Die Arbeit beschäftigt sich mit David Humes Auffassung der Gerechtigkeit, die bei ihm eine Tugend darstellt. Seiner Ansicht nach ist das Bestehen der Gesellschaft begründet in der Erschaffung von Gerechtigkeit. Das Werk soll Humes Auffassung von Gerechtigkeit und ihren Zusammenhang mit der Gesellschaft erläutern. Dabei soll geklärt werden, ob die Gesellschaft tatsächlich so stark von der Gerechtigkeit profitiert. Im Anschluss folgt ein kleines Gedankenexperiment, welches den Gedankengang Humes verdeutlichen soll.
Gegenstand der Arbeit ist dabei, die Argumentationsstruktur Humes nachzuvollziehen und zu analysieren. Was versteht Hume unter Gerechtigkeit? Wie bringt er diese mit der Gesellschaft in Verbindung? Und profitiert die Gesellschaft tatsächlich von der Gerechtigkeit? Dies soll nach einer kurzen Einführung in die Welt Humes, sein Werk und seine Ethik im zweiten Teil erläutert werden. Im Anschluss daran soll ein Beispiel folgen, anhand dessen die Gerechtigkeit in einer gesellschaftlichen Institution dargestellt wird. Ob man dabei wirklich von einer vollzogenen Gerechtigkeit sprechen kann und ob die Gerechtigkeit eine Nutzenmaximierung für die Gesellschaft darstellt soll diskutiert werden. Abschließend soll ein Fazit zusammenfassend die Ergebnisse erläutern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. David Hume: Leben - Werk - Ethik
3. Von der Gerechtigkeit
4. Die institutionalisierte Gerechtigkeit: Ein Beispiel
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit analysiert die Argumentationsstruktur von David Hume im dritten Abschnitt seines Werkes "Eine Untersuchung über die Prinzipien der Moral". Ziel ist es zu untersuchen, wie Hume den Begriff der Gerechtigkeit definiert, in welchen Zusammenhang er sie mit der Gesellschaft stellt und ob Gerechtigkeit tatsächlich als Mittel zur Nutzenmaximierung für das gesellschaftliche Zusammenleben fungiert.
- Analyse des Gerechtigkeitsbegriffs bei David Hume
- Untersuchung der künstlichen Natur der Gerechtigkeit
- Bedeutung von Eigentum und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen
- Gegenüberstellung von natürlichem Wohlwollen und sozialer Gerechtigkeit
- Kritische Diskussion anhand eines modernen Fallbeispiels
Auszug aus dem Buch
3. Von der Gerechtigkeit
Den dritten Abschnitt des Werks hat Hume in zwei Teile aufgeteilt. Im ersten Teil hebt er die Funktion der Gerechtigkeit hervor. Anhand von Gedankenexperimenten erklärt er die Existenz der Gerechtigkeit, die nur unter bestimmten Bedingungen von nutzen ist. Im zweiten Teil vergleicht er die Gerechtigkeit mit dem Aberglauben und die Rechtsordnung als ausführende Gerechtigkeit. Ersteres soll hier nicht weiter erörtert werden, da dies den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde.
Zunächst soll das Wohlwollen in Abschnitt zwei nach Hume dargestellt werden, damit die Künstlichkeit der Gerechtigkeit besser erkennbar wird: Das Wohlwollen zählt zu den natürlichen Tugenden. Das bedeutet, dass es vom Menschen selbst kommt und nicht extra gebildet werden muss. So scheint es, dass das Wohlwollen nicht, wie die Gerechtigkeit, an bestimmte Einflüsse der Umwelt, der Finanzwelt oder an Eigentum gebunden ist. Wäre dies der Fall, wäre die Tugend des Wohlwollens nicht mehr natürlich, sondern künstlich. Jeder kann zu jeder Zeit wohlwollend sein, auch wenn man nur durchschnittliche Talente und Fähigkeiten hat. Gerade dann wird nach Hume die soziale Tugend wichtiger und liebenswerter. Eine Person, die gesellig, gütig, dankbar, freundlich, wohltätig und gutmütig ist, wird geschätzt. Wenn diese Eigenschaften noch mit einer guten Herkunft, Macht oder anderen ausgeprägten guten Fähigkeiten verbunden sind, wird dies noch mehr gelobt. Das ist nachvollziehbar, da eine Person mit diesen Eigenschaften im gleichen Zuge die Interessen der Menschheit und das Glück der Gesellschaft fördert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in David Humes Werk "Eine Untersuchung über die Prinzipien der Moral" ein und definiert die Fragestellung zur Rolle und Notwendigkeit der Gerechtigkeit in der Gesellschaft.
2. David Hume: Leben - Werk - Ethik: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über das Leben Humes, seine philosophische Einordnung als Empirist und Skeptiker sowie seine grundlegende ethische Theorie.
3. Von der Gerechtigkeit: Der Autor erläutert Humes Definition der Gerechtigkeit als künstliche Tugend und analysiert die verschiedenen Gedankenexperimente, die Hume zur Begründung dieser Tugend heranzieht.
4. Die institutionalisierte Gerechtigkeit: Ein Beispiel: Anhand eines konkreten Beispiels – dem Diebstahl eines Autos – wird diskutiert, ob staatliche Rechtsordnung oder Selbstjustiz nützlicher für die Gesellschaft sind.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und stellt fest, dass Gerechtigkeit ein notwendiges Bindeglied zwischen Moral und Recht darstellt, das maßgeblich zur Nutzenmaximierung für die Gesellschaft beiträgt.
Schlüsselwörter
David Hume, Gerechtigkeit, Künstliche Tugend, Wohwollen, Natürliche Tugend, Eigentum, Gesellschaft, Nutzenmaximierung, Empirismus, Moral, Rechtsordnung, Institutionen, Sozialität, Skepsis, Ethik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Verständnis David Humes von Gerechtigkeit, insbesondere wie er diese als künstliche Tugend für das Funktionieren einer Gesellschaft begründet.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen die Unterscheidung zwischen natürlichen und künstlichen Tugenden, die Rolle des Eigentums und die Bedeutung der Rechtsordnung innerhalb einer Gesellschaft.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Humes Argumentationsstruktur nachzuvollziehen und zu prüfen, ob die Gerechtigkeit aus seiner Sicht ein effektives Mittel zur gesellschaftlichen Nutzenmaximierung darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine philosophische Textanalyse der Primärquelle Humes, ergänzt durch eine kritische Erörterung anhand eines praktischen Fallbeispiels.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung in Humes Philosophie, eine detaillierte Auseinandersetzung mit seinen Gedankenexperimenten zur Gerechtigkeit und eine anwendungsbezogene Diskussion zur institutionalisierten Gerechtigkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird vor allem durch Begriffe wie Gerechtigkeit, künstliche Tugend, Eigentum, Nutzenmaximierung und die moralphilosophische Perspektive Humes charakterisiert.
Warum hält Hume die Gerechtigkeit für eine künstliche und nicht für eine natürliche Tugend?
Für Hume ist Gerechtigkeit künstlich, weil sie auf Konventionen und Vereinbarungen beruht, die erst geschaffen wurden, um ein friedliches Zusammenleben und den Schutz des Eigentums in großen Gesellschaften zu ermöglichen.
Wie reagiert die Arbeit auf Humes Ansichten zum Krieg?
Die Arbeit setzt sich kritisch mit Humes Meinung auseinander, dass im Krieg die Regeln der Gerechtigkeit suspendiert seien, und stellt diese Ansicht dem modernen Völkerstrafrecht gegenüber.
- Citation du texte
- Svenja Bußkamp (Auteur), 2016, David Hume und sein Verständnis von der Gerechtigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/940923