Diese Arbeit soll aufzeigen, welche Institutionen Kriterien schaffen, um mit dem breiten Spektrum der an Filmen beteiligten Personen – Filmemacher, Produzenten, Promoter, Verleiher, Aussteller, TV-Programmleiter, Festivalorganisatoren, Filmlehrende etc. – Regularien festzulegen, um qualitativ hochwertige Filme für Kinder zu produzieren. Diesem Problem ist sich beispielsweise auch die in Deutschland beheimatete Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) bewusst.
Da der wirtschaftliche Erfolg von Filmen für die jüngsten Kinogänger zweifelsfrei besteht, ist medienpädagogisch die Frage zu stellen, was eigentlich einen Kinderfilm ausmacht und von anderen Genres abgrenzt.
In dieser Arbeit wird die European Children’s Film Association als weltweit agierender Verband, der sich für die Produktion qualitativ hochwertiger Kinderfilme einsetzt, sowie die von diesen aufgestellten Kriterien beschrieben. Des Weiteren werden pädagogische Qualitätsaspekte und das Marketing von Kinderfilmen bearbeitet. Zum Schluss soll der Zusammenhang zwischen Kinderbüchern und Kinderfilmen aufgezeigt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. European Children’s Film Association
2.1. Kriterienkatalog der ECFA
2.2. Qualitätsaspekte aus der Praxis
3. Pädagogische Qualitätsaspekte
4. Kinderfilmmarketing
5. Zusammenhänge zwischen Kinderbüchern und -filmen
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, welche medienpädagogischen und qualitativen Kriterien für hochwertige Kinderfilme maßgeblich sind und wie diese in der heutigen Medienlandschaft definiert und vermarktet werden. Dabei wird analysiert, inwieweit professionelle Institutionen wie die European Children’s Film Association (ECFA) Standards setzen und welchen Einfluss die enge Verzahnung zwischen Kinderliteratur und Filmproduktion auf den wirtschaftlichen Erfolg hat.
- Kriterienkataloge für qualitativ hochwertige Kinderfilme
- Pädagogische Anforderungen und entwicklungsspezifische Aspekte
- Herausforderungen in der Finanzierung und Vermarktung von Kinderfilmen
- Die Bedeutung von Literaturadaptionen für den Erfolg von Kinderfilmen
Auszug aus dem Buch
2. European Children’s Film Association
Die European Children’s Film Association (ECFA) wurde 1988 gegründet und hat ihren Sitz im belgischen Brüssel. Sie ist eine Organisation für alle Interessierten an Kinder- und Jugendfilmen wie Filmemacher, Produzenten, Promoter und viele weitere im Filmgeschäft tätige Personen mehr. Die insgesamt mehr als 125 Mitglieder der ECFA – verschiedenste Firmen und Organisationen aus dem Filmbereich – kommen aus 36 Ländern weltweit (vgl. Abb. 1).
Die Organisation versteht sich als Botschafter, der die Vielfalt des europäischen Kinderfilms weltweit vertritt, denn es wird davon ausgegangen, dass Filme das Potenzial besitzen, Gesellschaften und Menschen zu beeinflussen und insbesondere Kinder aufgrund ihrs Alters Botschafter benötigen, um ihre Interessen zu vertreten. Die ECFA möchte ein Bewusstsein für die Wichtigkeit der Qualität von Kinderfilmen schaffen sowie auf die Wirkung ebendieser auf ein junges Publikum aufmerksam machen. Dabei werden Filme für Kinder und Jugendliche auf vielfältige Weise unterstützt: kulturell, ökonomisch, ästhetisch, politisch, erzieherisch. Die Arbeitsfelder der ECFA – Networking, Information, Förderung, Lobbyarbeit – haben zum Ziel, dass in jedem europäischen Land eine operative Struktur für qualitativ hochwertige Kinderfilme entsteht (vgl. European Children’s Film Association 2018).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die wirtschaftliche Bedeutung europäischer Kinderfilme ein und stellt die medienpädagogische Kernfrage nach der Definition eines qualitativen Kinderfilms.
2. European Children’s Film Association: Das Kapitel stellt die Organisation als internationalen Verband vor, der Qualitätsstandards definiert und die Interessen von Kinderfilmen weltweit vertritt.
2.1. Kriterienkatalog der ECFA: Hier werden konkrete Eigenschaften aufgelistet, die einen qualitativ hochwertigen Kinderfilm aus Sicht der ECFA ausmachen, wie etwa die Identifikation durch starke Charaktere.
2.2. Qualitätsaspekte aus der Praxis: Dieses Kapitel ergänzt die theoretischen Kriterien durch praktische Ansätze der Filmproduktion, etwa bezüglich der Vermeidung von Spekulation und Gewalt.
3. Pädagogische Qualitätsaspekte: Es wird analysiert, wie Filme auf die Entwicklungspsychologie von Kindern bis 14 Jahren abgestimmt werden können und welche Rolle Identifikation dabei spielt.
4. Kinderfilmmarketing: Hier werden die komplexen Finanzierungsbedingungen des deutschen Filmmarktes erörtert und warum Stoffe mit hohem Bekanntheitsgrad wirtschaftlich bevorzugt werden.
5. Zusammenhänge zwischen Kinderbüchern und -filmen: Dieses Kapitel befasst sich mit der engen Wechselbeziehung zwischen Literaturadaptionen und Filmen sowie dem ökonomischen Vorteil etablierter Vorlagen.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Kriterien für hochwertige Kinderfilme zusammen und betont die Bedeutung, Kindern durch altersgerechte Inhalte Orientierung in einer komplexen Welt zu bieten.
Schlüsselwörter
Kinderfilm, Medienpädagogik, ECFA, Filmqualität, Jugendschutz, Kinderfilmmarketing, Literaturadaption, Filmproduktion, Identifikationspotenzial, Medienwirkung, europäischer Film, Zielgruppenanalyse, Charakterentwicklung, Filmfinanzierung, kulturelle Bildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Kriterien und Qualitätsmerkmale, die einen qualitativ hochwertigen Kinderfilm auszeichnen, und beleuchtet die institutionelle sowie pädagogische Perspektive auf dieses Genre.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Arbeit der ECFA, pädagogische Qualitätsstandards, die Vermarktungsproblematik im deutschen Markt und die Rolle von Literaturvorlagen für den Filmerfolg.
Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein Verständnis dafür zu entwickeln, was einen Kinderfilm qualitativ ausmacht und welche Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche sowie pädagogisch wertvolle Produktion notwendig sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine fachliche Analyse auf Basis von Literaturrecherche, der Auswertung von Kriterienkatalogen und der Einbeziehung medienpädagogischer Expertisen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der ECFA, die pädagogische Einordnung, die ökonomischen Herausforderungen im Marketing und die Bedeutung von Buch-Film-Adaptionen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Kinderfilm, Medienpädagogik, ECFA, Filmqualität, Literaturadaption und Zielgruppenorientierung.
Warum spielt die Literaturadaption eine so große Rolle für den Erfolg eines Kinderfilms?
Bekannte Buchvorlagen dienen als "Sicherheitsfaktor" für Produzenten und Verleiher, da sie bereits über ein etabliertes Publikum verfügen, was die Finanzierung und Vermarktung deutlich erleichtert.
Wie unterscheidet sich die Sichtweise der ECFA von der des Jugendschutzes?
Während der Jugendschutz (z.B. FSK) eher defensiv fragt, vor welchen Inhalten Kinder geschützt werden müssen, definiert die ECFA aktiv positive Qualitätskriterien, die zur Entwicklung von Kindern beitragen sollen.
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- Tobias Fröbel (Author), 2018, Qualitativ hochwertige Filme für Kinder und Jugendliche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/944018