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Soziotherapie bei chronisch psychischen Erkrankungen am Beispiel Schizophrenie

Título: Soziotherapie bei chronisch psychischen Erkrankungen am Beispiel Schizophrenie

Tesis , 2008 , 71 Páginas

Autor:in: Thomas Werner (Autor)

Trabajo social
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Resumen Extracto de texto Detalles

1970 beschäftigte sich der Deutsche Ärztetag das erste Mal in seiner Geschichte mit der
psychiatrischen Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland. Als Folge der
katastrophalen Beurteilung der Versorgungslage für psychisch Kranke in der
Bundesrepublik, wurde im September 1975 „Der Bericht über die Lage der Psychiatrie in
der Bundesrepublik Deutschland“ fertiggestellt1. Dieser Bericht, der inoffiziell auch als
Psychiatrie-Enquete bezeichnet wird, legte mit den Empfehlungen seiner
Expertenkommission den Grundstein für die Gemeindepsychiatrie, in deren Rahmen, es
chronisch psychisch kranken Menschen ermöglicht werden sollte, ein möglichst
eigenständiges und beschütztes Leben zu Hause, in ihrer Heimatgemeinde, zu führen. Die
Empfehlungen der Expertenkommission strebten zudem eine möglichst gemeindenahe
Koordination aller Versorgungsdienste, sowie eine bedarfsgerechte Versorgung an.
Deswegen wurde bereits im Anhang der Psychiatrie-Enqu黎e der Begriff „psychiatrische
Rehabilitation“ aufgenommen. Es sollte versucht werden so viel chronisch psychisch
erkrankten Menschen, wie möglich ein Leben außerhalb von Anstaltsmauern, in der
„normalen“ Gesellschaft zu ermöglichen. Um eine solche Reformation der psychiatrischen
Versorgung zu ermöglichen, wurden im Rahmen der Psychiatrie-Enquete auch drei
überregionale Modellprogramme durchgeführt. Aus den Erfahrungen dieser
Modellprojekte profitierte später das Konzept der gemeindenahen Psychiatrie.
Am 1 Januar 1991 trat dann die Psychiatrie-Personalverordnung (PsychPV) in Kraft, in
der, neben anderen Berufsgruppen, wie Ärzten, Psychologen, Ergotherapeuten und
Pflegekräften, auch Sozialarbeiter und Sozialpädagogen “zum Stammpersonal der
veränderten psychiatrischen Krankenhäusern” gezählt wurden. Sozialtherapeutisches
Kompetenztraining und sozialtherapeutische Einzelfallhilfe bzw. Gruppenarbeit zählten zu
den Arbeitsaufgaben, die die PsychPV für Sozialpädagogen und Sozialarbeiter definiert
hatte3. Somit erhielt die Soziotherapie, mit deren Methoden auch schon früher gearbeitet
wurde, durch die PsychPV zuerst im stationären und dann auch im teilstationären Bereich
einen offiziellen Status. (...)

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Verschiedene Definitionen von Soziotherapie

2.1 Allgemeine Definitionen von Soziotherapie bei Wikipedia und deren Abgrenzung voneinander

2.1.1 Sozialtherapie

2.1.2 Soziotherapie

2.1.3 Abgrenzung der beiden Begriffe Soziotherapie und Sozialtherapie voneinander

2.2 Definition bei Pflege-Wiki

2.3 Definition des Begriffes Soziotherapie nach Psychrembel

2.4 Definition des Begriffes Soziotherapie nach Brunnhuber, Frauenknecht und Lieb

2.5 Definition des Begriffes Soziotherapie nach Tölle und Windgassen

2.6 Definitionen des Begriffes Soziotherapie nach Reumschüssel-Wienert, Knoll und Frieboes

2.7 Definition des Begriffes Soziotherapie nach Dörner und Plog

3. Soziotherapie nach SGB V

3.1 ambulante Soziotherapie

3.1.1 Der Begriff ambulante Soziotherapie nach dem SGB V

3.1.2 Ergänzungen zu den Paragraphen des SGB V durch die Soziotherapie-Richtlinien

3.1.2.1 Diagnosen nach dem ICD-10

3.1.2.2 Fähigkeitsstörungen, die als Voraussetzung zur Gewährung von Soziotherapie gelten

3.1.2.3 Beurteilung der Beeinträchtigung des Funktionsniveaus des Patienten anhand der GAF-Skala

3.1.2.4 Inhalte und durchzuführende Maßnahmen, die Soziotherapie nach § 37a SGB V enthält

3.1.2.5 Krankenhausbehandlungsbedürftigkeit

3.1.3 Genehmigungsverfahren für ambulante Soziotherapie

3.1.4 Ergänzungen und Auffassungen zur Soziotherapie nach § 37a SGB V von verschiedenen Autoren

3.1.4.1 Inhalte der ambulanten Soziotherapie nach Bach und Reuster

3.1.4.2 Möglichkeiten der Koordination von Krankenhausbehandlung und ambulanter Versorgung nach Frieboes

3.2 Soziotherapie in der stationären Behandlung

4. Schizophrenie

4.1 Diagnose

4.2 Differentialdiagnose

4.3 Epidemiologie

4.4 Formen der Schizophrenie

4.4.1 Der paranoide Typus

4.4.2 Der hebephrene Typus

4.4.3 Der katatone Typus

4.4.4 Der einfache Typus

4.4.5 Der schizoaffektive Typus

4.5 Krankheitsverlauf

4.5.1 Allgemeine Aussagen über den Krankheitsverlauf

4.5.2 chronisch schwerstkranke Patienten

4.6 Komorbidität

4.7 Erklärungsansätze für Schizophrenie

4.7.1 biologische Faktoren

4.7.1.1 Genetik

4.7.1.2 Neuropathologie

4.7.1.3 Biochemie

4.7.2 psychologische Ursachen

4.7.2.1 Kindheit und Familienmilieu

4.7.2.2 Die Entwicklung spezieller Persönlichkeitstypen während des Aufwachsens des Betroffenen

4.7.2.3 Die manifeste Krankheit

4.7.3 psychosoziokulturelle Ursachen

4.8 Behandlung

4.8.1 stationäre Behandlung

4.8.2 psychopharmakologische Behandlung

4.8.3 psychotherapeutische Maßnahmen

4.8.4 Milieutherapie

4.8.5 ambulante Betreuung

4.8.6 teilstationäre Behandlung

4.8.7 allgemeine Vorhersagbarkeit der Behandlungsergebnisse

5. Soziotherapie bei der Behandlung von Patienten mit Schizophrenie

5.1 Beispiele für die Anwendung von Soziotherapie bzw. soziotherapeutischer Maßnahmen bei der Behandlung von Schizophrenie in der Literatur und Praxis

5.2 Unterschiedlich Ansätze bei der Anwendung von Soziotherapie bei schizophrenen Patienten

5.3 Grundsätzliche Ziele der Soziotherapie bei schizophrenen Patienten

5.4 Aspekte der Soziotherapie und der allgemeinen sozialen Arbeit, die vor allem bei der Arbeit mit schizophrenen Patienten hilfreich sind

5.4.1 soziotherapeutische Hilfen

5.4.2 Angehörigenarbeit

5.4.3 soziale Gruppenarbeit

5.4.3.1 psychoedukative Gruppenarbeit

5.4.3.2 soziotherapeutische Gruppenarbeit

5.4.4 Gemeinwesen-, Gremien- und Öffentlichkeitsarbeit

6. Fragen der Finanzierung und Kritische Betrachtungen

6.1 stationäre Behandlung versus ambulante Behandlung in Bezugnahme auf die Kosten

6.2 Kritische Betrachtung der Soziotherapie

7. Resümee

8. Literaturliste

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit befasst sich mit der gesetzlichen Verankerung und der praktischen Anwendung der Soziotherapie bei chronisch psychisch erkrankten Menschen, wobei die Schizophrenie als zentrales Fallbeispiel dient. Das Ziel ist es, die Entwicklung der Soziotherapie von einem stationären Konzept hin zu einer ambulanten Leistung der gesetzlichen Krankenkassen nach § 37a SGB V zu analysieren, ihre Wirksamkeit zu hinterfragen und die notwendigen Voraussetzungen sowie die Kritikpunkte dieses Versorgungssystems aufzuzeigen.

  • Gesetzliche Grundlagen und Genehmigungsverfahren der Soziotherapie nach § 37a SGB V.
  • Differenzierung zwischen stationärer und ambulanter Soziotherapie.
  • Klinische Symptomatik, Verlauf und Erklärungsansätze der Schizophrenie.
  • Anwendungsbeispiele soziotherapeutischer Methoden bei Schizophrenie (z.B. Milieutherapie, Gruppenarbeit).
  • Kritische Diskussion zur Finanzierung, Indikationsstellung und Versorgungsqualität.

Auszug aus dem Buch

4.4.1 Der paranoide Typus

Dieser Typus ist der, der am weitesten verbreitet ist. Der Großteil der Fälle dieser Variante der Schizophrenie tritt in der Pubertät des Patienten auf. Es kann aber auch geschehen, dass sich eine paranoide schizophrene Psychose erst mit 40 oder 50 Jahren das erste mal manifestiert. Im Normalfall kann gesagt werden, dass Patienten, die am paranoiden Typus der Schizophrenie erkrankt sind, die intelligentesten schizophrenen Patienten sind.

Typisch für diese Verlaufsform ist ein misstrauisches Verhalten des Patienten, der auch dazu neigt, Dinge und Ereignisse in einer für ihn selbst herabsetzenden Art und Weise fehlzudeuten. Dies bedeutet z.B., dass er eine geringe Meinung von sich selbst besitzt und deshalb jede Äußerung und Haltung der Menschen aus seiner direkten Umgebung als Bestätigung dafür sieht, dass sie ähnlich über ihn denken, wie er über sich selbst. Das er über sich selbst so denkt, will er sich jedoch nicht eingestehen und projiziert es deshalb auf die Menschen in seinem Umfeld z.B. Arbeitskollegen oder Familienangehörige.

Arieti nennt zur Veranschaulichung das Beispiel eines Patienten, der glaubt, dass seine Arbeitskollegen von ihm denken, er wäre homosexuell und ihn deshalb, wenn sie über ihn reden nur als „sie“ bezeichnen. Dieser Glaube ist nach einer Weile sogar so tief in ihm verwurzelt, dass er glaubt, dies sogar akustisch wahrzunehmen. Irgendwann entwickelt sich der Wahn des Patienten dann in die Richtung, dass er wirklich alles in seiner Umgebung auf seine wahnhafte Vermutung bezieht. Dieses, für eine paranoide Schizophrenie typische, Verhalten wird auch als Bedeutungsausbreitung bezeichnet. Er fühlt sich dann in vielen Fällen als das Opfer von Verschwörungen und Komplotten gegen ihn. Der Patient neigt dazu, Verschwörer überall zu vermuten und die Anzeichen ihrer Anwesenheit erkennt er nun in jeder alltäglichen Trivialität.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt den historischen Kontext der psychiatrischen Versorgung in Deutschland und die schrittweise Etablierung der Soziotherapie als gesetzliche Kassenleistung.

2. Verschiedene Definitionen von Soziotherapie: Untersucht die begriffliche Unschärfe und synonyme Verwendung von Soziotherapie und Sozialtherapie durch verschiedene Fachautoren und Quellen.

3. Soziotherapie nach SGB V: Analysiert den rechtlichen Rahmen, die spezifischen Voraussetzungen für die ambulante Soziotherapie sowie das Genehmigungsverfahren durch Krankenkassen.

4. Schizophrenie: Erläutert das Krankheitsbild der Schizophrenie, ihre Formen, Verläufe sowie verschiedene Erklärungsansätze und Behandlungsmethoden.

5. Soziotherapie bei der Behandlung von Patienten mit Schizophrenie: Konzentriert sich auf konkrete methodische Ansätze wie Gruppenarbeit und Angehörigenarbeit bei schizophrenen Patienten.

6. Fragen der Finanzierung und Kritische Betrachtungen: Diskutiert die Kostenverhältnisse zwischen stationärer und ambulanter Behandlung sowie systembedingte Mängel in der Versorgung.

7. Resümee: Zieht eine Bilanz über den Status quo der Soziotherapie als notwendiges, aber noch ausbaufähiges Instrument der sozialpsychiatrischen Arbeit.

8. Literaturliste: Listet die verwendeten Fachquellen und Internetverweise auf.

Schlüsselwörter

Soziotherapie, Schizophrenie, SGB V, Sozialarbeit, Psychiatrie, Psychotische Erkrankungen, ambulante Versorgung, Rehabilitation, Milieutherapie, Gesundheitssystem, Krankenkassen, Soziale Funktionsstörungen, Psychosoziale Intervention, Versorgungsforschung, Psychiatrie-Enquête

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit befasst sich mit der Soziotherapie als wichtigem Pfeiler der psychiatrischen Versorgung und ihrer spezifischen Anwendung bei chronisch schizophrenen Erkrankungen im Rahmen des deutschen Sozialgesetzbuches.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit beleuchtet die Definition des Begriffs Soziotherapie, die rechtlichen Voraussetzungen nach § 37a SGB V, das Krankheitsbild der Schizophrenie sowie die praktische Ausgestaltung soziotherapeutischer Interventionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Analyse der soziotherapeutischen Rahmenbedingungen, die Bewertung ihrer Wirksamkeit bei der Vermeidung von stationären Klinikaufenthalten und die Aufdeckung kritischer Defizite im aktuellen Versorgungssystem.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung auf Basis einer umfangreichen Literaturanalyse, die Fachliteratur, psychiatrische Richtlinien, Gesetzestexte und empirische Studien integriert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit den rechtlichen Anforderungen an die ambulante Soziotherapie, eine medizinisch-psychologische Einordnung der Schizophrenie sowie eine Darstellung konkreter soziotherapeutischer Interventionsformen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Soziotherapie, Schizophrenie, Sozialgesetzbuch V (SGB V), Sozialpsychiatrie, Rehabilitation und Compliance.

Warum gibt es Schwierigkeiten bei der Definition von Soziotherapie?

Die Begriffe Soziotherapie und Sozialtherapie wurden in der Vergangenheit oft synonym verwendet, und es mangelt an einer einheitlichen wissenschaftlichen Fundierung, was zu unterschiedlichen Auslegungen in der Praxis führt.

Wie bewertet der Autor das derzeitige Versorgungssystem?

Der Autor bewertet die Soziotherapie zwar als wertvollen Schritt in die richtige Richtung, kritisiert jedoch die unzureichende flächendeckende Versorgung, die hohen Ablehnungsquoten durch Krankenkassen und die fehlende gesetzliche Festschreibung eines einheitlichen Berufsbildes für Soziotherapeuten.

Welche Rolle spielt die GAF-Skala in der Arbeit?

Die GAF-Skala (Global Assessment of Functioning) dient als entscheidendes Instrument zur Beurteilung des Funktionsniveaus des Patienten; sie ist Voraussetzung dafür, ob ein Patient Anspruch auf die Genehmigung einer ambulanten Soziotherapie hat.

Was ist das Problem bei der „Drehtürpsychiatrie“?

Die sogenannte Drehtürpsychiatrie beschreibt das Phänomen häufiger Rückfälle und wiederholter stationärer Aufenthalte; ambulante Soziotherapie soll dies durch stabilisierende Maßnahmen und die Koordination der Nachsorge abmildern.

Final del extracto de 71 páginas  - subir

Detalles

Título
Soziotherapie bei chronisch psychischen Erkrankungen am Beispiel Schizophrenie
Universidad
University of Applied Sciences Merseburg
Autor
Thomas Werner (Autor)
Año de publicación
2008
Páginas
71
No. de catálogo
V94340
ISBN (Ebook)
9783640103102
Idioma
Alemán
Etiqueta
Soziotherapie Erkrankungen Beispiel Schizophrenie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Thomas Werner (Autor), 2008, Soziotherapie bei chronisch psychischen Erkrankungen am Beispiel Schizophrenie, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94340
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