Die vorliegende Arbeit untersucht grundlegende Möglichkeiten der Einführung eines Total Quality Managements (TQM) in mittelständige Unternehmen. Der Autor, welcher selbst einige Jahre Unternehmen und Existenzgründer beraten hatte, war als Projektleiter Entwicklung in die Auditierung eines Unternehmens einbezogen und nutzt seine praktischen Kenntnisse und Erfahrungen, um den Prozess des TQM nicht mit abstrakten Bildern, sondern mit der Lebendigkeit des Gesamtgeschehens darzustellen. Ausgehend von einer allgemeinen Darstellung des historischen Hintergrundes eines globalen Qualitätsmanagements wird auf die spezifischen Belange mittelständiger Handwerksunternehmen bei der Anwendung der DIN EN ISO 9001 eingegangen. Die Verluste, welche der Markt der z.B. in der Branche der Polstermöbelproduktion hinnehmen muss, gehen in erster Linie zu Lasten des sinkenden Inlandmarktes, da der deutsche Polstermöbelmarkt im Umbruch ist. Zum anderen verzeichnen die Hersteller einen steigenden Export, in der Hauptsache von preiswerten Polstermöbeln. Dabei hat sich Polen eine überragende Rolle gesichert. Mehr als die Hälfte aller importierten Polstermöbel kommen aus Polen. Der Export deutscher Polstermöbel stieg gering in die Hauptabnehmerländer Schweiz, Frankreich, Niederlande und Österreich. Weniger erfolgreich ist der Export nach Übersee, Osteuropa und Asien. Für die deutschen Unternehmen der Möbelpolsterproduktion ergeben sich durch eine Zertifizierung nach der Europanorm mit Sicherheit verbesserte Möglichkeiten des Exports, aber auch neue Einsichten in die verbesserungswürdige Struktur ihrer Unternehmen. Das Ergebnis der vorliegenden Arbeit soll ein tieferes Verständnis der Problematik von TQM wecken und anwendungsfähige Entwurfsgedanken bei der Realisierung liefern.
Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung
Einleitung
Besonderheiten im Handwerksbetrieb
Ausrichtung auf Unternehmensziele
Das Qualitätsbewusstsein ist entscheidend
Eigenverantwortung und Teamarbeit
Alte Gewohnheiten aufgeben
Bestehendes genauestens hinterfragen
No rank, no title
Hierarchische Strukturen reduzieren
Kritische Sichtweisen schaffen
Das prinzipielle Problem
Die inhaltlichen Forderungen an die DIN EN ISO 9001
Die Grundelemente des TQM-Systems nach ISO 9001
Die Bedürfnisse der Kunden berücksichtigen
Die Praktische Handhabung von TQM
Mitarbeiterbefragung als begleitende Maßnahme
Wirtschaftliche Aspekte nicht übersehen
Marktbeziehungen sind wichtig
Innerbetriebliche Effekte nutzen
Die arbeitswissenschaftlichen Aspekte
Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung
Problem Arbeitsorganisation
Psychische Auswirkungen im Arbeitsprozess
Die Quantifizierung von TQM
Zwei Seiten der Kundenorientierung
Die Produkt und Servicequalität
Beispielhafte Bewertungskriterien
Inhalte des strategischen Managements
Bausteine des Modells Business-Excellence
Prozesse systematisch gestalten und managen
Die spezifischen Arbeitsbereiche des Möbelpolsterers
Was zu beachten ist
Positive und negative Effekte von TQM
Kostenbetrachtung
Zusammenarbeit mit Zertifizierungsunternehmen
Schwierigkeiten beim Systemaufbau
Methodik der Wahl
Zielsetzung und Themen der Publikation
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Voraussetzungen für die Einführung eines Total Quality Management (TQM) in mittelständischen Handwerksbetrieben unter Berücksichtigung der speziellen Branchenanforderungen und der DIN EN ISO 9001. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie ein solches Qualitätsmanagementsystem trotz begrenzter Ressourcen in kleinen Betrieben effizient realisiert werden kann, um Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
- Analyse von Qualitätsanforderungen in mittelständischen Handwerksbetrieben
- Integration der DIN EN ISO 9001 in das Handwerk
- Methoden zur Steigerung der Prozess- und Mitarbeiterqualität
- Strategien zur Bewältigung innerbetrieblicher Veränderungswiderstände
- Praktische Implementierungsschritte und Kostenbetrachtung eines QM-Systems
Auszug aus dem Buch
Alte Gewohnheiten aufgeben
Alte Gewohnheiten heißt, dass aufzugeben, das man gewöhnlich tut. Nichts ist schwerer, als einen alten Arbeitsablauf zu verändern. Das gilt auch besonders für eingefahrene Denkmodelle. Bereits 1989 erklärte der japanische Konzernchef Matsushita bei einem Empfang von westlichen Industriellen: „Wir werden gewinnen und der industrielle Westen wird verlieren. Dagegen könnt ihr nicht viel tun, weil der Grund eures Versagens in euch selbst liegt. Nicht nur eure Firmen sind nach den Taylor-Modell gebaut, sondern, was noch viel schlimmer ist, auch eure Köpfe. Eure Bosse besorgen das Denken, und eure Mitarbeiter schwingen die Werkzeuge. Im tiefsten Inneren seid ihr doch überzeugt, das sei der einzig richtige Weg, ein Unternehmen zu betreiben. Für euch besteht Management darin, die Ideen aus den Köpfen der Manager in die Köpfe der Mitarbeiter zu bringen...“
Eine solche arrogante, westliche Haltung übernahmen viele deutsche Konzernführer kritiklos und überfrachteten diese noch zusätzlich mit privaten Privilegien. Den Schaden solcher „Nieten in Nadelstreifen“ (Karl Ogger) müssen die Arbeitnehmer ausbaden, wenn persönliches Versagen durch Personalkosteneinsparungen saniert werden soll. Diese Inkompetenzen sollte man schnellstens beseitigen, denn die Arbeitslosenzahlen sind zum größten Teil dieser egoistischen Machtblindheit zuzuschulden. Qualität kommt nicht ohne Wahrheit aus. Wahrheit ist die erste Qualität.
Zusammenfassung der Kapitel
Besonderheiten im Handwerksbetrieb: Identifiziert spezifische Herausforderungen wie Unternehmensgröße, Wachstum und Zeitdruck bei der Qualitätszertifizierung.
Ausrichtung auf Unternehmensziele: Erläutert den Prozess der Zieldefinition als Basis für die Implementierung eines QM-Systems nach DIN EN ISO 9001.
Das Qualitätsbewusstsein ist entscheidend: Diskutiert die Notwendigkeit eines offenen Arbeitsklimas und die Bedeutung persönlicher Fachkenntnis und Verantwortungsgefühls.
Eigenverantwortung und Teamarbeit: Beschreibt den Nutzen von Teamstrukturen und die Rolle befähigter Teamleiter für die Problemlösung.
Alte Gewohnheiten aufgeben: Thematisiert die Schwierigkeit, eingefahrene Denkmodelle und Hierarchien zu durchbrechen.
Bestehendes genauestens hinterfragen: Fordert die kritische Prüfung bestehender Strukturen auf ihre Existenzberechtigung im Sinne eines TQM.
No rank, no title: Plädiert für den Abbau starrer Chef-Angestellten-Grenzen zugunsten eines schnellen Zugriffs auf Entscheidungsträger.
Hierarchische Strukturen reduzieren: Betont den Bedarf an Phantasie und Neugier in der Belegschaft statt reiner Gehorsamskultur.
Kritische Sichtweisen schaffen: Warnt vor der systematischen Verfälschung von Daten in Großorganisationen durch mangelnde Selbstkritik.
Das prinzipielle Problem: Analysiert den Konkurrenzdruck und die Transformation von Verkäufer- zu Käufermärkten im Handwerk.
Schlüsselwörter
Total Quality Management, TQM, Handwerk, Zertifizierung, DIN EN ISO 9001, Qualitätsbewusstsein, Prozessmanagement, Kundenorientierung, Mitarbeiterzufriedenheit, Unternehmensziele, Business Excellence, Arbeitssicherheit, Organisationsentwicklung, Kostenbetrachtung, Personalentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Publikation befasst sich mit der Einführung und Umsetzung eines Total Quality Managements (TQM) speziell in mittelständischen Handwerksbetrieben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen Qualitätsmanagement-Modelle, Arbeitswissenschaftliche Aspekte, Kundenorientierung und die organisatorische Transformation.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, den Nutzen und die praktische Durchführbarkeit einer Qualitätszertifizierung nach DIN EN ISO 9001 für kleine und mittelständische Unternehmen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor nutzt seine praktischen Erfahrungen als Projektleiter in Verbindung mit einer Analyse aktueller Fachliteratur und theoretischer Managementansätze.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Anforderungen der ISO-Norm, die psychologischen Aspekte der Arbeitsorganisation, Kostenstrukturen und das Veränderungsmanagement.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen TQM, Handwerk, Kundenorientierung, Prozessmanagement und Zertifizierung.
Warum ist das Handwerk bei der TQM-Einführung besonders herausgefordert?
Handwerksbetriebe haben oft starre operative Bindungen und begrenzte Ressourcen, was die Übernahme von Management-Modellen für Großunternehmen erschwert.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei der TQM-Implementierung?
Mitarbeiter sind die zentralen Erfolgsfaktoren; deren Engagement, Selbstverantwortung und psychisches Wohlbefinden sind entscheidend für die Qualitätssicherung.
- Quote paper
- Bernd Staudte (Author), 2008, Total Quality Management für mittelständische Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94157