Connelly und Knuth (1998) machen darauf aufmerksam, dass viele Faktoren Einfluss darauf nehmen, wie Risikoinformationen schlussendlich bei einer Zielgruppe angelangen. Zum einen können es Eigenschaften der Zielgruppe sein, wie beispielsweise persönliche Erfahrungen mit einer Gefahr oder die individuell wahrgenommene Wichtigkeit. Andere Faktoren können Eigenschaften des Informanten, wie zum Beispiel seine Glaubwürdigkeit sein oder das Format in dem eine Risikoinformation präsentiert wird. Auch Rothman und Kiviniemi (1999) zeigen auf, dass neben der Art und Weise der Informationspräsentation auch das Wissen, die Persönlichkeit und Ziele verschiedener Personen die Interpretation und Verwendung von Risikoinformationen beeinflussen können.
In dieser Arbeit werden die verschiedenen Möglichkeiten der Präsentationen von Risikoinformationen den Schwerpunkt darstellen. Ergebnisse aus der Forschung zeigen, dass insbesondere das Format (verbal, numerisch, grafisch) in dem eine Häufigkeit oder eine Wahrscheinlichkeit angegeben wird, das Verständnis beziehungsweise die Interpretation einer Risikoinformation beeinflusst (Burkell, 2004; Lipkus, 2007). Verschiedene Darstellungsformen können zu unterschiedlichen Interpretationen und schliesslich zu unterschiedlichen Entscheidungen führen (Edwards et al., 2006). Es stellen sich also die Fragen, welche Informationen präsentiert werden sollen und wie diese Informationen dargestellt werden sollen. Dabei müssen auch verschiedenste kognitive Prozesse berücksichtigt werden. Es würde jedoch den Rahmen sprengen, in dieser Arbeit zusätzlich auf die menschliche Informationsverarbeitung einzugehen.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Theorie
- 2.1 Textliche Risikodarstellung.
- 2.1.1 Verbale Risikodarstellung
- 2.1.2 Numerische Risikodarstellung.
- 2.2 Grafische Risikodarstellung
- 2.2.1 Risk Ladders
- 2.2.2 Liniendiagramme
- 2.2.3 Sektordiagramme
- 2.2.4 Balkendiagramme...
- 2.2.5 Piktogramme
- 3. Leitlinien, um die Wirksamkeit von Grafiken zu maximieren - nach Lipkus und Hollands (1999) ..
- 4. Verschiedene Darstellungsformate im empirischen Vergleich .....
- 4.1 Quantitative Studie: Genauigkeit und Geschwindigkeit.
- 4.2 Qualitative Studie: Bewertungen durch Fokusgruppen
- 4.3 Internetbasierte Studie: Quantitative und qualitative Auswertung.
- 5. Diskussion
- 6. Literaturverzeichnis.
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Darstellung von Risikoinformationen, insbesondere im Kontext der Risikokommunikation. Sie analysiert die verschiedenen Möglichkeiten der Präsentation von Risikoinformationen und untersucht, wie das Format der Darstellung (verbal, numerisch, grafisch) die Interpretation und das Verständnis von Risikoinformationen beeinflusst. Die Arbeit beleuchtet, wie die Auswahl des Formats und die Gestaltung von Grafiken die Wirksamkeit der Risikokommunikation verbessern können.
- Die Bedeutung des Formats in der Risikodarstellung
- Die Einflussfaktoren auf die Interpretation von Risikoinformationen
- Verschiedene Darstellungsformen im empirischen Vergleich
- Leitlinien für effektive Risikodarstellung
- Die Rolle kognitiver Prozesse in der Interpretation von Risikoinformationen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der Risikokommunikation ein und beleuchtet die Bedeutung des Verständnisses von Risikoinformationen, insbesondere im Gesundheitswesen. Kapitel 2 erläutert die verschiedenen Formen der textlichen und grafischen Risikodarstellung und beleuchtet die Herausforderungen, die mit der Interpretation von Risikoinformationen verbunden sind. Kapitel 3 präsentiert Leitlinien, die die Wirksamkeit von Grafiken in der Risikokommunikation maximieren sollen. Kapitel 4 stellt verschiedene Darstellungsformate im empirischen Vergleich vor und analysiert ihre Auswirkungen auf das Verständnis und die Interpretation von Risikoinformationen.
Schlüsselwörter
Risikokommunikation, Risikodarstellung, Textliche Risikodarstellung, Grafische Risikodarstellung, Verbale Risikodarstellung, Numerische Risikodarstellung, Piktogramme, Liniendiagramme, Sektordiagramme, Balkendiagramme, Empirische Forschung, Kognitive Prozesse, Informationsverarbeitung, Verständnis, Interpretation, Wirksamkeit, Gesundheitswesen, Krankheitsrisiken, Behandlungsrisiken.
Häufig gestellte Fragen
Welchen Einfluss hat das Format der Risikodarstellung auf den Rezipienten?
Das Format (verbal, numerisch oder grafisch) beeinflusst maßgeblich das Verständnis, die Interpretation und die daraus resultierenden Entscheidungen der Zielgruppe.
Welche grafischen Darstellungsformen werden in der Risikokommunikation genutzt?
Häufige Formen sind Risk Ladders (Risiko-Leitern), Liniendiagramme, Sektordiagramme, Balkendiagramme und Piktogramme.
Was sind Leitlinien für effektive Grafiken nach Lipkus und Hollands?
Diese Leitlinien dienen dazu, die Wirksamkeit von Grafiken zu maximieren, indem sie kognitive Prozesse berücksichtigen und die Genauigkeit der Informationsaufnahme erhöhen.
Was ist der Vorteil von Piktogrammen?
Piktogramme können Wahrscheinlichkeiten anschaulicher machen und helfen oft Personen mit geringerer numerischer Kompetenz (Innumeracy), Risiken besser einzuschätzen.
Welche individuellen Faktoren beeinflussen die Risikowahrnehmung?
Persönliche Erfahrungen, die wahrgenommene Wichtigkeit, das Vorwissen sowie die Glaubwürdigkeit des Informanten spielen eine zentrale Rolle.
- Citar trabajo
- Anita Huber (Autor), 2008, Risikokommunikation - Darstellung von Risiken, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94044