In zwei Teilen wird versucht, einen kurzen Überblick über die Etymologie (Teil1) und die Geschichte (Teil2) des französischen Wortschatzes zu geben. Während im ersten Teil das Hauptaugenmerk auf verschiedenen Epochen französischer Sprachforschung und den daraus hervorgegangenen Werken liegt, beschäftigt sich der zweite mit dem Einfluss einzelner Sprachen und der Französischen Revolution auf den Wortschatz.
Inhaltsverzeichnis
Teil I: Etymologie
1. Einleitung
2. Text-Editionen und Glossare
3. Wörterbücher
4. Die etymologische Phase
5. Die Wortbildung
6. Etymologische Wörterbücher in Frankreich und Deutschland
7. Lexikographische Auswertungen und Aufteilung in Wortfelder
8. Das "Französische Etymologische Wörterbuch" (FEW)
9. Schlußwort
Teil II: Geschichte des französischen Wortschatzes
1. Substrateinflüsse
1.1. Griechisch
1.2. Gallisch
2. Der germanische Superstrateinfluß
3. Der Einfluß des Arabischen
4. Kontakte mit dem Okzitanischen und Italienischen
5. Das lateinische Kultursuperstrat
7. Einfluß der Französischen Revolution
8. Der Einfluß des Englischen
9. Ausblick
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen fundierten Überblick über die Entwicklung und die wissenschaftliche Erforschung des französischen Wortschatzes, von seinen etymologischen Grundlagen bis hin zu den historischen Einflüssen verschiedener Sprachkontakte.
- Methoden und Meilensteine der französischen Etymologie
- Bedeutende Wörterbücher und lexikographische Werke
- Historische Substrat- und Superstrateinflüsse (Griechisch, Gallisch, Germanisch)
- Der Einfluss von Sprachkontakten (Arabisch, Italienisch, Englisch)
- Die Rolle von gesellschaftlichen und politischen Ereignissen auf die Sprache
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Um die Etymologie überhaupt verstehen zu können, muß man sich erst einmal ein Bild davon machen, was Etymologie eigentlich ist. Das Wort Etymologie kommt aus dem Griechischen und setzt sich zusammen aus etymos, das Wahre, und logos, die Lehre, bezeichnet also die "Lehre vom Wahren". In der Antike diente die Etymologie dazu, aus der Herkunft der Wörter die "wahre" Bedeutung zu erkennen. Tatsächlich beschäftigt sich die Etymologie mit der Entwicklungsgeschichte der Wörter. Sie geht von der Beobachtung aus, daß ein und dasselbe (etymologisch identische) Wort in verschiedenen Sprachen und in verschiedenen Zeiten verschiedene Bedeutungen gehabt und verschieden gelautet hat. Sie schließt die Wörter zu etymologisch verwandten Wortsippen zusammen und erschließt für diese die gemeinsame Basis. Sie arbeitet die Regelmäßigkeiten der Lautentwicklung (Lautgesetze) heraus und muß den Bedeutungswandel der Wörter nachzeichnen und durch kulturgeschichtliche Bezüge einsichtig machen.
Wissenschaftlich gesehen ist sie derjenige Teil der (diachronischen) Wortkunde, der mit Mitteln der vergleichenden Grammatik die Wörter untersucht, und zwar vorzugsweise in den Zeitabschnitten, die noch nicht durch kontinuierliche schriftliche Überlieferung beleuchtet sind, ist somit gleichsam die Vorgeschichte der Wortgeschichte. Als Wissenschaft existiert die Etymologie erst seit der systematischen Erforschung der Lautgesetze (19.Jhd.) und ist begründet durch F. Bopp, A.F. Pott, J. Grimm, C.F. Diez (von dem wir im Zuge dieses Referats noch mehr hören werden) und die sogenannten "Junggrammatiker".
Das Französische bietet dem Linguisten ein breites Feld der Sprache, das vom 12. bis zum 20. Jahrhundert reicht. Es gibt noch lebendige Sprachen, die älter sind (z.B. Griechisch, Deutsch) oder eine größere Dialektvielfalt bieten (Italienisch), aber keine von ihnen kann so viele verschiedene Materialien zu ihrer Erforschung bieten. Es gibt aus dem Mittelalter eine Vielzahl verschiedenster Texte, auch einige wenige Zeilen aus früherer Zeit (9.,10.,11. Jhd.), doch ist nur ein Bruchteil von ihnen schon wirklich erschlossen. Das wird die Aufgabe der Etymologen sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert den Begriff der Etymologie und erläutert die Bedeutung des Französischen als reiches Forschungsfeld für Linguisten.
2. Text-Editionen und Glossare: Beschreibt die historische Entwicklung der Texteditionen vom 17. Jahrhundert bis zur Moderne und die Bedeutung von Glossaren.
3. Wörterbücher: Würdigt die großen Meilensteine der französischen Lexikographie, insbesondere die Arbeiten von Littré, Godefroy und Larousse.
4. Die etymologische Phase: Analysiert die Entstehung der romanischen Philologie durch Diez und die Weiterentwicklung durch führende Wissenschaftler wie Darmesteter und Brunot.
5. Die Wortbildung: Untersucht die Loslösung der Wortbildungslehre von der reinen Etymologie und wichtige Pionierwerke auf diesem Gebiet.
6. Etymologische Wörterbücher in Frankreich und Deutschland: Vergleicht die unterschiedlichen Ansätze der Etymologie zwischen französischer Dialektologie und deutscher romanistischer Forschung.
7. Lexikographische Auswertungen und Aufteilung in Wortfelder: Beleuchtet den Trend zur thematischen Aufteilung des Wortschatzes und die Analyse von Entlehnungen.
8. Das "Französische Etymologische Wörterbuch" (FEW): Behandelt das Standardwerk von Walther von Wartburg und dessen Bedeutung für die moderne romanistische Sprachwissenschaft.
9. Schlußwort: Fasst die zyklische Entwicklung der Disziplin zusammen und gibt Ausblicke auf zukünftige Forschungsbedarfe.
1. Substrateinflüsse: Untersucht die Einflüsse von Griechisch und Gallisch als Substratsprachen auf das frühe Französische.
2. Der germanische Superstrateinfluß: Analysiert die prägenden Einflüsse fränkischer Eroberer auf den Wortschatz und die Strukturen des Galloromanischen.
3. Der Einfluß des Arabischen: Beschreibt die Rolle des Arabischen als Adstratsprache und dessen Verbreitung über Handelswege.
4. Kontakte mit dem Okzitanischen und Italienischen: Untersucht die kulturellen und sprachlichen Wechselwirkungen mit dem Okzitanischen und Italienischen.
5. Das lateinische Kultursuperstrat: Erläutert die Rolle des Lateinischen in der Renaissance und die Entstehung von Dubletten.
7. Einfluß der Französischen Revolution: Diskutiert die Auswirkungen der Revolution auf den politischen und sozialen Wortschatz.
8. Der Einfluß des Englischen: Beschreibt die zunehmende Bedeutung des Englischen, besonders ab dem 18. Jahrhundert.
9. Ausblick: Prognostiziert die zukünftige Entwicklung des französischen Wortschatzes unter dem Einfluss von Globalisierung und Internet.
Schlüsselwörter
Etymologie, Französisch, Sprachgeschichte, Lexikographie, Wortbildung, Substrat, Superstrat, Lautgesetze, Romanistik, Sprachkontakt, Wortschatz, Lehnwörter, Erbwörter, Diachronie, Sprachnormierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die etymologischen Wurzeln des französischen Wortschatzes sowie die verschiedenen Einflüsse, die ihn über Jahrhunderte hinweg geprägt haben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Fokus stehen die Geschichte der französischen Lexikographie, die etymologische Forschung, die Analyse von Sprachkontakten und die Einflüsse durch Substrate, Superstrate und das lateinische Kultursuperstrat.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen diachronischen Überblick über den französischen Wortschatz zu geben und die wichtigsten wissenschaftlichen Meilensteine und Schulen in der Romanistik aufzuzeigen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer historisch-vergleichenden Analyse sowie auf der Auswertung bedeutender etymologischer Wörterbücher und linguistischer Standardwerke.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Entwicklung der Etymologie (Teil I) und die historische Analyse der Spracheinflüsse, wie beispielsweise gallische, germanische oder englische Einflüsse (Teil II).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Etymologie, Sprachgeschichte, Lexikographie, Sprachkontakt und diachronische Sprachwissenschaft.
Warum ist das FEW für die französische Etymologie so bedeutsam?
Das Französische Etymologische Wörterbuch (FEW) von Walther von Wartburg gilt als ein Standardwerk, da es erstmals eine umfassende und methodisch fundierte Übersicht des lexikalischen Erbes Frankreichs seit der Antike bietet.
Welchen Einfluss hatte die Französische Revolution auf das Vokabular?
Die Revolution führte weniger zu einem totalen Umbruch, sondern vielmehr zu einer semantischen Differenzierung und Erweiterung bestehender Lexeme, besonders im politischen und sozialen Bereich.
- Quote paper
- Ralv Wohlgethan (Author), 1999, Etymologie und Geschichte des französischen Wortschatzes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94031