Welchen Nutzen hat die Balanced Scorecard (BSC) in der stationären Altenpflege? Wie kann die BSC zur Organisationsentwicklung im Sinne einer kontinuierlichen Verbesserung in der stationären Altenpflege genutzt werden?
Was sind die Herausforderungen bei der Implementierung einer BSC in der stationären Altenpflege? Was sind zentrale Perspektiven / Steuerungsgrößen und Indikatoren für die BSC in der stationären Altenpflege? Diese Fragen sollen in der Masterarbeit verhandelt werden.
Es lässt sich immer mehr feststellen, dass die Qualitätsansprüche sowohl bei den Bewohnern als auch den Angehörigen steigen. Dies zeigt sich von der Hygiene über das Essen, der administrativen Betreuung bis hin zu den Kernaufgaben der Pflege. Weiter wird immer wieder der Wunsch nach mehr sozialer Betreuung sowie direkt vom Heim angebotener Therapien geäußert. Selbstverständlich ist auch der Lauf der Zeit für die steigenden Qualitätsansprüche unserer Gesellschaft mitverantwortlich. Denkt man an die Wohlstandsentwicklung der letzten Jahrzehnte, die Modernisierung, die Evolution der ethisch/moralischen Denkansätze mit der Einhaltung der Menschrechte und vieles mehr, so wird auch aus dieser Perspektive das Ansteigen von Anforderungen verständlich und erklärbar. Zum Leidwesen vieler Bediensteter sinkt mit dem Anspruch nach mehr Leistung und Qualität auch die Fehlertoleranz bei einigen Bewohnern und vor allem deren Angehörigen. Mit der zunehmenden Professionalisierung steigt auch die Verpflichtung der Nachweisbarkeit. Alleine das Streben, seine Handlungen nach bestem Wissen und Gewissen durchzuführen, reicht längst nicht mehr. Jede Aktion muss nachvollziehbar und belegbar sein. Daher gilt, nur was verschriftlicht bzw. dokumentiert ist, ist auch nachweislich getan.
Inhaltsverzeichnis
I. Problemstellung und Forschungsfragen
1. Problemstellung
1.1. Demografische Entwicklung
1.2. Steigende Kosten im Gesundheitswesen
1.3. Steigende Anforderungen
1.4. Zeitalter der Monitorisierung
1.5. Veränderungen der gesellschaftlichen Normative
1.6. Komplexität der Prozessanforderungen
2. Forschungsfragen
2.1. Welchen Nutzen hat die Balanced Scorecard (BSC) in der stationären Altenpflege?
2.2. Wie kann die BSC zur Organisationsentwicklung im Sinne einer kontinuierlichen Verbesserung in der stationären Altenpflege genutzt werden?
2.3. Was sind die Herausforderungen bei der Implementierung einer BSC in der stationären Altenpflege?
2.4. Was sind zentrale Perspektiven / Steuerungsgrößen und Indikatoren für die BSC in der stationären Altenpflege?
3. Forschungsmethodik und Aufbau der Arbeit
II. Begriffliche Grundlagen und Stand der Literatur
1. Traditionelle Kennzahlensysteme
2. Die Balanced Scorecard im Allgemeinen
2.1. Die Finanzperspektive
2.2. Kundenperspektive
2.3. Prozessperspektive
2.4. Mitarbeiterperspektive
3. Gestaltungsvorschläge aus der Literatur
3.1. Welchen Nutzen hat die Balanced Scorecard (BSC) in der stationären Altenpflege?
3.2. Wie kann die Balanced Scorecard zur Organisationsentwicklung im Sinne einer kontinuierlichen Verbesserung in der stationären Altenpflege genutzt werden?
3.3. Was sind die Herausforderungen bei der Implementierung einer BSC in der stationären Altenpflege?
3.4. Was sind zentrale Perspektiven / Steuerungsgrößen und Indikatoren für die BSC in der stationären Altenpflege?
4. Forschungslücken
III. Praxisbeispiel anhand des Wohn- und Pflegeheimes Mieming
1. Unternehmensportrait
2. Ausgangslage im Wohn- und Pflegeheim Mieming
3. Schritte der Entwicklung der BSC
3.1. Vision
3.2. Leitbild
3.3. Architektenteam
3.4. Steuerungsgruppen in den Bereichen
4. Implementierung der BSC
5. Herausforderungen
6. Weitere Schritte, die Professionalisierung der BSC als Instrument zur kontinuierlichen Verbesserung der Organisationsentwicklung zu forcieren
IV. Diskussion
1. Vergleich Literatur vs. eigene Erfahrungen
1.1. Welchen Nutzen hat die Balanced Scorecard (BSC) in der stationären Altenpflege?
1.2. Wie kann die BSC zur Organisationsentwicklung im Sinne einer kontinuierlichen Verbesserung in der stationären Altenpflege genutzt werden?
1.3. Was sind die Herausforderungen bei der Implementierung einer BSC in der stationären Altenpflege?
1.4. Was sind zentrale Perspektiven / Steuerungsgrößen und Indikatoren für die BSC in der stationären Altenpflege?
2. Implikationen
2.1. Untersuchungsergebnisse
2.2. Bedeutung für die Praxis
2.3. Bedeutung für die weitere Forschung
V. Zusammenfassende Schlussfolgerungen
1. Nutzen/Chancen der BSC
2. Herausforderungen/Risiken der BSC
3. Zentrale Steuerungsgrößen
3.1. Zentrale Steuerungsgrößen des Verwaltungsbereiches
3.2. Zentrale Steuerungsgrößen des Pflegebereiches
3.3. Zentrale Steuerungsgrößen des Küchenbereiches
3.4. Zentrale Steuerungsgrößen des Funktionsbereiches
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Anwendbarkeit der Balanced Scorecard (BSC) als strategisches Steuerungsinstrument in der stationären Altenpflege, am Beispiel des Wohn- und Pflegeheims Mieming. Dabei wird analysiert, wie dieses Performance Measurement System zur Organisationsentwicklung und zur kontinuierlichen Verbesserung beitragen kann, welche Herausforderungen bei der Implementierung bestehen und wie zielgerichtete Steuerungsgrößen in den verschiedenen Unternehmensbereichen definiert werden können.
- Demografischer Wandel und dessen Auswirkungen auf die stationäre Altenpflege
- Methodik der BSC als ganzheitliches Managementinstrument in Non-Profit-Organisationen
- Praktische Implementierungsschritte einer BSC: von der Vision über das Leitbild bis zur Kennzahlenbildung
- Analyse kritischer Erfolgsfaktoren bei der Einführung der BSC im Pflegekontext
- Entwicklung bereichsspezifischer Steuerungskennzahlen für Verwaltung, Pflege, Küche und Funktionsbereich
Auszug aus dem Buch
Die Balanced Scorecard im Allgemeinen
Die Balanced Scorecard stellt wie zuvor bereits angedeutet, ein modernes Management Instrument im Sinne eines TQM dar, das anders als traditionelle Kennzahlensysteme, mehrere Dimensionen zur strategischen Steuerung von betrieblichen Prozessen abbildet.
Den Ausgangspunkt für die Balanced Scorecard, bilden die Vision und die Strategie des Unternehmens, aus welchen die Ziele und Kennzahlen abgeleitet werden. Die BSC beleuchtet vier Perspektiven: Die Finanzielle, die Kundenperspektive, die Perspektive der internen Geschäftsprozesse und die Innovationsperspektive (auch Potenzial- oder Mitarbeiterperspektive).
In der Regel wird die Finanzperspektive aus den Ergebnissen der Jahresbilanz eines Unternehmens gespeist. Die finanzwirtschaftlichen Ziele sind auf Rentabilität, Umsatzsteigerung und Ergebnisverbesserung ausgerichtet. Die Finanzperspektive wird allgemein als die „oberste“, oder als die Perspektive, zur Erreichung von finanziellen Zielen schlechthin gesehen. Letztendlich sind alle Bemühungen des Managements darauf ausgerichtet, den Ertrag zu erhöhen und den Aufwand in einem adäquaten Verhältnis zum Ertrag zu halten. Die strategischen Ausrichtungen aller Perspektiven der BSC zielen langfristig ebenfalls genau darauf ab. Denn wenn die Prozesse optimiert werden, das Potenzial der Mitarbeiter ausgeschöpft und somit die Kunden zufriedengestellt werden, steigt mit hoher Wahrscheinlichkeit auch der Umsatz und somit der Gewinn (siehe auch Ursache-Wirkungskette in der BSC).
Der Anspruch an die Finanzperspektive immer höhere Erträge für das in die Geschäftseinheit investierte Kapital zu erwirtschaften, stellt nach Kaplan und Norton keineswegs einen Konflikt zu den anderen Perspektiven dar. Wird die Scorecard richtig verwendet, so sollte jede Kennzahl der verschiedenen Perspektiven auf die Ursache-Wirkungskette abzielen und am Ende positive finanzwirtschaftliche Auswirkungen zeigen.
Zusammenfassung der Kapitel
Problemstellung und Forschungsfragen: Dieses Kapitel thematisiert den demografischen Wandel und steigende Kosten im Gesundheitswesen als Ausgangslage und definiert die Forschungsfragen bezüglich des Nutzens und der Implementierung einer BSC in der Altenpflege.
Begriffliche Grundlagen und Stand der Literatur: Hier werden traditionelle Kennzahlensysteme kritisch beleuchtet und das Konzept der BSC sowie spezifische Gestaltungsvorschläge aus der Literatur für den Pflegebereich dargelegt.
Praxisbeispiel anhand des Wohn- und Pflegeheimes Mieming: Dieser Abschnitt beschreibt die konkrete Anwendung der BSC im Wohn- und Pflegeheim Mieming, inklusive Leitbildentwicklung, Teamstruktur und der detaillierten Definition von Steuerungsgrößen für die verschiedenen Bereiche.
Diskussion: Es erfolgt eine kritische Reflexion und der Abgleich der theoretischen Literatur mit den eigenen Erfahrungen aus dem Praxisprojekt sowie eine Einschätzung der Implikationen für die Zukunft.
Zusammenfassende Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse werden zusammengefasst, wobei der Nutzen für die Organisation, die Risiken bei der Einführung und die Bedeutung der zentralen Steuerungsgrößen hervorgehoben werden.
Schlüsselwörter
Balanced Scorecard, Altenpflege, Strategisches Management, Performance Measurement, Organisationsentwicklung, Qualitätsmanagement, Kennzahlensystem, Bewohnerzufriedenheit, Mitarbeiterorientierung, Prozessoptimierung, Non-Profit-Management, Pflegemanagement, Unternehmensführung, Strategieimplementierung, Steuerungsgrößen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Einführung und Nutzung der Balanced Scorecard (BSC) als modernes Instrument der strategischen Unternehmensführung in einem stationären Wohn- und Pflegeheim.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind der demografische Wandel in der Pflege, die strategische Ausrichtung von Non-Profit-Organisationen, die Entwicklung von Kennzahlensystemen und die spezifische Anpassung der BSC an die Bedürfnisse von Altenpflegeeinrichtungen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu klären, welchen Nutzen die BSC für stationäre Altenpflegeeinrichtungen hat, wie sie effektiv implementiert werden kann und welche konkreten Kennzahlen sich zur Steuerung eignen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf ein ausführliches Literaturreview zu strategischem Management und Balanced Scorecard, welches durch eine praktische Fallstudie (Action Research Ansatz) im Wohn- und Pflegeheim Mieming ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst sowohl die theoretische Fundierung der BSC in den vier klassischen Perspektiven als auch die detaillierte Darstellung des Entwicklungsprozesses im Praxisbeispiel (Leitbild, Strategie, Kennzahlenbildung) sowie deren Ergebnisse.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Neben dem Kernbegriff "Balanced Scorecard" sind die zentralen Begriffe Altenpflege, Organisationsentwicklung, Performance Measurement und strategisches Management maßgeblich für die Arbeit.
Wie trägt die BSC zur Organisationsentwicklung bei?
Durch die BSC werden strategische Ziele messbar gemacht und auf alle Unternehmensebenen heruntergebrochen, was die Kommunikation verbessert, die Professionalisierung fördert und das Handeln aller Beteiligten auf eine gemeinsame Vision ausrichtet.
Welche Rolle spielt die Unternehmenskultur bei der Implementierung?
Die Unternehmenskultur ist ein entscheidender Erfolgsfaktor; eine hohe Veränderungsbereitschaft und das breite Commitment aller Mitarbeiter sind notwendig, damit das Instrument nicht nur als theoretisches Modell bestehen bleibt, sondern in der Praxis gelebt wird.
Wie gehen die Autoren mit dem Problem der "Not-invented-here-syndrom" um?
Durch die aktive Einbindung der Mitarbeiter aus allen Bereichen (Verwaltung, Pflege, Küche etc.) in den Entwicklungsprozess wird die Identifikation mit der BSC gefördert und einer möglichen Ablehnung frühzeitig entgegengewirkt.
Welcher Ausblick wird für die weitere Professionalisierung gegeben?
Es wird empfohlen, die in Excel entwickelten Prototypen der BSC mittelfristig in eine IT-gestützte Softwarelösung zu überführen, um die Aktualisierung, Überwachung und Visualisierung der Daten zu professionalisieren.
- Citar trabajo
- Gerhard Peskoller (Autor), 2019, Balanced Scorecard in der Gesundheitspflege. Anwendung im Wohn- und Pflegeheim Mieming in Österreich, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/942842