Wenn man die Geschichte des Täufertums im 16. Jahrhundert vollständig beschreiben wollte,
wäre es unumgänglich, allen zu dieser Zeit vorherrschenden gesellschaftlichen, d.h. politischen
und kirchlichen Entwicklungen, revolutionären Strömungen und geisteswissenschaftlichen
Auseinandersetzungen Rechnung zu tragen. Das wirft jedoch die Frage auf, ob man in
diesem Fall aufgrund des äußerst komplexen Sachverhaltes nicht in die Verlegenheit gerät,
sich in Einzelfragen zu verzetteln und damit den Überblick für das „große Ganze“, den Gesamtablauf
der Ereignisse zu verlieren.
Ich habe mich aus diesem Grund dafür entschieden, am Beispiel der zwei Städte Augsburg
und Münster aufzuzeigen, wie unterschiedlich sich das Täufertum in jener Zeit manifestierte
bzw. entwickelte. [...]
Inhaltsverzeichnis
- Vorwort
- Einleitung
- Die Täufer in Augsburg von 1524 bis 1537
- Arme und Unterprivilegierte proben den Aufstand
- Städtische Unruhen greifen auf das Augsburger Umland über - Erste Revolten der Bauern
- Auswirkungen des Abendmahlsstreits auf die Augsburger Kirchenszene
- Die Täufer in Augsburg
- Ludwig Hätzer
- Balthasar Hubmaier
- Hans Denck
- Hans Hut
- Renaissance der Täufergemeinden nach dem Reichstag von 1530
- Die Täufer Jos Riemer, Hans Kendtner und Sixt Bartholomäus
- Ab 1535: Keine nennenswerten täuferischen Aktivitäten mehr in Augsburg
- Das Täuferreich von Münster (1534-1535)
- Deutschland am Ende des dritten Jahrzehnts im 16. Jahrhundert
- Das Bistum Münster im Jahr 1529
- Die demografische und machtpolitische Situation bis 1529
- Die Anfänge der evangelischen Bewegung
- Bernhard Rothmann: Wegbereiter der Reformation in Münster
- Die evangelische Fraktion beginnt sich unter Rothmann zu formieren
- Die Reformation setzt sich in Münster durch
- Bischof Franz von Waldeck bekämpft die Stadt - Friedensvertrag von Dülmen 1533
- Das Täufertum beginnt in der Stadt Fuß zu fassen
- Münster wird Täuferstadt
- Die Täufer-Theokratie zu Münster
- Gütergemeinschaft der münsterschen Täufer - Einführung der Polygamie durch Jan van Leiden
- Münster wehrt ersten großen Angriff der bischöflichen Truppen ab
- Jan van Leiden wird „König von Zion“ und sendet seine Apostel aus
- Das Ende Münsters, des “Königs“ und eines Wahns
- Abkürzungen und Belagerung der Stadt durch den Bischof
- Jan Matthys stirbt und Jan van Leiden übernimmt die Führung der Stadt
- Bischof Franz von Waldeck sucht Verbündete
- Literatur
- Zeittafel
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Magisterarbeit untersucht das Täufertum des 16. Jahrhunderts in Augsburg und Münster und stellt die unterschiedlichen Manifestationen dieser Bewegung in den beiden Städten dar.
- Soziale und politische Bedingungen des Täufertums
- Einfluss des Abendmahlsstreits auf die Täuferbewegung
- Theologische Strömungen und Lehren der Täufer
- Konflikte mit der etablierten Kirche und den städtischen Behörden
- Entwicklung und Fall des Täuferreichs von Münster
Zusammenfassung der Kapitel
- Die Einleitung stellt das Täufertum in den Kontext der Reformationszeit und skizziert die Forschungsgeschichte zum Thema.
- Das erste Kapitel befasst sich mit den Täufern in Augsburg von 1524 bis 1537 und beleuchtet die soziale und politische Situation, die zur Entstehung der Bewegung beitrug. Es werden die wichtigsten Akteure, wie Ludwig Hätzer, Balthasar Hubmaier und Hans Denck, vorgestellt und die Entwicklung der Täufergemeinden in Augsburg nachgezeichnet.
- Das zweite Kapitel widmet sich dem Täuferreich von Münster in der Zeit von 1534 bis 1535. Es beschreibt die politische und soziale Situation in Münster, die Anfänge der evangelischen Bewegung, und den Aufstieg des Täufertums in der Stadt. Die Bildung der Täufer-Theokratie unter Jan van Leiden und die militärische und politische Auseinandersetzung mit dem Bischof von Münster werden ebenfalls behandelt.
Schlüsselwörter
Täufertum, Reformation, Augsburg, Münster, Anabaptisten, Abendmahlstreit, soziale und politische Bedingungen, Theokratie, Jan van Leiden, Bernhard Rothmann, Ludwig Hätzer, Balthasar Hubmaier, Hans Denck, Hans Hut.
Häufig gestellte Fragen
Was war die „Radikale Reformation“?
Ein Teil der Reformationsbewegung (Täufertum), die radikalere Forderungen als Luther stellte, wie die Erwachsenentaufe und die Trennung von Kirche und Staat.
Was geschah im Täuferreich von Münster?
Zwischen 1534 und 1535 errichteten Täufer eine Theokratie in Münster, führten die Gütergemeinschaft und die Polygamie ein, bevor sie gewaltsam besiegt wurden.
Wer war Jan van Leiden?
Er war der Anführer der Täufer in Münster und ließ sich selbst zum „König von Zion“ krönen.
Wie unterschied sich das Täufertum in Augsburg?
In Augsburg war die Bewegung weniger militant als in Münster und stärker durch soziale Unruhen und theologische Debatten (z. B. Abendmahlsstreit) geprägt.
Wer waren wichtige Augsburger Täufer?
Bekannte Namen sind Hans Denck, Balthasar Hubmaier und Hans Hut, die die Täufergemeinden in der Stadt maßgeblich beeinflussten.
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- M. A. Bernd Dahlenburg (Author), 1999, Die radikale Reformation - Täufer des 16. Jahrhunderts in Augsburg und Münster, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94360