Kommunikation als Basis eines erfolgreichen Lehrer-Eltern-Gesprächs


Hausarbeit, 2018

24 Seiten, Note: 1,3

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2 Kommunikationsgrundlagen
2.1 Begriffsklärung
2.2 Kommunikationsarten
2.2.1 Verbale Kommunikation
2.2.2 Nonverbale Kommunikation
2.2.3 Paraverbale Kommunikation

3. Kommunikationsmodelle
3.1 Vier-Ohren-Modell nach Schulz von Thun
3.2 Sender-Empfänger-Modell nach Shannon und Weaver
3.3 Fünf Axiome nach Watzlawick
3.4 Transaktionsanalyse nach Berne

4. Kommunikationstechniken
4.1 Aktives Zuhören
4.2 Konstruktives Feedback
4.3 Ich-Botschaften
4.4 Paraphrasieren
4.5 Empathie

5 Lehrer-Eltern-Gespräch
5.1 Begriffsklärung
5.2 Rahmenbedingungen des Gesprächs
5.3 Die Gesprächsteilnehmer
5.3.1 Die Haltung der Eltern
5.3.2 Die Haltung der Lehrperson
5.4 Aufbau des Lehrer-Eltern-Gesprächs

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Lehrer[_innen] erhalten während der Ausbildung kein oder bestenfalls ein Schnelltraining für die Gesprächsführung mit Eltern“ (Behr, 2005, S.245) . Michael Behr beschreibt damit eine akute Problematik im Beruf der Lehrkräfte: Lehrer-Eltern-Gespräche gehören zum Alltag einer jeden Lehrperson. Doch wie sollen diese ohne Grundkenntnisse der richtigen Gesprächsführung gelingen? Fehlende Kenntnisse führen häufig zu Missverständnissen in Lehrer-Eltern-Gesprächen. Zur Vermeidung dieser Kommunikationsbarrieren sollten Kommunikationsregeln herangezogen werden. Sie fördern sowohl ein angenehmes und effektives Gespräch als auch die Beziehung zwischen der Institution Schule und dem Elternhaus.

Aufgrund der vorangestellten Schwierigkeiten ergibt sich folgende Fragestellung: Welche Kommunikationsmethoden und -techniken eignen sich besonders, um ein positives Lehrer-Eltern-Gespräch zu führen?

Daher sollen hier fundamentale Kommunikationsmodelle und -techniken betrachtet werden, die zur effizienten Gestaltung eines schulischen Gesprächs beitragen.

Zu Beginn werden Kommunikationsgrundlagen und verschiedene Kommunikationsarten thematisiert.

Um die in Kapitel 2 aufgeführten Kommunikationsarten und die damit verbundene Botschaft besser einordnen zu können, werden im darauffolgenden Teil grundlegende Kommunikationsmodelle vorgestellt.

Im Anschluss daran finden sich ausgewählte und gesprächsunterstützende Kommunikationstechniken sowie Vorschläge zur Gestaltung der Rahmenbedingungen eines Lehrer-Eltern-Gesprächs.

Hiernach folgt die beispielhafte Darstellung eines möglichen Lehrer-Eltern-Gesprächs, wie auch unterschiedliche Erwartungshaltungen der beteiligten Erziehungsberechtigten und Lehrkräfte.

Den Abschluss bildet das Fazit, in dem die Fragestellung auf Basis der vorgestellten Modelle, Techniken und Gesprächsgrundlagen final beantwortet werden soll.

2. Kommunikationsgrundlagen

Der Begriff Kommunikation ist in aller Munde. Dennoch scheint nicht eindeutig geklärt, was darunter verstanden wird. Der erste Teil widmet sich daher der terminologischen Klärung, bei der näher auf die verbale, nonverbale und paraverbale Kommunikation eingegangen wird.

2.1 Begriffsklärung

Ob bewusst oder unbewusst, es wird alltäglich kommuniziert. Der Tagesablauf ist durch jegliche Form von Zeichen und Sprache geprägt. Kommunikation ist ein permanenter und intuitiver Begleiter, sei es in der Schule, im Beruf oder beispielsweise im Vorbeigehen auf der Straße (Beier, 2010).

Etymologisch stammt das Wort „Kommunikation“ vom lateinischen „communicatio“ ab. Laut dem Lexikon der Sprachwissenschaft wird darunter eine „Mitteilung“ verstanden. Gemeint ist damit:

„Im weiteren Sinne: Jede Form von wechselseitiger Übermittlung von Informationen durch Zeichen/Symbole zwischen Lebewesen“ (Bußmann, 2008, S.346) sowie „Im engeren (sprachwissenschaftliche^]) Sinn: Zwischenmenschliche Verständigung mittels sprachlicher und nichtsprachlicher Mittel wie Gestik, Mimik, Stimme u.a.“ (Bußmann, 2008, S.346).

Demzufolge besteht eine Kommunikation aus mindestens zwei Individuen, die im Folgenden mit Sender (Sprecher) und Empfänger (Hörer) bezeichnet werden (Beier, 2010).

Zudem bedeutet Kommunizieren nicht zwangsläufig, dass gesprochen wird. Vielmehr kann dies sowohl nonverbal als auch paraverbal ablaufen. In der Regel treten diese Kommunikationsarten zeitgleich auf. Auf welche Art der Sender etwas mitteilen kann, wird in den nächsten Punkten näher erläutert (Schulz v. Thun et al., 2017/

2.2 Kommunikationsarten

Mit einer Kommunikation wird häufig eine verbale Verständigung in Form eines Gespräches assoziiert. Doch oftmals sind es non- oder paraverbale Signale, die unterbewusst gesendet werden und dem Gesagten eine andere Bedeutung verleihen (Münnich, 2012). Hier sollten Doppelbotschaften, sogenannte „inkongruente Kommunikation“, vermieden werden, um in der Kommunikation klare Botschaften und Signale übermitteln zu können (Schulz v. Thun et al., 2017). Die nachfolgende Unterscheidung zwischen verbaler, nonverbaler und paraverbaler Kommunikation soll helfen, die verschiedenen Kommunikationsarten im Lehrer-Eltern-Gespräch besser einordnen zu können.

2.2.1 Verbale Kommunikation

Verbale Kommunikation ist bei den vorgestellten Kommunikationsarten die wohl offensichtlichste und die, die vermeintlich am Häufigsten verwendet wird. Daher verwundert es, „daß menschliche Kommunikation (...) nur zu einem Drittel verbal abläuft“ (Heidemann, 1996, S.85). Hier entscheidet der Inhalt der Botschaft. Dabei meint die verbale Kommunikation sowohl die gesprochene als auch die dokumentierte Sprache. Im Gegensatz zu den nachfolgenden Kommunikationsarten lässt sich nur die verbale Sprache nach Symmetrie und Asymmetrie untergliedern. Symmetrische Kommunikation findet zeitgleich statt. Die asymmetrische Sprache wie Chats oder E -Mails verläuft hingegen zeitversetzt (Plate, S.27).

Im Nachfolgenden wird im Zuge des Lehrer-Eltern-Gesprächs ausschließlich die symmetrische Kommunikation näher betrachtet. In Ergänzung zur verbalen Kommunikation wird hier auch die Nonverbale und Paraverbale aufgeführt, die das kommunikative Wirkungsmuster bilden (Beier, 2010).

2.2.2 Nonverbale Kommunikation

Laut Heidemann findet, wie bereits im obigen Kapitel aufgeführt, mehr als zwei Drittel der Kommunikation nonverbal statt (Heidemann, 1996, S. 85). Darunter „ (...) versteht man alle sichtbaren körperlichen Signale, über die insbesondere das emotionale Empfinden einer Person kommuniziert werden kann“ (Vogel et al., 2013, S.29). Mimik, Gestik, Blickkontakt sowie Körperhaltung sind Äußerungsformen auf nonverbaler Ebene. So kann beispielsweise im Gespräch durch eine aufrechte und einladende Körperhaltung sowohl Sympathie als auch Autorität ausgestrahlt werden. Demzufolge ist es möglich aus der nonverbalen Kommunikation die Beziehung zwischen den Gesprächspartnern abzuleiten. Mit dem nonverbalen Signal in Form eines Lächelns untermalt man beispielsweise bei einer Begrüßung das Gesprochene und zeigt hiermit Freude (Münnich, 2012).

Darüber hinaus kann nonverbale Kommunikation auch unterbewusst stattfinden und mehr über das Gesagte preisgeben als beabsichtigt. Hektisches Wedeln mit den Händen oder Auf- und Ablaufen während des Vortragens einer Präsentation sind nur wenige Beispiele für unbewusstes, nicht wörtliches Kommunizieren. Nonverbale Zeichen lassen demzufolge mehrere Deutungen zu und obliegen der Art der Interpretation, da es schwierig ist diese kategorisch einzuordnen (Schulz v. Thun et al., 2017). Die Bedeutung des nonverbalen Signals ist nicht durchgehend gleich, sondern kontext- und kulturabhängig (Vogel et al., 2013).

2.2.3 Paraverbale Kommunikation

Neben den bereits angeführten Kommunikationsarten bildet die paraverbale Kommunikation den Abschluss der hier vorgestellten Kommunikationsarten. Als „Paraverbal[e][Kommunikation] werden Signale bezeichnet, die die Stimmmodulation und - läge während des Sprechens betreffen (z.B. Tonfall, Sprechtempo) “ (Vogel et al., 2013, S.29). Bleibt die Intonation beispielsweise monoton, wird der Aussage eine ganz andere Bedeutung verliehen im Vergleich zu einer Äußerung, die mit einem lauten Lachen unterstrichen wird.

3. Kommunikationsmodelle

Die vorgestellten Kommunikationsarten haben gezeigt, dass Kommunikation eine Botschaft vermittelt. Hier stellt sich die Frage, wie diese Nachricht, ob verbal, nonverbal oder paraverbal, gedeutet werden kann. Kommunikationsmodelle helfen dabei, die Struktur von Kommunikation in verschiedenen Zusammenhängen zu veranschaulichen.

3.1 Vier-Ohren-Modell nach Schulz von Thun

Das Vier-Ohren-Modell von Friedemann Schulz von Thun wird in der Literatur auch als Nachrichten- oder Kommunikationsquadrat bezeichnet (Schulz v. Thun et al., 2017).

Der Kommunikationswissenschaftler gliedert sein Modell in vier divergente Ebenen:

Er geht davon aus, dass ein Sender — absichtlich oder unabsichtlich — seine Nachricht auf vierfache Weise sendet und der Empfänger diese mit derselben Anzahl an „Ohren“ empfängt. Auf welchem Ohr die Nachricht jedoch ausgelegt wird, hängt vom Empfänger ab (Schulz v. Thun et al., 2017). Nachfolgend werden die vier Bestandteile des Modells vorgestellt:

Die Sachebene beinhaltet Daten und Fakten, die auf ihre Wahrhaftigkeit überprüft werden können. Ebenso wird hier entschieden, inwiefern das Thema von Bedeutung ist. Die Hauptaufgabe dieser Ebene besteht darin, dass der Sender dem Empfänger klar nachvollziehbare Informationen mitteilt (Schulz v. Thun et al., 2017).

Die Beziehungsebene beschreibt das Verhältnis mindestens zweier Individuen mit- und zueinander. Das Umgehen dieser Ebene ist nicht möglich. Die vorangestellte These, bei der die Kommunikation als Basis eines erfolgreichen Lehrer-Eltern-Gesprächs angesehen wird, steht in Zusammenhang zur Beziehung zwischen diesen Parteien. Entscheidend ist, wie die Beziehung zu dem Gegenüber in dem Gespräch wahrgenommen wird. Dieses Verhältnis zeigt sich in der Kommunikation. Dabei spielt die Kommunikationsart nur eine untergeordnete Rolle (Schulz v. Thun et al., 2017). Der Beziehungsebene scheint die höchste Bedeutung zugeordnet zu sein. Hier werden die sogenannten Beziehungsbotschaften gesendet. Diese zwei Seiten werden als Du- und Wir-Botschaften bezeichnet (Plate, 2015). Du-Botschaften reflektieren die Meinung des Senders über den Empfänger. Umgekehrt verhält es sich mit den Wir-Botschaften: Hier zeigt sich die Beziehungsansicht des Senders bezüglich des Empfängers. Diese Ebene wird stark geprägt von den non- und paraverbalen Kommunikationsarten (Plate, 2015).

Was und wie viel das Individuum von sich preisgibt, wird in der Selbstoffenbarungsebene klar. In jeder gesendeten Nachricht schwebt willentlich oder unwillentlich eine Emotion mit. Diese kann der Sender offenbaren, indem er eine Ich-Botschaft sendet. Beispielsweise häuft sich im Inneren des Sprechers eine große Wut über den Gesprächspartner, die mittels eines paraverbalen Signals, wie einem strengen Ton, unwillentlich zum Vorschein kommt. Letztere trägt die Bezeichnung einer impliziten Botschaft (Plate, 2015).

In der Appellebene werden demgegenüber klare Aufforderungen gesendet. Hier lässt sich von zwei Optionen ausgehen: Übermittelt der Sender dem Empfänger eine Botschaft in Form einer Aufforderung, steht das „Du“ im Fokus. Äußert man hingegen Wünsche, so steht das „Ich“ im Mittelpunkt (Plate, 2015).

Dem Empfänger steht offen, auf welche der vier Seiten einer Nachrichten er reagiert: Die Reaktion des Empfängers bestimmt somit den weiteren Verlauf des Gesprächs (Traut­Mattausch et al., 2006).

Was ist das für einer? Was ist mit ihm?

Wie redet der eigentlich mit mir? Wen glaubt er vor sich zu haben?

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Der vierohrige Empfänger (Schulz v. Thun, 2017, S.238) Das Vier-Ohren-Modell dient dazu, sowohl das Gespräch vorzubereiten, als auch eine konstruktive Stellungnahme zu erstellen (Schulz v. Thun et al., 2017). Ebenso lässt sich „durch Bewusstwerdung der vier Ebenen eine gemeinsame Gesprächsebene her(...)stellen“ (Schulz v. Thun et al., 2017, S.119).

3.2 Sender-Empfänger-Modell nach Shannon und Weaver

Das Sender-Empfänger-Modell nach Shannon und Weaver setzt sich aus fünf Komponenten zusammen: Dem Sender, dem Sendegerät, dem Kommunikationsweg sowie dem Empfangsgerät und dem Empfänger. Der jeweilige Sender wird als Codierer und der Empfänger demnach als Decodierer bezeichnet (Traut-Mattausch, & Frey, 2006). Dieses Modell besagt, dass zum Kommunizieren zwischen Menschen, Codes und die Entschlüsselung (Decodierung) dieser notwendig sind (Vogel, 2013). Decodiert der Empfänger die Nachricht und reagiert mit einer Antwort, „so spricht man von Feedback“ (Traut-Mattausch, & Frey, 2006, S.537). Mögliche Störungen können unter anderem aufgrund von Sprachbarrieren, beispielsweise bedingt durch kulturelle Sprachunterschiede, sowie durch zeitliche Fehlplanung oder Ablenkung auftreten (Traut-Mattausch, & Frey, 2006). Vor allem der Sender kann mit kurzen und prägnanten Sätzen, wenigen Fachtermini und dem Auswählen eines geeigneten Kommunikationsweges zu einer als positiv wahrgenommenen Kommunikation beisteuern (Langer et al., 2015).

3.3 Fünf Axiome nach Watzlawick

„Man kann nicht nicht kommunizieren“ (Watzlawick et al., 2017, S.60). So lautet der erste von fünf Grundsätzen des Kommunikationswissenschaftlers Paul Watzlawick. Laut ihm ist es nicht möglich, nicht zu kommunizieren, selbst wenn nicht gesprochen wird, findet eine Kommunikation auf nonverbaler Basis statt (Watzlawick et al., 2017). Driftet man während eines Gespräches ab und schaut mit verträumten Augen durch den Raum, sendet man dem Gesprächsteilnehmer — je nach Interpretation — ein desinteressiertes Signal.

[...]

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Details

Titel
Kommunikation als Basis eines erfolgreichen Lehrer-Eltern-Gesprächs
Hochschule
Universität Koblenz-Landau
Veranstaltung
Kommunikation und Interaktion
Note
1,3
Jahr
2018
Seiten
24
Katalognummer
V942575
ISBN (eBook)
9783346278012
ISBN (Buch)
9783346278029
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kommunikation, Lehrer-Eltern-Gespräch, Kommunikationsmodelle, Kommunikationsarten, Kommunikationstechniken, Paul Watzlawick, Friedemann Schulz von Thun, 5 Axiome, Kommunikationsquadrat, Kommunikation in der Schule
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Kommunikation als Basis eines erfolgreichen Lehrer-Eltern-Gesprächs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/942575

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