Die folgende Arbeit befasst sich mit der Analyse einer Textstelle des Kinderbuchs „Kater Mikesch“ von Josef Lada und Otfried Preußler. Der tschechische Autor Josef Lada veröffentlichte im Jahr 1930 die Erstfassung des Buches unter dem tschechischen Namen „Kocour Mikes“. Preußler veröffentlichte 1963 die deutsche Nacherzählung in neuer Fassung.
Zuerst findet die Darstellung der wichtigsten Faktoren der Kinder- und Jugendliteratur statt, um die Analyse daraufhin zu vertiefen. Die Analyse bezieht sich auf die Seiten 124 bis 129 und soll die intentionalen Zusammenhänge des Erzählten genauer darstellen und erläutern. Dazu wird die zu analysierende Textstelle in Abschnitte gegliedert und ein kurzer Einblick in das Thema und die Handlung gegeben. Zuletzt wird ein Tafelbild vorgestellt und erklärt, welches in der Unterrichtsreihe zur Lektüre verwendet werden könnte.
Oft wird Kinder- und Jugendliteratur als einfachere Literatur eingeordnet, wenn man sie mit derer der Erwachsenen vergleicht. Kinderliteratur sollte jedoch nicht aufgrund der leichteren Verständlichkeit auf eine niedrigere Stufe gestellt werden. Denn gerade die gezielte Vereinfachung in der Kinderliteratur, kennzeichnet die Bewusstheit der Durchschaubarkeit dieser Texte. Dazu werden verschiedene Wege angewandt, diese Einfachheit hervorzubringen. Einfachheit in der Kinderliteratur lässt sich beispielsweise in den Grundlagen der Poetik wiederfinden, welche hier eine tragende Rolle spielen (Lypp, 2000).
Inhaltsverzeichnis
1. Didaktische Grundlegung
1.1 Einleitung
1.2 Kinder- und Jugendliteratur
2. Analyse des Textauszugs
2.1 Gliederung des Kinderbuchs „Kater Mikesch“
2.2 Merkmale des Erzählens – Intentionale Zusammenhänge
2.3 Tafelbild zur Veranschaulichung der Erschließungsresultate in einer zweiten oder dritten Jahrgangsstufe
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, ausgewählte Textstellen aus dem Kinderbuch „Kater Mikesch“ von Josef Lada und Otfried Preußler didaktisch zu analysieren und deren narrative Strukturen zu untersuchen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie die Figurenbegegnungen auf der Reise des Katers die Entwicklung des Protagonisten spiegeln und welche methodischen Zugänge sich für eine unterrichtliche Erschließung in der Grundschule eignen.
- Didaktische Grundlagen und Funktionen der Kinder- und Jugendliteratur
- Narratologische Analyse des Erzählverhaltens und der Textmodi
- Vergleichende Untersuchung der Figurenkonstellationen und Kontrastbeziehungen
- Bedeutung von Reise- und Reifungsmotiven in der kindlichen Lektüre
- Konzeption von visualisierenden Tafelbildern für den Unterricht in der Primarstufe
Auszug aus dem Buch
2.2 Merkmale des Erzählens – Intentionale Zusammenhänge
Anhand der in Abschnitt 2.1 dargestellten Textstellen, lassen sich viele Rückschlüsse auf die didaktischen Grundlagen ziehen. Somit werden die einzelnen Textstellen im Folgenden genauer, hinsichtlich der Art und Weise des Erzählens und dem didaktischen Hintergrund, untersucht. Betrachtet man die erste Textstelle „Mikesch beginnt zu erzählen“ (Vgl.Lada,2004,S.124-126), lässt sich ein auktoriales Erzählverhalten erkennen sowie eine heterodiegetische Erzählform. Diese ziehen sich durch das gesamte Kapitel. Zu erkennen ist dies, da der Erzähler allwissende Informationen über den weiteren Verlauf der Geschichte liefert und dabei in der Er-Form über den Protagonisten spricht. Der Erzähler führt den Leser in das Geschehen ein, indem er durch Zeitraffung die Zeitspanne von Mikeschs Wiedersehen mit Bekannten beschreibt. Er erzählt von dem Zusammentreffen, bei dem Mikesch seine Erlebnisse mit seinen Freunden teilt und ihnen von seinen Abenteuern berichtet (Z. 1-8). Somit liegt hier ein narrativer Modus vor, welcher nach dem ersten Abschnitt in einen dramatischen Modus übergeht. Nachdem der Erzähler erst zusammenfassend berichtet, wechselt er im zweiten Abschnitt zu dem dramatischen Textmodus, in dem die vielen Einzelheiten zum Vorschein kommen. Zum Schluss des ersten Abschnittes kommt es zur direkten Ansprache des Lesers „ Und auch ihr sollt nun endlich erfahren, wie es dem braven Kater in der Fremde ergangen ist!“ (Z. 7-8). Durch die direkte Anrede des Lesers, durch den Erzähler, wird noch einmal stärker die Aufmerksamkeit geweckt und betont, dass der Erzähler weiß, was als nächstes passiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Didaktische Grundlegung: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Voraussetzungen und die didaktische Bedeutung von Kinder- und Jugendliteratur für den Bildungsprozess und die Leseförderung.
2. Analyse des Textauszugs: In diesem Hauptteil wird das Kinderbuch inhaltlich gegliedert und eine detaillierte narratologische sowie figurenbezogene Analyse ausgewählter Episoden durchgeführt, inklusive methodischer Vorschläge für den Unterricht.
Schlüsselwörter
Kater Mikesch, Kinderliteratur, Erzähltheorie, Didaktik, Grundschule, Figurenkonstellation, Reiseerzählung, Narratologie, Sprachvermögen, Leseförderung, Tafelbild, Josef Lada, Otfried Preußler, Literaturunterricht, Identifikationsfigur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert ausgewählte Abschnitte aus dem Kinderbuch „Kater Mikesch“ im Hinblick auf deren Erzählstrukturen und deren Eignung für den Einsatz im Grundschulunterricht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der didaktischen Einordnung von Kinderliteratur, der narratologischen Untersuchung der Geschichte sowie der praktischen Anwendung durch Visualisierungsmethoden wie Tafelbilder.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die narrative Gestaltung der Reiseepisoden des Katers Mikesch zu verstehen und daraus didaktische Konzepte abzuleiten, um Schülern der zweiten oder dritten Jahrgangsstufe einen Zugang zu dieser Lektüre zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse nach erzähltheoretischen Ansätzen (auktoriales Erzählen, Textmodi) sowie eine didaktische Strukturierung für den Unterricht gewählt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Zusammenfassung der Buchkapitel, die Analyse der Figurenbegegnungen (Dalleschitz Mariechen vs. Hütebuben) und die Konzeption von Tafelbildern zur Unterstützung des Textverständnisses.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Kater Mikesch, Erzähltheorie, didaktische Reduktion, Figurenkonstellation und Lesemotivation in der Primarstufe.
Wie unterscheidet sich die Begegnung mit Mariechen von der mit den Hütebuben?
Während Mariechen als Repräsentantin einer strengen Ordnung den Kater für sein Fehlverhalten kritisiert, reagieren die Hütebuben mit Begeisterung und Mitgefühl, da sie sich in einer ähnlichen Situation befinden.
Welche Bedeutung kommt dem Reisemotiv für den Protagonisten zu?
Die Reise dient Mikesch als Prozess der Selbstfindung und Reifung, während der er durch verschiedene Begegnungen lernt, Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen.
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- Marie Finger (Author), 2018, "Kater Mikesch" von Joseph Lada und Otfried Preußler. Eine Analyse eines episch fiktionalen Textes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/943807