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Regulierung von Ratingagenturen

Title: Regulierung von Ratingagenturen

Seminar Paper , 2008 , 31 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Florian Schwarz (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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Angesichts der negativen Folgen der Subprime-Krise, deren volles Ausmaß wohl schlussendlich noch immer nicht gänzlich zu überblicken ist, stellt sich natürlich die Frage, wie solche unerwarteten Verwerfungen zukünftig vermieden werden können. Ein offensichtlich plausibler Ansatzpunkt für Verbesserungen der weltweiten Finanzmärkte stellt dabei die Rating-Industrie dar, ist es doch genau ihre Aufgabe, derartige Risiken zu bewerten und die Marktteilnehmer mit den notwendigen Informationen zu versorgen um eben solche Turbulenzen zu verhindern.
Betrachtet man die Rating-Industrie und sucht nach Verbesserungsmöglichkeiten, stellt man fest, dass Rating-Agenturen relativ zu anderen Finanzmarktakteuren äußerst schwach reguliert sind. Zudem bietet ihre Geschäftsentwicklung der letzten Jahre Angriffsfläche für Kritik. Ein Grund dafür ist nicht zuletzt die in jüngster Zeit immer stärkere Marktposition der Rater, die dadurch einerseits hochprofitabel sind, sich andererseits aber immer wieder Fragen zu ihrer Existenzberechtigung stellen lassen müssen. Dabei bleibt es allzu oft allerdings lediglich bei kritischen Stimmen, ohne dass konstruktive Verbesserungsvorschläge gemacht werden. Ziel dieser Arbeit ist es, eine kritische Auseinandersetzung mit der Diskussion um die Rolle der Rating-Agenturen darzustellen und einen Überblick über mögliche Reformvorschläge, ihre Umsetzung und mögliche Folgen zu erarbeiten.
Die Rolle der Rating-Agenturen hat sich seit Beginn ihrer Existenz maßgeblich gewandelt. Insbesondere die bereits angesprochene Marktmacht der Rater ist vor allem ein Phänomen der letzten Jahrzehnte. Kapitel 2 dieser Arbeit soll zunächst einen Überblick über die Entstehung der heutigen Rating-Agenturen und die wichtigsten Treiber für ihre historische Entwicklung geben. Anschließend befasst sich Kapitel 3 mit dem Status quo des Rating-Marktes, wobei vor allem der IOSCO Code of Conduct eine wichtige Rolle spielt, da dieser Wohlverhaltenskodex von den marktführenden Agenturen als bereits implementierte Selbstregulierung verkauft wird und auf diese Weise Kritik von außen vorbeugen soll. Diese Kritik von außen an den Ratern wird in ihrer Vielfalt in Kapitel 4 dargelegt nachdem der Fall Enron als Paradebeispiel für das oftmals unterstellte Fehlverhalten der Agenturen erläutert wurde. In Kapitel 5 wird deutlich, dass nach der aktuellen öffentlichen Debatte um eine Beschneidung der Macht von Rating-Agenturen zwar viel Handlungsbedarf besteht, allerdings weinig konkrete
Vorschläge hinsichtlich einer geeigneten Vorgehensweise existieren. Anschließend werden im sechsten Kapitel einige ernstzunehmende Reformvorschläge diskutiert, um schließlich in einem Fazit am Ende dieser Arbeit (Kapitel 7) ein für geeignet gehaltenes Grundkonzept für eine Reformierung des Ratingmarktes darzulegen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Problemstellung

2. Die Entwicklung der Rating‐Industrie – Von den Railroad‐Bonds zur Subprime‐Krise

3. Der Status Quo‐ Eine Bestandsaufnahme

3.1 Wie werden die Ratingmärkte der USA und Deutschland zur Zeit beaufsichtigt?

3.2 Der IOSCO‐Code of Conduct für Rating‐Agenturen und seine Implementierung

4. Kritik an der Rating‐Industrie ‐ Warum besteht gegebenenfalls Regulierungsbedarf?

4.1 Der Enron‐Skandal ein Beispiel für das Versagen der Rating Agenturen?

4.2 Grundlegende Kritikpunkte an der Rating‐Industrie

5. Aktuelle Ansätze und Forderungen bezüglich einer Regulierung der Rating‐Industrie

Kapitel 6: Diskussion

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Seminararbeit setzt sich kritisch mit der Rolle von Rating-Agenturen im Finanzsystem auseinander, insbesondere vor dem Hintergrund der Subprime-Krise. Ziel ist es, die Marktmacht der Rating-Agenturen zu analysieren, die Berechtigung für Regulierungsforderungen zu prüfen und fundierte Reformvorschläge sowie deren mögliche Folgen kritisch zu diskutieren.

  • Historische Entwicklung der Rating-Industrie von Railroad-Bonds bis zur Subprime-Krise
  • Analyse des Status quo der Aufsicht und Selbstregulierung durch den IOSCO-Code of Conduct
  • Kritische Untersuchung von Interessenkonflikten und Versagen der Rating-Agenturen am Beispiel des Enron-Skandals
  • Diskussion aktueller Reformansätze, wie der Schaffung einer zentralen Rating-Agentur oder der Marktöffnung
  • Evaluation von Deregulierungsansätzen zur Förderung des Wettbewerbs

Auszug aus dem Buch

4.2 Grundlegende Kritikpunkte an der Rating-Industrie

Gerade in Krisenzeiten auf den weltweiten Finanzplätzen, wie der aktuellen „sub-prime Krise“ geraten auch die Rating-Agenturen, insbesondere durch Regierungen, geschädigte Investoren und Wissenschaftler in die Kritik und in das Blickfeld der Öffentlichkeit. Im Folgenden werden diese Kritikpunkte näher untersucht, die sich insbesondere an die drei großen Player im Ratingbusiness richten.

Vor allem den führenden Rating-Agenturen Standard&Poors, Moody`s und Fitch wird vorgeworfen, durch ihre Firmenstrategie mit großen Interessenkonflikten konfrontiert zu sein. Während die Rating-Agenturen bis in die Mitte des 20.Jahrhunderts den Großteil ihrer Gewinne vorwiegend aus „subscriber fees“ generierten , erzielen Sie heute den meisten Gewinn durch Firmen , welche von ihnen geratet werden. So schätzt Moody`s, dass die Gebühren, die von den gerateten Firmen bezahlt werden, neunzig Prozent der Gewinne ausmachen. Hier liegt es nahe, zu unterstellen, dass diese Abhängigkeit zu inflationären (überbewerteten) Ratings führen kann, da die gerateten Firmen, wenn sie mit dem Rating unzufrieden sind zu einer anderen Rating-Agentur wechseln oder aber durch Zahlung einer höheren Gebühr ein besseres Rating erhalten könnten. Ein weiterer Interessenkonflikt entsteht durch das Anbieten von Zusatzleistungen durch die Rating-Agenturen, welche gerade bei strukturierten Finanzprodukten eine große Rolle spielen. So können Investmentbanken vor der Konstruktion der strukturierten Finanzprodukte eine Auswahl verschiedener Kriterien

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problemstellung: Einleitung in die Thematik der Rating-Industrie und die durch die Subprime-Krise hervorgerufene Notwendigkeit einer kritischen Auseinandersetzung mit deren Rolle.

2. Die Entwicklung der Rating‐Industrie – Von den Railroad‐Bonds zur Subprime‐Krise: Historischer Überblick über die Entstehung und Entwicklung der Rating-Agenturen und die Zunahme ihrer Marktmacht.

3. Der Status Quo‐ Eine Bestandsaufnahme: Darstellung der aktuellen Aufsichtssituation in den USA und Deutschland sowie des Stellenwerts des IOSCO-Code of Conduct.

4. Kritik an der Rating‐Industrie ‐ Warum besteht gegebenenfalls Regulierungsbedarf?: Untersuchung der Kritikpunkte am Verhalten der Rating-Agenturen, illustriert durch den Enron-Skandal und strukturelle Interessenkonflikte.

5. Aktuelle Ansätze und Forderungen bezüglich einer Regulierung der Rating‐Industrie: Diskussion verschiedener Reformvorschläge, von der Abschaffung der Agenturen über die Einführung zentraler Ratingstellen bis hin zur Förderung des Wettbewerbs.

Kapitel 6: Diskussion: Kritische Reflexion der Reformvorschläge und Evaluierung, welche Maßnahmen sinnvoll zur Verbesserung der Markttransparenz und Qualität beitragen können.

7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Situation und Plädoyer für eine Deregulierung zur Stärkung des Wettbewerbs anstelle staatlicher Eingriffe.

Schlüsselwörter

Rating-Agenturen, Subprime-Krise, Finanzmärkte, Regulierung, Marktmacht, IOSCO-Code of Conduct, Interessenkonflikte, Enron, Kreditrisiko, Wettbewerb, Credit-Spreads, Transparenz, Investor, Rating-Qualität, Deregulierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rolle und Machtstellung von Rating-Agenturen im globalen Finanzsystem und untersucht, ob und wie diese stärker reguliert oder reformiert werden sollten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentral sind die historische Entwicklung der Agenturen, die Analyse von Interessenkonflikten, die Bedeutung der Selbstregulierung sowie die Diskussion über Reformansätze wie Marktöffnung oder staatliche Überwachung.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es, eine kritische Bestandsaufnahme der aktuellen Rating-Industrie vorzunehmen, Reformvorschläge objektiv zu bewerten und ein Konzept für eine effizientere Ausgestaltung des Rating-Marktes zu erarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, die aktuelle Debatten, Berichte und wissenschaftliche Standpunkte miteinander vergleicht und in einen ökonomischen Gesamtzusammenhang stellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der historischen Entwicklung, dem regulatorischen Status quo (inkl. IOSCO-Kodex), der Kritik am Verhalten (am Beispiel Enron) und der Diskussion verschiedener Reformmöglichkeiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind unter anderem Rating-Agenturen, Subprime-Krise, Interessenkonflikte, Markttransparenz, Wettbewerb, Regulierung und Reputation.

Inwiefern hat der Enron-Skandal die Bewertung von Rating-Agenturen beeinflusst?

Der Skandal dient als Paradebeispiel für das Versagen, da die Agenturen Enron bis kurz vor der Insolvenz als "Investment Grade" einstuften, was die Kritik an ihrer Glaubwürdigkeit und ihren Bewertungspraktiken massiv verstärkte.

Was ist das zentrale Argument gegen eine staatliche, zentrale Rating-Agentur?

Die Autoren argumentieren, dass eine zentrale Instanz ebenfalls Interessenkonflikten unterliegt, die volle Eigenständigkeit gegenüber der Politik schwer zu gewährleisten ist und sie die globale Vielfalt der Anforderungen kaum abbilden kann.

Warum wird im Fazit eher von einer Regulierung abgeraten?

Basierend auf einer Kosten-Nutzen-Analyse kommen die Autoren zum Schluss, dass Regulierung in der Vergangenheit selten zur Verbesserung beitrug, weshalb eine Deregulierung zur Stärkung des Wettbewerbs als effizienter angesehen wird.

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Details

Title
Regulierung von Ratingagenturen
College
University of Frankfurt (Main)  (Lehrstuhl für BWL-insbesondere Internationales Bank- und Finanzwesen)
Course
Aktuelle Themen der Finanz- und Informationsinformation
Grade
2,0
Author
Florian Schwarz (Author)
Publication Year
2008
Pages
31
Catalog Number
V94218
ISBN (eBook)
9783640099627
Language
German
Tags
Regulierung Ratingagenturen Aktuelle Themen Finanz- Informationsinformation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Schwarz (Author), 2008, Regulierung von Ratingagenturen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94218
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