Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - General

Der Neo-Institutionalismus

Eine Analyse der amerikanischen Bildungsinstitution

Title: Der Neo-Institutionalismus

Seminar Paper , 2007 , 35 Pages

Autor:in: David Stamm (Author)

Pedagogy - General
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Der in den 70er Jahren aufkommende Neo-Institutionalismus ist eine Weiterentwicklung der Theorie des Institutionalismus. Um die zentralen Begrifflichkeiten und Problemfelder des Neo-Institutionalismus zu verstehen ist es unabdingbar sich dessen Ursprung vor Augen zu halten.
Die Theorie des Institutionalismus findet ihre Wurzeln in der Organisationssoziologie. Der Grundstein hat Emil Durkheim gelegt. In seiner Arbeit „Die Regeln der soziologischen Methode“ werden die Institutionen als „Glaubensvorstellungen und durch die Gesellschaft festgesetzte […] Verhaltensweisen“ charakterisiert (Durkheim 1999: 100). Die Institutionen gelten seither als die Stützpfeiler der Gesellschaft. Der zweite Gründungsvater des Institutionalismus ist Max Weber. Dessen „idealtypische Darstellung der Bürokratischen Organisation gilt bis heute als die erste profunde organisationssoziologische Arbeit“ (Senge/Hellmann 2006: 9). Begriffe wie Bürokratie, Macht, Herrschaft, Autorität und Legitimität stehen im Zentrum der weberischen Organisationssoziologie. Mit diesem gesamtgesellschaftlichen Interessenspektrum schafft Weber ein neues Forschungsterrain für eine ganze Generation von Soziologen. So gewinnt in den 50er Jahren die Stellung der Organisationen für die moderne Gesellschaft immer mehr an Bedeutung. Gesellschafts-wissenschaftler wie Robert Merton, Philip Selznick, Talcott Parsons und andere treiben die Theorie voran. Ein neues Paradigma entsteht. Die Organisationen werden nicht mehr als von der Gesellschaft isolierte Einzelphänomene betrachtet, sondern stets in ihren komplexen und kontextuellen gesellschaftlichen Zusammenhängen (Senge/Hellmann 2006:11).

Diese in den Arbeiten der „Old Institutionalists “ dargelegten Theorien zum Gegenstand „Organisation“ wurden ihrerseits von einer neuen Generation von Wissenschaftler gegen Mitte der 70er Jahren aufgenommen und in einigen Aspekten neu formuliert. Abstand zur politischen Soziologie zeichnet der neue Ansatz aus. Konflikte und Interessensunterschiede werden weniger betont, dafür bestärkt die Homogenität zwischen Organisationen und ihrem institutionellen Umfeld.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1. METHODOLOGISCHE ÜBERLEGUNGEN

2. GRAMMAR OF SCHOOLING

2.1 REFORMZYKLUS

2.2 WIE DIE SCHULE DIE REFORMEN ÄNDERT

2.3 REFORMINSTITUTIONALISIERUNG

3. DAS BILDUNGSSYSTEM, EINE INSTITUTIONALISIERTE ORGANISATION

3.1 DER RATIONALITÄTSMYTHOS IN DER BILDUNGSORGANISATION

3.2 ISOMORPHE PROZESSE IN DER BILDUNGSORGANISATION

4. DER INSTITUTIONELLE WANDEL IM BILDUNGSSYSTEM

4.1 ZU EINER MARKTGERECHTEN BILDUNG

4.2 ZU EINER STANDARDISIERTEN BILDUNG

FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das amerikanische Bildungssystem aus der Perspektive des Neo-Institutionalismus. Ziel ist es, den Wandel der Institution Schule in den letzten 30 Jahren zu analysieren und nachzuweisen, dass das Bildungssystem eine institutionalisierte Organisation darstellt, deren formale Strukturen primär der Legitimität und nicht allein der Effizienz dienen.

  • Die Rigidität der "Grammar of Schooling" gegenüber Reformbemühungen.
  • Die Entkopplung von formalen Organisationsstrukturen und tatsächlichen Aktivitäten.
  • Der Einfluss von Mythen und Isomorphie auf die Homogenisierung von Bildungsorganisationen.
  • Die Auswirkungen von Marktdynamiken und Privatisierung auf das Bildungssystem.
  • Der kausale Zusammenhang zwischen der Standardisierung im öffentlichen Sektor und der Heterogenität im privaten Bildungsmarkt.

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Rationalitätsmythos in der Bildungsorganisation

J.W. Meyer und Rowan haben bereits anfangs der 70er Jahren empirische Studien zu den Strukturen amerikanischer Schulen geleitet. Das Ergebnis der Untersuchungen ist erschütternd: die curricularen Strukturen der Schulen lassen sich nicht durch „technische Erfordernisse und ihren Beitrag zum effizienten Erreichen von Zwecken“ erklären (Meyer/Rowan 1978). Die formalen Strukturen der Schulorganisationen dienen nicht der Sicherung von Effizienz, sondern von Legitimität. Um ihre Legitimität und damit ihre Ressourcen zu bewahren, übernehmen die Schulorganisationen die zentralen Elemente ihrer formalen Strukturen aus ihren institutionellen Umwelten – und dies unabhängig davon, welchen technischen Beitrag diese Strukturelemente zum Erreichen organisatorischen Zwecke und zur Effizienz der Organisation leisten (Tacke 2006: 94-95).

Formale Organisationsstrukturen entstehen wenn institutionalisierte Mythen neue Bereiche rationaler Beziehungen erzeugen. Die von Meyer und Rowan (1978) geleiteten Studien zeigen auf, dass die zur Entstehung formaler Strukturen institutionalisierten Regeln den Organisationsaufbau der Schulen bestimmen. Dabei soll die Rationalität die Formalität legitimieren. Rationalität im Sinne einer reinen Effizienzmaximierung gibt es hier aber nicht. Nach Meyer und Rowan ist die Rationalität formaler Strukturen ein Mythos. Die formalen Strukturen bestimmen lediglich Regeln, die rational in dem Sinne sind, dass sie soziale Ziele bestimmen und in regelhafter Weise festlegen, welche Mittel zur rationalen Verfolgung dieser Ziele die angemessenen sind (Meyer/Rowan 1977).

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Einführung in den Neo-Institutionalismus als Weiterentwicklung der Theorie des Institutionalismus und Darlegung der zentralen Fragestellung bezüglich des Wandels der Institution Schule.

1. METHODOLOGISCHE ÜBERLEGUNGEN: Erläuterung des methodischen Vorgehens, das sich auf das Beispiel des amerikanischen Bildungssystems konzentriert und die Theorien "Grammar of Schooling" und "World Polity" integriert.

2. GRAMMAR OF SCHOOLING: Untersuchung der fortdauernden Rigidität der Schule gegenüber Reformen und die Analyse der Faktoren, die zur Institutionalisierung von Reformen beitragen.

3. DAS BILDUNGSSYSTEM, EINE INSTITUTIONALISIERTE ORGANISATION: Beweisführung, dass das Bildungssystem als institutionalisierte Organisation fungiert, in der formale Strukturen zur Wahrung von Legitimität von Aktivitäten entkoppelt sind.

4. DER INSTITUTIONELLE WANDEL IM BILDUNGSSYSTEM: Analyse der Veränderungen im Bildungssystem durch staatlichen und wirtschaftlichen Druck sowie die Entstehung eines heterogenen privaten Bildungsmarktes.

FAZIT: Zusammenfassende Bestätigung der These, dass das Bildungssystem mit dem allgemeinen Wandel der Institutionen fortschreitet und die Bedeutung neo-institutioneller Instrumente für das Verständnis dieses Prozesses.

Schlüsselwörter

Neo-Institutionalismus, Bildungssystem, Grammar of Schooling, Rationalitätsmythos, Isomorphie, Legitimität, Entkopplung, Schulreform, World Polity, Privatisierung, Institutionelle Umwelt, Organisationsstruktur, Bildungsmarkt, Marktgerechte Bildung, Standardisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit analysiert das amerikanische Bildungssystem aus neo-institutionalistischer Sicht, um den Wandel der Schule in den letzten 30 Jahren zu verstehen und zu belegen, dass Schulen als institutionalisierte Organisationen fungieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Reformgeschichte der Schule (Grammar of Schooling), die Bedeutung von Legitimität gegenüber Effizienz, organisationale Isomorphie sowie der Einfluss von Marktkräften auf die Bildungslandschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist der Nachweis, dass das Bildungssystem eine institutionalisierte Organisation ist und die Strukturen der Bildungseinrichtungen durch den allgemeinen Wandel der Institutionen geprägt sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine neo-institutionelle Analyse, wobei sie auf bekannte soziologische Theorien (z.B. Meyer/Rowan, Tyack/Cuban) zurückgreift und diese auf das amerikanische Schulsystem anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Rigidität bei Schulreformen, die Entkopplung von Strukturen und Aktivitäten sowie die Auswirkungen des zunehmenden Wettbewerbs und der Privatisierung auf das Bildungssystem.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Neo-Institutionalismus, Rationalitätsmythos, Isomorphie, Legitimationsbedürfnis, Entkopplung und World Polity.

Wie unterscheidet sich die "Grammar of Schooling" von neuen Reformansätzen?

Die "Grammar of Schooling" beschreibt die tiefe, historisch gewachsene Rigidität schulischer Strukturen, während neue Reformen oft auf Marktgerechtigkeit und Wettbewerb setzen, um das staatliche Monopol aufzubrechen.

Inwiefern beeinflusst der Staat die aktuelle Entwicklung der Bildungsorganisationen?

Der Staat fungiert als Koerzitivkraft, die durch Standardisierung Druck ausübt, was paradoxerweise Nischen für alternative, private Bildungsformen schafft.

Excerpt out of 35 pages  - scroll top

Details

Title
Der Neo-Institutionalismus
Subtitle
Eine Analyse der amerikanischen Bildungsinstitution
College
University of Zurich
Author
David Stamm (Author)
Publication Year
2007
Pages
35
Catalog Number
V94252
ISBN (eBook)
9783640100804
ISBN (Book)
9783640117291
Language
German
Tags
Neo-Institutionalismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
David Stamm (Author), 2007, Der Neo-Institutionalismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94252
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  35  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint