Fußballferiencamps aus pädagogischer Sicht. Wahlkriterien von Eltern für Fußballferiencamps


Bachelorarbeit, 2020

72 Seiten, Note: 1,00


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Themenaufriss und Zielstellungen

2 Ferienbetreuung in Österreich
2.1 Ferienbetreuung schulpflichtiger Kinder in Niederösterreich
2.2 Feriencamps

3 Fußballferiencamps
3.1 Notwendigkeit pädagogischer Aspekte im Fußball
3.2 Fußballferiencamp „Fußball mehr als ein Spiel“
3.2.1 Entstehung
3.2.2 Konzept und Zielstellung
3.2.3 Leistungen

4 Empirische Untersuchung der Fragestellung
4.1 Forschungsmethode
4.1.1 Qualitative Inhaltsanalyse
4.1.2 Narratives Interview
4.1.3 Beschreibung des Forschungsfeldes
4.2 Auswertung
4.3 Forschungsergebnisse und Interpretation

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis

7 Anhang
7.1 Transkription zur lautsprachlichen Äußerung von Interview 1
7.2 Transkription zur lautsprachlichen Äußerung von Interview 2
7.3 Transkription zur lautsprachlichen Äußerung von Interview 3
7.4 Transkription zur lautsprachlichen Äußerung von Interview 4

Kurzzusammenfassung

Eltern sind oft mit der Auswahl an Ferienbetreuungsmöglichkeiten überfordert und wissen nicht, wonach sie diese bestmöglich treffen sollen. Die vorliegende Bachelorarbeit versucht daher, Betreuungsformen, insbesondere Fußballcamps für Kinder im Primarstufenbereich, näher zu erläutern. Dabei wird die pädagogische Sichtweise besonders berücksichtigt, da diese wesentliche Relevanz für die behandelte Thematik aufweist. Die Thesis ist in einen theoretischen und einen empirischen Untersuchungsteil untergliedert. Unter Berücksichtigung der pädagogischen Perspektive bearbeitet die zusammenfassende Inhaltsanalyse Unterstützungsmöglichkeiten für die Kinderbetreuung in den Ferien. Dabei liegt der Fokus auf Fußballferiencamps. Im Zuge der qualitativen Inhaltsanalyse wird ein narratives Interview mit vier Elternpaaren durchgeführt, um bestimmte Wahlkriterien für Fußballferiencamps in Form eines induktiv gebildeten Kategoriensystems aufstellen zu können und die Relevanz der pädagogisch fachlichen Qualifikation der Betreuer*innen zu erheben. Als wichtigstes Ergebnis kann das Wahlkriterium Sportart genannt werden. Des Weiteren orientieren sich Eltern an sozialen Faktoren, Betreuungspersonen und organisatorischen Aspekten bei der Wahl von Fußballferiencamps.

Summary

Parents are often overstrained with the choice of holiday care options and do not know the best possible way. The present bachelor thesis therefore tries to explain forms of care, especially football camps for children in primary level. The pedagogical point of view is particularly considered, because it is of essential relevance for this topic. The thesis is divided into a theoretical and an empirical part of the investigation. Considering the pedagogical perspective, the comprehensive literature analysis works on support options for childcare during the holidays. In the course of the qualitative content analysis, a narrative interview is carried out with four parents in order to be able to set up specific selection criteria for football camps in the form of an inductively formed category system and to determine the relevance of the educational qualifications of the supervisors. The most important result can be given to the selection criterion sport. Furthermore, parents are guided by social factors, caregivers and organizational aspects when choosing football vacation camps.

Vorwort

Ferienbetreuung ist ein Thema, welches mich schon seit meiner Kindheit intensiv begleitet. Spannend war schon immer für mich, wie unterschiedlich meine Schulfreund*innen in den Ferien betreut wurden. Ich selbst wurde bis ins Volksschulalter meist von Familienangehörigen beaufsichtigt, weshalb ich erst später Erfahrungen mit anderen Betreuungseinrichtungen sammeln konnte. Die Ferienzeiten vieler meiner Freund*innen mussten hingegen genau durchplant und auf verschiedenste Unterstützungsmöglichkeiten angepasst werden, da eine ausschließlich familiäre Betreuung aus persönlichen Beweggründen der Eltern wie Zeitmangel nicht möglich war. Die Organisation dessen empfanden wir Kinder als sehr mühsam und unangenehm, da aufgrund der Unregelmäßigkeiten oft nicht klar war, wann und wo ein Treffen im Freundeskreis zustande kommen kann. Aus Sicht der Eltern erlebte ich ein ständiges Suchen nach Unterstützungsmöglichkeiten. Trotzdem wurde ich durch deren Erzählungen sehr neugierig und wollte auch in den Genuss anderswertiger Betreuung kommen. Ab der zweiten Grundstufe hatte ich dann bei der Wahl der Ferienbetreuung Mitbestimmungsrecht. Vor allem in den Sommerferien wollte ich ein abwechslungsreiches Programm als Ausgleich und Stressabbau vom Alltag erleben. Ich durfte mehrere Gemeindeangebote und Feriencamps mit unterschiedlichen Interessensschwerpunkten miterleben. Meine sportliche Begeisterung wurde dabei stets berücksichtigt. Diese Teilnahmen ermöglichten es mir, neue Bekanntschaften zu schließen, vielseitige Erfahrungen zu sammeln und meine soziale Kompetenz zu stärken. Da ich zwei Brüder habe, die einige Jahre älter sind, half mir die externe Betreuung auch sehr bei der Stärkung von Konfliktfähigkeit und Akzeptanz von Gleichaltrigen. Dies wäre in so einem Ausmaß mit einer durchgehenden familiären Betreuung sicherlich nicht möglich gewesen. Meine positiven Kindheitserlebnisse veranlassten mich, einen Rollenwechsel durchzuführen, als Ferienbetreuerin für schulpflichtige Kinder tätig zu sein und dabei einen Abbau von Druck, Stress und Anspannung des Schulalltags zu erzielen. Seit 2015 betreue ich Heranwachsende während der Ferien. Im Zuge meiner Ausbildung zur Primarstufenlehrerin bekräftigte mich der Wunsch von der Arbeit mit den Kindern. In meiner Freizeit versuche ich so oft als möglich mit ihnen zu interagieren.

Ebenso ist mein persönlicher Bezug zu Fußball sehr groß. Dies ist jene Sportart, welche mich seit meiner Geburt begleitet. Mein erstes Spielzeug war ein Ball. All meine Familienangehörigen sind eng damit verbunden und üben diese entweder selbst aus, fungieren als Trainer*in oder Zuschauer*in. So spielte auch ich als Kind in der Mannschaft eines örtlichen Fußballvereines. Es vergeht kaum ein Tag, an dem darüber im Elternhaus nicht eifrig diskutiert wird.

Durch mein persönlich hohes Interesse an Ferienbetreuung und der Aufsicht von Kindern in Fußballferiencamps entstand mein Themenwunsch für diese Bachelorarbeit. Da diese Sportart bei mir schon immer einen großen Stellenwert einnahm und ich Kinder während den Ferien in den verschiedensten Einrichtungen wie beispielsweise Lernhilfe oder an Gemeindestandorten regelmäßig betreue, war für mich relativ schnell klar, mich noch intensiver mit einem pädagogisch-sportlichen Thema auseinandersetzen zu wollen.

Meine gemeinsame Arbeit mit anderen Pädagog*innen als Betreuerin bei einem Fußballferiencamp veranlasste mich, diese Ferienbetreuungsform mit Pädagogik in Verbindung zu bringen. Dies war der Hauptbewegungsgrund für die Wahl meines Bachelorthemas „Fußballferiencamps aus pädagogischer Sicht“. Hinsichtlich dessen ist es für mich von besonderer Relevanz, welche Wahlkriterien Eltern bei der Inanspruchnahme von Fußballferiencamps berücksichtigen, um herauszufinden, welchen Stellenwert die pädagogische Qualifikation der Betreuer*innen dabei einnimmt.

Vor und während der Verfassung meiner Thesis wurde ich von Herrn Prof. Dipl.-Päd. Ing. Mag. Dr. Peter Mitmannsgruber, BEd intensiv betreut, welchem ich hiermit meinen ausdrücklichen Dank aussprechen möchte. Er gab mir laufend wertvolles Feedback, um meine Arbeit qualitativ zu verbessern. Bedanken möchte ich mich des Weiteren bei meiner Familie und meinen Freund*innen, die mir dabei stets positiv und entlastend zur Seite standen.

Mit dieser wissenschaftlichen Arbeit möchte ich allen Leser*innen Ferienbetreuung, im Speziellen Fußballferiencamps, näherbringen und dabei vor allem den pädagogischen Aspekt hervorheben. Als Pädagogin ist es mir ein Anliegen, mit voller Überzeugung und Identifikation zu einer Verbesserung der Inanspruchnahme von Unterstützungsmöglichkeiten beizutragen.

Krems, im März 2020 Madeleine Heichinger

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Kinderbetreuung während der Sommerferien 2015 (aus Kaindl & Kapella, 2016, S. 18)

Abbildung 2: Organisationsaufwand nach Art der der Betreuung in den Sommerferien 2015 (aus Kaindl & Kapella, 2016, S. 49)

Abbildung 3: Pläne Sommerferien 2016 (aus Kaindl & Kapella, 2016, S. 94)

Abbildung 4: Interessensverteilung möglicher Betreuungsinhalte (aus Kaindl & Kapella, 2016, S. 99)

Abbildung 5: Trainerkompetenz-Modell zur Förderung der Freude am Sport (aus Deutscher Fußball-Bund, 2019, S. o.S.)

Abbildung 6: Kommunikative Strategien zur Verbesserung der Beziehung zwischen Trainer*innen und Athlet*innen (aus Deutscher Fußball-Bund, 2018, S. o.S.)

Abbildung 7: Induktive Kategorienbildung (aus Kuckartz, 2012, S. 64)

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Betreuungspersonen und -einrichtungen während der Sommerferien 2015 (aus Kaindl & Kapella, 2016, S. 21)

Tabelle 2: Unterstützungsausmaß der Ferienbetreuung in den Sommerferien 2015 (aus Kaindl & Kapella, 2016, S. 27)

Tabelle 3: Gewünschte und genutzte Betreuungsformen in den Sommerferien 2015 (aus Kaindl & Kapella, 2016, S. 38)

Tabelle 4: Gründe für Nichtnutzung mehrtägiger Veranstaltungen ohne Übernachtung in den Sommerferien 2015 (aus Kaindl & Kapella, 2016, S. 46)

Tabelle 5: Gründe für Nichtnutzung mehrtägiger Veranstaltungen mit Übernachtung in den Sommerferien 2015 (aus Kaindl & Kapella, 2016, S. 47)

Tabelle 6: Zusammenfassung am Beispiel Interview 4

Tabelle 7: Kodierleitfaden (nach Mayring, 2015, S. 111)

1 Themenaufriss und Zielstellungen

Ferienbetreuung entstand im 19. Jahrhundert und wurde vor allem durch religiöse Einflüsse geprägt. Sozial bedürftige Stadtkinder bekamen die Möglichkeit, ihre Ferien zur Erholung am Land unter guter häuslicher Erziehung zu erleben (vgl. Hausser, 2014, S. 89 ff.). Jean- Jacques Rousseau (1963, S. 31) beschreibt diese Bewegung wie folgt: „Schickt […] eure Kinder auf das Land, damit sie sich dort gewissermassen (sic!) selber erneuern und inmitten der Felder die Kräfte holen, die man in der ungesunden Stadtluft verliert.“

Die Thematik der Ferienbetreuung ist sowohl für Eltern als auch für Kinder sehr bedeutsam. Laut dem Niederösterreichischen Familienland (2017, S. 3) nimmt der „Bedarf an qualitativ hochwertigen und gleichzeitig lokalen und kostengünstigen Ferienbetreuungsangeboten […] laufend zu.“ Zurückzuführen ist dies auf die häufige Berufstätigkeit beider Elternteile. Eine Abstimmung des Arbeitsurlaubes mit den schulfreien Tagen ihrer Heranwachsenden ist nicht jederzeit möglich. Trotz des veränderten Angebotes über die Jahre hinweg bleibt die Betreuung während der Ferien ein immerwährend wichtiges Anliegen und wird in verschiedensten Formen genutzt. Vor allem vor den Sommerferien ist sie sehr oft Inhalt öffentlicher und medialer Diskussionen. Eltern wissen meist nicht, wie sie die Aufsicht ihrer Kinder bestmöglich bewerkstelligen sollen. Mittlerweile gibt es ein sehr breitgefächertes Angebot verschiedenster Ausprägungen. Betreuungspersonen und -einrichtungen übernehmen oft nicht nur die Aufsicht, sondern auch die Erziehung der Kinder. Möchte man verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten miteinander vergleichen, zeigen sich schnell Unterschiede beispielsweise bezüglich des Zeitausmaßes oder der Interessensverteilung. Eine Alternative ist auch das immer präsenter werdende Feriencamp, welches in den meisten Fällen themenbezogen ist und sich über mehrere Tage streckt. Ein Beispiel dafür ist das Fußballferiencamp, worin der Schwerpunkt auf der Ausübung und individuellen Förderung dieser Sportart liegt.

Fußball zählt sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern zu einer der beliebtesten Sportarten. Jeder Altersgruppe ist es möglich, sich in der Rolle des Zuschauers, des Vereinsmitgliedes oder des persönlich Ausübenden mit dem Hobby-, Schul- und Spitzensport zu identifizieren.

In der folgenden Thesis wird speziell das Fußballferiencamp, dessen gesellschaftliche Relevanz sowie Kriterien für die Wahl eines solchen behandelt. Diese Art der Ferienbetreuung ermöglicht es den Kindern, sich gemeinsam mit anderen zu bewegen und das Leistungsniveau in dieser Sportart individuell zu steigern. Für Eltern gibt es unterschiedliche Beweggründe, unter anderem den pädagogischen Aspekt, diese Betreuungsart in Anspruch zu nehmen. Pädagogik bezeichnet sich seit dem 18. Jahrhundert als eine eigenständige Wissenschaft. Der Begriff Pädagogik stammt aus dem Griechischen und bedeutet „das Kind leiten“ (Altenthan et al., 2016, S. 12) . Er wird sowohl im praktischen, als auch im theoretischen Gegenstandsbereich der Erziehung und Bildung verwendet (vgl. ebd., S. 12 ff.).

Kron (vgl. 1988, S. 199 ff.) erläutert, dass Heranwachsende sich nur dann in ihrem Individuum entfalten können, wenn in ihren Bildungsprozessen pädagogische, also fachliche, soziale und autoritäre Wechselbeziehungen zwischen den Lehrenden und Lernenden vorhanden sind.

Ziel dieser Bachelorarbeit ist es nun herauszufinden, nach welchen Kriterien Eltern ihre individuelle Wahl bei Fußballferiencamps treffen und welchen Stellenwert eine pädagogisch fachliche Qualifikation der Betreuer*innen dabei einnimmt. Sie spezialisiert sich auf die Primarstufe, also auf Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren. Demnach lauten die Forschungsfragen:

„Nach welchen Kriterien entscheiden sich Eltern bei der Wahl von Fußballferiencamps?“

„Welchen Stellenwert nimmt eine pädagogisch fachliche Qualifikation der Betreuer*innen eines Fußballferiencamps bei Eltern ein?“

Obwohl zu den Themen „Fußballtraining“ und „Ferienbetreuung für Kinder“ einiges an Literatur vorhanden ist, fehlt dabei weitestgehend der Zusammenhang zwischen Pädagogik und Fußballferiencamps. Wahlkriterien für eine solche Teilnahme können somit als Forschungslücke bezeichnet werden.

Eine intensive Recherche unterschiedlicher fachspezifischer Literaturquellen fand in verschiedensten Bibliotheken statt. Für die empirische Untersuchung der Fragestellung wurde ein narratives Interview mit vier Elternpaaren durchgeführt. Diese Befragungsmethode wurde gewählt, um neutrale Antworten innerhalb des freien Erzählens zu erreichen und damit möglichst repräsentative Ergebnisse zu erzielen. Die zusammenfassende qualitative Inhaltsanalyse diente der vorliegenden Arbeit zur Erstellung eines Kategoriensystems, welches für die Auswertung der Ergebnisse herangezogen wurde.

Aufgrund der Umfangbegrenzung liegt der Schwerpunkt nicht auf allgemeiner Ferienbetreuung, sondern auf Feriencamps mit dem Fokus auf Fußball. Durch die tiefgehende Auseinandersetzung mit dieser Thematik soll eine zu oberflächliche Behandlung etwaiger Betreuungsformen vermieden werden. Des Weiteren wird die Arbeit auf Österreich und insbesondere auf die Region Niederösterreich sowie auf die Betreuung schulpflichtiger Kinder der Primarstufe beschränkt. Die vorliegende Lektüre gliedert sich in sieben Kapitel und befasst sich mit dem aktuellen Stand der Forschung. Der Themenaufriss und die Zielstellungen leiten diese ein. Danach folgt eine Literaturanalyse, die theoriegeleitet als Grundlage für die nachstehende Forschung gelten soll und deren Kapitel jeweils mit einem Resümee abschließen. Zu Beginn wird ein allgemeiner Überblick über Ferienbetreuung in Österreich gegeben, der näher auf die Aufsicht schulpflichtiger Kinder in Niederösterreich eingeht. Des Weiteren ist eine intensivere Erläuterung von Feriencamps angeführt. Anschließend wird sich in einem weiteren Abschnitt den Fußballferiencamps zugewandt, worin ein Zusammenhang zwischen Pädagogik und Fußball explizit untersucht ist. Dem folgt eine Vorstellung eines konkreten Fußballcamps mit dessen Entstehung, Zielstellung und Leistung, welches diese Verbindung mit sich bringt. Im nachfolgenden empirischen Teil wird die Methodik für die Untersuchung der Fragestellung erläutert und begründet. Die Erhebung des narrativen Interviews erfolgte mithilfe eines Diktiergeräts und einer anschließenden Transkription. Die erhaltenen Daten wurden qualitativ ausgewertet und im vorletzten Kapitel präsentiert sowie interpretiert. Dabei wird versucht, einen Ausblick für die Zukunft zu erstellen und es erfolgt eine Aufstellung von Kriterien für die Wahl von Fußballferiencamps. Diese sollen Eltern den Entscheidungsprozess für die jeweilige Inanspruchnahme erleichtern. Abgeschlossen wird die Arbeit mit einem Fazit, welches die wichtigsten Erkenntnisse noch einmal zusammenfasst und schlussfolgert.

2 Ferienbetreuung in Österreich

Das Kapitel versucht zunächst zu erläutern, warum und in welcher Art Ferienbetreuung in Österreich in Anspruch genommen wird. Dabei soll der Fokus für eine nähere Behandlung auf Kinder im Volksschulalter gelegt werden. Passend dazu wird eine niederösterreichische Studie intensiver betrachtet, welche verschiedenste Betreuungsmöglichkeiten und deren Ausmaß mit dem Schwerpunkt auf die Sommerferien analysierte. In Anbetracht dazu findet ein Vergleich zu der Beaufsichtigung während des Schuljahres statt. Der Unterschied zwischen gewünschter und tatsächlich genutzter Unterstützung sowie der jeweils damit verbundene Organisationsaufwand sind Teil dieses Kapitels. Ebenso ist eine Interessensverteilung möglicher Betreuungsinhalte explizit illustriert. Abschließend finden die Feriencamps in ihren unterschiedlichen Betreuungsformen ihren Platz. Einige werden näher beschrieben sowie Gründe für die Nutzung oder Nichtnutzung intensiv behandelt.

„Wenn die Sommerferien vor der Türe stehen, jubeln Schulkinder, viele Eltern sind angespannt. Nicht, dass die Erwachsenen ihrem Nachwuchs die freie Zeit nicht gönnen würden. Aber neun Wochen, in denen die Kinder nicht in der Schule betreut werden, stellen viele Berufstätige vor ein schwer lösbares Problem. Immerhin stehen den meisten nur fünf Wochen Urlaub im Jahr zur Verfügung.“ (Lugmayr & Walchshofer, 2015, S. o.S.)

Da immer öfter beide Eltern berufstätig sind, nimmt eine ausschließlich persönliche Ferienbetreuung ihrer Kinder stetig ab. Mögliche Gründe dafür können kein flexibler oder zu wenig Urlaubsanspruch und ein Kollidieren von freien Wunschtagen mehrerer erwerbstätiger Eltern sein. Deshalb muss alternative Unterstützung herangezogen werden, wobei aus finanziellen Gründen nicht bei jeder Familie eine Betreuungsmöglichkeit rund um die Uhr denkbar ist. Eltern aus Wien sehen Kinderbetreuung oft als Aufgabe des Staates, hingegen teilen die Vorarlberger*innen dies überwiegend den Angelegenheiten der Familie zu. Stehen Großeltern noch ausreichend belastbar zur Verfügung, so werden diese häufig als günstige und sichere Stütze für die Feriengestaltung herangezogen. Jedoch gibt es nicht immer die Möglichkeit, Kinder von Verwandten oder Bekannten betreuen zu lassen. Bei institutionellen Einrichtungen spielen die jeweiligen Öffnungszeiten eine entscheidende Rolle, denn nur so können Familie und Beruf gut vereinbart werden. Dies ist jedoch zwischen den Bundesländern sehr unterschiedlich. Jedenfalls kann gesagt werden, dass Wien die geringsten Ferienschließzeiten aufweist. Außerdem muss zwischen Betreuungseinrichtungen für Kinder unter sechs und Kinder über sechs Jahren unterschieden werden. Letztere haben um einiges mehr Schließtage. Sehr vielen berufstätigen Eltern bleibt also nicht die Chance, ihre Kinder einem Hort, einer Kindertagesstätte oder einer Nachmittagsbetreuung anzuvertrauen, da diese österreichweit in den Sommermonaten durchschnittlich 18 Tage geschlossen sind. Manchmal macht auch ein zu langer Anfahrtsweg, der sich mit den Arbeitszeiten nicht vereinbaren lässt, zu schaffen (vgl. Honeck, 2014, S. 47 f.; Bernhard, 2015, S. 21 ff.; Winroither, 2012, S. o.S.).

2.1 Ferienbetreuung schulpflichtiger Kinder in Niederösterreich

Kaindl und Kapella (vgl. 2016, S. 6 ff.) analysierten die Nutzung von Ferienbetreuungsmöglichkeiten niederösterreichischer schulpflichtiger Kinder im Alter von sechs bis vierzehn Jahren mit dem Schwerpunkt auf die Sommerferien 2015. Dafür befragten sie 3.054 Eltern mittels Fragebogen. Der Erhebungszeitraum erstreckte sich von Jänner bis März 2016.

Auf der folgenden Abbildung 1 wird gezeigt, inwiefern eine Kinderbetreuung in den Sommerferien mit jener während des Schuljahres zusammenhängt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Kinderbetreuung während der Sommerferien 2015 (aus Kaindl & Kapella, 2016, S. 18)

Festzustellen ist, dass 81,7 Prozent der Heranwachsenden, welche an den Schultagen nicht zu Hause sind, regelmäßig, also mindestens einmal pro Woche, in den Sommerferien anders betreut wurden. Darunter fallen Unterstützungsmöglichkeiten wie Horte, Besuche bei Tageseltern, Verwandten oder Bekannten, ein- und mehrtägige Ferienbetreuungsangebote mit oder ohne Übernachtungen und verschiedene Angebote an den Schulstandorten selbst. 67 Prozent jener Kinder, die während des Schuljahres allein, mit Geschwistern oder den Eltern im Eigenheim verweilen, wurden in den Sommerferien ausschließlich von den Eltern betreut. Deutlich erkennbar ist ebenso, dass diese Kinder, vergleichsweise zu jenen, die an Schultagen von anderen Personen betreut werden, um 9,8 Prozent häufiger ohne Erwachsene in den Sommerferien zu Hause waren. Die etwas ältere Studie „Betreuung schulpflichtiger Kinder von erwerbstätigen Eltern“ von Riesenfelder, Schmatz und Wetzel (vgl. 2014, S. 67 f.) bekräftigt diese Feststellungen, indem sie bezüglich der Schul- und Ferienzeiten sehr ähnliche Ergebnisse erzielte. Eine relativ ausgewogene Position haben Heranwachsende, die an Schultagen durch Beauftragte im häuslichen Umfeld beaufsichtigt werden. Hier nahmen 43,3 Prozent eine und 55,2 Prozent keine Betreuungsunterstützung in Anspruch. „Nur rund die Hälfte (50,7%) der Kinder, die im Sommer eine Betreuung an den Schulstandorten nutzen, sind auch während des Schuljahres in einer ganztägigen Schulform“ (Kaindl & Kapella, 2016, S. 18) . Meist handelte es sich hierbei um die selben Betreuungsträger*innen. Anderswertig können auch Gemeinden solche lokalen Unterstützungsmöglichkeiten anbieten, welche in Niederösterreich zahlreich in den Ferien zur Verfügung stehen. Ähnlich ist es bei den Horten, die in schulfreien Zeiträumen häufig veränderte Öffnungszeiten aufweisen. Dies ist auch ein Grund dafür, dass Betroffene nicht den gewohnten Hort für die Betreuung heranziehen konnten (vgl. NÖ Familienland GmbH, 2017, S. 4). Trotzdem nutzen 68,7 Prozent jener Kinder die Möglichkeit, welche diese auch im Laufe der Schulzeit in Anspruch nehmen . Laut Kaindl und Kapella (2016, S. 21) waren in „Gemeinden bis 2.000 EinwohnerInnen […] nur 11,3% der Volksschulkinder im Sommer zeitweise im Hort, in Gemeinden mit 2.001 bis 5.000 EinwohnerInnen 18,4%, in Gemeinden mit 5.001 bis 10.000 EinwohnerInnen 22,6% und in großen Gemeinden mit über 10.000 EinwohnerInnen sogar 23,5%“. In Bezug auf den Verwandtenkreis wird neben den getrennt lebenden Elternteilen oder deren Geschwistern sehr oft auf die Großeltern als Unterstützung zurückgegriffen. Die jeweiligen Betreuenden können zu wichtigen Bezugspersonen werden. Dies erzielt sowohl für die Aufsichtspersonen, als auch für die Kinder Abwechslung vom Alltag. Das Zusammenwirken mehrerer Altersstufen kann durch verschiedene kulturelle und generationsbezogene Erfahrungen zu einer Horizonterweiterung und Stärkung der Familienstruktur beitragen (vgl. Adam et al., 2014, S. 19 ff.).

Oft entsteht auch eine Mischung aus den verschiedensten Betreuungsformen. Diese kann wochen- oder tageweise variieren (vgl. Duden Learnattack, 2017, S. o.S.). Die nachfolgende Tabelle veranschaulicht die jeweiligen Betreuungspersonen und -einrichtungen und deren Nutzung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Betreuungspersonen und -einrichtungen während der Sommerferien 2015 (aus Kaindl & Kapella, 2016, S. 21)

In Bezug auf die Volksschulkinder ist in Tabelle 1 zu sehen, dass die wenigsten auf sich allein gestellt sind. Hier ist deutlich erkennbar, dass neben der Betreuung durch die Eltern selbst, die Verwandtenunterstützung mit 48,8 Prozent dominiert. Wegenhofer (vgl. 2013, S. o.S.) weist jedoch darauf hin, dass es oft Unterschiede bezüglich der Erziehungsmethoden zwischen den Aufsichtspersonen gibt. Da diese womöglich nicht den elterlichen Idealvorstellungen entsprechen, sollte darauf besonders Acht gegeben werden. Vorherige Absprachen über gegenseitige Erwartungshaltungen können für das Einhalten bestimmter Regeln oder Gewohnheiten hilfreich sein. Fthenakis, Kalicki und Peitz (vgl. 2002, S. 259 f.) halten fest, dass die Qualität und das Engagement der Kinderbetreuung durch Betreuungspersonen stark mit der Beziehung zwischen diesen und den Eltern des betroffenen Kindes zusammenhängt. Demnach kann subsummiert werden, je besser das Verhältnis zwischen Eltern und den betreuenden Personen ist, desto zufriedener verläuft die Unterstützung. Mit 18,2 Prozent besuchten Volksschulkinder am häufigsten die Betreuungseinrichtung Hort. Heraussticht diese Altersgruppe ebenso mit der 10,2-prozentigen Nutzung etwaiger Angebote an den Schulstandorten. Der Aufbau eines Netzwerkes mit anderen Eltern, die eine Kinderbetreuung für ihre Heranwachsenden in Anspruch nehmen müssen, kann sehr hilfreich sein. Dadurch ist eine gegenseitig abwechselnde Aufsicht denkbar (vgl. Duden Learnattack, 2017, S. o.S.). Neben den Hilfestellungen der Eltern, Verwandten oder Bekannten waren die mehrtägigen Angebote ohne Übernachtungen mit 18,7 Prozent die gebräuchlichste Form der Inanspruchnahme. Kaindl und Kapella (vgl. 2016, S. 20 f.) teilen dem Aspekt „Sonstige“ Betreuungspersonen wie Au-pairs oder Babysitter*innen zu, auf welche in dieser Studie aufgrund der eher geringen Relevanz nicht näher eingegangen wird.

Nachfolgende Tabelle 2 verweist prozentuell auf alle Ferienwochen, in denen schulpflichtige Kinder eine Beaufsichtigung in Anspruch nahmen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Unterstützungsausmaß der Ferienbetreuung in den Sommerferien 2015 (aus Kaindl & Kapella, 2016, S. 27)

Eindeutig zu erkennen ist, dass im Gegensatz zu den anderen Altersgruppen knapp über der Hälfte der Volkschulkinder eine Ferienbetreuung nutzt. In der ersten und letzten Ferienwoche wird eine Hilfe eher selten benötigt. In den Wochen fünf und sechs ist die Inanspruchnahme generell sehr hoch. „Am deutlichsten fällt dieser Gipfel im Volksschulalter aus. Hauptverantwortlich hierfür dürften die Sommerschließzeiten der Horte sein. Diese halten vielfach die mittleren 3 Ferienwochen geschlossen“ (Kaindl & Kapella, 2016, S. 26).

Bei der Begründung für das Ausmaß muss neben Betreuungsangeboten auch der Urlaubsanspruch der Betroffenen einfließen. Dieser darf nämlich meist nicht nur in den Sommerferien konsumiert werden. Weiters ist es bei zwei berufstätigen Partner*innen schwierig, die Urlaubstage jeweils versetzt zu beanspruchen, um eine Kinderbetreuung zeitlich abdecken zu können. Außerdem würde sich dies negativ auf ein positives Familienklima auswirken, welches durch Erlebnisse gemeinsamer Urlaube gewährleistet wird (vgl. Mayr & Riss, 2018, S. o.S.; Duden Learnattack, 2017, S. o.S.).

Riesenfelder, Schmatz und Wetzel (vgl. 2014, S. 72 f.) belegen mit ihrer Studie, dass ungefähr drei Viertel der Eltern ihren Urlaub in den schulfreien Tagen in Anspruch nehmen. Dabei nehmen selbstständig beschäftige Personen einen höheren Anteil ein, da diese meist flexibler in der Gestaltung sind.

Die Auswahl konkreter Betreuungen beinhaltet auch immer einen gewissen organisatorischen Aufwand. Nachstehende Abbildung 2 illustriert, in welchem Ausmaß dieser bei den verschiedenen Betreuungsformen aus der Sicht der Befragten anfällt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Organisationsaufwand nach Art der der Betreuung in den Sommerferien 2015 (aus Kaindl & Kapella, 2016, S. 49)

Kaindl und Kapella (vgl. 2016, S. 48) stellten fest, dass jene Eltern, die ihr Kind selbst betreuten, den Organisationsaufwand am einfachsten handhabten. Deren Hauptaufgabe war es, den eigenen Urlaub zu planen ohne diesen mit Betreuungseinrichtungen oder anderen Betreuungspersonen abstimmen zu müssen. Als eher schwierig wurde die Organisation für alle anderen Formen, welche in Tabelle 1 zu sehen sind, bei 33 Prozent der Befragten empfunden. Dies kann daran liegen, dass dafür mehrere Unterstützungsmöglichkeiten innerhalb eines Tages bis zu einigen Wochen aneinander angepasst werden müssen. Um den Organisationsaufwand möglichst gering zu halten, ist laut dem niederösterreichischen Familienland (vgl. 2017, S. 11 ff.) eine rechtzeitige Planung unter Berücksichtigung etwaiger Anmeldefristen und eine damit verbundene und angepasste Zeiteinteilung für Familie, Freund*innen, Beruf und Haushalt notwendig. Bevor eine verbindliche Anmeldung vollzogen wird, sollten organisatorische Eckdaten wie Einschränkung der Altersgruppe, Betreuungszeiten, Veranstaltungsort, Verpflegung, kindgerechtes Ferienprogramm sowie benötigte Ausrüstung genauer betrachtet werden. Voraussetzend für das jeweilig betreuende Personal ist es, über eine pädagogische Ausbildung zu verfügen. Die gängigsten dafür sind Elementarpädagog*innen, Hortpädagog*innen, Sozialpädagog*innen, Freizeitpädagog*innen und Lehrer*innen. Diese haben Kinder unterschiedlicher Altersstufen als Zielgruppen. Bei allen Betreuer*innen ist es von Bedeutung, über Verantwortungsbewusstsein, Verlässlichkeit und Freude an der Arbeit mit Kindern zu verfügen. Im Falle einer Partnerschaft trägt eine Aufgabenverteilung bezüglich Kinderbetreuung oder ähnlicher elterlicher Verpflichtungen zur Organisationserleichterung bei (vgl. AMS Österreich, 2018, S. o.S.).

Die gewünschten Betreuungspersonen oder -einrichtungen wurden in der Praxis nicht immer tatsächlich genutzt. Nachfolgende Tabelle vergleicht die Wünsche der befragten Personen mit deren letztlich gewählter Entscheidung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 3: Gewünschte und genutzte Betreuungsformen in den Sommerferien 2015 (aus Kaindl & Kapella, 2016, S. 38)

Eltern von Volksschulkindern hätten sich eine tatsächliche Inanspruchnahme vor allem in den Bereichen „Angebote an den Schulstandorten“ sowie „ein- und mehrtägige Angebote ohne und mit Übernachtung“ gewünscht. „Dass viele Eltern regionale Betreuungsangebote bevorzugen, spiegelt sich auch in der Beurteilung der Ferienbetreuung am Schulstandort wider“ (NÖ Familienland GmbH, 2017, S. 5). Tabelle 3 zeigt, dass der häufigste Wunsch mit 26,5 Prozent eine Betreuungsnutzung an den Schulstandorten war. Weniger als die Hälfte wendeten dies in der Praxis an. Dem kann ein mangelndes Angebot zu Grunde liegen. Duden Learnattack (2017, S. o.S.) nennt die flexible und individuelle Inanspruchnahme als Begründung für die meist genutzte Unterstützungsmöglichkeit „Verwandte“. „Mehrtägige Angebote ohne Übernachtungen“ waren meist eher erwünscht als „eintägige Angebote“. Der Grund dafür liegt darin, dass mit ersterem ein unkompliziertes Abdecken mehrerer Betreuungstage schneller möglich ist. Dies bewirkt eine Entlastung berufstätiger Eltern. Bevor Jeweiliges in Anspruch genommen wird, können Informationen und Erfahrungen über die geplante Betreuungsform im Bekanntenkreis, durch das Gemeindeamt sowie Magistrat des Wohnortes oder das „Amt für Jugend und Familie“ im jeweiligen Bundesland gesammelt werden. Daraus folgende Ratschläge können das individuelle Vorhaben bestärken oder zu einer nochmaligen Änderung führen. Durch vertraute Gespräche kann etwaigen Fehlentscheidungen bei den Unterstützungsmöglichkeiten entgegengewirkt werden (vgl. AMS Österreich, 2018, S. o.S.). Das Niederösterreichische Familienland (vgl. 2017, S. 12) empfiehlt, dass sowohl Kinder als auch Eltern den Betreuungspersonen oder -einrichtungen ehrliche und eventuell anonyme Rückmeldung über die Teilnahme geben sollten. Dadurch wird eine Anpassung etwaiger Wünsche und Bedürfnisse möglich.

Kaindl und Kapella (vgl. 2016, S. 94 f.) analysierten ebenso die voraussichtlichen Betreuungspläne der Eltern für das darauffolgende Jahr 2016, welche in der folgenden Tabelle 3 veranschaulicht werden. Da im Zeitraum Jänner bis März 2016 noch nicht alle Betroffenen ihre Pläne fixierten, ist eine Abweichung der einzelnen Anteile denkbar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Pläne Sommerferien 2016 (aus Kaindl & Kapella, 2016, S. 94)

Hierbei kann festgehalten werden, dass 29,4 Prozent der Eltern von Volksschulkindern kein bestimmtes Vorhaben für die folgenden Sommerferien geplant hatten. 25,1 Prozent hätten vorgehabt, ihre Kinder selbst und 44,8 Prozent durch andere Formen, am häufigsten durch Verwandte, zu betreuen. Nur 0,8 Prozent beabsichtigten ein Alleinsein ihres Kindes unter zehn Jahren. Die Ferienzeiten, in welchen schulpflichtige Heranwachsende ohne Betreuung verweilen, treten unregelmäßig auf. Meist werden dafür Begründungen wie ein zu frühes Beginnen oder Enden der Betreuungsform sowie unvorhergesehene berufliche Verpflichtungen wie Konferenzen oder Überstunden der Eltern angeführt. In diesem Zusammenhang wird jedoch betont, dass Kinder oft selbst wünschen, diese konkreten Zeiträume lieber alleine zu Hause zu verbringen (vgl. Riesenfelder et al., 2014, S. 77 f.).

Die Themenvielfalt der verschiedenen Betreuungsangebote ist breitgefächert. Anschließend gibt die Abbildung 4 einige Inhalte und deren Interessensverteilungen wieder.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Interessensverteilung möglicher Betreuungsinhalte (aus Kaindl & Kapella, 2016, S. 99)

„In einer Liste aus 9 typischen Angebotsbereichen konnten die Befragten anhand einer 10-stufigen Skala jeweils angeben, wie interessant sie eine solche inhaltliche Ausrichtung für ihr Kind finden“ (Kaindl & Kapella, 2016, S. 98). Ferienbetreuungen mit den inhaltlichen Schwerpunkten „Natur, Tiere, Pflanzen“, „Forschen, Entdecken“ und „Sport“ wirken auf Eltern besonders ansprechend. Da hier nur weniger als 10 Prozent kein Interesse zeigten, ist das Risiko für keine Beteiligung an Inhalten mit diesen Themenbereichen relativ gering. Wichtig ist dabei jedoch, dass sich die einzelnen Betreuungspersonen mit diesen Bereichen persönlich identifizieren können. Anders ist dies bei kreativen Angeboten wie „Basteln, Malen, Töpfern“, „Musik, Tanz, Theater“ oder „Akrobatik, Zirkus“. Diese wurden nur ungefähr zu je einem Viertel den Auswahlmöglichkeiten „sehr -“ oder „gar nicht interessant“ zugewiesen. Solche Themenschwerpunkte können sich im Laufe einer Ferienbetreuung immer wieder in Form von Aktionen, Ausflügen sowie Spielen wiederholen oder sich auf einen Tag begrenzen (vgl. NÖ Familienland GmbH, 2017, S. 18).

2.2 Feriencamps

Da vor allem in den Sommerferien Betreuungsmöglichkeiten heiß begehrt sind, werden mehrtägige Veranstaltungen mit oder ohne Übernachtungen, sogenannte Feriencamps, gerne in verschiedensten Formen in Anspruch genommen. Hierbei variieren die Preise und Betreuungszeiten enorm. Es gibt sowohl Halbtags-, Ganztags- als auch Wochenbetreuungsmöglichkeiten mit Übernachtung. Des Weiteren sind die meisten Angebote zwar geschlechterübergreifend, dafür aber altersbeschränkt. Zielgruppe sind Kinder ab dem sechsten Lebensjahr, da diese hier schon einen gewissen Grad an Selbstständigkeit vorweisen. Feriencamps gibt es mittlerweile für fast jedes Interessensgebiet. Um einen groben Überblick zu schaffen, werden nachfolgend einige Arten von Feriencamps behandelt. Zusätzlich wird auch noch nach Kampf- und Diätcamps und speziellen Familien- und Kinderurlaubsangeboten kategorisiert (vgl. Wallner, 2014; Bernhard, 2015, S. 14).

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Ende der Leseprobe aus 72 Seiten

Details

Titel
Fußballferiencamps aus pädagogischer Sicht. Wahlkriterien von Eltern für Fußballferiencamps
Hochschule
Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien / Krems
Note
1,00
Autor
Jahr
2020
Seiten
72
Katalognummer
V942781
ISBN (eBook)
9783346285317
ISBN (Buch)
9783346285324
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fußball, Ferienbetreuung, Feriencamp, Fußballferien, Kinderbetreuung, Sportcamp, Pädagogik, Fußballferiencamp, Fußballcamp, Fußballpädagogik, Inhaltsanalyse, Narratives Interview, Qualitative Inhaltsanalyse, Empirische Untersuchung, Sommerferien, Fußballtrainer, Betreuung, Beziehung, Sport, Induktive Kategorie, Kodierleitfaden, Qualitative Forschung, Transkription, Kategorisierung, Bewegung, Fußballförderung, Gemeinschaft, Betreuungsperson, Pädagogische Ausbildung, Trainerausbildung, Eltern, Ferienbetreuungsmöglichkeit, Betreuungsform, Pädagogische Sicht, Empirisch, Zusammenfassende Inhaltsanalyse, Wahlkriterien, Kategoriesystem
Arbeit zitieren
Madeleine Heichinger (Autor), 2020, Fußballferiencamps aus pädagogischer Sicht. Wahlkriterien von Eltern für Fußballferiencamps, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/942781

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