Einblicke in die Subkultur der Hooligans

Menschen zwischen Gewalt, Alkohol und Drogen


Studienarbeit, 2020

21 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Subkultur

3. Gewalt – Unterschiede in der Definition
3.1. Formen von Gewalt
3.2. Der Begriff Gewalt im Zusammenhang mit Hooligans

4. Hooligans und Hooliganismus
4.1. Ursprung des Begriffes
4.2. Ein Einblick in die Geschichte

5. Ursachen
5.1. Warum wird man Hooligan?
5.2. Medien und ihr Einfluss
5.3. Polizeiliche Gewalt

6. Hooligansubkultur und ihre Merkmale
6.1. Die Identifikation mit dem Verein
6.2. Erscheinungsbild eines Hooligans
6.3. Ehrenkodex
6.4. Die Solidarität und Anerkennung unter Hooligans
6.5. Zusammenhang mit dem Konsum von Alkohol und Drogen

7. Schlusswort

8. Abbildungsverzeichnis

9. Tabellenverzeichnis

10. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

"Ich war noch nie so nah an der Gefahr dran, aber ich habe mich auch noch nie so sicher gefühlt. Ich hatte ein Selbstvertrauen und andere Menschen spürten das aus weiter Entfernung. Und wenn ich ehrlich bin, diese Gewalt, die fing an mir zugefallen. Wenn man erst einmal ein paar Schläge eingesteckt hat und einem klar wird, dass man nicht aus Glas ist, fühlt man sich nur lebendig, wenn man so weit geht wie man gehen kann..." (Film Hooligans, 2005)

Die Menge tobt. Die Ränge beben. Die Stimmung ist am Höhepunkt. Oder vielleicht doch nicht? Sie sind bei jedem Spiel ihrer Mannschaft dabei. Sie sorgen dafür, dass die Spiele zu gefährlichen Events für alle Fans werden. Sie treffen sich als Gruppen, um Gewalt vor und nach dem Spiel an den Fans der anderen Mannschaft auszuüben. Sie verpassen kein einziges Spiel, wofür sie ihre berufliche Karriere, ihr soziales Leben und ihre eigene Gesundheit gefährden. Dafür riskieren Sie Job, soziales Leben und ihre eigene Gesundheit. Es handelt sich dabei um Hooligans.

Diese Studienarbeit beschäftigt sich mit der Gewalt der Hooligans. Was ist eigentlich Gewalt? Gibt es verschiedene Arten von Gewalt? Welchen Ursprung haben Hooligans eigentlich und was bedeutet, der Begriff, welcher mit Gewalttaten in Verbindung gebracht wird?

Dabei stellen sich mehrere Fragen: Handelt es sich bei allen Hooligans um gewalttätige Individuen? Woher kommt diese oftmals ungebändigte Wut gegenüber anderen Fußballvereinen? Sind wirklich nur diese Menschen und ihre unkontrollierten Aggressionen, alleine Schuld an Massenschlägereien und unzähligen Verletzen, oder spielen hier noch andere Faktoren eine entscheidende Rolle.

In der folgenden Arbeit werden die oben gestellten Fragen ausgearbeitet, erläutert und beantwortet. Den Leser*innen sollen so en Einblick in die Welt der Hooligans und deren ganz eigenen Gewalt gegeben/gewährt werden.

2. Subkultur

Hooligans werden auch oft als Subkulturen angesehen oder bezeichnet. Doch was genau ist eine Subkultur?

Der Begriff der Subkultur bezieht sich in der Regel auf alternative Lebensweisen, die sich selbst oft als soziale Randgruppen sehen und von der breiten Menge der Bevölkerung auch so angesehen werden. Solche Kulturen werden oftmals als Quelle von sozialen Konflikten genannt, da von deren Seite, sehr oft versucht wird, ihre Vorstellungen gegenüber der breiten Menge durchzusetzen. Sie leben ihre Art des Lebens demonstrativ und unter Missachtung aller anderen Lebensformen aus. (Hillig, 1996)

Somit könnte man sagen, Subkulturen entwickeln eigene Verhaltensweisen, Werte und Normen, durch die sie sich von den restlichen Kulturen differenzieren.

Eine Theorie um Subkulturen der Gewalt zu beschreiben ist jene von Wolfgang & Ferracuti (1967). Diese Theorie wurde entworfen, um die Gewaltkriminalitätsrate in bestimmten sozialen Gruppen, vor allem aber in der Großstadt, zu erläutern. In dieser Theorie wird die ausgeübte Gewalt auf ein Werte – und Normensystem zurückgeführt, das den Gewalteinsatz gegen Individuen reguliert und legitimiert. Sie geht davon aus:

„[…] dass physischer Aggression im Normgefüge, ein hoher Stellenwert zukommt, daher, dass die Sozialisationsprozesse, interpersonelle Beziehungen und den Lebensstil der Individuen durchdringt und sich in ihrer Persönlichkeitsstruktur niederschlägt.“ (Lamnek, 1988)

3. Gewalt – Unterschiede in der Definition

Der Begriff Gewalt spaltet in jeglichem Sinne die Geister. Eine komplett richtige Definition existiert nicht. Es ist oftmals eine Auslegungssache, wer den Begriff Gewalt definiert. Im nächsten Abschnitt möchte ich genauer auf zwei Definitionen der Gewalt eingehen.

Gewaltbegriff in der Psychologie:

Gewalt (engl. violence), wird abgeleitet von dem Wort „walten“. Das bedeutet im engsten Sinne die Macht oder das Recht, über Dinge und Menschen zu herrschen. Meistens wird Gewalt im Zusammenhang mit physischem oder psychischem Zwang verwendet, durch den Menschen oder Dinge einer Fremden Macht unterworfen und geschädigt werden. Gewalt kann von Individuen wie zum Beispiel Schlägern ausgeübt werden, aber auch von Kollektiven wie dem Staat, gesellschaftlichen Institutionen, sozialen Strukturen oder auch Ideologien ausgeübt werden. Sie kann ein Dauerzustand (Polizeistaat), ein längerfristiger Krieg oder ein einmaliges Ereignis sein (Dorsch, 2019).

Klaus A. (1997) spricht von Gewalt als einer:

„Manifestation von Macht und Herrschaft mit dem Ziel und der Folge, Menschen zu schädigen. Bei der Anwendung von Gewalt muss immer davon ausgegangen werden, dass es zu einer Verschiebung von Machtverhältnissen zwischen mindestens zwei Personen zu Ungunsten einer Person kommt.“

Gewalt definiert durch die WHO

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Gewalt in ihrem 2002 erschienen Weltbericht „Gewalt und Gesundheit“ wie folglich zu lesen ist.

Gewalt ist der tatsächliche oder angedrohte absichtliche Gebrauch von physischer oder psychologischer Kraft oder Macht, die gegen die eigene oder eine andere Person, gegen eine Gruppe oder Gemeinschaft gerichtet ist und die tatsächlich oder mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Verletzungen, Tod, psychischen Schäden, Fehlentwicklung oder Deprivation führt.“

Die WHO bezieht sich außerdem auf drei Kategorien der Gewalt:

- Gewalt gegen die eigene Person (Selbstverletzung, Suizid)
- Zwischenmenschliche Gewalt (psychische/physische Gewalt und ihre Folgen)
- Kollektive Gewalt (z.B.: durch eine Gruppe)

Grundlegend teilt sich Gewalt allerdings in zwei Kategorien. Die Personale und die Strukturelle Gewalt die im nächsten Kapitel veranschaulicht und auf die näher eingegangen wird. Meist wird der Gewaltbegriff nur im Zusammenhang mit physischer Gewalt benutzt, da diese meist die sichtbare und greifbare Art der Gewalt ist. Doch oft gehen die Arten der Gewalt Hand in Hand, sie schädigen das seelische und leibliche Wohl.

3.1. Formen von Gewalt

Wie in der Grafik gut zu erkennen ist, teilt sich Gewalt in 2 große Obergruppen auf. Die Personale Gewalt, die direkt von Täter*innen ausgeht und sich in physische und psychische Gewalt unterteilt. Auf der anderen Seite die Strukturelle Gewalt, die nicht von einem einzelnen Täter*innen ausgeht, sondern sich in Folge von gesellschaftlichen Bedingungen gebildet wird. Zur physischen Gewalt zählen Taten wie absichtliche Körperverletzungen, Freiheitsberaubung, sexueller Missbrauch, Sachbeschädigung sowie Diebstahl. Im Gegensatz zur psychischen Gewalt die sich direkt gegen das Wesen einer Person richtet wie Beleidigungen und Beschimpfungen Erniedrigungen, Ausgrenzungen, Einschüchterungen und Drohungen, die im schlimmsten Falle in Mobbing enden.

Dies Strukturelle Gewalt hingegen ergibt sich aus verschiedenen Situationen wie Leistungsdruck, Politik, Altersdiskriminierung, Rassismus, Sexismus, u.v.m.

Doch wie spiegeln sich diese Arten von Gewalt in der Szene der Hooligans wider? Was sind Hooligans eigentlich? Und was ist der sogenannte Hooliganismus? Auf diese Fragen werde ich im nächsten Kapitel näher eingehen.

3.2. Der Begriff Gewalt im Zusammenhang mit Hooligans

Einer der größten Aspekte in der Hooligansubkultur ist der Aspekt der Gewalt. Sie spielt bei den Hooligans eine zentrale Rolle, sie ist für sie ein Machtinstrument. Es ist DAS Instrument mit dem sie spielen, sie ist aber auch DER Aspekt, der den Männern strukturell, psychisch und physisch widerfährt.

Bill Buford (1992) erklärt dieses Phänomen wie folgt:

„Augenscheinlich war die Gewalttätigkeit eine Art Protest. So gäbe es Sinn. Fußballspiele dienten als Ventil für heftige Frustrationen. So viele junge Leute waren Arbeitslos geworden, oder hatten überhaupt noch nie Arbeit gefunden. Folglich war die Gewalt eine Art Rebellion, Klassenrebellion, irgend so was.“

4. Hooligans und Hooliganismus

In den vielen Jahren seitdem es Fußball gibt, wurden gewalttätige, renitente Fußballfans „Fußballrocker“ oder „Fußballrowdys“ genannt. Um 1960/1965 kam das Wort Hooligan in England erstmals in Zusammenhang mit gewalttätigen Fußballfans zum Gebrauch. Um 1980 hat sich das Wort Hooligan dann auch im deutschsprachigen Raum durchgesetzt. (Weigelt, 2004)

Der Begriff Hooliganismus wird nur im Zusammenhang mit dem Phänomen Fußball verwendet. Nach Klaus Farin (2001) wird Hooliganismus folgendermaßen definiert:

„Hooliganismus ist eine männliche Form zivilen Ungehorsams, eine nichtpolitische Rebellion gegen die sinnlose Autorität des Alltags, ein Versuch, die von montags bis freitags aufgezwungene Rolle abzustoßen, aus dem langweiligen, abstumpfenden Spießerdasein auszubrechen, wenigstens für ein paar Stunden.“

4.1. Ursprung des Begriffes

Der Ursprung und die Herkunft des Wortes Hooligan sind ungewiss. Da der Begriff Hooligan aus dem Englischen stammt, wird davon ausgegangen, dass der Eigenname eines in London vermuteten Schlägertyps namens O´Hoolihan (irisch) oder auch unter Anlehnung an das Wort „hooley“ (= wild) entstanden ist. (DWDS, 2020)

4.2. Ein Einblick in die Geschichte

Zuschauerausschreitungen sind seit dem Zeitpunkt, seitdem es sportliche Großveranstaltungen gibt, bekannt. Bereits in der Antike gab es schon Fälle von Zuschauerausschreitungen. Die mit den heutigen vergleichbaren Securities auf jenen Veranstaltungen, wurden damals Peitschenschläger genannt, und hatten die Aufgabe für Recht und Ordnung zu sorgen.

Fußballregeln wurden erstmals 1848 in Cambridge aufgestellt. Ab diesem Zeitpunkt entstanden die ersten Vereine und Fanclubs. Um diese Zeit wurden auch die ersten Ausschreitungen im Zusammenhang mit Fußball bekannt, da Fußball als Kampf zwischen rivalisierenden Vereinen gefeiert wurde und die Fans auf den Rängen ihre Konflikte und Kämpfe austragen wollten. Nachbarschaftsduelle, sogenannte „Derbys“, wie sie auch heute noch genannt werden (z.B. SK Rapid Wien vs. FK Austria Wien), waren und sind noch immer bekannt für massenhafte Ausschreitungen zwischen den Fans der rivalisierenden Vereine. (Weigelt, 2004)

Christoph Bausenwein (1995) beschreibt dieses Phänomen wie folgt:

„Im Derby kämpfen die Spieler nicht nur für sich selbst, sondern im Namen der Gruppe. Wenn die Spieler als Repräsentanten einer Gemeinschaft und als Vertreter von deren Idealen antreten, dann, so weiß die Konfliktsoziologie, sind die Auseinandersetzungen unerbittlicher als die, bei denen die Spieler nur ihre persönliche Kampfmotivation mitbringen.“

Im Gegensatz zu heute, waren die Aggressionen damals nicht oder weniger gegen den gegnerischen Verein gerichtet, sondern mehr gegen die vorherrschenden Umstände des stattfindenden Spieles. Zum Beispiel gegen eine unfaire Schiedsrichterentscheidung oder wegen eines überfüllten Stadions. Das hohe Aggressionspotential gegenüber Schiedsrichtern oder den Spielern hing wohl damit zusammen, dass zu dieser Zeit die Fans ihre Mannschaften nicht zu Auswärtsspielen begleiteten. (Bausenwein, 1995).

So verbindet die Öffentlichkeit heute drei historische Ereignisse mit dem Begriff Hooliganismus:

1. Das Spiel um den Europapokal der Landesmeister zwischen Juventus Turin und dem FC Liverpool im Heysel Stadion. In den 90 Minuten dieses Spieles starben 39 Menschen und 379 Menschen wurden verletzt, zum Teil auch schwer. Hier brach Panik aus, weil Feuerwerkskörper im überfüllten Stadion gezündet wurden und in den gegnerischen Sektor geworfen wurden.
2. Das FA-Cup-Semifinale zwischen Nottingham Forrest und dem FC Liverpool im Stadion in Sheffield. Hier entstand ein Gedränge, weil zu viele Fans gleichzeitig in das schon überfüllte Stadion wollten. Hierbei starben 96 Personen. Nach diesem Vorfall wurden Stadien in England grundlegend umgerüstet von Stehplätzen auf Sitzplätze.
3. Das dritte Spiel, das einging in die Geschichte des Fußballs war die Fußballweltmeisterschaft zwischen Deutschland und Jugoslawien im Jahr 1998. Bei diesem Spiel wurde ein französischer Polizist von Deutschen Hooligans zusammengeschlagen. Er lag lange im Koma und leidet heute noch an den Folgen dieses Vorfalls. (Weigelt, 2004)

5. Ursachen

5.1. Warum wird man Hooligan?

Diese Frage ist am besten zu beantworten in dem sie nicht an Experten gestellt wird, sondern an echte Hooligans, da diese die Frage am Besten beantworten können. Diese Chance bot sich zum Beispiel 1988 bei einem Bremer Fankongress. Hier wurde ein Hooligan zu seinen Motiven befragt. Dieser antwortete damals in aller Kürze: „Weil es Spaß macht.“ (Gehrmann & Schneider, 1998)

Im Gegensatz zu einem „echten Hooligan“ bezieht sich Bill Buford (1992) auf andere Jugendsubkulturen und deren Ambitionen:

„Warum machen junge Männer jeden Samstag Randale? Sie machen das aus demselben Grund, aus dem frühere Generationen sich betranken, Hasch rauchten, Drogen nahmen, sich wüst und rebellisch aufführten. Gewalttätigkeiten bereiten ihnen einen antisozialen Kitzel, sie ist für sie ein bewusstseinsveränderndes Erlebnis, eine von Adrenalin bewirkte Euphorie, die vielleicht um so stärker ist, weil der Körper selbst sie hervorbringt, mit vielen meiner Überzeugung nach suchtbildenden Eigenschaften, wie sie auch für synthetisch hergestellte Drogen charakteristisch sind.“

5.2. Medien und ihr Einfluss

Die Medien und die Berichterstattung spielen eine nicht zu unterschätzende Rolle im Fußball. Die Art und Weise der Berichterstattung in Fernsehen und Zeitung hat einen großen Einfluss auf die Gewaltneigungen von Fans und Zuschauern. Durch eine sehr häufig unangemessene Dramatisierung und eine gewaltverherrlichende oder auch verharmlosende Berichterstattung der Fußballspiele, werden die Fans emotional aufgeladen. Oftmals passiert es auch, dass Fans in ihren Gewaltneigungen bestärkt und gestärkt werden.

Durch diese mediale Präsenz werden Fußballspiele oft ihrer „Normalität“ enthoben. Sie werden verkaufsfördernd als Spiele ums Überleben präsentiert. Dabei ist nicht auszuschließen, dass hier zusätzlicher Nährboden für Auseinandersetzungen bereitet wird.

Massenmedial wird die Fanszene auf drei negative Verhaltensmuster reduziert:

1. Alkoholkonsum, sie werden als Trunkenbolde bezeichnet
2. Gewalttäter
3. Ausländerfeindliche/Frauenfeindliche Meldungen bzw. Banner

Die Medien berichten nur dann von den Fans, wenn diese mit negativem Verhalten auffallen. Daher werden Fans oft aufgrund von Ereignissen kriminalisiert, da das Blickfeld durch die Medien Verengt wird. Dies hat zur Folge, dass immer mehr Fans an diesen Gewalterlebnissen partizipieren wollen.

Diese dauerhaft negative Berichterstattung kann zu einem „Pygmalion Effekt“ führen. Fans, welche ständig in den Medien lesen, sie seien kriminell und gewalttätig, geben diesen Aussagen Bestätigung und werden es tatsächlich. (Bundesinstitut für Sportwissenschaften, 1988)

5.3. Polizeiliche Gewalt

Strafverfolgung und Gefahrenabwehr, Personenschutz und Gewaltverhinderung zählen klar zu den Aufgaben der Polizei. Dies sind ihre Pflichten als gute „Cops“ und ihr gesellschaftlicher Auftrag. Die Polizei zählt seit den Vorkommnissen in Brüssel 1985 folgende Punkte zu ihren Aufgaben bei Fußballspielen:

- An wissentlich ausgemachten Treffpunkten der Fußballfans eine deutlich verstärkte Präsenz zu zeigen
- Fangruppen (vor allem bei Derbys) müssen zum und vom Stadion begleitet werden
- Fanbusse müssen durchsucht werden
- Zivile wie auch uniformierte Polizisten müssen die Fans bei Auswärtsspielen begleiten
- Videoüberwachungen der Fansektoren
- Stadionverbote werden gegen auffällige Personen ausgesprochen
- Der Einsatz von Gummiknüppel, Reizgas, sowie von Wasserwerfern ist erlaubt
- Das Anlegen von Fandateien (wie eine Strafakte) (Weigelt, 2004)

Diese stark repressiven Maßnahmen standen und stehen noch heute sehr schnell in der Kritik. Gunter A. Pilz (1989) findet, dass durch das Eingreifen und den vermehrten Einsatz der Polizei bei Ausschreitungen zwischen Fans, die Selbstregulierung der Fans verloren geht. Es entwickeln sich mit der Zeit mehr brutale Auseinandersetzungen zwischen Mann und Mann und der Einsatz von Distanzwaffen geht immer mehr verloren.

In der folgenden Abbildung ist klar zu erkennen, wie die Selbstregulierungsmaßnahmen der Zuseher und Fans verloren gehen:

Tabelle 1: Wandlung der Gewaltformen, Objekte und Folgen im Kontext zunehmender Disziplinierung der Zuschauer/Fans1

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Weiters geht Gunter Pilz davon aus, dass die starke Kontrolle der Fans durch die Exekutive zu einer Solidarisierung und einer Verfestigung von sogenannten unorganisierten Fans führt. Dies kann zu einer zusätzlichen Gefahr der Eskalation von Gewalt führen. Für Pilz stellt alleine die Anwesenheit der Exekutive in einem sozialen Raum, welcher mit Aggressivität gekennzeichnet ist, eine weitere Neigung zu gewalttätigen Handlungen dar.

[...]


1 Bundesinstitut für Sportwissenschaften (1988). Massenmedien und Gewalt im Sport. Band 60. Schorndorf: Karl Hoffmann

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Einblicke in die Subkultur der Hooligans
Untertitel
Menschen zwischen Gewalt, Alkohol und Drogen
Hochschule
Deutsche Hochschule für Gesundheit und Sport (vormals H:G Hochschule für Gesundheit & Sport, Technik & Kunst)
Note
1,7
Autor
Jahr
2020
Seiten
21
Katalognummer
V942027
ISBN (eBook)
9783346273741
ISBN (Buch)
9783346273758
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hooligans, Alkohol, Gewalt, Drogen
Arbeit zitieren
Viktoria Pes (Autor), 2020, Einblicke in die Subkultur der Hooligans, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/942027

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