Das Orff-Schulwerk ist heute weitestgehend in Vergessenheit geraten und findet in allgemeinbildenden Schulen zumeist keine Verwendung mehr. Wo genau sich das Orff-Schulwerk und heutiges Klassenmusizieren berühren wird in dieser Arbeit untersucht.
Da stellt sich einerseits die Frage, warum ein zuerst so erfolgreiches Werk an Bedeutung verloren hat und andererseits welches Erbe es hinterlassen hat. Das gemeinsame Musizieren, der Unterricht in der Gruppe, wie es mit dem Orff-Schulwerk üblich ist, erinnert sehr an heutiges Klassenmusizieren. Auch findet sich das berühmte Orff-Instrumentarium in fast jeder Schule, noch zudem im Klassensatz. Ob das Schulwerk an sich noch Verwendung finden kann und welche Anpassungen an die heutige Zeit evtl. nötig wären wird ebenso beleuchtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Entstehung des Orff-Schulwerkes
2.1 Günther – Schule
2.2 Orff–Instrumentarium
2.3 Musikpädagogische Intention des Orff-Schulwerkes und der Elementaren Musik
3. Klassenmusizieren am Gymnasium
3.1 Definition und Eingrenzung
3.2 Didaktische Begründung und Ziele
4. Aktualität der musikpädagogischen Idee des Orff–Schulwerkes für das Klassenmusizieren am Gymnasium
4.1 Orff–Schulwerk
4.2 Verwendung des Orff-Instrumentariums
4.3 Anpassung an aktuelle Bedürfnisse und Anforderungen – Elementare Musik heute
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen dem historischen Orff-Schulwerk und den Anforderungen des modernen Klassenmusizierens am Gymnasium, um zu klären, ob und in welcher Form das Orff-Schulwerk heute noch zeitgemäße Relevanz besitzt und welche didaktischen Anpassungen für eine erfolgreiche Anwendung notwendig sind.
- Historische Genese und musikpädagogische Grundlagen des Orff-Schulwerkes.
- Stellenwert und Zielsetzung des Klassenmusizierens in der gymnasialen Praxis.
- Analyse der Aktualität elementarer Musikkonzepte für heutige Schulklassen.
- Didaktische Integration von Improvisation und Instrumentalspiel im Gruppenunterricht.
- Weiterentwicklungsmöglichkeiten des Orff-Instrumentariums und der methodischen Ansätze.
Auszug aus dem Buch
2.1 Günther – Schule
Carl Orff (1895-1982) gründete „1924 zusammen mit Dorothee Günther, einer Gymnastiklehrerin, Graphikerin und Schriftstellerin, eine Ausbildungsstätte für Gymnastik und Tanz, die Günther-Schule in München.“ Orff stellte sich dort den Musikunterricht Hand in Hand mit der Bewegungsausbildung vor und „entwarf einen Plan für eine 'Elementare Musikpädagogik', die allein an einer Bewegungsschule am Platze wäre.“ Seine Idee war „eine Regeneration der Musik von der Bewegung her, vom Tanz her“. Ausgangspunkt elementarer Musik ist für Orff die Improvisation.
Von Curt Sachs inspiriert und herangeführt an außereuropäische Musik und deren Instrumente, verstand Orff die Günther-Schule „nicht nur in pädagogischer, sondern auch in kompositorischer Hinsicht als Experimentierwerkstatt. Erfahrungen aus der praktischen Arbeit in den Anfangsjahren fanden Eingang in die erste Publikationsreihe „Orff Schulwerk. Elementare Musikübung“ (1932-1935), verfasst zusammen mit Gunild Keetman (1904-1990) und Hans Bergese“, wenngleich sich alle Improvisation im Grunde der Aufzeichnung entzieht. Leider wurde die erste Sammlung, „Rhythmisch-melodische Übung“, die nur Stoff und Material zur Improvisation bieten will, tatsächlich „vielfach falsch verstanden und als 'Lehrbuch' verwendet, nach dem man Stück für Stück einüben und musizieren kann. Das verkennt den Sinn der Ausgabe vollständig. Nicht das Abspielen nach Noten, sondern das freie Musizieren, zu dem die Aufzeichnungen nur Hinweise und Anregungen geben sollten, ist gemeint und gefordert.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung reflektiert den persönlichen Erstkontakt der Autorin mit dem Orff-Schulwerk und leitet die Untersuchung über dessen heutige Bedeutung für das Klassenmusizieren an Schulen ein.
2. Entstehung des Orff-Schulwerkes: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Günther-Schule, die Konzeption des Orff-Instrumentariums sowie die pädagogischen Grundintentionen des Orff-Schulwerkes nach.
3. Klassenmusizieren am Gymnasium: Hier wird der Begriff des Klassenmusizierens definiert, von anderen Ensembleformen abgegrenzt und didaktisch sowie methodisch in den gymnasialen Kontext eingeordnet.
4. Aktualität der musikpädagogischen Idee des Orff–Schulwerkes für das Klassenmusizieren am Gymnasium: Dieser Hauptteil analysiert, inwieweit das ursprüngliche Schulwerk und dessen Instrumentarium an moderne schulische Bedürfnisse sowie aktuelle Hörgewohnheiten angepasst werden können.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die grundlegenden Konzepte des Orff-Schulwerkes trotz notwendiger Modernisierungen auch heute noch eine Bereicherung für das Klassenmusizieren darstellen.
Schlüsselwörter
Orff-Schulwerk, Klassenmusizieren, Elementare Musik, Musikpädagogik, Improvisation, Orff-Instrumentarium, Gruppenunterricht, Gymnasium, Musikdidaktik, Rhythmus, Schulmusik, Musikpraxis, Tanz und Bewegung, Elementarisierung, Pädagogische Konzeption.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Orff-Schulwerk und seine Eignung für das Klassenmusizieren am heutigen Gymnasium.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die historische Entstehung des Orff-Schulwerkes, dessen theoretische Grundlagen, die Didaktik des Klassenmusizierens und die Möglichkeiten einer zeitgemäßen Adaption.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es soll analysiert werden, ob das Orff-Schulwerk trotz seines Alters noch Relevanz für den aktuellen Musikunterricht besitzt und welche Anpassungen für eine erfolgreiche Implementierung erforderlich sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse, um die musikpädagogische Intention Orffs mit aktuellen didaktischen Anforderungen am Gymnasium in Beziehung zu setzen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der kritischen Prüfung, ob die ursprünglichen Ansätze des Orff-Schulwerkes und der Einsatz des Orff-Instrumentariums in modernen Schulkontexten noch tragfähig sind.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem durch Begriffe wie Klassenmusizieren, Orff-Schulwerk, Elementare Musik und Musikdidaktik beschreiben.
Warum wird das Orff-Schulwerk in der Arbeit als "primitiv" bezeichnet?
Dies bezieht sich auf einen subjektiven Ersteindruck der Autorin und die musikalische Reduktion auf einfache pentatonische oder modale Strukturen, die im Zuge der Arbeit differenziert und hinterfragt wird.
Welche Rolle spielt die Improvisation im Konzept von Orff?
Die Improvisation ist der Kern der elementaren Musik, da sie den natürlichen schöpferischen Bedürfnissen der Lernenden entspricht und Praxis statt theoretischer Wissensvermittlung in den Vordergrund stellt.
Kann das Orff-Instrumentarium auch mit moderner Musik kombiniert werden?
Ja, das Instrumentarium gilt als sehr vielseitig und kann durch Kombination mit moderner Perkussion, Latin-Elementen oder sogar elektronischen Aspekten sinnvoll ergänzt werden.
- Arbeit zitieren
- Janine Müller (Autor:in), 2010, Bedeutung und Verwendung des Orff–Schulwerkes und des Orff-Instrumentariums für das gymnasiale Klassenmusizieren. Eine Bestandsaufnahme, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/940693