Investmentfonds existieren heutzutage in den unterschiedlichsten Erscheinungsformen. Sie sind abhängig von den unterschiedlichen Erwartungen und Zielsetzungen der Anleger und Verwalter, aber auch von den rechtlichen Rahmenbedingungen in den Ländern. Unterschiede gibt es in ihrer materiellen Ausgestaltung sowie in ihrer Rechts-und Vertriebsform.
Gegenstand dieser Arbeit sind inländische Aktienfonds und deren Ertragsbesteuerung bei inländischen Anlegern , die ihre Anteile entweder im Privat- oder Betriebsvermögen halten. Es werden die wesentlichen Unterschiede herausgearbeitet und aufgezeigt. Besonders im Hinblick auf die anstehende Unternehmenssteuerreform 2008/09 werden steuerliche Neuerungen erläutert und deren Konsequenzen beschrieben. Um ein besseres Verständnis zu erlangen, worum es sich bei Aktienfonds handelt, enthält der erste Teil eine kurze Beschreibung, d.h. deren Aufbau und Struktur, sowie die allgemeinen Grundlagen zur Besteuerung von Investmentfonds. Im zweiten Teil wird auf die Besteuerung von Fonds nach derzeitigem Recht eingegangen. Der dritte Teil soll dazu beitragen, die durch die Reform eintretenden Änderungen zu erläutern, die abschließend kritisch analysiert werden. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden in einer abschließenden Zusammenfassung nochmals wiedergegeben.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Teil 1: Allgemeine Grundlagen der Besteuerung von Investmentfonds
I. Überblick
II. Definition, Organisationsstrukturen und Rahmenbedingungen
III. Grundlegende Besteuerungsprinzipien
IV. Zwischenfazit
Teil 2: Besteuerung von Investmentfonds nach derzeitigem Recht
I. Überblick
II. Besteuerung
II.1. Definition der Ertragsarten
II.2. Zweistufige Ermittlung der steuerpflichtigen Investmenterträge
II.3. Besteuerung auf Ebene des Anteilinhabers
III. Bewertung
IV. Zwischenfazit
Teil 3: Gesetzliche Neuregelungen i.R. der Steuerreform 2008/09
I. Überblick
II. Änderungen im Rahmen des EStG und des InvStG
III. Beurteilung
IV. Zwischenfazit
Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit analysiert die Besteuerung von Aktienfonds in Deutschland vor dem Hintergrund der Unternehmenssteuerreform 2008/09. Ziel ist es, das bestehende Steuersystem für Investmentfonds zu untersuchen, Lücken aufzuzeigen und die Auswirkungen der gesetzlichen Neuregelungen hinsichtlich der Umsetzung des Transparenzprinzips kritisch zu bewerten.
- Grundlagen der Besteuerung von Investmentfonds
- Analyse der derzeitigen Ertragsbesteuerung nach dem InvStG
- Differenzierung der Besteuerung nach Anlegertyp (Privat- vs. Betriebsvermögen)
- Untersuchung der steuerlichen Konsequenzen der Unternehmenssteuerreform 2008/09
- Kritische Bewertung des Transparenzprinzips im Investmentsteuerrecht
Auszug aus dem Buch
II. Definition, Organisationsstrukturen und Rahmenbedingungen
Die Grundidee des Investmentfonds stellt die kollektive Kapitalanlage dar, die sich von der Direktanlage durch die Grundsätze der Risikovermischung des Vermögens und der Fremdverwaltung durch professionelles Management unterscheidet. Aktienfonds sind Wertpapier- oder Investmentfondsanteil-Sondervermögen, die unmittelbar oder mittelbar in Aktien oder Aktienindizes investieren. Das Vermögen der Gesellschaft ist von dem der Anleger getrennt und der Anleger erhält Anteilscheine über die Rechte am Sondervermögen. Bei den Anteilsscheinen, die an die Anleger ausgegeben werden handelt es sich um Wertpapiere gemäß §2 Abs.1 Satz 2 WpHG. Rechtliche Regelungen zu dem Konstrukt hier betrachteter inländischer Investmentfonds, und damit implizit Aktienfonds, finden sich überwiegend im Investmentgesetz (InvG).
Investmentunternehmen treten in verschiedenen rechtlichen Strukturen auf und sind zudem durch historische Entwicklungen länderspezifisch geprägt. Eine Unterscheidung in die beiden Typen Satzungs- und Vertragsform wird unternommen. Bei der Satzungsform erwerben die Anleger die Beteiligung an der KAG, die den Investmentfonds verwaltet. Gesellschaften dieses Typus treten als juristische Person auf. Portfolio und Vermögen des Investmentunternehmens sind nicht getrennt, sondern bilden eine Einheit. Der Anleger erwirbt somit Teilhabe am Portfolio über den Erwerb „mittelbaren Eigentums“ am Vermögen der Gesellschaft.
Die Vertragsform, auf die im Rahmen dieser Arbeit eingegangen wird, impliziert eine schuldrechtliche Beziehung zwischen Kapitalpool und Anleger. Im Grunde stellt ihr Aufbau eine Treuhandkonstruktion dar, deren Zweck die Verwaltung von Vermögenswerten auf Grundlage von Verträgen ist. Das Vertragsverhältnis besteht zwischen Treuhänder (Investmentgesellschaft) und Treugeber (Anleger). Das Sondervermögen ist vom Vermögen der Investmentgesellschaft getrennt und besitzt keine eigene Rechtspersönlichkeit. Die Anleger werden anteilig am Fondsvermögen beteiligt. Häufig ist auch die Rede vom sog. Investmentviereck, d.h. es sind die KAG, die Depotbank, das Sondervermögen und der Anleger beteiligt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung erläutert die Entwicklung von Investmentfonds in Deutschland und steckt den Rahmen für die Analyse der Ertragsbesteuerung sowie die Zielsetzung der Arbeit ab.
Teil 1: Allgemeine Grundlagen der Besteuerung von Investmentfonds: Dieses Kapitel definiert den theoretischen Aufbau von Investmentfonds, ihre rechtlichen Organisationsstrukturen und die verfassungsrechtlichen Besteuerungsprinzipien.
Teil 2: Besteuerung von Investmentfonds nach derzeitigem Recht: Das Kapitel analysiert die Realisierung des Transparenzprinzips nach der damaligen Rechtslage und differenziert die Besteuerungsebenen sowie Anlegertypen.
Teil 3: Gesetzliche Neuregelungen i.R. der Steuerreform 2008/09: Dieser Teil untersucht die Auswirkungen der Unternehmenssteuerreform auf die Besteuerung von Aktienfonds und bewertet die gesetzlichen Änderungen.
Zusammenfassung: Die Zusammenfassung fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und bewertet den Erfolg der Reform hinsichtlich des Transparenzgedankens.
Schlüsselwörter
Aktienfonds, Investmentsteuergesetz, Besteuerung, Transparenzprinzip, Unternehmenssteuerreform, Abgeltungssteuer, Thesaurierung, Ausschüttung, Kapitalanlagegesellschaft, Sondervermögen, Betriebsvermögen, Privatvermögen, Anlageerträge, Wertpapierveräußerung, Steuereffizienz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit befasst sich mit der steuerlichen Behandlung von inländischen Aktienfonds in Deutschland und wie diese durch die Unternehmenssteuerreform 2008/09 verändert wurde.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Publikation behandelt?
Im Zentrum stehen die rechtlichen Strukturen von Investmentfonds, die Anwendung des Transparenzprinzips sowie die steuerliche Differenzierung zwischen privaten und betrieblichen Anlegern.
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, inwieweit das deutsche Steuerrecht das Transparenzprinzip bei Investmentfonds umsetzt und ob die Reform 2008/09 zu einer systemgerechteren Besteuerung führt.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?
Die Autorin nutzt eine theoretische Analyse der rechtlichen Grundlagen, ergänzt durch vereinfachte Berechnungsmodelle, um die steuerliche Belastung vor und nach der Reform zu vergleichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Grundlagen, die detaillierte Analyse der Besteuerung unter dem alten Recht sowie die Auswirkungen der gesetzlichen Neuregelungen der Steuerreform.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Transparenzprinzip, Abgeltungssteuer, Teileinkünfteverfahren, Investmentfonds und steuerliche Gleichbehandlung.
Wie unterscheidet sich die Besteuerung für Anleger im Privat- gegenüber dem Betriebsvermögen?
Privatanleger unterliegen der Abgeltungssteuer bzw. der ESt, während bei betrieblichen Anlegern zusätzliche gewerbesteuerliche Aspekte und das Teileinkünfteverfahren bei der Besteuerung von Dividenden eine Rolle spielen.
Welchen Einfluss hatte die Unternehmenssteuerreform 2008/09 auf das „Fondsprivileg“?
Die Reform führte zu einer Abschaffung des Fondsprivilegs, indem Veräußerungsgewinne bei Ausschüttung nun steuerlich belastet werden, um eine stärkere Angleichung an die Direktanlage zu erreichen.
Was besagt das Transparenzprinzip im Kontext der Investmentbesteuerung?
Das Transparenzprinzip zielt darauf ab, dass der Anleger eines Investmentfonds steuerlich nicht anders behandelt werden soll, als wenn er die im Fonds enthaltenen Wertpapiere direkt halten würde.
Inwieweit werden thesaurierte Erträge nach der neuen Rechtslage behandelt?
Die Privilegien bei Thesaurierung bleiben grundsätzlich erhalten, sodass Erträge aus Wertpapierveräußerungen bei einer Thesaurierung auf Fondsebene für den Anleger oft steuerfrei bleiben.
- Quote paper
- Florian Schelter (Author), 2007, Aktienfonds - Vorteilhaftigkeit im Zeichen der Steuerreform 2008/09, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94384