft, als Basis des Staates fungieren.

7. Der Patriotismus – Eine Verbindung von Rechten und Pflichten der Individuen im Staate?: Dieses Kapitel beleuchtet den Patriotismus als Form der politischen Gesinnung, in der Rechte und Pflichten des Einzelnen im Staat zusammenfallen.

8. Hegels Argumentation gegen Kontraktualismus und Restauration - Eine Beobachtung im § 258: Hier wird Hegels Kritik an den Vertragstheorien (Rousseau) und der Restauration (von Haller) erörtert.

9. Schlussbetrachtung: Zusammenfassend wird die These bekräftigt, dass Hegels Staatsphilosophie die individuelle Freiheit stützen möchte und nicht deren Unterdrückung zum Ziel hat.

10. Literatur- und Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

G.W.F. Hegel, Grundlinien der Philosophie des Rechts, Staatstheorie, Sittlichkeit, Objektiver Geist, Freiheit, Individuum, Patriotismus, Dialektik, Kontraktualismus, Restauration, Gesellschaftsvertrag, Subjektivität, Allgemeinheit, Politischer Idealismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Staatstheorie von G.W.F. Hegel, speziell auf Basis seiner „Grundlinien der Philosophie des Rechts“, und untersucht kritisch das Spannungsfeld zwischen staatlicher Autorität und individueller Freiheit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind der Begriff des objektiven Geistes, die Struktur der Sittlichkeit, die Verwirklichung der Freiheit im Staat sowie Hegels Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Staatsmodellen wie dem Kontraktualismus.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach dem konkreten Verhältnis von Staat und Individuum bei Hegel und untersucht, wie die „Objektivierung der Subjektivität“ zu verstehen ist, ohne dabei Freiheitsrechte zu leugnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit folgt einer textimmanenten und komparativen Analyse der Hegelsehen Dialektik und bezieht sich dabei auf Primärtexte wie die „Grundlinien“ und die „Enzyklopädie“ sowie einschlägige Sekundärliteratur der Hegelforschung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung der „Idee“, die Analyse des Staates als sittliche Wirklichkeit, die Darstellung der Freiheit sowie die kritische Reflexion von Institutionen und Patriotismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind vor allem Hegels „Sittlichkeit“, der „objektive Geist“, „konkrete Freiheit“ und die Auseinandersetzung mit dem „Kontraktualismus“.

Wie begründet Hegel die Notwendigkeit des Staates für das Individuum?

Hegel argumentiert, dass das Individuum erst durch den Staat seine wahre Freiheit und Identität erlangt, indem es seine partikularen Interessen in das allgemeine, sittliche Ganze integriert.

Warum wird Hegel oft als „Wegbereiter totalitärer Ideologien“ kritisiert und wie ordnet die Arbeit dies ein?

Die Kritik speist sich aus Passagen, in denen Hegel den Staat als „wirklichen Gott“ bezeichnet. Die Arbeit ordnet dies als missverständliche Interpretation ein und betont, dass Hegels eigentliches Ziel die Verwirklichung der Freiheit und nicht die Unterdrückung des Individuums war.

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Details

Title
Zur Idee des Staates in G.W.F. Hegels "Grundlinien der Philosophie des Rechts"
College
University of Potsdam  (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Grade
1,7
Author
Konrad Schellbach (Author)
Publication Year
2008
Pages
27
Catalog Number
V94028
ISBN (eBook)
9783640098132
Language
German
Tags
Idee Staates Hegels Grundlinien Philosophie Rechts
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Konrad Schellbach (Author), 2008, Zur Idee des Staates in G.W.F. Hegels "Grundlinien der Philosophie des Rechts", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94028
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