Diese Hausarbeit befasst sich mit dem Thema der Schulabstinenz bei Jugendlichen. Die Schulsozialarbeit entwickelte sich maßgeblich erst nach den 1970er Jahren und erfuhr nicht erst auf Grund der Befunde der PISA Studien einen erneuten Aufschwung Mitte der 1990er Jahre.
Neben mehreren gängigen Definitionen der Schulsozialarbeit definiert Drilling die Schulsozialarbeit als „ein eigenständiges Handlungsfeld der Jugendhilfe, das mit der Schule in formalisierter und institutionalisierter Form kooperiert.“ Hierbei wer- den Methoden der Sozialen Arbeit auf das Schulsystem übertragen. Ziel der Schulsozialarbeit ist die Begleitung des Kindes bzw. Jugendlichen im Prozess des Erwachsenwerdens. Sie soll Kindern und Jugendlichen Möglichkeiten aufzeigen, persönliche und soziale Probleme zu lösen und dazu beitragen, Bildungsbenachteiligungen zu vermeiden oder abzubauen.
Zielgruppe der Schulsozialarbeit sind jedoch nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch Lehrkräfte und Eltern, die in pädagogischen Fragen unterstützt werden sollen.
Neben der Beratung in erzieherischen Fragen, der Vermittlung zwischen Lehrkräften, Eltern und Schülern, der Beratung rund um die Fragen des Kinder - und Jugendschutzes sind Schulsozialarbeiter auch damit beauftragt, dem wachsenden Schulabsentismus entgegenzuwirken.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung / Ausgangssituation
2 Gesetzliche und strukturelle Rahmung
3 Konzeptionelle und programmatische Ausrichtung der Schulsozialarbeit im Falle des Schulabsentismus
Formen und Bedingungen des Schulabsentismus
Schulschwänzen
Angstbedingte Schulvermeidung/Schulverweigerung
Bewusstes Zurückhalten durch die Eltern
Gelegentlicher Schulabsentismus
Massive Schulschwänzer
4 (Keine) Handlungskonzepte der Schulsozialarbeit bei Schulabsentismus
Projektbeschreibung
Zielgruppe des Projekts
Ziele des Projekts
Fachliche Einschätzung und kritische Würdigung
5 Schlussfolgerung / Handlungsansätze
6 Resümee / Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Aufgaben, Konzepte und Programme der öffentlichen Jugendhilfe im Kontext des Schulabsentismus. Das primäre Ziel ist es, die Rolle der Schulsozialarbeit bei der Bewältigung dieses wachsenden Problems kritisch zu beleuchten und zu hinterfragen, inwiefern bestehende Strategien ausreichen, um schulferne Jugendliche erfolgreich wieder in das Bildungssystem einzugliedern.
- Analyse der verschiedenen Formen und Ursachen des Schulabsentismus
- Untersuchung der gesetzlichen und strukturellen Rahmenbedingungen der Schulsozialarbeit
- Kritische Auseinandersetzung mit dem Mangel an spezifischen Handlungskonzepten für Schulsozialarbeiter
- Vorstellung und Bewertung von Praxisbeispielen wie dem Projekt "COMEBACK" in Mönchengladbach
- Diskussion über präventive und repressive Ansätze zur Bekämpfung von Schulabsentismus
Auszug aus dem Buch
Massive Schulschwänzer
Massive Schulschwänzer sind dadurch gekennzeichnet, dass sie in den letzten fünf Monaten mindestens mehr als fünfmal einen ganzen Tag der Schule unentschuldigt ferngeblieben sind und meist wöchentliche Schulabsenzen aufweisen.
Sie lassen sich von gelegentlichen Schulschwänzern durch u.a. folgende Merkmale unterscheiden.
Sie haben überwiegend ausnahmslos in der Grundschule mit dem Schwänzen begonnen.
Sie sind häufiger männlichen als weiblichen Geschlechts.
Sie verbringen die Zeit während der Schulabwesenheit häufig in öffentlichen Räumen wie Einkaufszentren, Bahnhöfen oder auf Spielplätzen.
Sie schwänzen vor allem, weil sie Probleme mit der Schule insgesamt oder auch mit Mitschülern haben.
Sie empfinden den allgemeinen Umgangston an ihrer Schule als negativ.
Sie berichten häufig von schlechten Beziehungen zu ihrer Lehrperson.
Sie fallen im Unterricht oft durch negatives Verhalten auf.
Sie klinken sich innerlich während des Unterrichtes aus.
Sie haben häufig schlechte Schulnoten und oftmals eine Klasse wiederholt.
Sie beurteilen sich oft als wenig leistungsfähig.
Sie sind häufig krank.
Sie zeigen ein deutlich gesundheitsgefährdendes Verhalten in Bezug auf Rausch- oder Suchtmittel.
Sie schätzen ihr Delinquenzverhalten häufig als überhaupt nicht schlimm ein. Dies ergibt eine erhöhte Delinquenzbereitschaft.
Sie haben Eltern, die sich für ihre schulischen Angelegenheiten wie Unterrichtsstoff, Hausaufgaben oder Unterrichtsdauer deutlich weniger interessieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung / Ausgangssituation: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung der Schulsozialarbeit und thematisiert das zunehmende Problem des Schulabsentismus als Handlungsfeld der Sozialen Arbeit.
2 Gesetzliche und strukturelle Rahmung: Dieses Kapitel erläutert die rechtliche Verankerung der Schulsozialarbeit innerhalb der Jugendhilfe und im Schulgesetz des Landes NRW.
3 Konzeptionelle und programmatische Ausrichtung der Schulsozialarbeit im Falle des Schulabsentismus: Es werden die verschiedenen Formen des Schulabsentismus, wie Schulschwänzen oder angstbedingte Schulvermeidung, differenziert betrachtet.
4 (Keine) Handlungskonzepte der Schulsozialarbeit bei Schulabsentismus: Hier wird kritisiert, dass es bisher an spezifischen, landesweit einheitlichen Handlungskonzepten für Schulsozialarbeiter fehlt, und das Projekt "COMEBACK" als Beispiel für lokale Lösungsansätze vorgestellt.
5 Schlussfolgerung / Handlungsansätze: Der Autor plädiert für die Entwicklung einheitlicher Strategien und betont die Notwendigkeit, Schulsozialarbeiter stärker in die präventive und repressive Arbeit gegen Schulabsentismus einzubinden.
6 Resümee / Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass ohne qualifizierte Interventionen durch Schulsozialarbeiter der Schulabsentismus zu steigenden Bildungsdefiziten und Jugendarbeitslosigkeit führen wird.
Schlüsselwörter
Schulsozialarbeit, Schulabsentismus, Jugendhilfe, Schulschwänzen, Schulverweigerung, Prävention, Intervention, Schulgesetz, Bildungschancen, Projekt COMEBACK, Schulpflicht, Sozialpädagogik, Lehrkräfte, Schulerfolg, Arbeitsmarktprognose
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Aufgaben und Programmen der öffentlichen Jugendhilfe, wobei der Fokus auf der Arbeit der Schulsozialarbeit bei Schülern liegt, die dem Unterricht fernbleiben.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Ursachenforschung von Schulabsentismus, die rechtliche Einbettung der Schulsozialarbeit sowie die Suche nach effektiven pädagogischen Handlungsstrategien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Schulsozialarbeiter bei Schulabsentismus eine Schlüsselrolle einnehmen sollten, für die es jedoch noch an standardisierten Konzepten fehlt.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung auf Basis von Fachliteratur, Gesetzen, Verordnungen sowie der Analyse eines konkreten Praxisbeispiels.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Formen des Schulabsentismus, bemängelt das Fehlen offizieller Handlungskonzepte und stellt mit "COMEBACK" ein Modellprojekt zur Reintegration schulmüder Jugendlicher vor.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Schulsozialarbeit, Schulabsentismus, Prävention, Schulverweigerung und Jugendhilfe.
Was unterscheidet "gelegentliche" von "massiven" Schulschwänzern laut der Arbeit?
Unterschiede liegen vor allem in der Häufigkeit und Dauer der Absenzen sowie in den sozialen und psychologischen Hintergründen, wobei massive Schulschwänzer oft eine tiefgreifendere Problematik aufweisen.
Warum wird das Projekt "COMEBACK" in Mönchengladbach als besonders wertvoll hervorgehoben?
Das Projekt bietet in einem geschützten Umfeld eine Alternative für Jugendliche, die im Regelschulsystem gescheitert sind, und fördert durch individuelle Betreuung die Reintegration in das Bildungssystem.
Welche Kritik äußert der Autor an der aktuellen Vorgehensweise der Landesregierung?
Die Kritik richtet sich vor allem an die Tatsache, dass Handlungskonzepte meist nur für Lehrkräfte existieren, während Schulsozialarbeiter, die für solche komplexen sozialen Fälle besser geschult sind, kaum offizielle Leitlinien erhalten.
- Citation du texte
- Norbert Merbecks (Auteur), 2020, Schulsozialarbeit im Falle des Schulabsentismus. Aufgaben, Konzepte und Programme der öffentlichen Jugendhilfe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/940581