Alf D. Schwaten, Jahrgang 1969, studierte Internationale Betriebswirtschaft an der IBS Lippstadt und arbeitet seit 1994 in Führungspositionen der deutschen Wirtschaft.
Der vorliegende Text entstand im Rahmen des Masterstudiengangs „Unternehmensführung“ 2007/2008 im Fachbereich Marketing an der Dresden International University (DIU). Zu dieser Arbeit wurde auch eine umfangreiche Präsentation erstellt, die ebenfalls sehr gut bewertet wurde.
Ziel der wissenschaftlichen Untersuchung war es, die Möglichkeiten der von Staat und Bevölkerung immer wieder geforderten Bildungsvielfalt in der frühkindlichen Erziehung auch als Mittel der Produktdiversivikation von Nonprofitorganisationen (NPO) und Bildungsträgern am Beispiel der Reformpädagogik zu untersuchen.
Noch immer zeigen sich einige NPO´s und Träger von Bildungseinrichtungen recht zaghaft wenn es um die eigene betriebswirtschaftliche Analyse oder gar eine Marketingkonzeption geht. Wie kann man aber die geforderte Bildungsvielfalt auch zur eigenen „unternehmerischen“ Stärke ausbauen? Wie wirken neue Konzeptionen der frühkindlichen Erziehung auf die Eltern, die eigentlich Kunden? Wie kann man sich so vom Wettbewerb abgrenzen und damit Marktanteile gewinnen, die wiederum Möglichkeiten der Kostensenkung beinhalten?
Längst befinden sich NPO´s in einem Verdrängungswettbewerb, wo es darum geht sich ein Stück vom kaum mehr wachsenden Kuchen abzuschneiden. Sind sie dafür richtig aufgestellt?
All diese Fragen sollten mit der vorliegenden Arbeit ausführlich betriebswirtschaftlich untersucht werden. Die Ergebnisse mögen überraschen, bringen aber für die Träger von Kindergärten und Einrichtungen völlig neue Perspektiven der eigenen Positionierung im deutschen Bildungsmarkt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Thematische Abgrenzung
3. Bedeutung des Marketingbegriffs für Nonprofitorganisationen
4. Was bedeutet eigentlich Reformpädagogik?
5. Relevanter Markt/Leistungsstrategien
5.1. Das Kind als Produkt frühkindlicher Erziehung
5.2. Besonderheiten des Marktes
5.3. Der relevante Markt
5.4. Besondere Problemfelder des Kindergarten-Marktes
6. Marketingsituation
6.1. Wie beeinflussen Konkurrenz und Umfeldfaktoren den Markt
6.2. SWOT-Analyse aus Sicht des Marketings
6.3. Marketingproblemstellungen, die mit Plan gelöst werden soll
7. Marktsegmentierung
8. Marketingstrategie
8.1. Abnehmergerichtete Strategie
8.2. Strategische Marketingplanung
8.3. Ausprägung und Umsetzung der Marketingstrategie
9. Marketingbudget
10. Implementierung und Kontrolle
10.1. Wer ist für die Umsetzung und Durchführung verantwortlich?
10.2. Organisatorische Anpassungen
10.3. Kontrolle und Messung der Marketingziele
11. Fazit und kritischer Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Projektarbeit besteht darin, aufzuzeigen, wie Nonprofitorganisationen (NPO) im Bereich der frühkindlichen Erziehung durch die gezielte Implementierung reformpädagogischer Bildungskonzepte ihre Wettbewerbsposition stärken und Marktanteile sichern können. Die zentrale Forschungsfrage adressiert hierbei, wie durch eine strategische Qualitäts- und Know-how-Führerschaft ein nachhaltiger wirtschaftlicher Erfolg erzielt werden kann.
- Analyse des "dritten Marktes" und der Rolle von Nonprofitorganisationen.
- Grundlagen und Bedeutung der Reformpädagogik (Montessori, Waldorf, Freinet etc.).
- Methodische Marktanalyse mittels SWOT-Verfahren für Kitas in Sachsen.
- Entwicklung einer strategischen Marketingplanung inklusive Budgetierung und Verantwortungsmatrix.
- Qualitätsmanagement und Erfolgskontrolle in der frühkindlichen Bildung.
Auszug aus dem Buch
6.3. Marketingproblemstellungen, die mit Plan gelöst werden soll
„Schockiert waren the Heinzes an diesem Abend: Drei Jahre hatten die Eltern von Marcel, beide ganztägig berufstätig, dem Kindergarten vertraut. Darauf, dass der Junge gut aufgehoben ist, in seiner Entwicklung gefördert wird und nun mit 6 Jahren fit für die Schule ist. Doch heute der Schock: Marcel fiel beim Schuleignungstest durch. Besonders in der Feinmotorik und in der Wahrnehmung hatte er noch große Defizite. ….Marcel wechselte dann in einen Kindergarten mit anderer Konzeption und startete ein Jahr später problemlos in die 1. Klasse. … Damals vor drei Jahren waren die Heinzes froh einen Kindergartenplatz bekommen zu haben. Die Öffnungszeiten passten und das Kind konnte ohne große Umwege auf dem Weg zu Arbeit dort hingebracht werden.“ (KIGA UND SCHULE, wirbelwind 01/2005, S.19) Dieses Beispiel eines Fachberichtes mag nicht zu verallgemeinern sein, aber er zeigt, welche Anforderungen auch an die Eltern bei der Auswahl, der für ihr Kind besten Einrichtung, gestellt werden. Das Engagement ist um so wichtiger, als sich die pädagogischen Konzeptionen auf dem Kindergartenmarkt, falls sie denn angeboten werden, deutlich unterscheiden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die Rolle von Nonprofitorganisationen in der Gesellschaft und leitet die betriebswirtschaftliche Notwendigkeit ab, NPO in ihren Leistungssektoren profitabler zu gestalten.
2. Thematische Abgrenzung: Der Fokus liegt auf der Implementierung von Reformpädagogik in sächsischen NPO als Mittel zur Steigerung der Markteffizienz und des Imagegewinns.
3. Bedeutung des Marketingbegriffs für Nonprofitorganisationen: Hier wird die zunehmende Notwendigkeit für soziale NPO erläutert, Marketing als Grundlage markt- und ergebnisorientierter Unternehmensführung zu etablieren.
4. Was bedeutet eigentlich Reformpädagogik?: Dieses Kapitel definiert reformpädagogische Ansätze und stellt bekannte Vertreter wie Montessori, Waldorf und Freinet vor.
5. Relevanter Markt/Leistungsstrategien: Es erfolgt eine Analyse der Marktspezifika, des "Produkts Kind" und der demographischen Rahmenbedingungen in Sachsen.
6. Marketingsituation: Dieses Kapitel behandelt die Analyse der Konkurrenz, Umfeldfaktoren sowie eine SWOT-Analyse zur strategischen Einordnung.
7. Marktsegmentierung: Der Prozess der Aufspaltung des Marktes in homogene Segmente wird hier in fünf konkreten Schritten erläutert.
8. Marketingstrategie: Hier werden abnehmergerichtete Strategien und die strategische Planung zur Entwicklung neuer pädagogischer Angebote beschrieben.
9. Marketingbudget: Das Kapitel erläutert die Kalkulation finanzieller Mittel, unterteilt in Weiterbildung, Lehrmaterialien, Fachverbandsbeiträge und PR-Kampagnen.
10. Implementierung und Kontrolle: Dieses Kapitel beschreibt die organisatorische Umsetzung, Verantwortlichkeiten sowie die Messung der Marketingziele anhand von Qualitätsindikatoren.
11. Fazit und kritischer Ausblick: Eine zusammenfassende Bewertung der Potenziale einer reformpädagogischen Ausrichtung zur Sicherung der Marktposition von NPO.
Schlüsselwörter
Nonprofitorganisation, NPO, Reformpädagogik, Marketingstrategie, Qualitätsführerschaft, frühkindliche Erziehung, Kindergarten, Bildungsauftrag, Marktsegmentierung, SWOT-Analyse, Kindertagesstätte, pädagogische Konzeption, Kundenorientierung, Wettbewerbsintensität, sächsischer Bildungsleitfaden.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die strategische Implementierung reformpädagogischer Bildungskonzepte als Marketinginstrument für Nonprofitorganisationen in der frühkindlichen Erziehung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Marktanalyse von Kindertagesstätten, die Anwendung betriebswirtschaftlicher Marketingstrategien auf den Non-Profit-Sektor und die pädagogische Qualitätssteigerung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Ableitung einer Marketingstrategie, die NPO durch höhere pädagogische Qualität bei gleichzeitigem wirtschaftlichem Erfolg wettbewerbsfähig hält.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen sowie klassische betriebswirtschaftliche Methoden wie die SWOT-Analyse und die Marktsegmentierung nach Ansoff und Bruhn.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Markt- und Situationsanalyse, die Definition von Marketingzielen, die strategische Planung und die praktische Umsetzung sowie Budgetierung der Maßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Nonprofitorganisation, Reformpädagogik, Qualitätsführerschaft und Marktsegmentierung charakterisiert.
Warum ist die Reformpädagogik laut Autor als Marketinginstrument geeignet?
Sie ermöglicht eine klare Abgrenzung vom Wettbewerb, bietet ein Alleinstellungsmerkmal durch Qualitätsführerschaft und spricht gezielt engagierte Elternsegmente an.
Wie soll der Erfolg der Marketingstrategie gemessen werden?
Der Erfolg soll mittel- bis langfristig über einen Zeitraum von etwa 5 Jahren anhand von Anmeldezahlen, Kundenzufriedenheit (Elternfragebögen) und der pädagogischen Entwicklung der Kinder nach Schuleintritt gemessen werden.
- Quote paper
- Alf D. Schwaten (Author), 2008, Implementierung reformpädagogischer Bildungskonzepte in der frühkindlichen Erziehung als Marketinginstrument von Nonprofitorganisationen (NPO), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94312