Immer wieder ließt man in den Zeitungen, dass europäische Unternehmen neue
Produktionskapazitäten außerhalb ihres Heimatlandes aufbauen oder sogar Kapazitäten in andere
Länder verlagern, also neben dem Aufbau weiterer Kapazität in einem Land Kapazität in einem
anderen Land abbauen.
Vor diesem Hintergrund soll untersucht werden, auf welchen Überlegungen die
Produktionsstandortstrategien von europäischen Industrieunternehmen beruhen. Hierbei gibt es
zwei Eigenschaften, die die Auswahl und Gewichtung der relevanten Einflussfaktoren auf die
Produktionsstandortstrategie in dieser Arbeit bestimmen. Das Untersuchungsobjekt sind
europäische Industrieunternehmen. Daher muss zum einen berücksichtigt werden, was
Industrieunternehmen sind und wie sie sich von anderen Unternehmen unterscheiden, und zum
anderen muss untersucht werden, welchen Einfluss Europa als Heimat dieser Unternehmen hat.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 PROBLEMSTELLUNG
1.2 AUFBAU DER ARBEIT
2 BEGRIFFSKLÄRUNG
2.1 DIE EUROPÄISCHE INDUSTRIE
2.2 DEFINITION DER PRODUKTIONSSTANDORTSTRATEGIE
3 ZIELE DES AUFBAUS EINER AUSLANDSPRODUKTION
3.1 DIE ZIELARTEN EINER AUSLANDSPRODUKTION
3.2 MARKET-SEEKING
3.3 RESOURCE-SEEKING
3.4 EFFICIENCY-SEEKING
3.5 STRATEGIC-ASSET-SEEKING
4 DIE STANDORTSTRATEGIE EINSCHRÄNKENDE FAKTOREN
5 DIE BEDEUTUNG DER FAKTOREN FÜR EUROPÄISCHE INDUSTRIEUNTERNEHMEN
6 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die zentralen Einflussfaktoren und strategischen Überlegungen, die europäische Industrieunternehmen bei der Entscheidung über den Aufbau oder die Verlagerung von Produktionsstandorten im Ausland leiten.
- Systematisierung der Motive für Auslandsproduktion (Dunning-Modell)
- Analyse von Market-seeking, Resource-seeking, Efficiency-seeking und Strategic-asset-seeking
- Identifikation von Hemmnissen (ökonomisch-organisatorisch und psychisch-sozial)
- Empirische Einordnung der Faktoren für europäische Unternehmen
Auszug aus dem Buch
3.2 Market-seeking
Zu den Market-seeking Zielen gehören die Ziele einen neuen Markt zu erschliessen oder die eigene Position in einem bereits bearbeiteten Markt zu sichern oder weiter auszubauen und sind somit absatzorientiert (Dunning 1993, 58; Engel 1990, 345; Kutschker/Schmid 2005, 84). Solche Investitionen können dabei sowohl zwischen ähnlichen Märkten, also z.B. zwischen Industrienationen auftreten, als auch zwischen Industrie- und Schwellen- bzw. Entwicklungsländern.
Die Gründe für diese Art von Vorgehen sind vielfältig. Ein Unternehmen, das im Land produziert, befindet sich in geographischer Nähe zu seinem Absatzmarkt. Dies ermöglicht eine bessere Beobachtung des lokalen Marktumfeldes und eine bessere und genauere Berücksichtigung von Nutzenerwartungen der Kunden (Flaherty 1989, 102; Flaherty 1986, 89; Kutschker/Schmid 2005, 84). Die lokale Produktion verschafft dem Unternehmen also einen Informationsvorsprung (vgl. Stremme 2000, 122; Berry/Conkling/Ray 1993, 301). Die Marknähe ermöglicht auch einen besseren Kundenservice, was insb. bei erklärungsbedürftigen oder kundenspezifischen Produkten von Vorteil ist (vgl. Rother 1991, 84; Flaherty 1986, 89).
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Darstellung der Problemstellung hinsichtlich der Verlagerung von Produktionskapazitäten europäischer Industrieunternehmen und der Aufbau der Arbeit.
2 BEGRIFFSKLÄRUNG: Definition der Begriffe „Europäische Industrie“ sowie „Produktionsstandortstrategie“ und deren theoretische Einordnung.
3 ZIELE DES AUFBAUS EINER AUSLANDSPRODUKTION: Systematisierung der Motive für Auslandsinvestitionen in die vier Hauptkategorien nach Dunning.
4 DIE STANDORTSTRATEGIE EINSCHRÄNKENDE FAKTOREN: Untersuchung von Hemmnissen wie Eintritts- und Austrittskosten sowie psychisch-sozialen Barrieren bei Standortentscheidungen.
5 DIE BEDEUTUNG DER FAKTOREN FÜR EUROPÄISCHE INDUSTRIEUNTERNEHMEN: Zusammenfassung empirischer Ergebnisse zur Relevanz der verschiedenen Standortfaktoren für europäische Unternehmen.
6 FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Einflussfaktoren und Ausblick auf den anhaltenden Trend der Produktionsverlagerung aus Europa.
Schlüsselwörter
Produktionsstandortstrategie, Europäische Industrieunternehmen, Auslandsproduktion, Market-seeking, Resource-seeking, Efficiency-seeking, Strategic-asset-seeking, Standortfaktoren, Produktionsverlagerung, Standortstruktur, Internationales Management, Standortwahl, Wettbewerbsfähigkeit, FDI, Industriebetriebe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Beweggründe und Einflussfaktoren, die europäische Industrieunternehmen dazu veranlassen, Produktionsstandorte im Ausland aufzubauen oder zu verlagern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Motive (nach Dunning), die Klassifizierung von Standortstrategien sowie die ökonomischen und sozialen Hemmnisse bei Standortveränderungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Überlegungen zu durchleuchten, auf denen Produktionsstandortstrategien europäischer Industrieunternehmen beruhen, und die Relevanz der verschiedenen Faktoren zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturanalyse und der Zusammenfassung empirischer Untersuchungen zum Thema Produktionsverlagerung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Motive (Market-, Resource-, Efficiency- und Strategic-asset-seeking) sowie die einschränkenden Faktoren der Standortstrategie detailliert beschrieben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind vor allem Produktionsstandortstrategie, Auslandsproduktion, Standortfaktoren und Internationales Management.
Welche Rolle spielt die „Value-to-weight-ratio“ bei Standortentscheidungen?
Sie beschreibt das Verhältnis von Wert und Gewicht eines Gutes; bei Produkten mit niedriger Ratio sind hohe Transportkosten ein starkes Argument für eine lokale Produktion nahe am Kunden.
Warum gelten „psychisch-soziale Barrieren“ als Hinderungsgrund für Verlagerungen?
Sie umfassen persönliche Aspekte der Entscheidungsträger, wie das Gefühl der Verantwortung gegenüber dem Heimatstandort und die Furcht vor einem Imageverlust oder Illoyalitätsvorwürfen.
- Citation du texte
- Benjamin Schönefuss (Auteur), 2008, Einflussfaktoren auf die Produktionsstandortstrategie europäischer Industrieunternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94209