In dieser wissenschaftlichen Arbeit wird untersucht, wie Sprachassistenzsysteme zum Einsatz im Business-Kontext konzipiert und mit bestehenden Technologien umgesetzt werden können. Dabei wird einerseits die Usability aus Sicht des Endnutzers, andererseits die Technologie aus Sicht des Entwicklers betrachtet.
Für die private Nutzung sind Sprachassistenten wie Siri, Google Assistant, Cortana oder Alexa mittlerweile weit verbreitet. Zu deren regelmäßigen Nutzern zählen bereits 46 % der Bevölkerung in den USA. Allerdings hat sich bisher kein Sprachassistent zur gezielten Unterstützung im Arbeitsalltag etabliert. So interagieren Mitarbeiter mit ihren Geräten am Arbeitsplatz noch nicht täglich über Sprachbefehle wie "Stelle einen Termin mit meinem Chef für Dienstag ein." oder "Was sind die aktuellen Verkaufszahlen?".
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Ziel und Forschungsfragen
1.3 Methodische Vorgehensweise
1.4 Struktur der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Business-Kontext
2.2 Mensch-Maschine-Interaktion
2.3 Künstliche Intelligenz
2.4 Sprachassistenzsysteme
3 Analyse der aktuellen Anwendung von Sprachassistenzsystemen
3.1 Aktuelle Anwendung im privaten Kontext
3.1.1 Nutzung von Sprachassistenzsystemen
3.1.2 Bestehende Sprachassistenzsysteme
3.2 Aktuelle Anwendung im Business-Kontext
3.2.1 Nutzung Künstlicher Intelligenz
3.2.2 Bestehende (Sprach-)Assistenzsysteme
3.3 Implikationen für den Business-Kontext
3.3.1 Chancen von Sprachassistenzsystemen
3.3.2 Risiken von Sprachassistenzsystemen
4 Prototypen von Sprachassistenten: Eine Anwendung von Design-Thinking
4.1 Design-Thinking
4.2 Interviewtechnik
4.3 Identifikation von Use-Cases
4.4 Anforderungsanalyse
4.5 Prototyping
4.6 Usability-Test
5 Konzeption einer Architektur für Sprachassistenz im Business-Kontext
5.1 Use-Cases für Sprachassistenz im Business-Kontext
5.2 Entwicklungsumgebungen für Sprachassistenten
5.3 Allgemeine Anforderungen an die Architektur
5.4 Konzipierte Architektur
6 Entwicklung eines Prototyps für Sprachassistenz im Microsoft-Umfeld
6.1 Auswahl und Beschreibung des Use-Cases
6.2 Auswahl und Beschreibung der Microsoft-Umgebung
6.3 Konkrete Anforderungen an den Prototyp
6.4 Entwickelter Prototyp
6.4.1 Umgesetzte Anforderungen
6.4.2 Entwicklung im Zeitverlauf
6.4.3 Interaktionsablauf zwischen Nutzer und Sprachassistent
6.4.4 Codestruktur des Prototyps
7 Evaluation
7.1 Evaluation der Use-Cases
7.2 Evaluation der Entwicklungsumgebungen
7.3 Evaluation der konzipierten Architektur
7.4 Evaluation des entwickelten Prototyps
7.5 Evaluation des eigenen Vorgehens
8 Zusammenfassung und Ausblick
8.1 Beantwortung der Forschungsfragen
8.2 Ausblick auf weitere Forschung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Integration von Sprachassistenzsystemen in den Business-Kontext, um Arbeitsabläufe für Büroangestellte zu optimieren. Dabei wird analysiert, wie durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und moderner Sprachinteraktion ein Mehrwert für den Nutzer geschaffen und die Usability gesteigert werden kann.
- Analyse aktueller Trends und Anwendungsmöglichkeiten von Sprachassistenzsystemen
- Methodische Entwicklung eines Prototyps mittels Design-Thinking
- Konzeption einer fachlichen Architektur für Business-Anwendungen
- Technische Umsetzung und Evaluation eines Prototyps in der Microsoft-Umgebung
- Untersuchung von Chancen, Risiken und Usability-Anforderungen im Arbeitsumfeld
Auszug aus dem Buch
1.1 Motivation
Für die private Nutzung sind Sprachassistenten wie Siri, Google Assistant, Cortana oder Alexa mittlerweile weit verbreitet. Zu deren regelmäßigen Nutzern zählen bereits 46 % der Bevölkerung in den USA [Pew17]. Allerdings hat sich bisher kein Sprachassistent zur gezielten Unterstützung im Arbeitsalltag etabliert [Com17]. So interagieren Mitarbeiter mit ihren Geräten am Arbeitsplatz noch nicht täglich über Sprachbefehle wie „Stelle einen Termin mit meinem Chef für Dienstag ein.“ oder „Was sind die aktuellen Verkaufszahlen?“.
Dabei bestehen Überlegungen zu Sprachassistenzsystemen im Business-Kontext nicht erst seit Kurzem: Optimistisch prophezeite Whit Andrews, Vice President bei Gartner Research, im Jahre 2012, dass Ende 2017 ein Viertel aller Mitarbeiter über fünf Mal am Tag in natürlicher Sprache mit Geschäftsanwendungen kommunizieren würde [AKK12]. Damals hatten die Leistungen von Watson und die Verbesserungen von Siri Interesse bei zahlreichen Organisationen geweckt, doch die Bereitstellung von Lösungen für Mitarbeiter ließ auf sich warten [Rag17]. Stattdessen konzentrierten sich Unternehmen auf den Einsatz von Dialog-Systemen und Chatbots zur Kommunikation mit ihren Kunden [HJ18].
Mittlerweile sind auch Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) gestiegen [Bou17], wodurch wiederum neue Möglichkeiten für die Integration von Sprachassistenzsystemen in den Arbeitsalltag entstehen: Vertreter deutscher Großunternehmen sehen im Vergleich zum bisherigen KI-Einsatz das höchste Potential in den Bereichen „Intelligente Automatisierungstechnologien“, „Digitale Assistenten“ und „Sprachgesteuerte Anwendungen“ [Sop17]. Ein Bedarf ist damit erkennbar. Auch das Angebot ist seit Mitte 2017 angestiegen: Während der Erstellung dieser Masterarbeit sind fast gleichzeitig drei neue Lösungen angekündigt worden, die Sprachassistenzsysteme im Büro verankern sollen [Ama18] [I.A18] [Goe17].
Aus technischer Sicht stellt ein Sprachassistenzsystem am Arbeitsplatz zunächst eine neue Schnittstelle zur Interaktion mit Geräten dar. Muss ein Nutzer über Tastatur, Maus oder Touchscreen bisher ganz eindeutige Signale an den Computer geben, kann ein Sprachassistent auch ungenaue Angaben und verschiedene Formulierungen in natürlicher Sprache verstehen. Diese konversationelle Schnittstelle kann auch weitere Funktionen beinhalten, die durch ein „assistierender Kollege mit künstlicher Intelligenz“ entsteht [Gus18].
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel motiviert die Relevanz von Sprachassistenten im Büro und definiert die zwei zentralen Forschungsfragen sowie das methodische Vorgehen.
2 Theoretische Grundlagen: Hier werden zentrale Begriffe definiert und Grundlagen zu Business-Kontext, Mensch-Maschine-Interaktion, KI und Sprachassistenzsystemen vermittelt.
3 Analyse der aktuellen Anwendung von Sprachassistenzsystemen: Das Kapitel beleuchtet Trends, Nutzungsszenarien und die Chancen sowie Risiken der Technologie im privaten und beruflichen Umfeld.
4 Prototypen von Sprachassistenten: Eine Anwendung von Design-Thinking: Hier wird der Design-Thinking-Prozess zur Identifikation von Use-Cases und zur Anforderungsanalyse für den Prototyp detailliert beschrieben.
5 Konzeption einer Architektur für Sprachassistenz im Business-Kontext: Dieses Kapitel präsentiert das allgemeine Konzept und die Architektur für den Einsatz von Sprachassistenten im Unternehmen.
6 Entwicklung eines Prototyps für Sprachassistenz im Microsoft-Umfeld: Es wird die konkrete technische Umsetzung des Prototyps mit den Microsoft Bot Framework-Technologien erläutert.
7 Evaluation: Der Prototyp wird quantitativ und qualitativ evaluiert, um Usability und technologische Eignung zu bewerten.
8 Zusammenfassung und Ausblick: Dieses Kapitel schließt die Arbeit mit der Beantwortung der Forschungsfragen und einem Ausblick auf zukünftige Entwicklungen ab.
Schlüsselwörter
Sprachassistenzsysteme, Künstliche Intelligenz, Business-Kontext, Design-Thinking, Usability, Mensch-Maschine-Interaktion, Microsoft Bot Framework, IT-Support, Benutzerfreundlichkeit, Sprachinteraktion, Enterprise-Lösungen, Prototyping, Anforderungsanalyse, Architekturkonzeption, Chatbots
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung und Konzeption von Sprachassistenzsystemen als intelligente Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine im beruflichen Umfeld, speziell für Büroarbeitsplätze.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Untersuchung der Usability im Business-Kontext, die Integration von KI-Technologien in Arbeitsprozesse und die technische Realisierung durch agile Softwareentwicklung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu untersuchen, wie Anwendungen für Sprachassistenzsysteme zur Unterstützung im Business-Kontext konzipiert werden können und wie eine solche Lösung in einer Microsoft-Umgebung technisch umsetzbar ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird das Design-Thinking-Modell angewandt, kombiniert mit Experteninterviews, Anforderungsanalysen, agilem Prototyping (Scrum) und anschließenden Usability-Tests mit potenziellen Endnutzern.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen, die Analyse bestehender Systeme, die Konzeption einer Architektur und die praktische Implementierung sowie Evaluation eines Prototyps für ein IT-Support-Szenario.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Sprachassistenzsysteme, Business-Kontext, Design-Thinking, Usability, Künstliche Intelligenz und Microsoft Bot Framework.
Wie wurde der Prototyp konkret in der Microsoft-Umgebung umgesetzt?
Der Prototyp wurde unter Verwendung des Microsoft Bot Frameworks entwickelt, wobei LUIS (Language Understanding Intelligent Service) für die Intent-Erkennung und QnAMaker für die Wissensbasis eingesetzt wurden.
Welches Szenario wurde als Fallstudie gewählt?
Als Fallstudie wurde ein „IT-Support-Helpdesk“-Szenario gewählt, in dem ein Sprachassistent Mitarbeitern bei der Lösung typischer technischer Probleme behilflich ist.
Was waren die Hauptergebnisse der Evaluation?
Die Evaluation zeigte, dass Sprachassistenten im Büroalltag ein hohes Potenzial für Effizienzsteigerungen haben, sofern die Usability durch klare Interaktionsmodelle und eine Integration in bestehende Geschäftsanwendungen sichergestellt wird.
- Citar trabajo
- Viktoria Medvedenko (Autor), 2018, Entwicklung von Sprachassistenten als intelligente Mensch-Maschine-Schnittstelle im Business-Kontext, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/940856