Alexanders Wandel vom makedonischen Achill zum persischen Großkönig soll in diesem Beitrag aufgezeigt werden. Entfremdet sich Alexander seinem zum Repräsentanten altmakedonischen Volkskönigstums erhobenen Vater oder führt er dessen Reform des Makedonentums konsequent weiter?
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Jugendjahre
3 Feldzug
4 Entwicklung zum Persertum
5 Makedonische Reaktion
6 Maßnahmen und Ziele
7 Hellenismus
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel Alexanders des Großen vom makedonischen Volkskönig hin zum persischen Großkönig und hinterfragt den Begriff der „Orientalisierung“ Alexanders kritisch vor dem historischen Hintergrund der achaimenidischen Herrschaftsstrukturen.
- Analyse der makedonisch-persischen Beziehungen vor und während Alexanders Regierungszeit.
- Untersuchung der Übernahme persischer Verwaltungs-, Militär- und Hofzeremoniell-Praktiken durch Alexander.
- Bewertung des Einflusses persischer Traditionen auf die makedonische Elite und die daraus resultierenden Spannungen.
- Beurteilung der Verschmelzungspolitik Alexanders, insbesondere am Beispiel der Massenhochzeit von Susa.
Auszug aus dem Buch
1 Einführung
„τῷ Μακεδόνων αἵματι καὶ τοῖς τραύμασι τούτοις ἐγένου τηλικοῦτος, ὥστε Ἄμμωνι σαυτὸν εἰσοποιεῖν ἀπειπάμενος Φίλιππον“1 wirft Kleitos Alexander nach der Proklamation zum 2 vor. Alexanders Wandel vom makedonischen Achill zum persischen Großkönig soll im Folgenden aufgezeigt werden, wobei auf die „Orientalisierung“ aus einer persischen Perspektive eingegangen wird. Der Begriff Iran im Titel „Alexander und Iran“ soll das Reich der Achaimeniden, das iranische und nichtiranische Völker bildeten, und die iranischen Völker außerhalb davon, mit denen Alexander in Kontakt trat, z.B.: die Skythen, bezeichnen, es ist also weder mit dem heutige Staatsgebiet des Irans noch mit der Ethnie der Iraner gleichzusetzen.
Im Hinblick auf die Wandlung Alexanders ist jedoch fast ausschließlich das iranische Volk der Perser, das der Einfachheit halber alle Völker unter deren Herrschaft bezeichnen möge, von Bedeutung. Auch der Begriff Griechen, der oft als Sammelbecken für Hellenen und Makedonen verwandt wird, könnte irreführend sein. Die griechischen Stadtstaaten außer Sparta, die von den Makedonen - wie auch von den Persern - verächtlich als Barbaren sprachen, befanden sich nämlich unter Führung der Makedonen als Verbündete im korinthischen Bund3 und sind nicht mit ihnen gleichzusetzen. Ebenso spielten griechische Söldner in der persischen Armee eine wichtige Rolle.4 Doch entfremdet sich Alexander seinem zum Repräsentanten altmakedonischen Volkskönigstums erhobenen Vater, indem er Persisches übernimmt, oder führt er seine Reform des Makedonentums konsequent weiter?
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung definiert den Untersuchungsgegenstand und die methodischen Probleme bei der Verwendung von Begriffen wie „Iran“, „Grieche“ und „Orientalisierung“ im Kontext der Alexander-Biografie.
2 Jugendjahre: Dieses Kapitel erläutert die Prägung Alexanders durch die bereits bestehenden vielfältigen Kontakte Makedoniens zum Achaimenidenreich und den Einfluss persischer Verwaltungsmodelle.
3 Feldzug: Hier wird der Verlauf des militärischen Eroberungszuges in Asien und Alexanders erster Kontakt mit der persischen Kultur sowie die Rezeption seines Handelns beschrieben.
4 Entwicklung zum Persertum: Das Kapitel analysiert konkrete Schritte Alexanders, wie die Verlegung der Hauptstadt und die Annahme persischer Kleidung und Hofsitten, als Zeichen einer politischen Assimilation.
5 Makedonische Reaktion: Der Text beleuchtet den Widerstand der makedonischen Führungsebene gegen die neuen, aus ihrer Sicht befremdlichen Sitten, was in politisch motivierten Konflikten und Gewalt mündete.
6 Maßnahmen und Ziele: Die Analyse konzentriert sich auf die gezielte Integrationspolitik Alexanders, gipfelnd in der Massenhochzeit von Susa als Symbol einer Verschmelzung der Völker.
7 Hellenismus: Das Kapitel reflektiert das Erbe Alexanders, den Zerfall des Großreichs nach seinem Tod und den Beginn der hellenistischen Epoche als kulturelle Synthese zwischen Orient und Okzident.
Schlüsselwörter
Alexander der Große, Perserreich, Achaimeniden, Makedonien, Orientalisierung, Hellenismus, Kulturtransfer, Antike, Herrschaftslegitimation, Kleitos, Darius III., Susa, Hofzeremoniell, Staatsreformen, Völkerverschmelzung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, inwieweit Alexander der Große während seines Eroberungszuges eine bewusste „Orientalisierung“ vollzog oder ob seine Anpassung an persische Lebensweisen politisch pragmatisch motiviert war.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die politische Entwicklung Alexanders, die administrative Übernahme persischer Vorbilder, das Spannungsfeld zwischen makedonischer Identität und persischem Herrschaftsstil sowie die soziokulturelle Verschmelzung der Völker.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Wandel von einem makedonischen Volkskönig hin zum Herrscher über Asien zu analysieren und kritisch zu prüfen, ob Alexander sein ursprüngliches Heimatland verraten hat oder seine Reformen eine konsequente Fortführung väterlicher Politik darstellten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Untersuchung basiert auf einer historisch-analytischen Methode unter Auswertung klassischer Primärquellen (wie Arrian) und moderner fachwissenschaftlicher Literatur zur Iranistik und Geschichtswissenschaft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Jugendjahre, die militärische Eroberung, die konkreten Assimilationsschritte an das persische Hofleben, den Widerstand der makedonischen Gefolgschaft und die abschließende Integrationspolitik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich geprägt durch Begriffe wie Orientalisierung, Achaimeniden, Hellenismus, Hofzeremoniell, Persertum und Völkerverschmelzung.
Wie bewertet der Autor die Rolle des Kleitos?
Kleitos wird als Repräsentant des makedonischen Unmutes angeführt, dessen Ablehnung gegenüber Alexanders „Barbarisierung“ stellvertretend für die Stimmung im Heer stand, was schließlich in Konflikten mit Alexander endete.
Warum wird die Massenhochzeit von Susa als so wichtig erachtet?
Sie gilt als eindeutiges Indiz für Alexanders Ziel, eine echte Verschmelzung von Makedonen und Persern über die familiäre und blutsverwandtschaftliche Ebene herbeizuführen.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2005, Alexander der Große und der Iran - Zum Problem der „Orientalisierung“ Alexanders, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94373