Diese Arbeit wird sich mit dem Thema Bildungsgerechtigkeit in der Ganztagsschule im Hinblick auf "Risikokinder" beschäftigen. Ein Ziel dieser Arbeit ist es, aus den Erkenntnissen des Begriffs der Bildungsgerechtigkeit Handlungsansätze von Ganztagsschulen herzuleiten, die zur Förderung von Bildungsgerechtigkeit beitragen. In der Arbeit wird daher der Frage nachgegangen, ob das Konzept der Ganztagsschule Kinder und Jugendlichen in riskanten Lebenslagen erreicht. Darüber hinaus soll geklärt werden, inwieweit das Konzept der Ganztagsschule insbesondere diese Kinder angemessen fördern kann.
Um diese Fragestellungen beantworten zu können, ist die Arbeit folgendermaßen gegliedert: Zunächst wird als Grundlage für den weiteren Verlauf der Arbeit ein Blick auf die Ganztagsschule geworfen. Es wird das Thema Bildungsgerechtigkeit genauer beleuchtet, indem Begriffsbestimmungen vorgenommen werden. Danach wird auf die Bildungsgerechtigkeit im deutschen Bildungssystem eingegangen. Das nächste Kapitel wird zunächst aufzeigen, was unter den sogenannten "Risikokindern" zu verstehen ist. Anschließend werden Chancen der Ganztagsschule zur Förderung von "Risikokindern" aufgezeigt.
Abschließend folgt das Fazit, in welchem die zuvor erarbeiteten Punkte noch einmal zusammengetragen werden. Die bis dahin dargestellten Argumente werden zusammengeführt und in einer Diskussion abgewogen und reflektiert. Dabei soll die zentrale Fragestellung beantwortet werden, inwiefern Bildungsgerechtigkeit in der Ganztagsschule unter Berücksichtigung von "Risikokindern" gegeben ist.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Ganztagsschule
2.1 Begriffsannäherung
2.2 Formen der Ganztagsschule
2.3 Ziele der Ganztagsschule
3 Bildungsgerechtigkeit
3.1 Begriffsannäherung
3.2 Bildungsgerechtigkeit im deutschen Bildungssystem
3.3 Bildungsgerechtigkeit im Hinblick auf Ganztagsschule
4 „Risikokinder“ in der Ganztagsschule
4.1 Zum Begriff „Risikokinder“
4.2 Risikofaktoren
4.2.1 Migrationshintergrund
4.2.2 Armut und soziale Benachteiligung
4.2.3 Aufmerksamkeitsstörung und Hyperaktivität
4.2.4 Schulaversives Verhalten
4.2.5 Lernbeeinträchtigung
4.2.6 Störungen im Bindungsverhalten
5 Chancen und Grenzen der Ganztagsschule zur Förderung von „Risikokindern“
5.1 Chancen der Ganztagsschule
5.2 Grenzen der Ganztagsschule
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Potenzial von Ganztagsschulen zur Förderung von sogenannten „Risikokindern“ und analysiert, inwiefern das Ganztagsschulkonzept dazu beitragen kann, Bildungsgerechtigkeit im deutschen Schulsystem zu erhöhen und herkunftsbedingte Benachteiligungen abzubauen.
- Strukturelle Analyse der Ganztagsschule (Formen und Ziele)
- Begriffsdefinition und theoretische Einordnung von Bildungsgerechtigkeit
- Identifikation und Charakterisierung von „Risikokindern“ und deren spezifische Risikofaktoren
- Evaluation der Chancen und Grenzen des Ganztagsschulbetriebs für die individuelle Förderung benachteiligter Schüler
Auszug aus dem Buch
4.2.3 Aufmerksamkeitsstörung und Hyperaktivität
Für viele Aktivitäten in unserem Alltag, beispielsweise wenn wir ein Buch lesen oder einem Vortrag zuhören, ist aufmerksames Handeln unentbehrlich. Doch für Kinder mit einer Aufmerksamkeitsstörungen gestalten sich solche alltäglichen Handlungen meist schwierig. Bei diesen Kindern ist eine Aufmerksamkeitsstörung für die beeinträchtigte Aufmerksamkeit verantwortlich. Viele Menschen assoziieren damit Kinder, die ständig in Bewegung sind, sich nicht konzentrieren können, oft in Konflikte verwickelt sind und nicht ruhig sein können.
Was sich jedoch hinter einer Aufmerksamkeitsstörung verbirgt, soll nun geklärt werden. Einer Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung, auch ADHS genannt, macht sich durch Symptome wie Aufmerksamkeitsstörung, Hyperaktivität und Impulsivität bemerkbar. Die diagnostische Einordnung erfolgt dabei anhand der Internationalen Klassifikationssysteme ICD-10 der WHO und DSM-IV (vgl. Frölich et. al. 2014: 9). Die Diagnosesysteme besagen unter anderem, dass die Symptome mindestens sechs Monate andauern, einige Symptome schon vor dem sechsten Lebensjahr aufgetreten sein müssen und diese stärker ausgeprägt als bei Kindern im gleichen Alter und Entwicklungsstand sein müssen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Bildungsgerechtigkeit ein, definiert die zentrale Fragestellung in Bezug auf „Risikokinder“ im Ganztagsschulkontext und erläutert den Aufbau der Arbeit.
2 Ganztagsschule: Das Kapitel erläutert den Begriff und verschiedene Organisationsformen der Ganztagsschule sowie die sozial- und familienpolitischen Ziele ihrer Einführung.
3 Bildungsgerechtigkeit: Hier wird der komplexe Begriff der Bildungsgerechtigkeit definiert und die aktuelle Situation im deutschen Bildungssystem sowie der Bezug zur Ganztagsschule kritisch diskutiert.
4 „Risikokinder“ in der Ganztagsschule: Es erfolgt eine detaillierte Begriffsbestimmung von „Risikokindern“ und eine Analyse verschiedener kindbezogener sowie umgebungsbezogener Risikofaktoren.
5 Chancen und Grenzen der Ganztagsschule zur Förderung von „Risikokindern“: Dieses Kapitel vergleicht die fördernden Potenziale der Ganztagsschule mit den strukturellen und praktischen Grenzen bei der Unterstützung benachteiligter Kinder.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert, dass das Potenzial der Ganztagsschule zur Kompensation von Bildungsbenachteiligung zwar theoretisch gegeben, die Umsetzung jedoch stark von den Rahmenbedingungen abhängig ist.
Schlüsselwörter
Bildungsgerechtigkeit, Ganztagsschule, Risikokinder, soziale Benachteiligung, Bildungsungleichheit, Chancengleichheit, individuelle Förderung, Migrationshintergrund, Kinderarmut, Aufmerksamkeitsstörung, ADHS, Schulaversives Verhalten, Lernbeeinträchtigung, Bindungsstörung, multiprofessionelle Teams.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Ganztagsschule als bildungspolitisches Instrument zur Förderung von Bildungsgerechtigkeit, speziell unter Berücksichtigung von Kindern in riskanten Lebenslagen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind das Konzept der Ganztagsschule, der theoretische Rahmen der Bildungsgerechtigkeit, die Definition von „Risikokindern“ sowie die Bewertung der pädagogischen Chancen und Grenzen bei der Unterstützung dieser Schüler.
Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, auf Basis der Definition von Bildungsgerechtigkeit zu klären, ob und inwieweit das Konzept der Ganztagsschule dazu beitragen kann, Kinder in riskanten Lebenslagen angemessen zu fördern und somit Bildungsbenachteiligung abzubauen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung nationaler sowie internationaler Studien (wie PISA oder StEG) zur Ganztagsschulforschung basiert.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Ganztagsschule und Bildungsgerechtigkeit), die Analyse spezifischer Risikofaktoren (Armut, Migration, ADHS, Bindungsstörungen etc.) sowie eine kritische Abwägung der Chancen und Grenzen der Ganztagsbeschulung für diese Zielgruppen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Bildungsgerechtigkeit, Ganztagsschule, Risikokinder, soziale Benachteiligung, individuelle Förderung und kompensatorische Wirkung sind die prägenden Begriffe.
Wie definiert die Autorin den Begriff „Risikokinder“?
„Risikokinder“ werden als Kinder bezeichnet, die aufgrund verschiedener risikoerhöhender Faktoren (z. B. niedrigem sozioökonomischem Status oder Bindungsproblemen) einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, deviantes Verhalten zu entwickeln und den schulischen Anforderungen nicht gerecht zu werden.
Gilt die Ganztagsschule als „Allheilmittel“ zur Bildungsförderung?
Nein, die Arbeit unterstreicht kritisch, dass die Ganztagsschule kein „Allheilmittel“ ist; ihr Erfolg hängt maßgeblich von einer durchdachten pädagogischen Konzeptgestaltung und ausreichenden personellen sowie räumlichen Rahmenbedingungen ab.
Warum ist das Thema für angehende Lehrkräfte von besonderer Relevanz?
Da Lehrpersonen in der Praxis auf vielfältige Schullandschaften treffen, ist es essenziell, die spezifischen Chancen und Herausforderungen der Ganztagsschule sowie den Umgang mit heterogenen Lerngruppen bereits im Studium zu reflektieren.
- Arbeit zitieren
- Jessica Huber (Autor:in), 2020, Bildungsgerechtigkeit in der Ganztagsschule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/943966