Der vorliegende Text setzt sich eigentlich aus fünf unabhängig voneinander entstandenen Einzeltexten zusammen und bildet so vielmehr eine Textsammlung. Sie ist entstanden im Zuge einer Lektüre-Lehrveranstaltung an der Universität Salzburg im Sommersemester 2020 und möchte sich in mehreren, teils aufeinander aufbauenden, Schritten, Leben und Werk des lateinischen Kirchenvaters Augustinus von Hippo nähern. Dabei sind Reflexionen, ein Exzerpt sowie eine Briefinterpretation entstanden, die den Inhalt der vorliegenden Arbeit ausmachen, darunter:
1. Reflexion – Was habe ich an Augustinus bereits für mich entdeckt? Wie erkläre ich mir dessen enorme Wirkmächtigkeit?
2. Reflexion – Augustins Bekehrung in den Confessiones
3. Zusammenfassung/Übersicht – Mönchtum & Donatistenstreit
4. Reflexion – si vis pacem para bellum? Augustins Verständnis vom Frieden in »De civitate Dei«
5. Textinterpretation – Epistulae. Ausgewählte Briefe (Erster Teil) XII. (Nr. 21.) An Bischof Valerius
Inhaltsverzeichnis
Reflexion – Was habe ich an Augustinus bereits für mich entdeckt? Wie erkläre ich mir dessen enorme Wirkmächtigkeit?
Reflexion – Augustins Bekehrung in den Confessiones
Zusammenfassung/Übersicht – Mönchtum & Donatistenstreit
Reflexion – si vis pacem para bellum? Augustins Verständnis vom Frieden in »De civitate Dei«
Textinterpretation – Epistulae. Ausgewählte Briefe (Erster Teil) XII. (Nr. 21.) An Bischof Valerius
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich aus verschiedenen Einzeltexten zusammen, die im Rahmen einer universitären Lehrveranstaltung entstanden sind, und zielt darauf ab, Leben und Wirken des Kirchenvaters Augustinus von Hippo durch Reflexionen, Exzerpte und Textinterpretationen näher zu beleuchten.
- Biografische Entwicklung und Bekehrungserlebnisse Augustins
- Die Auseinandersetzung mit dem Mönchtum und dem Donatistenstreit
- Augustins Verständnis von Frieden und Ordnung in »De civitate Dei«
- Rezeption antiker Gedanken im Kontext moderner Popkultur
- Interpretation ausgewählter Korrespondenz mit Bischof Valerius
Auszug aus dem Buch
Reflexion – si vis pacem para bellum? Augustins Verständnis vom Frieden in »De civitate Dei«
„si vis pacem para bellum“28, "[w]enn du Frieden willst, rüste zum Krieg."29 Dieses Zitat des römischen Anwalts, Politikers, Philosophen und Schriftstellers Marcus Tullius Cicero in seiner 7. Philippischen Rede 43 v. Chr. vor dem römischen Senat30, ist bis heute wirkmächtig geblieben. So etwa im amerikanischen Kino. Hier flimmerte 2004 „The Punisher“ über die Kinoleinwände. Der Plot ist schnell erzählt: Bei einem missglückten Einsatz Frank Castles, eines verdeckten FBI-Ermittlers, wird der Sohn eines Unterweltbosses getötet. Frank Castle möchte seinen gefährlichen Beruf, seiner Familie zuliebe aufgeben und ein nunmehr geordnetes, friedliches Leben führen. Doch es kommt anders. Der Unterweltboss sinnt auf Rache für seinen verstorbenen Sohn. Er lässt Castles ganze Familie, darunter Frau und Kind, töten. Castle selbst überlebt schwerverletzt. Seines Lebenssinns beraubt sinnt er wiederum auf Rache. „Frank Castle is dead. Call me 'The Punisher'!“31, so ein Zitat Frank Castles an dieser Stelle im Film. Sein Credo ab sofort: „si vis pacem para bellum“! Die Geschichte nimmt ihren Lauf; am Ende sind wiederum die ganze Familie des Unterweltbosses sowie der Boss selbst tot, getötet durch Selbstjustiz eines »Bestrafers«, der gegen Ende des Films als eine Art »dunkler Superheld« auftritt, der eine neue Bestimmung, einen neuen Lebenssinn entdeckt zu haben scheint. Ob aus dieser neuen Ordnung im Leben des »Superhelden« tatsächlich auch Frieden erwachsen kann, bleibt trotz Anneliese Felbers Befund, wonach Friede dort herrscht, wo auch Ordnung ist32, fraglich.
Zusammenfassung der Kapitel
Reflexion – Was habe ich an Augustinus bereits für mich entdeckt? Wie erkläre ich mir dessen enorme Wirkmächtigkeit?: Der Autor reflektiert seine persönliche Auseinandersetzung mit der Gestalt Augustins und analysiert dessen tiefgreifenden Einfluss auf die lateinische Kirche des Westens.
Reflexion – Augustins Bekehrung in den Confessiones: Dieses Kapitel untersucht Augustins Bekehrungserlebnisse anhand der Typologie von Wilhelm Geerlings und hinterfragt die literarische Stilisierung in seinen Bekenntnissen.
Zusammenfassung/Übersicht – Mönchtum & Donatistenstreit: Diese Zusammenfassung behandelt Augustins bischöfliches Wirken in Hippo, insbesondere seine Rolle im Donatistenstreit und seine Einstellung zur Staatsmacht.
Reflexion – si vis pacem para bellum? Augustins Verständnis vom Frieden in »De civitate Dei«: Hier wird der Friedensbegriff Augustins auf Basis von »De civitate Dei« interpretiert und durch moderne Popkultur-Beispiele kritisch beleuchtet.
Textinterpretation – Epistulae. Ausgewählte Briefe (Erster Teil) XII. (Nr. 21.) An Bischof Valerius: Die Analyse eines Briefes an Bischof Valerius zeigt Augustins Ringen um eine pastorale Vorbereitung und seine Einordnung in ein christliches Heilsverständnis.
Schlüsselwörter
Augustinus von Hippo, Confessiones, De civitate Dei, Bekehrung, Mönchtum, Donatistenstreit, Friedensbegriff, Kirchenvater, Patristik, Epistulae, Gnadenlehre, Staatskirche, Theologie, Antike, christliche Identität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt eine Textsammlung dar, die sich mit verschiedenen Aspekten aus dem Leben und Werk des Kirchenvaters Augustinus von Hippo befasst.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf Augustins Biografie, seiner Bekehrung, seiner Tätigkeit als Bischof in Hippo, seiner Friedensethik und der Interpretation seiner Briefe.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist eine Annäherung an die Person und Theologie Augustins durch eine Kombination aus Reflexionen und der Analyse historischer Texte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt Methoden der Textinterpretation, biographischer Reflexion sowie den Vergleich antiker Quellen mit modernen Diskursen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Reflexionen zu Augustins Bekehrung und Wirkmächtigkeit, eine Zusammenfassung seiner Tätigkeit im Donatistenstreit sowie die Analyse ausgewählter Briefe und Friedenskonzepte.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind die Bekehrung, die Unterscheidung zwischen civitas Dei und civitas terrena, sowie das Spannungsfeld zwischen persönlicher Glaubensentwicklung und kirchlicher Amtspflicht.
Wie bewertet der Autor Augustins Umgang mit Häretikern wie den Donatisten?
Der Autor stellt fest, dass Augustins Vorgehen zunehmend kompromisslos wurde und er schließlich sogar staatliche Gewalt zur Sicherung kirchlicher Ziele rechtfertigte.
Warum zieht der Autor moderne Filmbeispiele für die Analyse heran?
Die Filme dienen als Kontrastfolie, um die zeitlose Relevanz des Zitats „si vis pacem para bellum“ und die unterschiedliche spirituelle bzw. weltliche Interpretation von Ordnung und Frieden zu verdeutlichen.
Welche Rolle spielt die Gnade Gottes im Denken Augustins?
Die Gnade Gottes bildet den Rahmen, innerhalb dessen Augustinus sein eigenes Scheitern und seinen Weg zum Bischofsamt reflektiert und als gottgegebenes Heilsgeschehen interpretiert.
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- Sebastian Riedel (Autor:in), 2020, Augustinus von Hippo. Annäherung, Reflexion, Interpretation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/941957