Inhaltsverzeichnis
1. Der Stabilitäts- und Wachstumspakt der
Europäischen Union als Grundlage des nationalen
Stabilitätspaktes in Deutschland 3
2. Deutschland im Spiegel des Stabilitäts- und
Wachstumspaktes der Europäischen Union 4
3. Der nationale Stabilitätspakt in Deutschland 5
3.1. Die gegenwärtige Haushaltspolitik in Deutschland 5
3.2. Ansätze zur Begrenzung der staatlichen Neuverschuldung im
Kontext des deutschen Stabilitätsprogramms 7
4. Schlussbetrachtung 11
Literaturverzeichnis 13
1. Der Stabilitäts- und Wachstumspakt der Europäischen Union als Grundlage des nationalen Stabilitätspaktes in Deutschland
Der Stabilitäts- und Wachstumspakt der Europäischen Union wurde auf dem EU-Gipfel in Amsterdam durch den Europäischen Rat der Staats- und Regierungschefs aller EU-Staaten am 16. und 17. Juni 1997 beschlossen. Da durch die europäische Währungsunion eine Zunahme der Verschuldungsanreize für die teilnehmenden Staaten vermutet wurde, lagen die Motive der Einführung eines Stabilitäts- und Wachstumspaktes in der Sicherung der stabilen öffentlichen Finanzen in der Europäischen Währungsunion, welcher die öffentlichen Schuldner disziplinieren und somit die Geldwertstabilität des Euro innerhalb der Europäischen Währungsunion absichern sollte. So wurden die fiskalpolitischen Konvergenzkriterien für den Eintritt in die Europäische Währungsunion als oberste Grenze innerhalb des EG-Vertrages (Artikel 104 EGV) sowie innerhalb des Protokolls über das Verfahren bei einem übermäßigen Defizit etabliert: Das Verhältnis des Defizits zum Bruttoinlandsprodukt darf einen Wert in Höhe von drei Prozent und das Verhältnis des öffentlichen Schuldenstandes zum Bruttoinlandsprodukt darf einen Wert in Höhe von sechzig Prozent nicht überschreiten. Aus diesem Grunde müssen alle Staaten, welche die Euro-Währung führen, im jährlichen Rhythmus Stabilitätsprogramme aufstellen, in welchen die mittelfristige Budgetpolitik erörtert und auf die Budgetkonsolidierung ausgerichtet werden soll. Durch diese multilaterale Überwachung soll ein übermäßiges Defizit möglichst verhindert sowie die Überwachung und Koordinierung der Wirtschaftspolitik gefördert werden. Insofern ein Mitgliedsstaat der Europäischen Union seine Defizitgrenze überschreitet, wird das Verfahren bei übermäßigem Defizit auf der Ebene der Europäischen Union eingeleitet. In diesem Fall fordert der Europäische Rat das entsprechende EU-Mitgliedsland auf, das Defizit umgehend Maßnahmen zur Beendigung des bestehenden Defizits zu ergreifen. Der Europäische Rat kontrolliert die Umsetzung zur Beseitigung des Defizits im jeweiligen Staat und ändert den Beschluss, sobald das Defizit beseitigt wurde. Ergreift das betreffende Land keine Maßnahmen, so kann der Europäische Rat verschiedene Sanktionen verhängen.
Inhaltsverzeichnis
1. Der Stabilitäts- und Wachstumspakt der Europäischen Union als Grundlage des nationalen Stabilitätspaktes in Deutschland
2. Deutschland im Spiegel des Stabilitäts- und Wachstumspaktes der Europäischen Union
3. Der nationale Stabilitätspakt in Deutschland
3.1. Die gegenwärtige Haushaltspolitik in Deutschland
3.2. Ansätze zur Begrenzung der staatlichen Neuverschuldung im Kontext des deutschen Stabilitätsprogramms
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Diskrepanz zwischen den europäischen Vorgaben durch den Stabilitäts- und Wachstumspakt und der realen haushaltspolitischen Situation in Deutschland. Ziel ist es, die Ursachen der hohen Staatsverschuldung zu analysieren und mögliche Lösungsansätze zur Konsolidierung der öffentlichen Finanzen unter Berücksichtigung nationaler Reformmaßnahmen aufzuzeigen.
- Grundlagen des europäischen Stabilitäts- und Wachstumspaktes
- Defizitverfahren der Europäischen Union gegen Deutschland
- Strukturelle Ursachen der deutschen Staatsverschuldung
- Reformansätze zur Begrenzung der staatlichen Neuverschuldung
- Zusammenhang zwischen Arbeitsmarkt-, Renten- und Haushaltsreformen
Auszug aus dem Buch
3.1. Die gegenwärtige Haushaltspolitik in Deutschland
In Deutschland besteht eine Diskrepanz zwischen den eingegangenen Verpflichtungen im Rahmen des Stabilitäts- und Wachstumspaktes der Europäischen Union sowie den nationalen Gegebenheiten. Dieser Zustand basiert auf der Tatsache, dass die Kreditaufnahmen des Bundes und auch der einzelnen Länder durch nationales Recht nicht begrenzt sind, wodurch die Defizite unkontrolliert entstehen. Zwar haben sich Bund, Länder und Gemeinden verpflichtet, die europäischen Vorgaben zu erfüllen, jedoch erfolgte bis zum heutigen Tage keine konsequente Umsetzung. Dies impliziert den Status der gegenwärtigen Staatsverschuldung. Zum 31. Dezember 2007 betrug die Höhe der Staatsschulden insgesamt 1.498 Milliarden Euro. Der Bund der Steuerzahler Deutschland e. V. prognostiziert ein Ansteigen der Staatsschulden bis zum Ende des Jahres 2008 auf 1.504 Milliarden Euro. Auf dieses Defizit entfallen allein 62 Prozent auf den Bund, 33 Prozent auf die Länder und 5 Prozent auf die Gemeinden. Durch diesen hohen Verschuldungsgrad muss die Bundesrepublik Deutschland hohe Zinsen zahlen. So wird jeder siebente Euro der Steuereinnahmen für die Bewältigung der Zinslast ausgegeben, was impliziert, dass die gesamte Steuerlast um ein Siebentel niedriger sein könnte, insofern die Bundesrepublik Deutschland ihren Staatshaushalt besser führen würde. Obendrein wächst die Staatsverschuldung schneller als die Volkswirtschaft: Zwischen den Jahren 1991 und 2005 stieg das Bruttoinlandsprodukt um 53 Prozent, dagegen jedoch die Staatsverschuldung um 155 Prozent. Generell ist die Staatsverschuldung nur gestiegen, es wurden nie Schulden getilgt, sondern nur umgeschuldet beziehungsweise neue Schulden aufgenommen. Einen besonderen Einfluss auf die hohe Staatsverschuldung nahmen obendrein noch politische Ereignisse wie die Wiedervereinigung Deutschlands und die Ölkrise.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Der Stabilitäts- und Wachstumspakt der Europäischen Union als Grundlage des nationalen Stabilitätspaktes in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung und die fiskalpolitischen Konvergenzkriterien des europäischen Stabilitätspaktes zur Sicherung der Geldwertstabilität.
2. Deutschland im Spiegel des Stabilitäts- und Wachstumspaktes der Europäischen Union: Hier wird der Verlauf des Defizitverfahrens gegen Deutschland ab 2002 sowie die darauf folgenden Maßnahmen der Bundesregierung zur Einhaltung der EU-Vorgaben dargestellt.
3. Der nationale Stabilitätspakt in Deutschland: Dieses Kapitel analysiert die deutsche Haushaltspolitik, die Ursachen der hohen Staatsverschuldung und diskutiert verschiedene Reformansätze zur langfristigen Haushaltskonsolidierung.
4. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Problematik zusammen und betont die Notwendigkeit einer festeren Verankerung ausgeglichener Haushalte sowie die Erhöhung der Eigenverantwortung der Gebietskörperschaften.
Schlüsselwörter
Stabilitäts- und Wachstumspakt, Staatsverschuldung, Haushaltskonsolidierung, Defizitverfahren, Europäische Währungsunion, Bruttoinlandsprodukt, Neuverschuldung, Bundeshaushalt, Zinslast, Finanzpolitik, Haushaltsreform, Arbeitsmarktreform, Rentenversicherung, Fiskalpolitik, Konsolidierungsstrategie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der staatlichen Haushaltsdisziplin in Deutschland unter dem Einfluss der europäischen Vorgaben des Stabilitäts- und Wachstumspaktes.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die Einhaltung fiskalischer Konvergenzkriterien, die Ursachen der deutschen Staatsverschuldung sowie notwendige politische und ökonomische Reformmaßnahmen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Untersuchung der Diskrepanz zwischen europäischen Verpflichtungen und nationaler Haushaltspolitik sowie die Erörterung effektiver Wege zur Reduzierung der Neuverschuldung.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse von Fachliteratur, Wirtschaftsdaten und offiziellen Berichten sowie der Auswertung historischer Entwicklungen der Haushaltsführung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil wird der Verlauf des EU-Defizitverfahrens gegen Deutschland dokumentiert und kritisch hinterfragt, warum die Staatsverschuldung trotz europäischer Vorgaben weiter angestiegen ist.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Die Publikation lässt sich durch Begriffe wie Staatsverschuldung, Haushaltskonsolidierung, Stabilitäts- und Wachstumspakt sowie Defizitverfahren treffend beschreiben.
Warum wird im Text die Wiedervereinigung als Einflussfaktor genannt?
Die Wiedervereinigung wird als eines der politischen Ereignisse angeführt, die durch den enormen Finanzierungsbedarf maßgeblich zur Entwicklung der hohen Staatsverschuldung in Deutschland beigetragen haben.
Welche Rolle spielen Arbeitsmarkt- und Rentenreformen im Kontext der Haushaltskonsolidierung?
Diese Reformen werden als essenzielle Ansätze gesehen, um das Erwerbspotenzial zu erhöhen und die Sozialsysteme langfristig zu stabilisieren, was wiederum die öffentliche Haushaltslage entlastet.
- Quote paper
- Mathias Kunze (Author), Kadir Yilmaz (Author), 2008, Defizitbegrenzende Haushaltsregeln und nationaler Stabilitätspakt in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94141