Green City. Nachhaltige Stadtentwicklung in Deutschland anhand der Stadt Freiburg im Breisgau


Hausarbeit, 2020

16 Seiten, Note: 1,7

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Nachhaltige Stadtentwicklung
2.1 Begriffsklärung Nachhaltigkeit
2.2 Nachhaltige Stadtentwicklung

3. Die Stadt Freiburg

4. Gesellschaftliche Handlungsfelder
4.1 Wohnen und Bauen
4.2 Infrastruktur
4.3 Energie

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Die Stadt als Lebensraum für den überwiegenden Teil der Bevölkerung reicht weit über die eigentlichen Stadtgrenzen hinaus, die Umlandzersiedelung nimmt immer größere Ausmaße an. Dieser urbane Lebensraum stößt - was seine Lebensqualität angeht - allerdings mehr und mehr an seine Grenzen“ (Sperling, 1999, S.14).

Die Landflucht nimmt zu, Städte werden voller. Laut dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit werden im Jahre 2030 nur noch rund ein Drittel der deutschen Bevölkerung auf dem Land leben (2018).

In den Städten treffen Konflikte ökologischer, ökonomischer und sozialer Herkunft, wie beispielsweise unterschiedliche Lebensstile, Kulturen und Einkommensverhältnisse aufeinander. Das führt dazu, dass ein großes Spektrum an Aufgaben zur weiteren Stadtentwicklung in den Fokus geraten. Eine nachhaltige Stadtentwicklung versucht, die Bedürfnisse der Umwelt, des Klimas und der Bewohner ideal zu vernetzen. So auch Freiburg, die viertgrößte Stadt in Baden-Württemberg, die in der vorliegenden Arbeit als Beispiel fungieren soll.

Durch die zunehmende Konzentration in Städten steht auch die hiesige Politik vor neuen Aufgaben und wird mit Problemen der Müllvermeidung, Verkehrspolitik sowie dem Schaffen von Wohnraum konfrontiert (Sperling, 1999).

Nachhaltigkeit prägt zunehmend unseren Alltag. War er vor einigen Jahrzehnten noch ein Fremdbegriff für einige, so findet er heutzutage sogar seinen Platz in Lehrplänen (Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Umwelt und Kultur, 2013). Wir stehen vor Herausforderungen, wie der Vermeidung von Plastikverpackungen, der Entwicklung erneuerbarer Energien und der Integration von Gerechtigkeit in allen Lebensbelangen. Doch wie kann all das zusammen erfüllt und der nachhaltige Aufbau gewährleistet werden? All dies führt zu der Frage, wie Freiburg es schafft, nach dem Leitgedanken der Nachhaltigkeit zu handeln, um den Status als Vorreiter zu erwerben.

Im ersten Teil der Arbeit wird der Begriff der Nachhaltigkeit per se, als auch in Bezug auf die Stadtentwicklung geklärt. Um die in Kapitel 2 aufgeführte Begriffserklärung besser einordnen zu können, werden im darauffolgenden Abschnitt die Grunddaten der Stadt Freiburg vorgestellt. Im Anschluss daran finden sich ausgewählte Beispiele, die die nachhaltige Entwicklung am Beispiel der baden-württembergischen Stadt erläutern.

Den Abschluss der Arbeit bildet das Fazit, in dem die Fragestellung auf Basis der vorgestellten Theorie und gesellschaftlichen Handlungswege final beantwortet werden soll.

2. Nachhaltige Stadtentwicklung

Der Begriff der nachhaltigen Entwicklung ist in aller Munde. Dennoch scheint nicht klar zu sein, was darunter verstanden wird. Der erste Teil der vorliegenden Arbeit widmet sich daher der terminologischen Klärung, bei der näher auf die ökologischen, ökonomischen und sozialen Nachhaltigkeitsparameter der Stadtentwicklung eingegangen wird.

2.1 Begriffsklärung Nachhaltigkeit

In 1713 kam es bereits zu ersten Berührungen mit dem Begriff der Nachhaltigkeit. Geprägt wurde dieser allen voran durch Hans Carl von Carlowitz, der den Terminus im Bereich der Forstwirtschaft aufkommen ließ. Nachhaltigkeit verstand sich als ressourcenökonomisches Prinzip, welches ermöglicht, vorhandene Rohstoffe dauerhaft und ertragbringend zu nutzen (v. Hauff, 2018).

Präsenz erlangte der Begriff der Nachhaltigkeit vor allem durch den Brundtland-Bericht 1987. Seit jeher wurde umweltfreundliches Handeln in der Weltkonferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro im Jahre 1992, mit dem Handlungsprogramm „Agenda 21" genauer definiert. Die in den vergangenen Jahren abgehaltenen weiteren Konferenzen beschlossen 2016 bereits die Agenda 30 (v. Hauff, 2018).

„Zielsetzung der 2030-Agenda ist es, die globale Entwicklung sozial, ökologisch und wirtschaftlich nachhaltig zu gestalten und somit die längst überfällige Transformation der Volkswirtschaften hin zu einer deutlich nachhaltigeren und inklusiveren Entwicklung kräftig voranzutreiben" (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, 2018, Absatz 2).

Die aktuelle Agenda beinhaltet 17 Nachhaltigkeitsziele, die sogenannten „Sustainabel Developements“ (s. Abb. 1). Sie dienen einer internationalen Vereinheitlichung nachhaltigen Denkens (v. Hauff, 2018).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1 Sustainable Developements (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, 2018)

Von elementarer Bedeutung sind dabei die Kernbereiche der Ökologie, Ökonomie und Soziologie. Diese drei Faktoren bilden gemeinsam das dreidimensionale Prinzip der Nachhaltigkeit, welche nicht klar voneinander abgrenzbar sind. Diese gegenseitige Abhängigkeit voneinander, exemplifiziert das abgebildete Dreiecksmodell, welches aus dem ursprünglichen Drei-Säulen-Modell hervorgeht (s. Abb. 2).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.2: Dreieck der Nachhaltigkeit (Eigene Darstellung in Anlehnung an v. Hauff et al., 2018, S.39)

Das Modell verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Die einzelnen Bausteine können sich ergänzen, eine Kettenreaktion auslösen oder zu einem Interessenkonflikt führen. Somit stehen die drei Teilbereiche in einer Beziehung zueinander, die im Sinne der Nachhaltigkeit auf die größtmögliche gemeinsame Schnittmenge abzielt (Pufé, 2017).

Die ökologische Dimension stellt die Forderung, eine stärkere Anpassung aller menschlichen Handlungen an die Belastbarkeit des Ökosystems zu erreichen. Die Planung einer geringeren Abbaurate im Vergleich zur Regenerationsrate steht hier exemplarisch für den Bereich der erneuerbaren Ressourcen (v. Hauff, 2018).

Auf ökonomischer Ebene liegt das Hauptaugenmerk darauf, ein möglichst stabiles Preisniveau, einen hohen Beschäftigungsstand und ein außenwirtschaftliches Gleichgewicht zu erlangen (v. Hauff, 2018).

Der dritte Bereich ist die „soziale Nachhaltigkeit, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Humanität, Freiheit und Gerechtigkeit zum Ziel hat“ (v. Hauff, 2010, S.1). Oft wird diesem Aspekt das geringste Maß an Aufmerksamkeit geschenkt, allerdings sind soziale Ressourcen im Dreiecksgefüge unerlässlich (Pufé, 2017).

Um Kompromisse im Zuge der Nachhaltigkeit zu finden, sollen die Faktoren innerhalb dieses Wirkungsgeflechts gegeneinander abgewogen werden. Trotz der sich ausschließenden als auch komplementären Wirkungen aufeinander, visieren die drei Disziplinen „die Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass zukünftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können“ (Hauff, 1987, S.46) als gemeinsames Ziel an.

2.2 Nachhaltige Stadtentwicklung

Wohnverhältnisse, Energiequellen und Abfallprobleme als auch eine Vielzahl anderer Interessen treffen in der Stadt aufeinander. Sie unterliegen derzeit einem Lebensstil, der im urbanen Raum am Intensivsten zum Vorschein kommt. Es gilt, diese zu vereinbaren und zu koordinieren. Während für die ökologische Dimension eine Art Planschemata möglich ist, lassen sich ökonomische und soziale Ziele nicht leicht modifizierbar auf andere Städte übertragen (Koch, 2001).

Um dem übergeordneten Bestreben einer umweltfreundlichen Stadtentwicklung näher zu kommen, erschließt die Stadt im Breisgau neuen Wohnraum, der den existenziellen Grundbedürfnissen auf komprimierter Fläche nachkommt. Zu den erfüllenden Parametern im Sinne einer modellgetreuen Urbanisierung zählen umweltfreundliche Verkehrsmittel, 4 regionale energieeffiziente Baustoffe, die vollständige Abfallverwertung sowie erneuerbare Energietechnologien (Frey, 2013).

3. Die Stadt Freiburg

Die mit 1800 Stunden pro Jahr sonnenreichste Stadt Deutschlands zählt am 1.1.2019 laut dem statistischen Landesamt rund 230.241 Einwohner. Sie stellt somit - gemessen an der absoluten Einwohnerzahl - die viertgrößte Stadt des Bundeslandes Baden-Württemberg mit steigender Tendenz dar (Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 2019). Eingebettet im Gebiet Breisgau liegt Freiburg gemeinsam mit der Schweiz und Frankreich im sogenannten Dreiländereck. Die Stadt erstreckt sich über eine Gesamtfläche von 15304 ha. Zudem weist sie eine Bevölkerungsdichte von 1504 EW/km2 auf (Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 2019).

„Die Voraussetzungen der Stadt Freiburg i. Br. für die Erreichung ehrgeiziger Nachhaltigkeits- und Klimaschutzziele sind nicht nur naturräumlich, geoklimatisch und stadt- strukturell, sondern auch hinsichtlich der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen nahezu optimal“ so beschreiben Haag & Köhler das Potenzial, was diese Arbeit im Folgenden behandelt (2012, S.245). 1970 wird erstmals das Umdenken der Bevölkerung zum Wohle einer nachhaltigen Urbanisierung sichtbar, indem sie sich gegen den Bau eines Atomkraftwerkes einsetzen. Nach erfolgreicher Vermeidung entwickelte der Freiburger Nachhaltigkeitsrat im Jahr 2009 Ziele zur Idealisierung einer nachhaltigen Entwicklung (Haag & Köhler, 2012).

Diese Handlungen bildeten bereits das Fundament für zahlreiche folgende Projekte um als „Green City“- Vorreiter zu gelten. Denn laut dem damaligen Oberbürgermeister Dieter Salomon steht der Begriff „nicht nur für umweltpolitische Ziele und Umsetzungsstrategien, sondern ist auch ein Synonym für Bürgerengagement, das sich als mitgestaltender Akteur für eine Politik der Nachhaltigkeit und Lebensqualität versteht“ (Frey, 2013, S.9).

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Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Green City. Nachhaltige Stadtentwicklung in Deutschland anhand der Stadt Freiburg im Breisgau
Hochschule
Universität Koblenz-Landau
Note
1,7
Jahr
2020
Seiten
16
Katalognummer
V942577
ISBN (eBook)
9783346278036
ISBN (Buch)
9783346278043
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nachhaltigkeit, 17 Sustainable Developements, Stadtentwicklung, Freiburg, Infrastruktur, Energie, Agenda 21, Nachhaltige Stadtentwicklung, Solar
Arbeit zitieren
Anonym, 2020, Green City. Nachhaltige Stadtentwicklung in Deutschland anhand der Stadt Freiburg im Breisgau, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/942577

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