Der westdeutsche Arbeitsmarkt 1960-1990 - Strukturwandel der Erwerbstätigkeit, Beschäftigung und Arbeitslosigkeit


Magisterarbeit, 2007

143 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhalt

I. ABBILDUNGSVERZEICHNIS

II. TABELLENVERZEICHNIS

III. ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

1 EINLEITUNG, VORBEDINGUNGEN UND PROBLEMSTELLUNG
1.1 ANLASS DER ARBEIT
1.2 AUFBAU UND ÜBERBLICK
1.3 ABGRENZUNG VON ANDEREN ARBEITEN ZU DIESEM THEMA
1.4 BEGRIFFLICHE DEFINITIONEN
1.4.1 Definition der Begriffe Beschäftigung und Arbeitslosigkeit
1.4.2 Definition des Begriffs Strukturwandel
1.5 FORSCHUNGSFRAGEN UND METHODISCHES VORGEHEN

2 DER SONDERFALL WIRTSCHAFTSWUNDER IN DEN 1950ER JAHREN
2.1 DIE AUSGANGSSITUATION NACH DEM 2. WELTKRIEG
2.2 DIE ARBEITSMARKTENTWICKLUNG IN DER FRÜHEN BUNDESREPUBLIK
2.3 DIE SOZIALE MARKTWIRTSCHAFT
2.4 DER BEGINN DER MIGRATION IN DIE BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
2.5 „BRAIN DRAIN“ AUS DER DDR
2.6 HOCHKONJUNKTUR IN DER ZWEITEN HÄLFTE DER 1950ER JAHRE
2.7 STRUKTURELLE WANDLUNGSPROZESSE VON 1950 BIS 1960

3 ARBEITSMARKT UND BESCHÄFTIGUNG IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND IN DEN JAHREN VON 1960 - 1990
3.1 DER ARBEITSMARKT VON 1960 BIS ZUR ERSTEN REZESSION IM JAHR 1967
3.1.1 Sektoraler Strukturwandel zwischen 1960 und 1967
3.1.1.1 Sektoraler Strukturwandel in der Land- und Forstwirtschaft
3.1.1.2 Sektoraler Strukturwandel im verarbeitenden Gewerbe
3.1.1.3 Sektoraler Strukturwandel im Dienstleistungssektor
3.1.2 Sozialer Strukturwandel zwischen 1960 und 1967
3.1.3 Technologischer und betriebsorganisatorischer Strukturwandel zwischen 1960 und 1967
3.1.4 Regionaler Strukturwandel zwischen 1960 und 1967
3.1.5 Zusammenfassung des Arbeitsmarktangebots und der Arbeitsmarktnachfrage zwischen 1960 und 1967
3.1.6 Die Ausweitung der Migration 1960 - 1967
3.2 DAS ENDE DES WIRTSCHAFTSWUNDERS - DER ARBEITSMARKT VON DER REZESSION BIS ZUR ÖLKRISE 1973
3.2.1 Sektorale Strukturwandelprozesse zwischen 1967 und 1973
3.2.2 Soziale Strukturwandelprozesse zwischen 1967 und 1973
3.2.3 Technologischer und betriebsorganisatorischer Strukturwandel zwischen 1967 und 1973
3.2.4 Regionaler Strukturwandel zwischen 1967 und 1973
3.2.5 Arbeitskräfteangebot und Arbeitskräftenachfrage von 1967 bis 1973
3.3 DER ARBEITSMARKT VON DER ÖLKRISE 1973 BIS ZUR REZESSION 1981 BZW. ENDE DER SOZIALLIBERALEN KOALITION 1982
3.3.1 Sektorale Strukturwandelprozesse 1973 - 1982
3.3.2 Der soziale Strukturwandelprozess 1973 - 1982
3.3.3 Der technologische Strukturwandel von 1973 bis 1982
3.3.4 Der betriebsorganisatorische Strukturwandel von 1973 bis 1982
3.3.5 Regionale Strukturwandelprozesse von 1973 bis 1982
3.3.6 Arbeitsmarktangebot und Arbeitsmarktnachfrage von 1973 bis 1982
3.3.7 Migration in den Jahren 1973 bis 1982
3.4 DER ARBEITSMARKT UNTER DER REGIERUNG KOHL VON 1983 BIS ZUM MAUERFALL 1989
3.4.1 Der sektorale Strukturwandelprozess 1983 - 1989
3.4.2 Der soziale Strukturwandelprozess 1983 - 1989
3.4.3 Der technologische Strukturwandelprozess 1983 - 1989
3.4.4 Der betriebsorganisatorische Strukturwandelprozess 1983 - 1989
3.4.5 Regionale Strukturwandelprozesse 1983 - 1989
3.4.6 Arbeitsmarktangebot und Arbeitsmarktnachfrage von 1983 bis 1989
3.4.7 Migration nach Deutschland von 1983 bis 1989
3.5 ZUSAMMENFASSUNG DER BEZIEHUNGEN ZWISCHEN STRUKTURWANDEL-PROZESSEN UND ARBEITSMARKT
3.5.1 Die Phasen der verschiedenen Strukturwandelprozesse
3.5.2 Die Bedeutung von Strukturwandelprozessen für den Arbeitsmarkt

4 DIE BEDEUTUNG DER ARBEITSLOSIGKEIT FÜR DIE ALTE BUNDESREPUBLIK VON BIS 1990
4.1 DIE VERSCHIEDENEN THEORIEN ZUR ARBEITSLOSIGKEIT
4.1.1 Der neoliberale Erklärungsansatz zur Arbeitslosigkeit
4.1.2 Der keynesianische Erklärungsansatz zur Arbeitslosigkeit
4.1.3 Die Theorie vom Ende der Erwerbsarbeit
4.1.4 Der marxistische Erklärungsansatz zur Arbeitslosigkeit
4.1.5 Weitere Theorien der Arbeitslosigkeit
4.2 DER ZUSAMMENHANG ZWISCHEN STRUKTURWANDELPROZESSEN UND MISMATCH ARBEITSLOSIGKEIT
4.2.1 Mismatch im Bereich Bildung und Qualifikation
4.2.2 Mismatch im Bereich berufliche Erwartungen
4.2.3 Mismatch im Bereich zeitliche Flexibilität
4.2.4 Mismatch im Bereich Mobilität
4.2.5 Freiwillige Arbeitslosigkeit
4.3 POLITISCHE GEGENMAßNAHMEN ZUR ARBEITSLOSIGKEIT SEIT 1973
4.3.1 Die passive Arbeitsmarktpolitik
4.3.2 Die aktive Arbeitsmarktpolitik
4.3.3 Konjunkturfördende Politik
4.4 DIE BEDEUTUNG DER ARBEITSLOSIGKEIT VON 1973 BIS 1990 FÜR DIE GESELLSCHAFT

5 NEUE THEORIEN ZUR ARBEITSLOSIGKEIT UNTER BERÜCKSICHTIGUNG DER VERSCHIEDENEN STRUKTURWANDELPROZESSE
5.1 DAS QERU-MODELL
5.2 DER SOZIALHISTORISCHE ANSATZ ZUR ARBEITSLOSIGKEIT
5.3 AUSWERTUNG DER EINLEITENDEN THESEN

6 FAZIT

7 LITERATURVERZEICHNIS

Vorwort

Zu Beginn möchte ich mich bei den folgenden Personen für ihre Unterstützung bedanken. Dies ist mir besonders wichtig, da einige von ihnen bereits zu der Erstellung meiner zeitlich direkt vorausgegangenen Diplomarbeit beigetragen haben und nun unter Zeitdruck noch kurzfristiger agieren mussten. Daher nochmals ein besonderer Dank meinerseits:

Meiner Freundin Eszter Hunyor, die den Stress einer Abschlussprüfung bei Berufstätigkeit unmittelbar zum zweiten Mal in Folge ertragen musste und mir trotzdem mit aller Kraft und Unterstützung zur Seite stand.

Meinen Betreuern Herrn Prof. Dr. Werner Plumpe und Herrn Prof. Dr. Andreas Fahrmeir sowie meinen weiteren Prüfern Herrn Prof. Dr. Eckard Lobsien und Prof. Dr. Ulrich Keller, einerseits für die Ermöglichung von interessanten Themen für die Magisterarbeit sowie - prüfungen, vor allem jedoch für Ihre große Unterstützung beim Vorziehen des Prüfungsverfahrens.

Meinen Korrekturlesern Frau Andrea Böhm, Herrn Wedigo von Wedel, Frau Nadine Grauer, Frau Gisela Lohrey und Frau Isabell Ritz für das redaktionelle Überarbeiten.

Meinen Kollegen Herrn Oliver Urlaub und Herrn Reiner Schubert für die nochmalige terminliche und organisatorische Unterstützung durch die Firma SBU - Schulungszentrum Barkow & Urlaub, die sich durch eine sehr erfreuliche Auftragslage wesentlich problematischer als zur Zeit der Diplomarbeit herausstellte.

Vor allem widme ich diese Arbeit im Bensonderen den durchschnittlich verbleibenden 20% Kursteilnehmern unseres Schulungsunternehmens im FbW-Bereich, die wir bislang nach Abschluss eines unserer Trainings nicht in Arbeit vermitteln konnten. Ich hoffe, dass mein Engagement im Bereich Berufliche Bildungsforschung und die daraus gewonnenen Erkenntnisse langfristig zu noch höheren Vermittlungsquoten führt.

I. Abbildungsverzeichnis

Abb. 1 - Vergleich der Arbeitslosenquote (BA) mit Erwerblosenquote (ILO)

Abb. 2 - Abwanderung von DDR-Bürgern 1952 - 1961

Abb. 3 - Bruttoinlandsprodukt 1951 - 2004

Abb. 4 - Entwicklung der Wochenarbeitszeit 1960 - 2005

Abb. 5 - Erwerbstätige im primären Sektor 1960 - 1967

Abb. 6 - Arbeitnehmer im primären Sektor 1960 - 1967

Abb. 7 - Beschäftigte Arbeitnehmer im verarbeitenden Gewerbe 1960 - 1967

Abb. 8 - Arbeitnehmer im Dienstleistungssektor 1960 - 1967

Abb. 9 - Arbeitnehmer im Öffentlichen Dienst 1960 - 1967

Abb. 10 - Entwicklung der Geburtenziffer 1960 - 2000

Abb. 11 - Entwicklung der Klassenanzahl verschiedener Schultypen 1960 - 1970

Abb. 12 - Magisches Viereck

Abb. 13 - Sektoraler Strukturwandel und Erwerbstätigkeit von 1970 - 2004

Abb. 14 - Erwerbstätigkeit von Frauen 1960 - 2005

Abb. 15 - Eheschließungen und Scheidungen 1950 - 1975

Abb. 16 - Qualifikationsspezifische Arbeitslosigkeit 1970 - 2004

Abb. 17 - Wachstumszyklen bis 2000 nach Kondratieff

Abb. 18 - Ausländische Bevölkerung und Arbeitslosigkeit von 1970 bis 2004

Abb. 19 - Das Vier-Sektoren-Modell 1882 - 2010

Abb. 20 - Erwerbstätige nach Tätigkeitsniveau 1991 - 2010 (Projektion)

Abb. 21 - Übersicht der verschiedenen Strukturwandelprozesse 1949 - 1989

Abb. 22 - Arbeitslose gesamt und prozentual 1975 - 2005

Abb. 23 - Die Ideallohnfunktion im neoklassischen Ansatz

Abb. 24 - Arbeitsstunden pro Jahr je Erwerbstätigen 1970 - 2003

Abb. 25 - Produktivität pro Arbeitsplatz 1991 - 2000

Abb. 26 - Konjunkturelle Arbeitslosigkeit und Sperrklinkeneffekte von 1970 - 2000

Abb. 27 - Entwicklung der Beitragssätze in den Zweigen der Sozialversicherung 1970 - 2006

Abb. 28 - Leistungshöhe von Arbeitslosengeld im Juni 2004

Abb. 29 - Leistungshöhe von Arbeitslosenhilfe im Juni 2004

Abb. 30 - Einnahmen und Ausgaben der BA 1969 bis 2003

Abb. 31 - Arbeitslosenquote ausgewählter Personengruppen 1980 - 1994

Abb. 32 - Das QERU-Modell

Abb. 33 - Sozialhistorische Zusammenhänge auf dem Arbeitsmarkt seit 1973

II. Tabellenverzeichnis

Tab. 1 - Unterschied BA-Konzept zu ILO-Konzept

Tab. 2 - Bevölkerungsentwicklung und Arbeitslosigkeit 1950 - 1959

Tab. 3 - Wachstumsbranchen 1961 - 1970

Tab. 4 - Branchen mit Schrumpfung 1961 - 1970

Tab. 5 - Abgebende Berufsgruppen 1961-1970

Tab. 6 - Aufnehmende Berufsgruppen 1961 - 1970

Tab. 7 - Schulische Abschlüsse Mitarbeiter 1976 - 1987

Tab. 8 - Beschäftigungsveränderungen 1976 - 1985

Tab. 9 - Erwerbstätigkeit von Frauen 1970 - 1988

III. Abkürzungsverzeichnis

Männliche und weibliche Form

In dieser Magisterarbeit wird aus Grund der Vereinfachung der Lesbarkeit nur die männliche Form von Berufsbezeichnungen verwendet, wie z.B. Informatiker. Dennoch sind alle Bezeichnungen geschlechtsneutral zu verstehen und treffen auf Frauen als auch Männer zu.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung, Vorbedingungen und Problemstellung

1.1 Anlass der Arbeit

Der westdeutsche Arbeitsmarkt war zwischen den Jahren 1960 und 1990 einem Pendeln zwischen zwei Extremen ausgesetzt. Nach dem 2. Weltkrieg und dem sich anschließenden Wiederaufbau folgte durch die Früchte des so genannten Wirtschaftswunders eine Periode der Vollbeschäftigung, in der Arbeitskräfte zu einem so raren Gut geworden waren, dass Produktionsengpässe durch die Anwerbung von migrationswilligen Ausländern gelöst werden mussten. Zum Ende der 1960er Jahre und mit dem Einsetzen der Ölkrise 1973 zeichnete sich der Beginn der heute noch vorhandenen Massenarbeitslosigkeit ab. Gerade durch diesen letzte Punkt gewinnt die vorliegende Arbeit an Aktualität, da sich das wiedervereinigte Deutschland, legt man die Arbeitsmarktzahlen zugrunde, immer noch in einer Phase der Massenarbeitslosigkeit befindet. Der zeitlich aktuelle Bezug birgt aber gleichzeitig die Gefahr den Rahmen der historischen Betrachtung zu verlassen. Aus diesem Grund soll diese Arbeit aus einer gegenwärtigen Perspektive räumlich und zeitlich differenziert werden.

Diese Arbeit beschränkt sich räumlich auf das Gebiet der alten Bundesrepublik Deutschland. Da in der Deutschen Demokratischen Republik von 1949 bis 1990 nach offiziellen Angaben keine Arbeitslosigkeit herrschte, bzw. der Arbeitsmarkt durch Planwirtschaft staatlich gesteuert war, fällt dieses Territorium für die in dieser Arbeit vorliegende Betrachtung heraus. Zeitlich bezieht sie sich auf die Phase der einsetzenden Vollbeschäftigung in den 1960er Jahren. Die 1950er Jahre werden dabei nur kurz als Ausgangspunkt beleuchtet, da diese Dekade mehr von der Restauration als von Strukturwandelprozessen geprägt ist. Die Betrachtung des westdeutschen Arbeitsmarktes endet mit der Erweiterung der alten Bundesrepublik durch die Wiedervereinigung 1990, die wiederum eine Zäsur darstellt: Einerseits liegt dieses Ereignis für eine historische Betrachtung zeitlich noch zu nahe und ist als Prozess nicht abgeschlossen. Andererseits ist der Arbeitsmarkt der neuen Bundesrepublik durch das Hinzukommen der ehemaligen planwirtschaftlich organisierten östlichen Bundesländer nicht unmittelbar mit den bis zu diesem Zeitpunkt vorliegenden Daten vergleichbar.

Strukturell spaltet sich die Arbeit in drei große Blöcke. Zunächst sollen Definitionen, Arbeitsfragen und Methoden zur Beleuchtung des Arbeitsmarktes in den Jahren zwischen 1960 und 1990 aufgestellt werden. Anschließend wird mittels dieser Voraussetzungen der Arbeitsmarkt analysiert. Dafür werden statistische Erhebungen sowie Literatur aus der Arbeitsmarktforschung vor allem der 1970er und 1980er Jahre verwendet. Die vorliegende Arbeit konzentriert sich dabei auf die Abwägung zwischen Arbeitsmarktnachfrage sowie Angebot an Arbeitskräften mit Bezug auf Bildung, Entlohnung, Branchen und Sektoren. Gleichzeitig wird in diesem Kontext die Migration ausländischer Arbeitskräfte nach Deutschland analysiert. Im dritten Teil werden gezielt die verschiedenen Theorien der Arbeitslosigkeit dargestellt und die dazugehörigen Prozesse aufgezeigt. Aus der Betrachtung des Arbeitsmarktes und den Theorien zur Arbeitslosigkeit soll schließlich ein Modell entwickelt werden, das die verschiedenen Mechanismen des Arbeitsmarktes und der Arbeitslosigkeit für den analysierten Zeitraum darstellt. Der Fokus der Arbeit ist dabei ein sozialwissenschaftlich-historischer. Wirtschaftswissenschaftliche oder mathematische Erwägungen spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle. Wirtschaftsmathematische Formeln zur Darstellung der Bewegung auf dem Arbeitsmarkt werden folglich nicht konzipiert. Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es vielmehr, die verschiedenen Strukturwandelprozesse und ihren Einfluss auf den Arbeitsmarkt in positiver, gegebenenfalls auch negativer Richtung darzustellen. Zusätzlich soll die Semantik verschiedener Begriffe aus dem Bereich des Arbeitsmarktes und deren Wandel in der Zeit berücksichtigt werden.

Persönlicher Ausgangspunkt zur Erstellung dieser Arbeit ist die jahrelange berufliche Beschäftigung des Verfassers mit der Fortbildung und damit Wiedereingliederung Arbeitsloser in den so genannten ersten Arbeitsmarkt1. Dies führte zu seinem wissenschaftlichen Interesse an dieser Problematik. Aus diesem Themenbereich liegen bereits zwei weitere Arbeiten des Verfassers vor2. In der vorliegenden Magisterarbeit im Fachbereich Sozialgeschichte wird der Fokus der unten aufgeführten Hauptseminararbeit um die Dynamik des Gesamtarbeitsmarktes erweitert und mit der dem Autor bereits bekannten statistischen

Methodik der angeführten Diplomarbeit vereinigt, um damit einen möglichen Erkenntnisgewinn im Bereich der strukturellen Arbeitsmarktdynamik zu erzielen.

1.2 Aufbau und Überblick

Strukturell gliedert sich die Arbeit in insgesamt fünf Teile. Zunächst werden verschiedene methodische Vorüberlegungen angestellt. Da zu dem Thema Strukturwandel und Beschäftigung bereits Veröffentlichungen vorliegen, die im Kapitel 1.3 beleuchtet werden, muss eine Abgrenzung zu diesen vollzogen werden. Danach erfolgen Begriffsdefinitionen und relevante Arbeitsfragen, die zum Abschluss der Arbeit verifiziert oder falsifiziert werden. Im zweiten Kapitel erfolgt eine kurze Darstellung der Nachkriegssituation bis zum Jahr 1960; sie demonstriert die Ausgangslage für den betrachteten Zeitraum von 1960 bis 1990.

Den ersten Block des Hauptteils bildet das drittel Kapitel, das sich den Veränderungen des Arbeitsmarktes von 1960 bis 1990 widmet. In ihm wird das Zusammenspiel zwischen der Nachfrage nach Arbeitskräften seitens der Arbeitgeber und dem Angebot seitens der Arbeitnehmer dargestellt. Grundlage dafür bildet die Auswertung von statistischem Material. In diesem Kontext werden demographische Daten mit Bezug auf die Arbeitnehmer und deren Bildung und Alter ausgewertet und mit den Vorstellungen der Arbeitgeber verglichen. Zusätzlich werden Themen wie Mismatch3 zwischen den angeführten Vorstellungen, regionalen Unterschieden in der alten Bundesrepublik und der in den 1960er Jahren einsetzenden Migration relevant. Weiterhin erfolgt eine Darstellung des Einfluss der im Verlauf der Arbeit noch zu analysierenden Strukturwandelprozesse auf den bundesdeutschen Arbeitsmarkt im Wandel der Zeiten.

Als zweiter Block erfolgt die spezielle Betrachtung des Übergangs der beiden Extremzustände Vollbeschäftigung in den 1960er Jahren und Massenarbeitslosigkeit seit den 1970er Jahren. Dabei wird die Entwicklung der Arbeitsmarktstatistik in Zusammenhang mit verschiedenen Theorien von neoklassischen Ansätzen über die Ansätze von Keynes4 bis hin zur These vom Ende des Kapitalismus zur Arbeitslosigkeit dargestellt. Auch in diesem Zusammenhang erfolgt eine Analyse des Einflusses von Strukturwandelprozessen, die im Bereich der Arbeitsmarkttheorien von besonderer Bedeutung sind. Ein Umstand, der sich leicht daran erkennen lässt, dass in Form der strukturellen Arbeitslosigkeit eine eigene Theorie vorliegt. Zum Ende dieses Kapitels werden die gewonnenen Erkenntnisse in Form eines grafischen Modells aufbereitet.

Abschließend wird die Beziehung zwischen Strukturwandel und Beschäftigungsverhältnissen in Form eines Fazits zusammengefasst. Ziel ist, einen sozialhistorischen Erklärungsansatz für die Arbeitslosigkeit zu finden und ihn mit anderen Theorien, wie dem neoklassischen oder keynesianischen Ansatz, zu vergleichen.

1.3 Abgrenzung von anderen Arbeiten zu diesem Thema

Betrachtet man den Titel der hier vorliegenden Arbeit, so ist festzustellen, dass es nicht zuletzt bedingt durch die aktuelle Problematik viel wissenschaftliche Literatur zu diesem Thema gibt, oftmals auch mit ähnlichen Themenstellungen. Die wissenschaftlichen Gebiete und zugrunde liegenden Fragestellungen sind dabei aber völlig unterschiedlich. So existiert z.B. aus ökonomischer Sicht die Schrift „Strukturwandel und Beschäftigungsdynamik“5, die zunächst verschiedene Theorien zum Wandel der Beschäftigungsstrukturen und Arbeitslosigkeit nennt, um dann die sozio-ökonomische Transformation in ausgewählten OECD-Ländern mit Hilfe von komplexen Zahlenmodellen berechenbar zu machen. Auf der anderen Seite widmen sich zahlreiche Studien wie „Der westdeutsche Arbeitsmarkt im strukturellen Anpassungsprozeß“6 oder „Strukturwandel und Beschäftigung“7 als Aufsatzsammlungen dem technologischen Strukturwandel im Bezug auf die Arbeitsmarktdynamik. In den politischen Wissenschaften finden sich dagegen oftmals

Analysen der Arbeitsmarktpolitik im Bezug auf Strukturwandelprozesse8 Die angeführten Studien sind zwar als Quellen für verschiedene Thesen interessant, treffen aber jeweils nur in Auszügen die von der vorliegenden Arbeit analysierten Prozesse.

Alleinstellungsmerkmale der vorliegenden Arbeit sind zunächst die semantische Analyse des Begriffes Strukturwandel und damit eine Aufspaltung in verschiedene Formen, die in den nächsten Kapitel vorgenommen wird, sowie unter diesen Voraussetzungen stattfindende Modellbildung. Es wird dargestellt, dass verschiedene Strukturwandelprozesse (z.B. technologische, sektorale, regionale, gesellschaftliche, betriebsorganisatorische) den Arbeitsmarkt und die Arbeitslosigkeit in positiver wie negativer Weise beeinflusst haben. Bisher erschienene Studien fokussieren im Gegensatz dazu lediglich Teilaspekte einzelner Strukturwandelprozesse. Die vorliegende Arbeit strebt an, die ihr vorangestellte Thematik aus historischer Perspektive zu diskutieren und damit neue, da ganzheitliche Aspekte zu beleuchten.

1.4 Begriffliche Definitionen

Um eine Analyse in dieser Form durchführen zu können, ist die Definition themenspezifischer Begriffe Voraussetzung. Dies zeigt sich bei der zu untersuchenden Materie aber als problematisch. In den jeweiligen Dekaden des zu analysierenden Zeitraums sind die relevanten Begriffe unterschiedlich definiert worden. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit zusätzlicher semantischer und sozialpolitischer Analysen.

1.4.1 Definition der Begriffe Beschäftigung und Arbeitslosigkeit

Zwar widmet die vorliegende Arbeit diesen Begriffen jeweils ein eigenes Kapitel, sie sollen aber an dieser Stelle detailliert definiert werden, da sich die meisten Probleme aus missverständlicher Betrachtungsweise ergeben.

Im dritten sowie vierten Kapitel folgen zahlreiche Statistiken zum Arbeitsmarkt des analysierten Zeitraums, unter ihnen befinden sich auch Daten zur Beschäftigung und Arbeitslosigkeit. Beide Begriffe wurden, unter anderem auch aus politischen Gründen, mehrfach umdefiniert. Dies schlägt sich unmittelbar in den verwendeten Statistiken nieder. Normalerweise werden Arbeitslosigkeit und Beschäftigung als Gegensatzpaare verwendet. Wer beschäftigt ist, gilt nicht als arbeitslos. Daraus ergibt sich die Frage, wen man als arbeitslos betrachtet. Je nach Definition ändern sich die statistischen Werte. Dabei spielen unter anderem die wöchentliche Arbeitszeit, Arbeitswilligkeit, Alter, die Meldung beim Arbeitsamt und auch die Teilnahme an Fortbildungs- oder Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen eine nicht zu vernachlässigende Rolle. Abhängig davon, wie scharf hierbei bei verschiedenen Parametern die Trennlinie gezogen oder der Begriff interpretiert wird, kann eine Person, welche über keinen Arbeitsplatz verfügt dennoch formal als nicht arbeitslos gelten. Ein noch arbeitswilliger Rentner ist demzufolge ebenso wenig arbeitslos wie eine nicht bei der Agentur für Arbeit gemeldete Hausfrau.

Beschäftigung definiert sich in Meyers Lexikon folgendermaßen:

„Beschäftigung, allgemein die Tätigkeit, die Erwerbstätigkeit; in der Betriebswirtschaftslehre die Ausnutzung der Kapazität (besonders von Betriebsmitteln); in der Volkswirtschaftslehre der Einsatz der Produktionsfaktoren Kapital und Arbeit.“9

Seit 2005 veröffentlicht der Bund jährlich zwei Statistiken, um die Nichtbeschäftigung in Deutschland grafisch darzustellen. Damit entspricht er der Forderung nach mehr Transparenz im Rahmen der so genannten Hartzgesetze. In diesen Statistiken werden zum einen die Arbeitslosenquote durch die Bundesagentur für Arbeit in der neuesten Definition aus den Sozialgesetzbüchern II und III10, sowie zum anderen die Erwerbslosenquote durch das Statistische Bundesamt, welche auf dem Labour Force Konzept der International Labour Organisation basiert, graphisch dargestellt. Die Unterschiede dieser beiden Prinzipien sind in dieser Tabelle sichtbar:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten11.

Abb. 1 - Vergleich der Arbeitslosenquote (BA) mit Erwerblosenquote (ILO)

Quelle: Sauermann, 2005

Es zeigt sich deutlich, wie die Definition der Begriffe Arbeitslosigkeit und Beschäftigung z.B. seitens der Bundesanstalt für Arbeit die verschiedenen Quoten beeinflusst. Die im Rahmen dieser Arbeit genannten Zahlen und Definitionen stammen zwar aus einem Zeitraum, der hier nicht analysiert werden soll, sie verdeutlichen aber das Problem der Aussagen unterschiedlicher Statistiken. Mitunter beziehen sich statistische Aussagen des Mikrozensus auf Jahrzehnte, in denen mehrfach die Definitionen verändert wurden. Die Vergleichbarkeit und Aussage der Daten werden dadurch zusätzlich erschwert. Methodisch wird allerdings keine Rekonstruktion der Definitionen erfolgen, da dies aus der hier vorliegenden Betrachtungsweise wenig sinnvoll erscheint. Die Abweichungen zwischen den statistischen Daten nach verschiedenen Definitionen bleiben haben in Zahlenform trotz der arbeitsmarktspolitische Relevanz in ihrer jeweiligen Dekade keinen großen Einfluss auf den Zusammenhang mit den verschiedenen später noch zu betrachtenden Strukturwandelprozessen. Dazu ist nach beiden Definitionen die Steigerung der Arbeitslosenquote in den 1970er und 1980er Jahren zu hoch. Ein Vergleich verschiedener Änderungen an den statistischen Methoden der Agentur für Arbeit ab 1973 findet sich unter anderem bei Steiner12. Dennoch soll Rücksicht darauf genommen werden, dass mitunter eine ganzheitliche Statistik mit Vorsicht zu interpretieren ist.

Für die vorliegende Arbeit zeigt sich eine soziologische Sicht der Arbeitslosigkeit angemessen, wie sie im Wörterbuch der Soziologie definiert wird:

„Arbeitslosigkeit bezeichnet im Gegensatz zur Vollbeschäftigung den Zustand, in dem Arbeitsfähige und -willige keine angemessenen entlohnten und zumutbaren Arbeitsplätze finden.“13

Diese Definition wendet sich von der statistischen Definition der BA oder ILO ab und berücksichtigt auch die gesellschaftliche Komponente. Gerade im Bezug zur „angemessenen Entlohnung“ und „Zumutbarkeit“ entwickelt sich im Kapitel 4 die Darstellung der verschiedenen Arbeitsmarkttheorien.

1.4.2 Definition des Begriffs Strukturwandel

Da diese Arbeit nachzuweisen versucht, dass verschiedene Strukturwandelprozesse einen direkten Einfluss auf den Arbeitsmarkt hatten, muss auch dieser Begriff genauer betrachtet werden. Eine aktuelle Definition findet sich bei Schubert:

„Strukturwandel bezeichnet eingetretene Veränderungen oder angestrebte Anpassungen, die nicht nur äußerlich sichtbar sind oder in Details umgesetzt werden, sondern grundsätzlicher Natur sind, d.h. völlig neue Beziehungen (zwischen den einzelnen Elementen) herstellen oder eine völlig neue Ordnung verlangen.“14

Nach dieser allgemeinen Definition erfolgt der Hinweis auf speziellere Formen, wie dem sektoralen, wirtschaftlichen oder regionalen Strukturwandel. Wirtschaftlicher oder sektoraler Strukturwandel bezieht sich dabei vor allem auf Fourastiés15 klassische Theorie der Aufteilung in Produktionssektoren und deren jeweils aufeinander einwirkenden Änderungen (z.B. Abwanderung vom primären Sektor Landwirtschaft zum sekundären Sektor Produktion)16. Regionaler Strukturwandel dagegen bezieht sich auf die Änderungen der Infrastruktur bzw. der wirtschaftlichen Verhältnisse innerhalb einer definierten Region und deren Zusammenhänge. Eine weitere spezielle Definition bezieht sich auf das Verhältnis zwischen Kapital und eingesetzter Arbeitskraft.

Betrachtet man ausschließlich das Auftreten der Begriffe Strukturwandel und Beschäftigung in verschiedenen Publikationen, so zeigt sich bei genauerer Betrachtung, dass verschiedene Strukturwandelprozesse in diesem Zusammenhang mit dem Begriff eines allgemeinen Strukturwandels belegt werden. Dies ist für eine historische Betrachtung verschiedener zeitlicher Strömungen zu unpräzise. Aus diesem Grund sollen diese verschiedenen Prozesse zunächst einzeln definiert werden.

- Technologischer Strukturwandelprozess

In dieser Art von Prozess ändert sich das Arbeitsumfeld der Arbeitnehmer durch die Verwendung neuer Technologien. Der Begriff beschreibt die einsetzenden Technisierungs- und Rationalisierungsmaßnahmen seit dem Fordismus der 1930er Jahre17, welche aber nach dem 2. Weltkrieg nochmals stark zugelegt und mit der Einführung datenverarbeitender Technologien in den letzten zwei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts ihren bisherigen Höhepunkt gefunden haben. Dieser Begriff des technologischen Strukturwandels deckt sich mit Schuberts Definition des Zusammenspiels von Kapital und eingesetzter Arbeitskraft18.

- Sektoraler Strukturwandelprozess

Ähnlich wie bei Fourastié soll der Wandel zwischen den verschiedenen Produktionsfaktoren als eigener Prozess betrachtet werden. Dabei sollen aber wie bereits bei Schäfers die Möglichkeit eines vierten Sektors, die Informationstechnologie, geprüft werden19, da diese falls vorhanden, bereits für den analysierten Zeitraum von 1960 - 1990 bedeutsam sein könnte. Zwar fällt die Einführung des Internets als Informationsmedium breiter Bevölkerungsschichten nicht mehr in diese Phase, die Verwendung des Computers als Arbeitsmittel jedoch durchaus.

- Regionaler Strukturwandelprozess

In den Jahren 1950 - 1990 gab es einige bundesdeutsche Regionen, welche von Förderungsprogrammen oder auch strukturellen Änderungen stark betroffen waren. Dazu gehörte als ein Beispiel der Freistaat Bayern, der sich von einer stark landwirtschaftlich geprägten Region in einen Industriestandort wandelte, oder das Ruhrgebiet, das durch die sinkende Bedeutung der Steinkohle in eine Krise geriet.

- Gesellschaftlicher Strukturwandelprozess

Dieser Prozess beschreibt die Veränderungen im Gesellschaftsbild und der Lebensweise der Menschen. Nach Weymann definiert sich der verwandte Begriff Sozialer Wandel auf drei Ebenen20. Auf der Makroebene ändert sich die Sozialstruktur, auf der Mesoebene die Institutionen und Gemeinschaften sowie auf der Mikroebene die einzelnen Lebensläufe. Im analysierten Zeitraum erfolgt unter anderem eine Veränderung der gesellschaftlichen Werte weg von konservativen Vorstellungen, die noch in den 1950er Jahre gültig waren. Gleichzeitig ändern sich Parameter wie Einkommen, soziales Millieu und Klassenzugehörigkeit, Wohnverhältnisse sowie Bildung. Die vorliegende Arbeit betrachtet beide Begriffe als deckungsgleich und versucht zu klären, inwieweit gesellschaftliche Veränderungen Einfluss auf den Arbeitsmarkt hatten.

- Betriebsorganisatorischer Strukturwandel

Ein weiterer in den 1970er Jahren einsetzender Prozess war ein Strukturwandel, der, vergleichbar mit den Rationalisierungen im technischen Bereich, auch innerbetriebliche Strukturen in Frage stellte. Durch die Einführung und Entwicklung neuer Managementmethoden und Beschäftigungskonzepte änderten sich innerbetrieblich gewachsene Strukturen. Alte hierarchische Systeme wurden langsam durch offenere Strukturen wie Teamarbeit ersetzt. Gerade diese Änderung könnte starke Auswirkungen auf Beschäftigungsverhältnisse und Arbeitsmarkt gehabt haben. Daher soll diese Form des strukturellen Wandels gesondert behandelt werden.

Die aufgeführten fünf strukturellen Wandel werden im Folgenden auf ihre Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und auf ihre Verknüpfung untereinander hin untersucht. Nach Luhmann ist eine Trennung in wirtschaftliche und soziale Prozesse als vollständiges Alleinstellungsmerkmal in dieser Form nicht möglich, da hier ein wirtschaftliches Handeln immer soziales Handeln ist21. Dennoch sollen im Gesamtstrukturwandel die einzelnen Prozesse herausgearbeitet werden, um deren Zusammenspiel zu verdeutlichen.

In diesem Zusammenhang ist die Feststellung Krengels interessant, dass der Begriff der Struktur und des Strukturwandels im Bereich der Betriebswirtschaftslehre in einem Lexikon von 1978 nach einer Jahrzehnte andauernden Pause erstmalig wieder definiert wurde22, was zeigt, dass eine metasprachliche Auseinandersetzung mit dem Begriff vorwiegend auf die Sozialwissenschaften beschränkt war.

Die vorliegende Arbeit geht von einem permanent laufenden, immer präsenten Strukturwandel aus, der sich bereits seit Jahrhunderten abzeichnet und kein Ende findet. Dieser Strukturwandel besteht in seiner Zusammensetzung aus verschiedenen Prozessen, den Strukturwandelprozessen. Diese besitzen unterschiedliche Ausprägungen. In diesem Kapitel wurden fünf Kategorien benannt und für die Untersuchung des veranschlagten Zeitraums methodisch ausgewählt. Der Begriff des Strukturwandels wird in dieser Arbeit grundsätzlich als Strukturwandelprozess verstanden.

1.5 Forschungsfragen und methodisches Vorgehen

Um die vorliegende Arbeit genauer zu strukturieren, werden in diesem Abschnitt mehrere Hypothesen formuliert, die im Verlauf der Arbeit auf ihre Richtigkeit oder Unzulässigkeit überprüft werden. Dies bedingt eine methodische Vorgehensweise. Folgende Forschungsfragen bzw. Hypothesen werden zu Beginn aufgestellt:

- Forschungsfrage 1 : Ist die Massenarbeitslosigkeit ab der Ölkrise 1973 eine Folge verschiedener Formen von Mismatch in den fünf benannten strukturellen Wandlungsprozessen?

In verschiedenen, später in Kapitel 4.1 noch ausgeführten Theorien werden oftmals nur ein oder zwei Gründe als ausschlaggebendes Kriterium für die Entstehung von Arbeitslosigkeit genannt. Der Gesamtprozess wird somit als strukturelle Arbeitslosigkeit zusammengefasst. Diese Vereinfachung wird dem Erachtens des Verfassers dem komplexen Phänomen nicht ausreichend gerecht und muss differenzierter betrachtet werden. In späteren Kapiteln werden daher die strukturellen Wandlungsprozesse aus dem statistischen Material herausgearbeitet und auch zeitgenössische Quellen analysiert.

- Forschungsfrage 2 : Ist diese Form von Mismatch-Arbeitslosigkeit statistisch nachweisbar?

Im vierten Kapitel werden verschiedene Theorien vorgestellt, die sich mit Arbeitslosigkeit beschäftigen. Darunter gibt es auch Theorien, die ein Vorhandensein von struktureller Arbeitslosigkeit insgesamt und damit auch die verfeinerte Form in Einzelprozessen aus der ersten Forschungsfrage bezweifeln23. Daher muss diese Argumentation entkräftet und damit ein Vorhandensein der strukturellen Arbeitslosigkeit statistisch nachgewiesen werden.

- Forschungsfrage 3 : Hat sich die Arbeitsmarktpolitik der alten Bundesrepublik bedingt durch Wünsche aus Wirtschaft, Gewerkschaften und Arbeitnehmerkreisen in eine Richtung bewegt, die Arbeitslosigkeit entstehen lässt?

Die Arbeitsmarktpolitik des Bundes war, wie in einem späteren Kapitel zu sehen sein wird, darauf ausgerichtet, auf dringende Wünsche der Wirtschaft, der Gewerkschaften und der Arbeitnehmer zu reagieren. Als Beispiele sind hier die Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte seit 1955 als Reaktion auf Produktionsengpässe in der Wirtschaft, bzw. Verringerung der Wochenarbeitszeit zu nennen. Waren dies falsche Signale, die zu den sich bis auf die Gegenwart auswirkenden Problemen führten?

- Forschungsfrage 4 : Ist der seit 1973 vorliegende Fall der Massenarbeitslosigkeit ein politisch opportunes oder gar gewolltes Szenario verschiedener Interessengruppen, die eine Änderung des Status Quo fürchten?

In den Jahren zwischen 1973 und 1990 stieg die Zahl der Arbeitslosen nochmals erheblich an und überschritt schließlich die Zweimillionenmarke. Im nicht mehr analysierten Zeitraum der neuen Bundesrepublik bis 2006 stiegen diese Zahlen mit kurzer Entspannung während der New Economy Blase von 1999 bis 2001 auf die Fünfmillionenmarke an. Erst seit dem vierten Quartal 2006 ist erstmalig wieder ein rückläufiger Trend zu verzeichnen. Seit 34 Jahren ist folglich kein dauerhaft wirksames Mittel gegen Massenarbeitslosigkeit gefunden worden, während andere OECD-Länder wie die Vereinigten Staaten, Nordeuropa und Großbritannien ähnliche Probleme zumindest ansatzweise lösen konnten. Es stellt sich dabei die Frage, warum ähnliche Erfolge in Deutschland trotz massiven Einsatzes von Förderprogrammen und aktiver Arbeitsmarktpolitik nicht zu realisieren waren? Mit Hilfe zeitgenössischer Quellen verschiedener Institute wie z.B. dem IAB wird ein Vergleich der langfristigen Arbeitsmarktentwicklung in anderen Ländern angestellt. Dieser Vergleich wiederum dient dazu nachzuweisen, ob in der alten Bundesrepublik notwendige Schritte unterlassen wurden, weil sie mit den wirtschaftlichen oder sozialen Interessen verschiedener Verbände nicht in Einklang zu bringen waren.

- Forschungsfrage 5 : Ist alternativ zu Forschungsfrage 4 die Situation der

Massenarbeitslosigkeit ab 1973 aus dem historischen Gesamtkontext verschiedener Strukturwandelprozesse entstanden und in der Komplexität der sich schnell wandelnden wirtschaftlichen und sozialen Prozesse begründet?

Dieser Ansatz mildert die in Forschungsfrage 4 aufgestellte These, indem er ein unbewusstes Hineingleiten in die Massenarbeitslosigkeit aufgrund verschiedener Strukturwandelprozesse annimmt. Im Rahmen dieser Prozesse versuchte man zu agieren, ein wirksames Verhindern oder gar proaktives Handeln scheint aber unmöglich, da sich die Rahmenbedingungen gegeben durch die Interessen der verschiedenen am Arbeitsmarkt vertretenen Parteien nicht effektiv ändern lassen.

2 Der Sonderfall Wirtschaftswunder in den 1950er Jahren

Ehe man sich mit dem analysierten Zeitraum zwischen 1960 und 1990 beschäftigt, muss die Ausgangsituation geklärt werden.

Die Zeit von 1949 bis 1960 ist für die Bundesrepublik eine Ausnahmezeit, wie sie bisher nicht mehr vorgekommen ist: Innerhalb von zehn Jahren gelang es, ein besiegtes und wirtschaftlich danieder liegendes Land wieder zu einer der führenden Industrienationen aufzubauen. Dabei soll aber das Wirtschaftswunder auf seine Auslöser hin differenziert betrachtet werden. Als Quellen dienen überwiegend Lindlar, Franke sowie Schmuhl.

2.1 Die Ausgangssituation nach dem 2. Weltkrieg

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt war in den vier Besatzungszonen nach der deutschen Kapitulation 1945 zunächst kritisch. Ein großer Teil der arbeitsfähigen Männer, insgesamt 4,3 Millionen, waren gefallen, dazu waren bis Mitte der fünfziger Jahre weitere Hunderttausende in Kriegsgefangenschaft. Ein Teil der Bevölkerung war darüber hinaus aus gesundheitlichen Gründen durch Kriegsverletzungen auch nicht arbeitsfähig. Der Wiederaufbau musste demnach vor allem durch Frauen durchgeführt werden. Durch die Bombardierungen war ein großer Teil der Wohninfrastruktur zerstört. Dennoch übertraf das Tempo der Aufräumarbeiten schon zu Beginn die Schätzungen der Experten, welche Jahrzehnte dafür kalkuliert hatten. Auch die Zerstörung der Industrieanlagen hatte sich im Vergleich zu den Schätzungen in Grenzen gehalten. Nach Schmuhl erreichten die Industrieproduktion in der zweiten Hälfte des Jahres 1945 in der amerikanischen Zone 30% der Vorkriegskapazität24, während die britische 25% vorweisen konnte. Der Wirtschaftskreislauf der französischen Zone dagegen sprang nicht an, da hier große Teile des Wirtschaftsvolumens als Reparationszahlungen nach Frankreich abgeleitet wurden. In der sowjetischen Besatzungszone wurde noch einen Schritt weiter gegangen, da von der Besatzungsmacht nicht nur Reparationen gefordert sondern auch insgesamt 2000 Industrieanlagen demontiert wurden. Das Detmolder Memorandum vom 17. November 1945 sagt aus, dass Deutschland auf einen vorindustriellen Stand zurückgefallen sei. Diese Einschätzung erwies sich jedoch als äußerst pessimistisch. Es gelang zumindest der Industrie in den beiden amerikanischen und britischen Besatzungszonen schnell wieder, eine Güterproduktion anzustoßen. Als problematisch erwiesen sich jedoch in den Folgejahren Faktoren wie Mangel an Energieträgern, die Auflösung sämtlicher Eliten durch die Entnazifizierung und auch der harte Winter des Jahres 1946/47 mit der daraus folgenden Hungersnot.

Eine Zahlung von Sozialleistungen für Arbeitslose war durch die desolate Lage und das Fehlen von entsprechenden Einrichtungen unmöglich. Unter kommunaler Regie bildeten sich Vermittlungsstellen für Arbeit. Später organisierten sich in der amerikanischen und britischen Zone zentrale Arbeitsverwaltungseinrichtungen, welche aber auch erst langsam verschiedenen Problematiken in Angriff nehmen konnten. Im harten Winter von 1946/47 musste die zentrale Verwaltung der britischen Zone in Lemgo den betroffenen Arbeitern von den wegen Energiemangel geschlossenen Betrieben eine Arbeitslosenunterstützung auszahlen. Dabei orientierte sie sich am Gesetz über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung (AVAVG). Auch die amerikanische Militärregierung erließ am 06. Januar 1947 eine ähnliche Regelung zur zumindest ansatzweisen Unterstützung von Arbeitslosen. Weitere Probleme waren ein Überangebot von älteren Männern und Frauen, die sich jedoch für industrielle Schwerstarbeit im Bergbau oder bei der Stahlherstellung nicht eigneten. Junge, kräftige Männer waren Mangelware. Zudem waren die vorhandenen jungen Arbeitskräfte durch den schnellen Einsatz während der letzten Kriegsjahre oftmals gar nicht oder nur rudimentär beruflich ausgebildet. Ein weiteres Problem der Zusammenbruchgesellschaft, das sich später aber als Vorteil erweisen sollte, war zudem der starke Flüchtlingsstrom aus den ehemaligen Ostgebieten. Im Gebiet der alten Bundesrepublik lebten 1946 über 45 Mio. Menschen (zum Vergleich: 1939 lebten 43 Mio. Menschen auf dem gleichen Gebiet). Diese Zahl nahm bis 1950 weiter dramatisch zu. Für die Flüchtlinge war zunächst keine Arbeit auf Dauer vorhanden. Dennoch waren vor allem die Flüchtlinge aus den ehemaligen industriell geprägten Gegenden, wie z.B. Schlesien, langfristig ein wirtschaftliches Potential. In den unmittelbar auf den Krieg folgenden Jahren war dies jedoch noch nicht deutlich abzusehen. Sie wurden vielerorts zunächst nur als zusätzliche Belastung empfunden.

Die Politik der Westmächte war nach Lindlar zunächst nicht auf eine rasche wirtschaftliche Erholung Deutschlands ausgelegt25. Es gab Beschränkungen der logistischen Zusammenarbeit und des Transport zwischen den Zonen bis in das Jahr 1947, obwohl Ludwig Erhard sich bereits 1945 gerade gegen diese wirtschaftliche Einschränkung ausgesprochen hatte. Eben dieses Jahr markiert für viele Zeitzeugen den Durchbruch, als durch die Gründung der Bizone26 aus den beiden angelsächsischen Zonen die Transportbeschränkungen aufgelöst und gleichzeitig wieder größere Strukturen geschaffen wurden. Schmuhl räumt diesem Vorgang mehr Gewicht bei als der wirtschaftlichen Förderung durch den European Recovery Plan (E.R.P.) oder auch als Marshall-Plan bezeichnet, da diese Gelder erst ein Jahr nach Entstehung der Bizone im Herbst 1948 zu fließen begannen27. Zu diesem Zeitpunkt hätte schon über ein Jahr ein spürbarer wirtschaftlicher Aufschwung stattgefunden, der sich ähnlich deutlich auf den Arbeitsmarkt ausgewirkte. Im dem vorausgegangenen Jahr hatte die Währungsunion am 20. Juni 1948 der kriegsbedingten Inflation, dem Schwarzmarkt und dem Horten von Waren ein Ende gesetzt. Diesem entstehenden Wirtschaftsraum schloss sich, wenn auch zunächst zögerlich, die Militärregierung der französischen Besatzungszone an. Durch Übergabe der Frankfurter Dokumente am 01. Juli 1948 an die westdeutschen Ministerpräsidenten ebnete sich der Weg zur Gründung eines demokratischen Staates aus den drei westlichen Zonen. Es erfolgte eine schrittweise Wiederherstellung von Wirtschafts- und Sozialordnung, die schließlich in der formellen Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1949 endete.

Genaue Aussagen über die Zahl an Arbeitslosen in den einzelnen Zonen in dieser Zeit sind schwer zu ermittlen, da durch den Zusammenbruch nur provisorische Verwaltungen seitens der Militärregierungen verwendet wurden. Schmuhl rechnet aber je nach Schätzung von einer Menge von 700.000 bis 1,5 Mio. pro Zone28. Problematisch waren zusätzlich die nur bedingte Einsatzfähigkeit verschiedener Arbeiter sowie die unausgewogene Verhältnismäßigkeit zwischen verschiedenen Berufsgruppen. So stand einem Überangebot an kaufmännischen und verwaltungstechnischen Berufsgruppen ein Mangel an Handwerkern gegenüber. Diese Ausgangslage übernahm die neu entstandene Bundesrepublik.

2.2 Die Arbeitsmarktentwicklung in der frühen Bundesrepublik

Durch das Grundgesetz fielen auf dem Arbeitsmarkt zahlreiche Einschränkungen, die sich aus den Lenkungsvorschriften der Allierten ergeben hatten. Regionale und Landesarbeitsämter waren bereits vor der Gründung der Bundesrepublik entstanden. Nun planten die Regierung Adenauer eine zentrale Einrichtung zur Verwaltung der Arbeitslosen zu schaffen, wie es zuvor die selbständige Reichsanstalt für Arbeitsverwaltung gewesen war. Dadurch sollte auch das Kompetenzgerangel beendet werden, das zwischen städtischen, regionalen und Landesarbeitsämtern entstanden war29. Am 10. März 1952 wurde das Gesetz über die Errichtung einer Bundesanstalt verkündet, die am 01. Mai 1952 ihre Arbeit aufnahm.

Zu Beginn der Tätigkeit sah sich diese Behörde mit folgenden Problemen konfrontiert: Es gab trotz der Aufbauphase einen nicht unerheblichen Prozentsatz an Arbeitslosen, was unter anderem durch den hohen Anteil an Flüchtligen bedingt war. 1950 lag die Arbeitslosigkeit immer noch bei 10,4% bei einer Wohnbevölkerung von 46,9 Mio. (1939: 43 Mio.). Die Wohnbevölkerung nahm über die gesamten 1950er Jahre stetig zu, einerseits durch die Heimkehr von Kriegsgefangenen, andererseits durch das Übersiedeln von Bürgern aus der ebenfalls neu gegründeten DDR in die BRD. Darüber hinaus setzte nach Kriegsende ein Baby Boom ein, der erst mit der Einführung der Pille Mitte der 1960er Jahre abflaute. Den Verlauf von Bevölkerungswachstum, Erwerbsquote und Arbeitslosigkeit zeigt die folgende Tabelle:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 2 - Bevölkerungsentwicklung und Arbeitslosigkeit 1950 - 1959

Quelle: Franke, 1990

Es ist deutlich zu sehen, dass trotz des Wachstums der Bevölkerung von 46,9 auf 51,6 Mio. die Arbeitslosenquote von 10,4 auf 2,5% fällt. Dieser Vorgang ist es, der das Wirtschaftswunder so bemerkenswert macht. Ausgangssituation für die junge Bundesrepublik war dabei ein hohes Potenzial an Arbeitskräften, billige Löhne und noch funktionierende Industrieanlagen. Etwa 80-85% der Industrieanlagen im westlichen Gebiet waren vom Krieg verschont geblieben und durchaus auf einem modernen Stand30. Nach Kapitalisierung der Arbeitgeber konnte bald ein hoher Produktionsausstoß erreicht werden. Vorteilhaft erwies sich zudem, dass sich bedingt durch den Koreakrieg von 1950 - 1953, weltweit eine starke Nachfrage nach verschiedenen Gütern wie Küchengeräte, Waschmaschinen oder Autos einsetzte31. Dabei konnten sich deutsche Produkte schnell vorteilhaft auf dem Weltmarkt positionieren. Einen weiteren Grund für den Boom sieht Schmuhl in Deutschlands erneuten Setzen auf einen langfristigen Wachstumspfad, welcher 1914 verlassen wurde32. Renten und Löhne blieben über Jahre hinweg bescheiden. Eine Sozialhilfe existierte noch nicht. Gleichzeitig war die Wochenarbeitszeit relativ hoch33, wobei in vielen Brachen eine Samstagsarbeit üblich war. Gleichzeitig setzte in manchen Gruppen ein gewisser Wohlstand ein, der Berufstätige zusätzlich motivierte mehr zu arbeiten um sich Konsumwünsche zu erfüllen. Diese Faktoren ließen bei gleichzeitigem Wachstum der Bevölkerung bis 1955 die Arbeitslosenquote auf die Hälfte schrumpfen.

Diese Situation zeigte sich allerdings regional unterschiedlich. Als Fehlentscheidung schien es sich zunächst zu erweisen, Flüchtlinge in landwirtschaftlich geprägten Räumen anzusiedeln. Die Bundesregierung dachte, auf dem Land wäre eine bessere Versorgung möglich als in den zerstörten Städten. Gerade in den klassischen Flüchtlingsländern Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein erreichte die regionale Arbeitslosigkeit hohe Werte. Flüchtlinge waren unter den Arbeitslosen stark vertreten. Um diesem Sachverhalt entgegen zu wirken, förderte die neue Bundesanstalt die so genannte Binnenmigration.

2.3 Die Soziale Marktwirtschaft

Die wirtschaftliche Leitidee der Bundesrepublik basiert auf den Theorien von Wilhelm Röpke, und Walter Eucken34. Durch den Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard wurde dieses Konzept unter der Adenauer-Regierung als Gegenentwurf zum von der SPD geforderten Sozialismus umgesetzt. Die Bundesregierung versuchte neben der kapitalistischen Marktwirtschaft, die als unsozial empfunden wurde, und der starren sozialistischen Planwirtschaft einen dritten Weg zu gehen. Sie wollte eine staatlich garantierte Wettbewerbsordnung bei einem gleichzeitig funktionsfähigen Preissystem unter Beibehaltung des marktwirtschaftlichen Konkurrenzgedankens und offener Märkte. Einen wichtigen Beitrag zum Wirtschaftswunder leistete auch die staatliche Umverteilung von erwirtschafteten Gewinnen durch Steuern und Abgaben. Diese Gedanken entsprechen der ordoliberalistischen Wirtschaftspolitik, d.h. im Interesse der Allgemeinheit greift der Staat lenkend in das Wirtschaftsgeschehen ein und erhält dadurch eine starke Stellung. Dieses trotz Widerständen durchgesetzte Wirtschaftskonzept zeigte sich in den 1950er Jahren als sehr erfolgreich, obwohl wichtige Parameter wie z.B. die Bildung von illegalen Unternehmenszusammenschlüssen oder unlauterem Wettbewerb erst in Nachbesserungen wie dem Kartellgesetz von 1958 festgelegt werden konnten. Ein großer Teil des Wirtschaftswunders wird als Folge der sozialen Marktwirtschaft gesehen35, auch wenn Kritiker meinen, dass der Staat in der Hochkonjunktursituation der 1950er Jahre kaum hätte lenkend eingreifen müssen und dem bereits erwähntem Koreaboom eine wesentlich größere Rolle zuschreiben. Dennoch kann der Regierung eine gezielte wirtschaftspolitische Vorgehensweise nicht abgesprochen werden. Schmuhl stellt jedoch eher dämpfende als steigernde Maßnahmen in den 1950er Jahren durch Erhard fest, da die Dynamik der Hochkonjunktur drohte sich nicht mehr einschränken zu lassen36. Erhard gelang eine Dämpfung des zu stark expandierenden Marktes jeweils 1956 und 1961 mit den Maßhalteappellen, welche Konsumenten, Betriebe und Gewerkschaften zur Zurückhaltung bei Konsumverhalten, Preiserhöhungen und Lohnforderungen aufforderte. Es gelang ihm dadurch, das ausufernde Wachstum zu dämpfen.

Nach Abelshauser hat es insgesamt nach Zweiten Weltkrieg wirtschaftlich weder einen Neuanfang noch eine Restauration gegeben, da die junge Bundesrepublik zwar an Traditionen der Vorjahre angeknüpft hat, schließlich aber durch die soziale Marktwirtschaft einen eigenen, neuen Weg fand37.

2.4 Der Beginn der Migration in die Bundesrepublik Deutschland

Bereits 1954 war abzusehen, dass gerade in weniger beliebten Arbeitsbereichen auf lange Sicht ein Arbeitskräftemangel vorliegen würde. Eine Folge davon waren Überlegungen, ausländische Arbeitskräfte nach Deutschland immigrieren zu lassen. Dies bedeutete für die Gesellschaft eine sozio-kulturelle Neuorientierung, da Deutschland über Jahrhunderte ein Auswanderungsstaat war. Der Tradition folgend verließen in den ersten Jahren nach dem 2. Weltkrieg verließen viele Deutsche aus Arbeitsmangel das Land. Ähnlich wie in den vorhergehenden Jahrhunderten gründeten deutsche Auswanderer in Australien und den USA eine neue Existenz. Dieser Trend endete 1952, als sich abzeichnete, dass langfristig wieder ausreichend Arbeitsplätze verfügbar wären. Da es bereits 1954 abzusehen war, dass in wenigen Jahren die laufende Konjunktur mit inländischen Arbeitskräften allein nicht mehr zu befriedigen sei, bot die italienische Regierung Arbeiter für die Landwirtschaft an. Erhard verhandelte im November 1954 über die Entsendung von 100.000 - 200.000 Landarbeitern. Diese Verhandlungen waren in der Bevölkerung als auch bei der Opposition nicht sehr beliebt, da zu diesem Zeitpunkt immer noch 928.000 Deutsche arbeitslos waren. Dem standen nur 200.000 offene Stellen gegenüber. Erhards Erwägungen zielten aber auf zukünftige Lohnentwicklungen, da die Arbeit zunehmend teurer wurde und andererseits ein Ende des Booms noch nicht abzusehen war. Eine Dauerfolge wäre, dass aus Mitarbeitermangel Arbeit langfristig zu teuer wird und damit das Wachstum zum Stillstand kommt. Die Gewerkschaften kritisierten, dass die Motivation der Verhandlungen ausschließlich in der Schaffung von Billigarbeitsplätzen liege und setzten sich aus diesem Grunde für eine tarifrechtliche Gleichstellung der ausländischen Arbeitskräfte ein. Nachdem sich alle Seiten auf eine Linie geeinigt hatten, wurde am 20. Dezember 1955 des deutsch-italienische Anwerbeabkommen geschlossen.

Man ging davon aus, dass für den Einsatz von ausländischen Arbeitskräften ein Rotationsprinzip entstehen würde. Der Lohn der Arbeiter konnte in voller Höhe nach Italien überwiesen werden. Ein Anspruch auf deutsche Arbeitslosenversicherungsleistungen wurde vertraglich nicht gewährt. Weiblichen italienischen Arbeitskräften war der Zuzug nur gestattet, wenn Ehemann, Bruder oder Vater sie begleiteten. Den Arbeitskräften wurde jedoch eine angemessene Unterkunft sowie deutsche Kindergeldleistungen zugesichert. Ein Nachzug der Familie war nur auf Antrag und nach amtlicher Prüfung möglich.

Die einreisenden Arbeitskräfte aus Italien verfügten zum größten Teil nur über geringe Bildung und wurden überwiegend als Saisonarbeiter in der Landwirtschaft beschäftigt. Nach Schmuhl ging es der Regierung um die Stabilisierung des Lohngefüges im landwirtschaftlichen und industriellen Hilfsbereich38. Die Attraktivität der Migration nach Deutschland hielt sich anfänglich in Grenzen. Bis 1959 kamen weniger als 50.000 Arbeitskräfte von Italien nach Deutschland. Dennoch war das 1955 geschlossene Abkommen als Mustervorlage späterer Anwerbeverträge von beispielhafter Bedeutung.

2.5 „Brain Drain“ aus der DDR

Während die italienischen Migranten das untere Segment des Arbeitsmarkts bedienten, gelang es der jungen Bundesrepublik auch, Eliten anzuziehen. Bereits zu Beginn der 1950er Jahre begann ein Zustrom von Flüchtlingen aus der 1949 neu gegründeten DDR. Die hohe Zahl an Übersiedlern aus der DDR veranlasste die Bundesregierung ein Notaufnahmegesetz zu verabschieden, das prüfte, ob der jeweilige Flüchtling unter politischer Verfolgung litt oder eine Familienzusammenführung vorlag. Nach Schmuhl kamen allein im Jahr 1950 264.000 Flüchtlingen aus der DDR in die BRD39. Davon wurden 188.000 offiziell in die BRD aufgenommen. Die verbleibenden 76.000 wurden allerdings nicht wieder in die DDR abgeschoben, sondern erhielten einen so genannten Duldungsstatus. Zu diesen offiziellen Zahlen kamen allerdings noch die zahlreichen illegalen Flüchtlinge, obwohl zu diesem Zeitpunkt eine Ausreise in die BRD schwierig aber noch möglich war. Bereits ab 1952 begann die DDR ihre Grenze durch Stacheldrähte und Mauern abzusichern. Über die geteilte Stadt Berlin als Schlupfloch blieb die Ausreise bis zum Mauerbau weiterhin möglich.

Gründe für die Flucht von DDR-Bürgern waren wirtschaftliche Aspekte: Der Westen wurde in den 1950er Jahren durch die bereits angeführten Gründe immer attraktiver. Viele Flüchtlinge bewegten jedoch auch politische Gründe. Sie waren nicht bereit das politische System der DDR mitzutragen. Ein Großteil der einreisenden Flüchtlinge war für die BRD als Arbeitskräfte besonders interessant. Die Flüchtlinge der ersten Phasen waren vorwiegend jung und kamen ohne Familie. Sie waren ungebunden, flexibel und bereit, überall in der BRD eine Arbeitsstelle anzunehmen. Für den kurzen Zeitraum zwischen 1950 und 1952 ergab sich daraus nach Schmuhl ein kurzfristiges Problem der Jugendarbeitslosigkeit, das sich aber spätestens 1955 durch die immer stärker wachsende Wirtschaft bedeutungslos wurde40.

Die Flüchtlinge, die nach 1952 aus der DDR kamen, waren für den westdeutschen Arbeitsmarkt noch interessanter. Es zeigte sich, dass vor allem die Akademiker und Facharbeiter ausreisewillig waren. Dies führte zum sog. „Brain Drain“, d.h. der starken Abwanderung von qualifizierten Arbeitskräften in ein anderes Land. Die Abwanderungen trafen den Osten sehr hart, da die aufgeführten Arbeitskräfte für die Aufrechterhaltung der Wirtschaft besonders wertvoll waren. Die Bundesrepublik setzte bei der Eingliederung der ostdeutschen Arbeitskräfte auf einen pragmatischen Kurs. In der Gesetzesnovelle des AVAVG im Jahre 1957 wurden illegal und legal Einreisende aus der DDR auf dem Arbeitsmarkt gleichgestellt. Dies war nicht weiter verwunderlich, da die Flüchtlinge für die Wirtschaft des Westens einen Gewinn bedeuteten. Zudem sah sich die BRD zu keinen moralischen Bedenken veranlasst, da sie zu diesem Zeitpunkt die DDR nicht als Staat anerkannte.

Für die DDR sah die Situation völlig anders aus. Sie drohte, langsam intellektuell und personell auszubluten. Es war abzusehen, dass der Osten im Systemvergleich unterlag. Der kleine Vorteil im Bezug auf Vorsorgung mit landwirtschaftlichen Produkten, der zu Zeiten der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) der kommenden DDR kurzfristig ein gutes Image gab, war zu diesem Zeitpunkt bereits relativiert. Im Vergleich zum Westen bestand ein Mangel an vielen Produkten. Bis 1956 wanderten deshalb 1,72 Mio. Menschen in die Bundesrepublik aus. Als Gegenreaktion dazu stellte die DDR die „Republikflucht“ am 11. Dezember 1957 unter Strafe und verabschiedet ein neues Passgesetz. Die Flucht in den Westen sollte somit verhindert werden. Dies hatte jedoch keinerlei Einflüsse auf das Abreißen der Flüchtlingsströme. Durch die Entstehung der LPGs ab 1959 wanderten neben Facharbeitern und Akademikern auch massiv Bauern und landwirtschaftliche Arbeitskräfte ab, die sich dieser Organisationsform nicht anschließen wollten. Neben dem volkswirtschaftlichen war der ideologische oder propagandistische Schaden für die DDR besonders problematisch. Die Fassade des vermeintlich überlegenen sozialistischen Systems war mit diesen Abwanderungen schwer aufrechtzuerhalten. Der Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 war der letzte Schritt der DDR-Führung, die Massenabwanderung in den Westen zu unterbinden. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte 2,61 Mio. DDR-Bürger das Land verlassen, während im gleichen Zeitraum nur 400.000 Personen vom Westen in den Osten abwandert waren.

Den genauen Verlauf zeigt die folgende Grafik:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2 - Abwanderung von DDR-Bürgern 1952 - 1961

Quelle: Statistisches Bundesamt, 2004

Durch diese Maßnahme gelang es der DDR die Abwanderung nahezu zu unterbinden. Eine Ausreise aus der DDR war nach 1961 nur noch per Flucht oder auf Antrag möglich. Letztere Möglichkeit zog jedoch mehrjährige staatliche Sanktionen nach sich.

2.6 Hochkonjunktur in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre

Die unter Kapitel 2.5 genannten günstigen Umstände führten dazu, dass ab der zweiten Hälfte der 1950er Jahre das Wirtschaftswunder voll zum Tragen kam. Es gelang zwischen 1952 und 1959 die wirtschaftlichen Investitionen um 120%, sowie das Bruttoinlandsprodukt um 80% zu steigern. Resultat war der stetig wachsende Wohlstand der Bevölkerung. Erstmals wurde für viele Personen Wünsche wie Autos, Reisen, Elektrogeräte und hochwertigere Wohneinrichtung erfüllbar. Der Lebensstandard der bundesdeutschen Bürger orientierte sich am amerikanischen Niveau. Die innerdeutsche Binnennachfrage nach Gütern stieg proportional dazu. Zusätzlich waren deutsche Produkte auf dem Weltmarkt attraktiv. Es gelang den Export von 1950 auf 1960 auf 450% des Volumens des Jahres 1949 zu steigern. Die Kfz-Produktion stieg im gleichen Zeitraum um 550%. Bis zum Ende der 1950er Jahre sank die Arbeitslosigkeit auf unter 2%. Entsprechend der heutigen Kriterien wird bereits ein Sinken unter 3% als Vollbeschäftigung betrachtet41. Einen Verlauf der konjunkturellen Phase in Form ihres wichtigsten Indikators, dem Bruttoinlandsprodukt, zeigt folgende Grafik:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3 - Bruttoinlandsprodukt 1951 - 2004

Quelle: Statistisches Bundesamt, 2004

[...]


1 Vgl. SGB III - Dieser Begriff umschreibt nicht öffentlich geförderte Beschäftigungsverhältnisse. Gegenentwurf dazu ist der subventionierte zweite Arbeitsmarkt (vgl. Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, Ein-Euro-Job).

2 Vgl. Barkow, Ingo - Die Entstehung einer neuen Unterschicht durch Massenarbeitslosigkeit seit den 1970er Jahren, Hauptseminararbeit, 2006, sowie gleicher Autor - Statistische Analyse momentaner IT-Bildungsabschlüsse auf ihre Relevanz in der Wirtschaft, Diplomarbeit Fachbereich Wirtschaftsinformatik, 2007.

3 Definition Mismatch des Merriam-Webster Dictionary: „match badly; match two objects or people that do not go together” (Verbindung zweier Objekte oder Personen, die nicht zusammenpassen)

4 Keynes, John Maynard, 1883 - 1946, englischer Wirtschaftswissenschaftler.

5 Stehrer, Strukturwandel und Beschäftigungsdynamik, 2002.

6 Franz, Der westdeutsche Arbeitsmarkt im strukturellen Anpassungsprozeß, 1995.

7 Rürup, Strukturwandel und Beschäftigung, 1986.

8 Steiner, Arbeitsmarktdynamik, 1995.

9 Meyers Online Lexikon, Definition Beschäftigung, vgl. http://lexikon.meyers.de/meyers/Besch%C3%A4ftigung

10 Vgl. dazu SGB III §16 und §199

11 Sauermann, Registrierte Arbeitslosigkeit oder Erwerbslosigkeit?, 2005.

12 Vgl. Steiner, Arbeitsmarktdynamik, 1995, S. 61 - 62.

13 Hillmann, Das Wörterbuch der Soziologie, 1994, S. 42.

14 Schubert, Das Politiklexikon, Definition Strukturwandel, 2006.

15 Fourastié, Jean, 1907 - 1990, französischer Wirtschaftswissenschaftler. Entwickler der Drei-Sektoren-Hypothese.

16 Vgl. dazu auch Schäfers 2002, Sozialstruktur und Sozialer Wandel in Deutschland, S. 176.

17 Fordismus nach Gramski, Antonio : stark standardisierter Massenproduktion und -konsumption von Konsumgütern, in wissenschaftlich optimierter Fließbandarbeit nach Prinzipien des Taylorismus.

18 Vgl. Schubert, Das Politiklexikon, 2006.

19 Vgl. Schäfers, Sozialstruktur und Sozialer Wandel in Deutschland, 2002.

20 Vgl. Weymann, Sozialer Wandel, 1998, S. 14-15.

21 Vgl. Luhmann, Die Wirtschaft der Gesellschaft, 1988, S. 8.

22 Vgl. Krengel, Der gelähmte Riese, 1983.

23 Vgl. Spahn, Strukturell Arbeitslose. Gibt’s die?, 2000.

24 Vgl. Schmuhl, Arbeitsmarktpolitik und Arbeitsverwaltung, 2003, S. 350.

25 Vgl. Lindlar, Das missverstandene Wirtschaftswunder, 1985.

26 Bizone - Zusammenschluss der britischen und amerikanischen Zone, unter Zusammenarbeit mit der französischen Besatzungszone. Eine Trizone inklusive der französischen existierte allerdings nie.

27 Schmuhl, Arbeitsmarktpolitik und Arbeitsverwaltung, 2003, S. 352.

28 ibid

29 Schmuhl, Arbeitsmarktpolitik und Arbeitsverwaltung, 2003, S. 354f.

30 Schmuhl, Arbeitsmarktpolitik und Arbeitsverwaltung, 2003, S. 402.

31 ibid

32 Schmuhl, Arbeitsmarktpolitik und Arbeitsverwaltung, 2003, S. 402.

33 Vgl. Sozialpolitik aktuell, 2006 - Wochenarbeitszeit für Männer im Jahr 1955 durchschnittlich 51,2 h

34 Eucken begründete in Form der Freiburger Schule in den 1930er Jahren den Ordoliberalismus, der von Röpke und Erhard zur Sozialen Marktwirtschaft als praktische Anwendung weiterentwickelt wird

35 vgl. Schlecht und Stoltenberg, Soziale Marktwirtschaft, 2001 - hier wird die Expansion der Marktwirtschaft als direkte Folge des Wirtschaftswunders bezeichnet

36 vgl. Schmuhl, Arbeitsmarktpolitik und Arbeitsverwaltung, 2003, S. 404.

37 vgl. Abelshauser, Die langen Fünfziger Jahre, 1987, S. 73

38 vgl. Schmuhl Arbeitsmarktpolitik und Arbeitsverwaltung 2003, S. 438.

39 ibid, S. 433.

40 vgl. Schmuhl Arbeitsmarktpolitik und Arbeitsverwaltung 2003, S. 433.

41 Vgl. SGB III - ein Sinken der Arbeitslosenquote unter 3% in einem Arbeitsamtbezirk führt aus diesem Grund zur

Ende der Leseprobe aus 143 Seiten

Details

Titel
Der westdeutsche Arbeitsmarkt 1960-1990 - Strukturwandel der Erwerbstätigkeit, Beschäftigung und Arbeitslosigkeit
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
143
Katalognummer
V94368
ISBN (eBook)
9783640151363
Dateigröße
3397 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Arbeitsmarkt, Strukturwandel, Erwerbstätigkeit, Beschäftigung, Arbeitslosigkeit
Arbeit zitieren
Ingo Barkow (Autor), 2007, Der westdeutsche Arbeitsmarkt 1960-1990 - Strukturwandel der Erwerbstätigkeit, Beschäftigung und Arbeitslosigkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94368

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