Diese Arbeit geht der Frage nach, ob Public Private Partnerships (PPPs) ein zukünftig geeignetes Instrument für den öffentlichen Sektor zur Finanzierung von Infrastrukturprojekten darstellen.
Um diese im Mittelpunkt stehende Forschungsfrage näher zu erläutern, stehen nachfolgend in Kapitel 2 zunächst theoretische Grundlagen und der aktuelle Forschungsstand zu PPPs im Vordergrund. Im dritten Kapitel wird das methodische Vorgehen erläutert, um in Kapitel 4 letztlich die Eignung und Zukunftsfähigkeit von PPPs für den öffentlichen Sektor auszuwerten. Abschließend werden im letzten Kapitel die zentralen Forschungsergebnisse und Schlussfolgerungen zusammenfassend dargestellt. Die genaue Bedeutung des Begriffs "Public Private Partnership"wird dabei zunächst nachfolgend konkretisiert.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes beträgt die Verschuldung aller Kommunen in Deutschland zum 30.09.2017 insgesamt 139,1 Milliarden Euro. Dementsprechend beträgt auch die gesamte Verschuldung aller Kommunen pro Kopf in Deutschland circa 1.696 Euro. Das Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW) ist dabei besonders von kommunaler Verschuldung betroffen. Die Kommunen in NRW weisen einen gesamten Schuldenstand von 54,2 Milliarden Euro auf. NRW gilt, mit einem Anteil von 39 Prozent an der Gesamtverschuldung aller Gemeinden und Gemeindeverbände in Deutschland, als das Bundesland mit der höchsten kommunalen Gesamtverschuldung. Dabei wird insbesondere auch in NRW medial kritisiert, dass Investitionen für den Bau und Unterhalt von Infrastrukturen fehlen würden. Diese Problematik der Finanzierungsengpässe und Investitionsrückstaus wurde ebenfalls von der Bundesregierung schon 2015 unter dem früheren Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel intensiver thematisiert. Dabei wurde dieser Zustand als ein gesamtdeutsches und nicht nur nordrhein-westfälisches Problem – trotz der dort kommunal besonders stark bestehenden Ausprägung – identifiziert. An diese in der Bundespolitik bereits 2015 intensiv und wissenschaftlich fundierte Debatte soll schließlich in der vorliegenden Arbeit angeknüpft werden. Dabei sollen primär die tatsächliche Eignung und Zukunftsfähigkeit von PPPs für den öffentlichen Sektor in Deutschland zur Finanzierung von Infrastrukturprojekten untersucht werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Einführung in die Thematik
2 Public Private Partnerships (PPPs)
2.1 Aktuelle Entwicklungen von PPPs in Deutschland
2.2 Ziele eines PPPs
2.3 Konzeption und Organisationsmodelle von PPPs
3 Methodisches Vorgehen
3.1 Auswertungsmethodik
3.2 Literaturauswahl
4 Auswertung der Zukunftsfähigkeit und Eignung von PPPs
4.1 Stärken und Chancen von PPPs
4.2 Schwächen und Risiken von PPPs
4.3 Zwischenfazit
5 Zusammenfassung der wichtigsten Forschungsergebnisse
6 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Zukunftsfähigkeit und Eignung von Public Private Partnerships (PPPs) für den öffentlichen Sektor in Deutschland, insbesondere vor dem Hintergrund der kommunalen Verschuldung und des Investitionsrückstaus bei Infrastrukturprojekten.
- Grundlagen und Definition von PPP-Kooperationsmodellen
- Analyse aktueller Entwicklungen und Trends bei PPPs in Deutschland
- Identifikation ökonomischer, politischer und administrativer Stärken und Chancen
- Kritische Auseinandersetzung mit Schwächen, Risiken und vertragsrechtlichen Herausforderungen
- Evaluierung der Eignung von PPPs als Instrument der Daseinsvorsorge
Auszug aus dem Buch
4.1 Stärken und Chancen von PPPs
Als eine zentrale Stärke von PPPs aus der Perspektive der öffentlichen Hand wird insbesondere die Steigerung der Effizienz bei Planung, Bau und Betrieb eines Vorhabens durch die private Hand, angeführt (Vgl. Expertenkommission (2015): 33). In der Regel ist eine Projektrealisierung mithilfe eines privaten Partners deutlich günstiger für die öffentliche Hand, als eine reine Eigenrealisierung ohne privaten Partner. Nach Grimberg (Vgl. Grimberg (2015): 92) sind beispielsweise im Bezug auf die Baukosten Einsparpotenziale bei Realisierung eines PPPs von durchschnittlich 20 Prozent für die öffentliche Hand realistisch.
Bezogen auf den gesamten Projektverlauf eines PPPs (d.h. Planung, Bau, Betrieb und Erhaltung über den gesamten Lebenszyklus) wurden bei einer Difu-Studie durchschnittliche Effizienzsteigerungen von 13,5 Prozent für die öffentliche Hand gegenüber reinen Eigenrealisierungen, ermittelt (Vgl. Grabow (2009): 235). Der britische Rechnungshof geht sogar von einem Einsparvolumen für den öffentlichen Sektor von durchschnittlich 17 Prozent aus (Vgl. Noack (2004): 23).
Des Weiteren besteht der Vorteil, dass PPP-Kooperationsmodelle, wie beispielsweise das Erwerbermodell (Vgl. Kapitel 2.3), eine adäquate Instandhaltung eines Projekts besser gewährleisten können, als von der öffentlichen Hand eigenrealisierte Projekte. Der private Partner ist schließlich nach Vertragslaufzeitende dazu verpflichtet, das Infrastrukturprojekt in einem im Vertrag festgelegten Qualitätszustand an den öffentlichen Partner zu übergeben. Diese Verpflichtung des privaten Partners kann die Lebensdauer eines Infrastrukturprojekts erhöhen und somit ebenfalls zu langfristigen Kostenersparnissen für die öffentliche Hand führen (Vgl. Expertenkommission (2015): 33).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung und Einführung in die Thematik: Darstellung der hohen kommunalen Verschuldung in Deutschland sowie der Motivation, PPPs als Lösung für den Investitionsrückstand zu prüfen.
2 Public Private Partnerships (PPPs): Theoretische Fundierung des PPP-Begriffs, der Ziele sowie der verschiedenen Organisationsmodelle.
3 Methodisches Vorgehen: Erläuterung der literaturbasierten Analyse als wissenschaftliche Methode zur Beantwortung der Forschungsfrage.
4 Auswertung der Zukunftsfähigkeit und Eignung von PPPs: Detaillierte Analyse der Chancen, Risiken und kritischen Erfolgsfaktoren für PPP-Projekte.
5 Zusammenfassung der wichtigsten Forschungsergebnisse: Synthese der Erkenntnisse hinsichtlich der Eignung von PPPs als Instrument der Daseinsvorsorge.
6 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Publikationen.
Schlüsselwörter
Public Private Partnerships, PPP, öffentlicher Sektor, kommunale Verschuldung, Infrastruktur, Effizienzsteigerung, Risikomanagement, Vertragsgestaltung, Daseinsvorsorge, Investitionsrückstau, Kooperationsmodelle, Erwerbermodell, Konzessionsmodell.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, inwieweit Public Private Partnerships als Instrument zur Finanzierung und Realisierung öffentlicher Infrastrukturprojekte geeignet und zukunftsfähig sind.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Themen umfassen die ökonomischen Vorteile, vertragsrechtliche Risiken, verschiedene Kooperationsmodelle sowie die Auswirkungen von PPPs auf die öffentliche Hand.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit stellt die Frage, ob Public Private Partnerships ein zukünftig geeignetes Instrument für den öffentlichen Sektor zur Finanzierung von Infrastrukturprojekten darstellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturbasierte Analyse, die bestehende wissenschaftliche Publikationen, Studien und Statistiken auswertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen und Organisationsmodelle erläutert, gefolgt von einer strukturierten Analyse der Stärken, Chancen, Schwächen und Risiken von PPPs.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Public Private Partnership, Effizienz, Infrastrukturfinanzierung, Risikoverteilung und kommunale Daseinsvorsorge.
Welche Rolle spielt die Vertragsgestaltung bei PPP-Projekten?
Die Vertragsgestaltung ist laut Arbeit ein kritischer Erfolgsfaktor, da unzureichend formulierte Verträge zu Interpretationsspielräumen, hohen Kosten und Risiken für die öffentliche Hand führen können.
Gibt es ein bevorzugtes Organisationsmodell für alle Vorhaben?
Nein, die Wahl des optimalen Modells muss laut Autor individuell und projektspezifisch getroffen werden; eine pauschale Empfehlung ist nicht möglich.
Wie bewertet der Autor die Zukunftsfähigkeit von PPPs?
PPPs bieten unter der Voraussetzung einer hohen Kooperationsbereitschaft, solider Wirtschaftlichkeitsprüfungen und qualitativ hochwertiger Verträge enorme Potenziale, insbesondere für finanzschwache Kommunen.
- Citation du texte
- Simon Wolf (Auteur), 2018, Ein Weg aus dem Finanzierungsengpass? Zukunftsfähigkeit und Eignung von Public Private Partnerships für den öffentlichen Sektor, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/940793