In der Arbeit wird mit Hilfe einer quantitativen Inhaltsanalyse das Framing zum Klimawandel untersucht. Die Erhebung setzt sich mit der Frage auseinander, wie der Klimawandel in den Medien dargestellt wird und welche Frames die Berichterstattung dominieren. Im Falle des Klimawandels ist die Art und Weise der Darstellung in den Medien dabei aus zwei Gründen entscheidend.
Zum einen handelt es sich bei dem Klimawandel um ein komplexes, wissenschaftliches Thema, das für Laien nur bedingt zugänglich und verständlich ist. Durch die Verwendung von Frames wird das Thema in seiner Komplexität reduziert und auf eine vereinfachte Weise dargestellt, wodurch es auch für unkundige Personen nachvollziehbar wird. Zum anderen äußert sich der Klimawandel nicht durch direkt beobachtbare Konsequenzen, sondern nur durch schleichende Veränderungen, sodass die Dringlichkeit der Problematik bei einem entsprechenden Framing leicht ausgeblendet werden kann.
Auf welche Weise der Klimawandel in den Jahren 2007 bis 2015 in Deutschland geframt wurde, wird in dieser Arbeit exemplarisch an der Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung untersucht. Dafür werden Artikel quantitativ analysiert, die während der jährlich stattfindenden UN-Klimakonferenz publiziert wurden. Hierfür wird der Framing Ansatz von Robert Entman verwendet, wobei die Frame-Definitionen aus einer 2015 durchgeführten qualitativen Inhaltsanalyse von O’Neill et al. zum medialen Framing über den fünften IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) Assessment Bericht übernommen wurden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Framing-Ansatz
2.1 Der kommunikationswissenschaftliche Framing-Begriff
2.2 Aktuelles Begriffsverständnis des Betonungs-Frames
2.3 Entmans Framing-Definition
3. Aktueller Forschungsstand zum Framing des Klimawandels
3.1 Die allgemeine Berichterstattung zum Klimawandel
3.2 Das Framing des Klimawandels zu UN-Klimakonferenzen
3.3 Gegenframes zum Klimawandel
3.4 Das Framing zum fünften IPCC Assessment Bericht
4. Forschungsfrage und Annahmen/Hypothesen
5. Methodik
5.1 Methodisches Vorgehen
5.2 Verwendete Frames
6. Darstellung der empirischen Befunde
7. Diskussion der Befunde
8. Fazit und Ausblick
9. Literaturverzeichnis
10. Anhang
10.1 Codebuch
Zielsetzung & Themen
Die Bachelorarbeit untersucht das Framing des Klimawandels in der Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung zwischen 2007 und 2015. Ziel ist es zu analysieren, welche dominanten Frames in den Medien genutzt werden, um das komplexe Phänomen des Klimawandels für die Rezipienten greifbar zu machen und welche inhaltlichen Perspektiven dabei betont werden.
- Analyse der Medienberichterstattung zum Klimawandel mittels quantitativer Inhaltsanalyse.
- Anwendung des Framing-Ansatzes nach Robert M. Entman als theoretische Grundlage.
- Untersuchung des Zusammenhanges zwischen UN-Klimakonferenzen und der Dominanz politischer Frames.
- Überprüfung der zeitlichen Konstanz oder Veränderung in der Rahmung des Klimawandels.
Auszug aus dem Buch
2.1 Der kommunikationswissenschaftliche Framing-Begriff
Der Framing-Prozess wird in der Kommunikationswissenschaft meistens als eine Art des kommunikativen Handelns aufgefasst, bei dem in öffentlichen Diskursen Interpretationsmuster für gesellschaftspolitische Themen gegeben werden (vgl. Marcinkowski 2014: 7). Kommunikatoren betonen dabei bestimmte Informationen und klammern andere gleichzeitig aus, wenn sie ihre Sichtweise auf ein Thema darstellen. Das Produkt dieser Framing-Prozesse sind die sogenannten Frames, also die verschiedenen Blickwinkel und Meinungen, die zu einem Thema eingenommen werden können (vgl. Matthes 2014: 10). Die Kommunikationswissenschaft setzt sich nach diesem Verständnis also primär mit den sogenannten Betonungs-Frames auseinander, bei denen Themen durch unterschiedliche Schwerpunkte in der Darstellung anders wiedergegeben werden (vgl. ebd.: 26).
Ein Beispiel hierfür ist, dass man das Thema Klimawandel unter anderem aus einer wirtschaftlichen, wissenschaftlichen oder auch ethischen Perspektive betrachten kann. Je nachdem welchen Standpunkt man einnimmt, würden andere Informationen und Fakten aufgenommen und betont werden. Betonungs-Frames sind dabei vom wirkungspsychologisch interessanteren Äquivalenz-Framing abzugrenzen, bei dem Themen durch inhaltlich äquivalente Frames unterschiedlich dargestellt werden. Hierbei wird eine inhaltlich gleiche Aussage unterschiedlich formuliert, um die Entscheidungsfindung von Probanden zu untersuchen. Da das Betonungs-Framing die reale Berichterstattung der Medien allerdings besser wiedergibt und der Komplexität von Medienproduktions- und Medienrezeptionsprozessen eher gerecht wird, spielt das Äquivalenz-Framing in der Kommunikationswissenschaft nur eine untergeordnete Rolle und wird in dieser Arbeit nicht weiter behandelt (vgl. Matthes 2014: 26 f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Klimawandels als gesellschaftspolitisches Thema und Darlegung der Relevanz des Framings für die mediale Vermittlung.
2. Der Framing-Ansatz: Theoretische Herleitung des Framing-Begriffs und Definition der im Rahmen der Arbeit verwendeten Betonungs-Frames nach Robert M. Entman.
3. Aktueller Forschungsstand zum Framing des Klimawandels: Überblick über bisherige Studien zur Klimawandel-Berichterstattung sowie Vorstellung der zehn spezifischen Frames, die als Untersuchungsgrundlage dienen.
4. Forschungsfrage und Annahmen/Hypothesen: Formulierung der zentralen Forschungsfrage und der daraus abgeleiteten Hypothesen zur Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung.
5. Methodik: Beschreibung des methodischen Vorgehens, der Auswahl der Zeitung und des eingesetzten Codebuchs zur Datenerhebung.
6. Darstellung der empirischen Befunde: Präsentation und statistische Auswertung der erhobenen Daten zu den Zeitungsartikeln und den identifizierten Frames.
7. Diskussion der Befunde: Interpretation der Ergebnisse im Hinblick auf die Forschungsfrage und Einordnung in den theoretischen Kontext.
8. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse und Diskussion zukünftiger Forschungsbedarfe.
9. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen.
10. Anhang: Detaillierte Darstellung des Codebuchs sowie der Kriterien zur Codierung der Artikel.
Schlüsselwörter
Framing, Klimawandel, Süddeutsche Zeitung, quantitative Inhaltsanalyse, Betonungs-Frame, Robert M. Entman, Medienberichterstattung, UN-Klimakonferenz, politische Kommunikation, Journalismus, Medienforschung, empirische Untersuchung, Umweltpolitik, Risikowahrnehmung, Klimaschutz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, mit welchen interpretativen Mustern (Frames) die Süddeutsche Zeitung über den Klimawandel berichtet.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die mediale Vermittlung des Klimawandels, die Verwendung von Framing-Strategien sowie die Rolle von UN-Klimakonferenzen als Ereignisse, die die Berichterstattung beeinflussen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob und wie sich die Rahmung (das Framing) des Klimawandels in der Süddeutschen Zeitung zwischen 2007 und 2015 verändert hat und ob politische Frames dominieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es kommt eine quantitative Inhaltsanalyse zum Einsatz, basierend auf einem systematischen Codebuch zur Erfassung von Frame-Elementen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Einbettung, die methodische Vorgehensweise, die empirische Darstellung der Daten und eine anschließende Diskussion der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Framing, Klimawandel, Medienberichterstattung, Inhaltsanalyse und politische Kommunikation.
Welcher Frame dominiert laut den Ergebnissen die Berichterstattung?
Der "Political or Ideological Struggle" Frame tritt am häufigsten auf, was auf die starke politische Fokussierung der Berichterstattung hinweist.
Spielt der "Health Frame" in der untersuchten Berichterstattung eine Rolle?
Nein, der Health Frame wurde in den untersuchten Artikeln der Süddeutschen Zeitung kein einziges Mal als dominanter Frame identifiziert.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen der UN-Klimakonferenz und der Frame-Wahl?
Ja, die Arbeit weist einen starken Zusammenhang zwischen dem Bezug eines Artikels zur UN-Klimakonferenz und der Verwendung des "Political or Ideological Struggle" Frames nach.
- Citation du texte
- Lena Schneider (Auteur), 2016, Der Klimawandel in den Medien. Eine quantitative Inhaltsanalyse zum Framing des Klimawandels in der Zeitungsberichterstattung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/941005