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Value Investing als Instrument zur Altersvorsorge in Deutschland. Eine empirische Analyse

Titre: Value Investing als Instrument zur Altersvorsorge in Deutschland. Eine empirische Analyse

Thèse de Master , 2020 , 110 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Tobias Brinkmann (Auteur)

Gestion d'entreprise - Investissement et Financement
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Das Ziel dieser Arbeit ist herauszufinden, ob und wie Privatpersonen Value Investing als Instrument zur privaten Altersvorsorge nutzen können, um dem Problem des sinkenden Rentenniveaus in Deutschland zu begegnen.

Die Untersuchung dieser Fragestellung erfolgt mit Vorsorgeportfolios nach der Value Investing Anlagestrategie, welche mit historischen Daten gebildet wurden. Die Zentralbanken weltweit verfolgen seit vielen Jahren eine Niedrigzinspolitik. In der Konsequenz werden Privatanleger, welche ihr Kapital in Anlageklassen wie Anleihen anlegen, durch eine negative Realverzinsung zugunsten der hochverschuldeten Staatshaushalte schleichend enteignet. Aktien bieten als Sachwerte mit ihrer langfristig positiven Wertentwicklung einen sicheren Schutz vor inflationären Kaufkraftverlusten.

Value Investoren nehmen an, dass die Kapitalmärkte nicht effizient sind und die Aktienkurse nicht jederzeit alle dem Markt zur Verfügung stehenden Informationen enthalten. Sie kaufen eine Aktie zu dem Zeitpunkt, zu dem der innere Wert des Unternehmens den Aktienkurs übersteigt. In diesem Kontext stellt sich die Frage, ob Value Investing als aktive Anlagestrategie die Rendite der Kapitalmärkte langfristig übertreffen kann.

Zur Untersuchung dieser Fragestellung werden die Annahmen von Value Investoren kritisch untersucht. Im Gegenzug belegt die Verhaltensökonomik in mehreren wissenschaftlichen Untersuchungen, dass es der durchschnittliche Privatanleger aufgrund psychologischer Verhaltensanomalien nicht schaffen kann, langfristige Überrenditen zu erzielen. Als Ursache hierfür werden emotionale Einflüsse wie Selbstüberschätzung, eine mangelnde Diversifikation sowie schwindendes Durchhaltevermögen aufgeführt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Zielsetzung

1.3 Herangehensweise

2 Grundlagen des Portfoliomanagements

2.1 Investmentprozess

2.1.1 Anlagestrategie

2.1.2 Portfoliorealisierung

2.1.3 Aktives Portfoliomanagement

2.1.4 Rolle der Benchmark

2.2 Portfolio-Selection-Theory

2.2.1 Annahmen und Modellimplikationen

2.2.2 Rendite- und Risikobewertung

2.2.3 Diversifikationseffekte

2.3 Portfoliostrukturierung

2.3.1 Strategische und taktische Vermögensallokation

2.3.2 Liquidität und Anlageklasse

2.3.3 Behavioral Finance

3 Analyse der Anlagestrategien

3.1 Performanceanalyse

3.1.1 Sinn und Ziel der Benchmark

3.1.2 Rendite- und Risikomessung

3.2 Value Investing nach Benjamin Graham

3.2.1 Annahmen und Implikationen

3.2.2 Value Kriterien

3.2.3 Erweiterungen durch Warren Buffet

3.2.4 Analyse der Valuekriterien

4 Altersvorsorgesituation in Deutschland

4.1 Staatliche Altersvorsorgesituation in Deutschland

4.1.1 Bevölkerungsstruktur und Entwicklung

4.1.2 System der gesetzlichen Rentenversicherung

4.1.3 Versorgungslücke

4.2 Private Altersvorsorgesituation in Deutschland

5 Erarbeitung und Analyse eines Vorsorgeportfolios

5.1 Annahmen

5.2 Konzeption eines Vorsorgeportfolios

5.3 Vergleich der Untersuchungsergebnisse

5.4 Eignung von Value Investing zur Altersvorsorge

5.4.1 Notwendigkeit

5.4.2 Szenario

5.4.3 Ableitung von Handlungsempfehlungen

6 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit evaluiert, ob Value Investing als Instrument zur privaten Altersvorsorge dienen kann, um dem Problem des sinkenden Rentenniveaus in Deutschland entgegenzuwirken. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, ob eine solche Anlagestrategie langfristig Überrenditen gegenüber dem Markt generieren kann und für Privatanleger praktisch umsetzbar ist.

  • Theoretische Grundlagen des Portfoliomanagements und der Value-Investing-Strategie.
  • Analyse der Altersvorsorgesituation in Deutschland unter Berücksichtigung des demografischen Wandels.
  • Konzeption und Backtesting eines Vorsorgeportfolios basierend auf historischen Daten.
  • Kritische Würdigung der Eignung von Value Investing zur Schließung der Rentenlücke.
  • Vergleich der eigenen empirischen Ergebnisse mit etablierten wissenschaftlichen Studien.

Auszug aus dem Buch

Value Investing nach Benjamin Graham

Seit Benjamin Graham die weltweit bekannten Bücher „Die Geheimnisse der Wertpapieranalyse“ in 1934 und „Intelligent Investieren“ in 1949 verfasste, gilt er als der Urvater der Finanzanalyse. Value Investing ist eine aktive Anlagestrategie, welche vorrangig auf Benjamin Graham zurückgeht. Um die Vorgehensweise von Value Investoren zu verstehen, führte Graham zunächst eine Abgrenzung zwischen einer Spekulation und einer Investition durch: „Eine ernsthafte Kapitalanlage liegt dann vor, wenn sie nach gründlicher Analyse die Sicherheit des eingesetzten Kapitals und einen angemessenen Gewinn verspricht. Anlagen, die diesen Kriterien nicht entsprechen, sind spekulativ.“

Benjamin Graham bekräftigte mit dieser Aussage, dass eine Investition nur durch ein tiefgreifendes Studium aller unternehmensrelevanten Informationen nach anerkannten Prinzipien und logischen Rückschlüssen gelöst werden kann. Für eine Investition setzt er eine Sicherheit des investierten Kapitals in Relation zum erwarteten Ertrag voraus. Alle Investitionen, welche diese Voraussetzungen nicht erfüllen, bewertet Graham als Spekulation. Um den Kauf einer Aktie als Investition bezeichnen zu können, ist die Beschaffung aller verfügbarer Informationen zum Unternehmen erforderlich. Alle Aktienkäufe, bei denen im Vorfeld keine gründliche Untersuchung erfolgte, sind als Spekulation einzustufen. Investoren sollten nach Graham nicht den Fehler begehen, eine Aktie als kurzfristiges Spekulationsinstrument zu betrachten, sondern als reale Unternehmensbeteiligung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik des deutschen Rentensystems ein und leitet daraus die Forschungsfrage zur Eignung des Value Investing als Instrument zur Altersvorsorge ab.

2 Grundlagen des Portfoliomanagements: Hier werden der Investmentprozess, die moderne Portfoliotheorie und Ansätze zur Portfoliostrukturierung theoretisch erarbeitet.

3 Analyse der Anlagestrategien: Dieses Kapitel befasst sich mit Methoden der Performanceanalyse und erläutert detailliert die Anlagestrategien von Benjamin Graham und Warren Buffet.

4 Altersvorsorgesituation in Deutschland: Es erfolgt eine Analyse der staatlichen Rentenversicherung sowie privater Vorsorgemöglichkeiten vor dem Hintergrund des demografischen Wandels.

5 Erarbeitung und Analyse eines Vorsorgeportfolios: Das Kernstück der Arbeit bildet die eigene empirische Untersuchung durch die Bildung und das Backtesting von Vorsorgeportfolios auf Basis von Value-Kriterien.

6 Fazit und Ausblick: Zusammenfassend werden die Ergebnisse der Arbeit kritisch gewürdigt und eine Einschätzung zur praktischen Eignung der Anlagestrategie abgegeben.

Schlüsselwörter

Value Investing, Altersvorsorge, Portfoliomanagement, Rentenlücke, Benjamin Graham, Warren Buffet, Aktienanlage, Finanzanalyse, Rendite, Risiko, Diversifikation, Markteffizienz, Behavioral Finance, Performance, Kapitalmarkt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob Privatanleger die Value-Investing-Strategie nutzen können, um für ihr Alter vorzusorgen und das sinkende staatliche Rentenniveau auszugleichen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die theoretischen Grundlagen des Portfoliomanagements, das Konzept des Value Investing nach Graham und Buffet, sowie die Analyse des deutschen Rentensystems.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, durch eine empirische Untersuchung (Backtesting) herauszufinden, ob ein Portfolio aus Value-Aktien langfristig erfolgreich zur privaten Altersvorsorge eingesetzt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine empirische Untersuchung durch, bei der ein regelbasiertes Kennzahlenmodell auf Unternehmen des Nasdaq-100 angewendet wurde, um Vorsorgeportfolios zu bilden und diese in Backtests zu bewerten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen erläutert, danach die Situation der Altersvorsorge in Deutschland analysiert und schließlich die methodische Erarbeitung und Analyse des Vorsorgeportfolios durchgeführt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Value Investing, Altersvorsorge, Portfoliomanagement, Rentenlücke, Aktienanlage und Rendite.

Was besagt die Metapher des "Mr. Market"?

Mr. Market ist eine Metapher von Benjamin Graham, die den Kapitalmarkt als einen manisch-depressiven Geschäftspartner darstellt, dessen tägliche Preiseinschätzungen nicht immer rational sind, was der Value-Investor zu seinem Vorteil nutzen kann.

Wie definiert Graham den "inneren Wert" einer Aktie?

Der innere Wert ist bei Graham kein exakt zu berechnender Wert, sondern ein Korridor, der auf Unternehmensgrundsätzen wie Eigenkapital, Dividenden, Gewinnen und Zukunftsaussichten basiert.

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Résumé des informations

Titre
Value Investing als Instrument zur Altersvorsorge in Deutschland. Eine empirische Analyse
Université
University of Applied Sciences Kaiserslautern
Note
1,3
Auteur
Tobias Brinkmann (Auteur)
Année de publication
2020
Pages
110
N° de catalogue
V941173
ISBN (ebook)
9783346313850
ISBN (Livre)
9783346313867
Langue
allemand
mots-clé
Value Investing Deutschland Rente Altersvorsorge
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Tobias Brinkmann (Auteur), 2020, Value Investing als Instrument zur Altersvorsorge in Deutschland. Eine empirische Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/941173
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