In der folgenden Arbeit werden die Anforderungen und Erwartungen der Arbeitgeber an die Beschäftigten thematisiert, um Belastungsschwerpunkte zu identifizieren und daraus einen entsprechenden Handlungsbedarf für die Arbeitgeber abzuleiten. Hierbei soll die Wechselwirkung zwischen der psychischen Gesundheit der Mitarbeiter und deren Berufsalltag verdeutlicht werden. Es werden insbesondere Klein- und Mittelständische Unternehmen (KMU) betrachtet.
Durch Digitalisierung und Globalisierung verändert sich die Arbeitswelt rasant. Steigende Arbeitsanforderungen fördern Stress und die psychische Belastung der Beschäftigten. Dies bringt erhebliche negative Folgen für die Gesundheit der Beschäftigten mit sich. Dies hat ebenso wirtschaftliche Auswirkungen, durch beispielsweise steigende Arbeitsunfähigkeitstage oder Frühverrentungen der Arbeitnehmer. Die Arbeit gelte laut der Stressstudie der Techniker-Krankenkasse für 46% der Befragten als Stressursache Nummer eins. Nach Muskel-Skelett-, und Atemwegserkrankungen seien psychische Erkrankungen die dritthäufigste Ursache für Fehlzeiten. Von vielen Beschäftigten werden eine hohe Arbeitsintensität und ein großes Maß an Flexibilität gefordert. Für motivierte und dadurch auch effektivere Mitarbeiter, seien jedoch der Spaß bei der Arbeit, die Kreativitätsförderung und das persönliche Wohlbefinden unabdingbar.
Diese Gratwanderung stellt eine Herausforderung für die Arbeitgeber in der heutigen Zeit dar. Die Folgen einer zu hohen Arbeitsbelastung, eines negativen Betriebsklimas oder eines nicht ausreichenden Gesundheitsmanagements sind weniger effektive oder mindestens temporär arbeits- unfähige Mitarbeiter. Eine hohe Krankheitsquote sei für Arbeitgeber mit einem hohen finanziellen Aufwand verbunden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Psychische Belastung
3. Gefährdungsbeurteilung für psychische Belastung
4. Organisationale Voraussetzungen für erfolgreiche Gefährungsbeurteilung
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, die Relevanz einer systematischen Gefährdungsbeurteilung in Bezug auf psychische Belastungen in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) aufzuzeigen und dabei die notwendigen organisationalen Rahmenbedingungen für deren erfolgreiche Umsetzung zu identifizieren.
- Zusammenhang zwischen Arbeitsweltveränderungen und psychischer Belastung
- Theoretische Grundlagen zum Belastungs-Beanspruchungs-Modell
- Rechtliche Verpflichtungen zur Gefährdungsbeurteilung nach dem Arbeitsschutzgesetz
- Prozessuale Anforderungen an die Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung
- Präventionsmöglichkeiten und betriebliches Gesundheitsmanagement zur Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit
Auszug aus dem Buch
2. Psychische Belastung
Die Europäische Norm EN ISO 10075-1 „Ergonomische Grundlagen bezüglich psychischer Arbeitsbelastung“ definiere den Begriff „psychische Belastung“ als „die Gesamtheit aller erfassbaren Einflüsse, die von außen auf den Menschen zukommen und psychisch auf ihn einwirken“ (BAuA, o.J.).
Psychische Belastung und psychische Beanspruchung gehen in der Arbeitswissenschaft miteinander umher. Unter psychischer Beanspruchung verstehe man nach der Norm EN ISO 10075-1 „die unmittelbare (nicht die langfristige) Auswirkung der psychischen Belastung im Individuum in Abhängigkeit von seinen jeweiligen überdauernden augenblicklichen Voraussetzungen, einschließlich der individuellen Bewältigungsstrategien" (BAuA, o.J.).
Im Folgenden werden als theoretisches Fundament der Arbeit einige wichtige Modelle im Bezug auf psychische Belastung am Arbeitsplatz beleuchtet. Das „Belastungs-Beanspruchungs-Modell“ nach Rohmert und Rutenfranz aus dem Jahr 1975 beschäftigt sich mit der Ursache und Wirkung zwischen den beiden Begriffen. Dabei werden die Begriffe Belastung und Beanspruchung zunächst neutral betrachtet, wobei diese im allgemeinen Sprachgebrauch oft negativ behaftet sind. (vgl. academyofsports, o. J. ) Werden die eben genannten Begriffe auf den Arbeitskontext transferiert, sei die Arbeitsbelastung die Gesamtheit aller erfassbaren Einflüsse, die von außen psychisch auf die Person einwirken. Das führe wiederum zur Arbeitsbeanspruchung, welche die Reaktion der Person abhängig von ihren individuellen Merkmalen ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel der Arbeitswelt durch Digitalisierung und Globalisierung und verdeutlicht die Notwendigkeit, psychische Belastungen in KMU zu identifizieren.
2. Psychische Belastung: In diesem Kapitel werden die theoretischen Definitionen von psychischer Belastung und Beanspruchung sowie einschlägige wissenschaftliche Modelle zur Veranschaulichung der Wirkungszusammenhänge dargelegt.
3. Gefährdungsbeurteilung für psychische Belastung: Dieses Kapitel erläutert die gesetzliche Verpflichtung von Arbeitgebern zur Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung und geht dabei besonders auf die Schutzbedürftigkeit spezifischer Gruppen ein.
4. Organisationale Voraussetzungen für erfolgreiche Gefährungsbeurteilung: Es werden praxisnahe Vorgehensweisen und strukturelle Anforderungen für eine systematische Implementierung und Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung beschrieben.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen psychischer Belastungen zusammen und empfiehlt Investitionen in das betriebliche Gesundheitsmanagement als langfristigen Erfolgsfaktor für Unternehmen.
Schlüsselwörter
Gefährdungsbeurteilung, Psychische Belastung, KMU, Arbeitsschutzgesetz, Arbeitswelt, Beanspruchung, Stress, Prävention, Betriebliches Gesundheitsmanagement, Arbeitsschutz, Fehlzeiten, Mitarbeiterzufriedenheit, Gesundheitsförderung, Psychische Gesundheit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung der Gefährdungsbeurteilung für die psychische Gesundheit von Beschäftigten in kleinen und mittelständischen Unternehmen angesichts einer sich wandelnden Arbeitswelt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen die Definition psychischer Belastung, die rechtlichen Grundlagen der Gefährdungsbeurteilung, die notwendige organisationale Struktur für Arbeitsschutzmaßnahmen sowie die Auswirkungen auf Mitarbeiter und Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den Handlungsbedarf für Arbeitgeber in KMU aufzuzeigen, psychische Belastungsschwerpunkte zu identifizieren und Empfehlungen für eine erfolgreiche, gesetzeskonforme Gefährdungsbeurteilung zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer wissenschaftlichen Literaturanalyse sowie einer persönlichen Selbstreflexion der Autorin zu Belastungsfaktoren in ihrem eigenen Berufsalltag.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen zum Belastungs-Beanspruchungs-Modell die rechtlichen Rahmenbedingungen wie das Arbeitsschutzgesetz und das Mutterschutzgesetz sowie der praktische Prozess der Gefährdungsbeurteilung erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Gefährdungsbeurteilung, psychische Belastung, KMU, Arbeitsschutz und betriebliches Gesundheitsmanagement charakterisiert.
Welche besondere Rolle spielt das Mutterschutzgesetz im Kontext der Gefährdungsbeurteilung?
Das Gesetz verpflichtet Arbeitgeber dazu, bei schwangeren und stillenden Mitarbeiterinnen die Arbeitsbedingungen basierend auf der Gefährdungsbeurteilung so anzupassen, dass körperliche und geistige Strapazen sowie Gefahren durch Stoffe oder Erschütterungen ausgeschlossen werden.
Welches Beispiel für ein erfolgreiches Gesundheitsmanagement wird angeführt?
Die TeamBank AG wird als positives Beispiel für einen mitarbeiterorientierten Arbeitgeber genannt, der durch Angebote wie ein eigenes Fitnessstudio, Kinderbetreuung und ein gesundes Betriebsrestaurant die Work-Life-Balance und Zufriedenheit nachhaltig fördert.
- Citar trabajo
- Kathrin Stein (Autor), 2020, Psychische Belastung am Arbeitsplatz. Gefährdungsbeurteilung im KMU, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/940751