Wie setzt die Bundesvereinigung Lebenshilfe Formate wie das Normalisierungsprinzip oder die Selbstbestimmung um? Schafft Sie mit ihren Leitideen dem gesellschaftlichen Auftrag der Behindertenhilfe gerecht zu werden? Diesen Frage möchte der Autor in der Arbeit nachgehen.
In der Arbeit wird zunächst versucht auf die Definition der geistigen Behinderung einzugehen. Dabei wird besonders Bezug auf den Wandel des Begriffes genommen. Daraufhin wird das Thema der Bundesvereinigung Lebenshilfe behandelt. Hierzu werden die historischen Entwicklungen sowie die Grundhaltung und Ziele dargestellt. Im Anschluss wird auf das Prinzip der Normalisierung eingegangen. Weiterführend im Kapitel wird ebenso die Bedeutung der Inklusion und Teilhabe sowie die Begriffe Empowerment und Selbstbestimmung behandelt. Im letzten Kapitel beurteilt die Arbeit, ob die Lebenshilfe mit Hilfe ihrer Leitideen und Prinzipien, welche im vorherigen Kapitel dargestellt wurden, dem heutigen Auftrag der Behindertenhilfe gerecht werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition von geistiger Behinderung
3. Lebenshilfe allgemein
3.1 Geschichtliche Entwicklung
3.2 Grundhaltung und Ziele
4. Leitideen der Behindertenhilfe
4.1 Normalisierungsprinzip
4.2 Inklusion und Teilhabe
4.3 Empowerment und Selbstbestimmung
5. Die Leitideen der Lebenshilfe als Behindertenhilfe
6. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie die Bundesvereinigung Lebenshilfe ihre Leitideen wie das Normalisierungsprinzip, Empowerment und Selbstbestimmung in der Praxis umsetzt und ob sie damit den heutigen Anforderungen an die Behindertenhilfe gerecht wird.
- Historische Entwicklung und Grundhaltung der Lebenshilfe
- Das Normalisierungsprinzip in der Behindertenpädagogik
- Konzepte von Inklusion und gesellschaftlicher Teilhabe
- Empowerment und Selbstbestimmung als Leitideen der Praxis
- Kritische Beurteilung der Umsetzung des gesellschaftlichen Auftrags
Auszug aus dem Buch
4.1 Normalisierungsprinzip
Maxime: „Ein Leben so normal wie möglich“ (Gröschke 2013, S. 256).
Beginnend ist zu sagen, dass das Normalisierungsprinzip „die Praxis der Behindertenhilfe in den letzten Jahrzenten so nachhaltig verändert“ (ebd.) hat, wie keine andere Reform. Die Entwicklung des Normalisierungsprinzips wird durch drei Personen des öffentlichen Lebens geprägt: Niels Erik Bank-Mikkelsen, Bengt Nirje und Wolf Wolfensberger (vgl. Bundesvereinigung Lebenshilfe 1985, S. 5). Die Tätigkeiten der Personen werden nun dargestellt.
Die obengenannte Maxime ist zurückzuführen auf den Dänen Bank-Mikkelsen. Er lässt diese Maxime im Jahre 1959 in das dänische Fürsorgegesetz aufnehmen. Die Zielsetzung besteht darin, dass Menschen mit Behinderung die gleichen Lebensbedingungen im Wohnen, bei der Arbeit und in der Freizeit haben dürfen wie jeder andere. Durch die in Kraft tretende Maxime werden Versorgungsinstitutionen gebaut und stationären Einrichtungen renoviert (vgl. ebd.).
Der Schwede Nirje spezifiziert das Prinzip und stellt acht Forderung wie ein normaler Lebenslauf, Tages- und Jahresrhythmus, sowie die Trennung der Orte von Arbeit, Freizeit und Wohnen. Des Weiteren die Respektierung der Bedürfnisse, die wirtschaftliche Versorgung, der angemessene Kontakt zwischen den Geschlechtern und einen angemessenen Standard von Einrichtungen. Nirje richtet sich nach dem Ziel, dass Menschen mit geistiger Behinderung ein Leben so normal wie möglich führen können. Dies soll durch die Umsetzung der alters- und geschlechtsgemäßen sowie kulturspezifischen Rollenbeziehungen geschehen (vgl. Stöppler 2014, S. 74). In Skandinavien führt das Normalisierungsprinzip zur Auflösung von Großeinrichtungen und traditionellen Anstalten (vgl. Fornefeld 2000, S. 137).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der geistigen Behinderung ein, benennt die Rolle der Lebenshilfe und definiert die zentrale Forschungsfrage nach der Umsetzung der Leitideen im gesellschaftlichen Auftrag.
2. Definition von geistiger Behinderung: Dieses Kapitel erläutert den Wandel des Begriffs der geistigen Behinderung und verdeutlicht die Schwierigkeiten einer einheitlichen, nicht diskriminierenden Definition.
3. Lebenshilfe allgemein: Es wird ein Überblick über die Entstehung, die geschichtliche Entwicklung sowie die zentrale Grundhaltung und die Ziele der Elternvereinigung Lebenshilfe gegeben.
4. Leitideen der Behindertenhilfe: Das Kapitel behandelt die theoretischen Grundlagen der Behindertenhilfe, namentlich das Normalisierungsprinzip, Inklusion, Teilhabe, Empowerment und Selbstbestimmung.
5. Die Leitideen der Lebenshilfe als Behindertenhilfe: Hier wird analysiert, wie die Lebenshilfe ihre Leitideen praktisch umsetzt und welche Bedeutung diese für die Lebenswirklichkeit geistig behinderter Menschen haben.
6. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit bewertet die Arbeit der Lebenshilfe hinsichtlich ihres Auftrags und identifiziert sowohl Erfolge als auch bestehende Verbesserungspotenziale.
Schlüsselwörter
Bundesvereinigung Lebenshilfe, geistige Behinderung, Behindertenhilfe, Normalisierungsprinzip, Inklusion, Teilhabe, Empowerment, Selbstbestimmung, Behindertenpädagogik, Lebenswirklichkeit, Elternvereinigung, Sonderpädagogik, gesellschaftlicher Auftrag, Integration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle der Bundesvereinigung Lebenshilfe und analysiert, wie diese Organisation durch spezifische Leitideen dazu beiträgt, Menschen mit geistiger Behinderung ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind das Normalisierungsprinzip, die Konzepte von Inklusion und Teilhabe sowie der Empowerment-Prozess und die Selbstbestimmung innerhalb der Behindertenhilfe.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu untersuchen, ob und inwieweit die Lebenshilfe ihre eigenen Leitideen widerspruchsfrei in die Praxis umsetzt und damit dem gesellschaftlichen Auftrag der Behindertenhilfe gerecht wird.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der historische Entwicklungen, Grundsatzprogramme und fachwissenschaftliche Definitionen zu den Themenbereichen der Behindertenpädagogik ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der allgemeinen Lebenshilfe, die theoretische Herleitung der Leitideen und die konkrete Anwendung dieser Prinzipien durch die Lebenshilfe in der praktischen Behindertenhilfe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Lebenshilfe, Inklusion, Selbstbestimmung, Empowerment, Normalisierungsprinzip und Teilhabe.
Welche Rolle spielt das Normalisierungsprinzip für die Lebenshilfe?
Es dient als grundlegende Maxime, um geistig behinderten Menschen die gleichen Lebensbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten wie nicht behinderten Menschen zu verschaffen.
Warum betont die Autorin die Bedeutung der Kommunikation?
Die Kommunikation ist essenziell, da sie als Voraussetzung für Empowerment und Selbstbestimmung gilt; fehlt sie, können Bedürfnisse nicht geäußert werden, was die Wirksamkeit der Unterstützungsleistungen einschränkt.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Die Bundesvereinigung Lebenshilfe und ihre Leitideen als Behindertenhilfe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/941672