Der Bankkredit ist noch das bedeutendste Finanzierungsinstrument für den deutschen Mittelstand, jedoch werden die Darlehenskonditionen immer stärker von der Bonität des Schuldners bestimmt und die Banken haben die Kreditvergabebedingungen verschärft. Daher beschäftigen sich Unternehmen zunehmend mit Finanzierungsalternativen wie dem Verkauf von Gesellschaftsanteilen in Form eines Börsenganges. Nicht nur Unternehmer lassen den Aktienmarkt als Finanzierungsquelle noch ungenutzt. Auch viele deutsche Anleger nutzen aufgrund ihrer Risikoscheu die Chancen des Aktienmarktes nicht.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung der Aktie als Instrument der Unternehmensfinanzierung und als Anlagealternative für Investoren. Dabei wird die Frage untersucht: Welche Faktoren beeinflussen die Entscheidung von Unternehmen und Investoren hinsichtlich des Einsatzes dieses Instrumentes?
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung
2 Nutzung des Aktienmarktes zur Unternehmensfinanzierung
2.1 Charakteristik der Aktiengesellschaft und Wesen der Aktie
2.2 Börsengang – Chancen, Risiken und Pflichten
2.3 Ablauf des Börsenganges
3 Finanzierungsanlässe der Aktiengesellschaft
3.1 Unternehmensgründung
3.2 Kapitalerhöhung
3.3 Umwandlung
4 Der Aktionär als Kapitalgeber und Investor
4.1 Investorengruppen und deren Motive und Ziele
4.2 Mitarbeiterbeteiligung / Belegschaftsaktien
4.3 Einflussnahme auf das Unternehmens-Management
5 Chancen und Risiken der Aktienanlage
5.1 Marktchancen und Marktrisiken
5.2 Aktienspezifische Chancen und Risiken
5.3 Psychologische Einflüsse
6 Methoden der Risikoreduzierung bei der Aktienanlage
6.1 Ansätze der Aktienanalyse
6.2 Diversifikation
6.3 Anlagestrategien und Risikomanagement
7 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung der Aktie sowohl als Instrument der Unternehmensfinanzierung als auch als Anlagealternative für Investoren. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche Faktoren die Entscheidung von Unternehmen und Investoren hinsichtlich des Einsatzes dieses Instrumentes beeinflussen, wobei beispielhaft die Spezialwerkzeug AG betrachtet wird.
- Grundlagen der Aktiengesellschaft und Aktienmärkte
- Finanzierungsanlässe wie Unternehmensgründung und Kapitalerhöhung
- Anlegergruppen, Motive und Einflussnahme auf das Management
- Chancen und Risiken bei der Aktienanlage
- Methoden der Aktienanalyse und Strategien zur Risikoreduzierung
Auszug aus dem Buch
2.3 Ablauf des Börsenganges
Vor der eigentlichen Durchführung der Emission sind in der Planungs- und Konzeptphase verschiedene Faktoren zu beachten. Es werden die wesentlichen Emissionsziele wie die Grobplanung für die Verwendung des Emissionserlöses und das Emissionskonzept festgelegt. Dazu wird auf das Know-how spezialisierter Steuer- und Rechtsberater, Marketingexperten sowie Banken zurückgegriffen. In der folgenden Vorbereitungsphase steht die Überprüfung der Unternehmensstrategie im Vordergrund. Diese sogenannte Due Dilligence - Prüfung für das Bankenkonsortium, welches den Börsengang abwickelt, wird von den Banken selbst oder anderen spezialisierten Beratern durchgeführt. Sie soll finanzielle, rechtliche oder organisatorische Mängel und Risiken aufdecken und dient als Grundlage für die Unternehmensbewertung (vgl. DEUTSCHES AKTIENINSTITUT 1998, 9 f.). Durch den Abschluss des Vertrages mit dem Konsortialführer beginnt die eigentliche Durchführung der Emission.
Die Spezialwerkzeug AG-Aktie wird im sogenannten Bookbuilding-Verfahren an der Börse eingeführt. Dabei geben Kaufinteressenten Zeichnungsgebote im Rahmen einer festgelegten Preisspanne in einer bestimmten Frist ab. Aus den vorliegenden Zeichnungsaufträgen ermittelt der Konsortialführer den endgültigen Emissionspreis. Dabei werden die Zeichnungsaufträge mit den Geboten bedient, die mindestens dem festgelegten Ausgabepreis entsprechen. Reicht das Kontingent der Aktien nicht aus, muss das Konsortium eine Zuteilung per Losverfahren vornehmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung: Das Kapitel analysiert die im internationalen Vergleich geringe Bedeutung der Aktie in Deutschland und identifiziert eine traditionelle Risikoaversion als Hauptursache für die Zurückhaltung am Kapitalmarkt.
2 Nutzung des Aktienmarktes zur Unternehmensfinanzierung: Es werden die Charakteristika der Aktiengesellschaft, der Wesenskern der Aktie sowie die Chancen, Risiken und der Ablauf eines Börsenganges für Unternehmen erläutert.
3 Finanzierungsanlässe der Aktiengesellschaft: Dieses Kapitel behandelt die spezifischen Anlässe für eine Finanzierung durch Aktien, insbesondere die Unternehmensgründung, Kapitalerhöhungen und Umwandlungen.
4 Der Aktionär als Kapitalgeber und Investor: Der Fokus liegt auf der Rolle der Anleger, ihren Motiven sowie ihrer Einflussnahme auf das Management und der Bedeutung der Mitarbeiterbeteiligung.
5 Chancen und Risiken der Aktienanlage: Es erfolgt eine Analyse von Marktchancen, marktspezifischen Risiken sowie psychologischen Einflüssen auf das Geschehen an den Kapitalmärkten.
6 Methoden der Risikoreduzierung bei der Aktienanlage: Das Kapitel beschreibt Instrumente wie die Aktienanalyse (Fundamentalanalyse, Technische Analyse, Behavioral Finance), Diversifikation sowie Anlagestrategien und Risikomanagement.
7 Zusammenfassung: Die Kernaussagen der Arbeit werden zusammengeführt, wobei die Bedeutung der Aktie sowohl für Unternehmen als auch für Anleger nochmals hervorgehoben wird.
Schlüsselwörter
Aktie, Aktiengesellschaft, Börsengang, Unternehmensfinanzierung, Kapitalerhöhung, Aktionär, Aktienanalyse, Fundamentalanalyse, Technische Analyse, Behavioral Finance, Risikoreduzierung, Diversifikation, Anlagestrategien, Risikomanagement, Spezialwerkzeug AG.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Aktie als Instrument der Unternehmensfinanzierung und gleichzeitig als Anlagealternative für Investoren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen die Funktionsweise des Aktienmarktes, Finanzierungsanlässe für Unternehmen, die Rolle der Aktionäre sowie Methoden der Anlage und Risikoreduzierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Untersuchung der Faktoren, die Unternehmen und Investoren in ihrer Entscheidung für oder gegen den Einsatz des Finanzierungsinstrumentes Aktie beeinflussen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse von Fachliteratur und theoretischen Konzepten, ergänzt durch die Anwendung der Methoden auf das Fallbeispiel der Spezialwerkzeug AG.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden der Ablauf eines Börsenganges, die verschiedenen Finanzierungsanlässe, die Interaktion zwischen Aktionären und Management sowie Methoden der Aktienanalyse und Risikostreuung detailliert dargestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Aktie, Unternehmensfinanzierung, Börsengang, Aktienanalyse und Risikomanagement charakterisieren.
Welche Rolle spielt die Spezialwerkzeug AG in dieser Arbeit?
Die Spezialwerkzeug AG dient als durchgängiges Fallbeispiel, an dem theoretische Konzepte wie der Börsengang, die Kapitalerhöhung und die Auswirkungen der Mitarbeiterbeteiligung praktisch veranschaulicht werden.
Wie gehen Unternehmen laut der Arbeit mit den Nachteilen eines Börsenganges um?
Laut der Arbeit werden Nachteile wie die erhöhte Kostenbelastung und Publizitätspflichten durch die strategischen Vorteile wie eine breitere Eigenkapitalbasis, gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit und verbesserte Wachstumschancen mehr als ausgeglichen.
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- Harry Heinemann (Author), 2008, Die Aktie - Instrument der Unternehmensfinanzierung und Investitionsmöglichkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94164