Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um einen Unterrichtsentwurf für einen Unterrichtsbesuch.
Da in der Besuchsstunde eine Podiumsdiskussion stattfindet, in der sich die S’uS individuell in unterschiedliche Rollen hineinversetzen sollen und unterschiedlichen Perspektiven Lösungsansätze zu einem Problem der französischen Gesellschaft finden und diskutieren sollen, ist eine intensive Vorbereitung notwendig. Hierfür wurde die Methode bereits angekündigt und die S’uS haben alle einen Zeitungsartikel bekommen, der semantisch vorentlastet ist und ihnen dabei hilft, sich auf die jeweiligen Rollen vorzubereiten. Die S’uS sollten sich in ihren Charakter hineinversetzen und Probleme und Lösungsansätze zur Problemfrage finden.
Inhaltsverzeichnis
1. DIE LÄNGERFRISTIGEN UNTERRICHTSZUSAMMENHÄNGE
1.1 HINWEISE ZUR LERNAUSGANGSLAGE
1.2 THEMEN DES UNTERRICHTSVORHABENS
2. PLANUNGSENTSCHEIDUNGEN ZUR UNTERRICHTSSTUNDE
2.1. AKTUELLER KOMPETENZSTAND AM BEGINN DER UNTERRICHTSSTUNDE
2.2 HAUSAUFGABEN
2.2.1 HAUSAUFGABEN ZUR STUNDE
2.2.2 HAUSAUFGABEN ZUR NÄCHSTEN STUNDE
2.3 ANGESTREBTER KOMPETENZSTAND AM ENDE DER STUNDE
2.3.1 KOMPETENZSCHWERPUNKT
2.3.2 STUFEN DES KOMPETENZAUFBAUS
2.3.3 BEZUG ZU DEN KOMPETENZERWARTUNGEN
2.4 UNTERRICHTSVERLAUFSPLAN (FAKULTATIV)
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist die pädagogische Gestaltung einer Podiumsdiskussion zur Problematik der Lebensbedingungen in französischen Banlieues, um die funktionale kommunikative Kompetenz der Lernenden im Bereich „Sprechen“ gezielt zu fördern.
- Multikulturelle Gesellschaft in Frankreich
- Soziokulturelle Lernausgangslage im Französischunterricht
- Förderung der Sprechkompetenz durch Rollenspiele
- Analyse der Lebensbedingungen im Pariser Banlieue
- Umsetzung kompetenzorientierter Unterrichtsplanung
Auszug aus dem Buch
2.1. Aktueller Kompetenzstand am Beginn der Unterrichtsstunde
Nachdem die S’uS in den Vorstunden in Kleingruppen über die Kriterien und Probleme einer funktionierenden multikulturellen Gesellschaft erarbeiteten, findet in der Besuchsstunde eine Podiumsdiskussion zur Fragestellung „Y a-t-il des solutions contre la haine“ statt. Der Anspruch der Podiumsdiskussion liegt darin, die durch die Rollen festgelegten Einstellungen und Meinungen gegenüber anderen Positionen argumentativ zu vertreten. Bei den sieben festgelegten Rollenkarten handelt es sich um Politiker/Politikerinnen, Autoren/Autorinnen oder im banlieue lebende Menschen, die darüber diskutieren sollen, was genau getan werden muss, um den Hass zwischen den Jugendlichen aus dem banlieue und dem Rest der französischen Gesellschaft zu diminuieren. Außerdem wurde jedem einzelnen S’uS ein unterschiedlicher zweiseitiger Artikel ausgehändigt, der ihnen dabei helfen sollte, besser die Rolle der jeweiligen Person zu übernehmen.
Die S’uS sind es bereits gewöhnt, offene Aufgaben zur Förderung der Sprechkompetenz durchzuführen. Die beiden Jungen dieser Lerngruppe haben keine Angst, Fehler zu machen und bemühen sich immer korrekte Sätze zu produzieren. Oft versuchen sie mittels des Wörterbuchs neue syntaktische Strukturen zu produzieren, welche jedoch nicht immer erfolgreich sind. Andere zwei Schülerinnen bilden meisten korrekte Sätze, die auch inhaltlich gut bis sehr gut einzustufen sind, trauen sich jedoch nicht, ihre Ergebnisse mit der Klasse zu teilen. Voraussichtlich besteht die Angst, Fehler zu machen.
Da diese Lerngruppe aus nur sechs S’uS besteht, ist es sinnvoll, alle an der Diskussion teilnehmen zu lassen. Darüber hinaus wird die Lehrkraft die Moderation übernehmen, um die S’uS immer wieder daran zu erinnern, auf die tatsächliche Problemfrage einzugehen und sich nicht auf andere Aspekte zu fokussieren.
Der Vorteil der Podiumsdiskussion liegt darin, dass alle S’uS zu einem authentischen Sprechanlass zum Sprechen kommen. Mit dieser wird versucht, die Sprechsituation so authentisch aussehen zu lassen, dass die S’uS gezwungen sind frei zu sprechen, um der Authentizität gerecht zu werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. DIE LÄNGERFRISTIGEN UNTERRICHTSZUSAMMENHÄNGE: Dieses Kapitel erläutert die Ausgangslage der Lerngruppe und bettet das Thema in den Kontext des vorangegangenen Unterrichts zur Kolonialgeschichte ein.
2. PLANUNGSENTSCHEIDUNGEN ZUR UNTERRICHTSSTUNDE: Hier werden die didaktischen Überlegungen zur Podiumsdiskussion sowie die angestrebten Kompetenzziele für die Schülerinnen und Schüler dargelegt.
3. LITERATURVERZEICHNIS: Dieses Verzeichnis listet die verwendeten Lehrpläne und die zugrunde liegenden journalistischen Texte für die Rollenkarten auf.
4. ANHANG: Der Anhang enthält Materialien wie Karikaturen, Lernplakate und die ausgearbeiteten Rollenkarten für die Podiumsdiskussion.
Schlüsselwörter
Französischunterricht, Banlieue, Podiumsdiskussion, Sprechkompetenz, Multikulturalität, Rollenspiel, Integration, Lebensbedingungen, Didaktik, Kompetenzorientierung, Frankreich, Sekundarstufe II, Migrationshintergrund, Unterrichtsplanung, La Haine.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Unterrichtsentwurf grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Planung einer Unterrichtsstunde im Fach Französisch, die sich kritisch mit den Lebensbedingungen in Pariser Vororten und den Herausforderungen einer multikulturellen Gesellschaft auseinandersetzt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die soziale Ausgrenzung in Banlieues, Identität, Integration sowie die Auseinandersetzung mit Diskriminierung und politischen Lösungsansätzen.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Das Hauptziel ist die Förderung der funktionalen kommunikativen Kompetenz „Sprechen“, speziell im Bereich „an Gesprächen teilnehmen“, durch eine simulierte Podiumsdiskussion.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Methodisch stützt sich die Stunde auf eine Podiumsdiskussion („Discussion d’experts“), vorbereitet durch Rollenkarten und zeitungswissenschaftliche Texte, um eine authentische Sprechsituation zu schaffen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Lernausgangslage, die Herleitung der Planungsentscheidungen, die Darstellung der Kompetenzziele und einen detaillierten Verlaufsplan der Stunde.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Sprechkompetenz, Banlieue, interkulturelle kommunikative Kompetenz und kompetenzorientierter Fremdsprachenunterricht.
Wie werden die Schüler auf die Podiumsdiskussion vorbereitet?
Die Schüler erhalten im Vorfeld spezifische Zeitungsartikel zu ihren jeweiligen Rollen, um sich argumentativ in die Perspektive eines Charakters (z.B. Politiker oder Bewohner des Banlieues) einzuarbeiten.
Warum wird die Methode des Rollenspiels gewählt?
Das Rollenspiel soll die Sprechsituation authentisch gestalten und die Schüler zwingen, ihre Positionen in einer fremden Rolle frei zu formulieren und gegen Gegenargumente zu verteidigen.
Welche Rolle nimmt die Lehrkraft während der Diskussion ein?
Die Lehrkraft übernimmt die Moderation, um den Diskussionsverlauf an der zentralen Problemfrage zu halten, greift jedoch inhaltlich nicht in die Argumentation der Schüler ein.
Wie werden die Ergebnisse der Stunde gesichert?
Die Ergebnisse werden durch ein Protokoll während der Diskussion auf Folien festgehalten und in einer abschließenden Evaluationsphase reflektiert, in der die Schüler ihre eigene Position beziehen.
- Quote paper
- Ibrahim Kaddoura (Author), 2018, Y a-t-il des solutions contre la haine? Kritische Auseinandersetzung mit den Lebensbedingungen der Einwohner/ Einwohnerinnen im Pariser Banlieue. Ein Unterrichtsentwurf, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/942836