Die vorliegende Arbeit thematisiert Gewalt als weitgefassten Begriff im schulischen Kontext sowie für präventive Maßnahmen. Eine Auseinandersetzung mit diesem Thema scheint aus schulpädagogischer Sicht in mehrfacher Hinsicht bedeutsam und angebracht, insbesondere für (angehende) Lehrkräfte.
Neben der Gewalt zwischen Schülerinnen und Schülern geht es in der vorliegenden Arbeit auch um die häufig tabuisierte Gewalt von Lehrkräften in Richtung der Lernenden sowie umgekehrt. Denn auch wenn die physische Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen an Schulen per Gesetz seit den 1970er Jahren verboten ist, so lassen sich doch auch heute noch zahlreiche Formen von Gewalt in deutschen Klassenzimmern finden. Die physische Gewalt hat stark abgenommen, es handelt sich hier überwiegend um psychische Gewalt, die sich beispielsweise in Bloßstellen und Demütigen vor der Klasse äußert. Werden Lehrpersonen zur Zielscheibe von – meist verbaler – Gewalt, empfinden sie häufig Scham. Dann wagen sie es oftmals nicht, ihren Kolleginnen und Kollegen oder der Schulleitung davon zu berichten.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Begriffsdefinition und begriffliche Einordnung
- Aggression
- Gewalt
- Mobbing/Bullying
- Gewaltkriminalität
- Theoretische Erklärungsmodelle für Aggression und Gewalt
- Psychologische Theorien
- Lerntheorien
- Instinkt- und Triebtheorien
- Frustrations-Aggressions-Theorie
- Soziologische Theorien
- Anomietheorie
- Etikettierungstheorien
- Integrative Theorien
- Sozialisationstheoretischer Ansatz
- Geschlechtsspezifische Erklärungsmodelle
- Sozialökologische Theorieansätze mit Schulbezug
- Psychologische Theorien
- Verbreitung von Gewaltkriminalität bei Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden
- Tatverdächtige und Täter von Gewalttaten
- Opfer von Gewalttaten
- Außerschulische Gewalt
- Familie
- Gruppe der Gleichaltrigen - Jugendkulturen und Gewalt
- Formen und Ausmaß von Gewalt an Schulen - Akteur*innen
- Gewalt unter Schülerinnen und Schülern
- Gewalt von Lehrpersonen gegen Schülerinnen und Schüler
- Gewalt von Schülerinnen und Schülern gegen Lehrpersonen
- Gewaltprävention an Schulen
- Begriffsbestimmung und Formen der Gewaltprävention
- Systemische Gewaltprävention
- Allgemeine pädagogische Präventionsmöglichkeiten
- Individuelle Schüler*innenebene
- Klassenebene
- Schulebene
- Spezielle Präventionsprogramme
- Streitschlichterprogramme
- ,,FAUSTLOS“
- Das Konstanzer Trainingsmodell
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese wissenschaftliche Hausarbeit setzt sich zum Ziel, das Phänomen von Gewalt an Schulen umfassend zu beleuchten. Sie analysiert die Ursachen und Erscheinungsformen von Gewalt sowie die Möglichkeiten der Prävention im schulischen Kontext.
- Begriffsdefinition und Einordnung von Aggression, Gewalt und Mobbing/Bullying
- Theoretische Erklärungsmodelle für Aggression und Gewalt aus psychologischer, soziologischer und integrativer Perspektive
- Verbreitung von Gewaltkriminalität bei Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden
- Formen und Ausmaß von Gewalt an Schulen, unter Berücksichtigung verschiedener Akteur*innen
- Konzepte und Strategien der Gewaltprävention an Schulen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik von Gewalt an Schulen ein und beleuchtet die gesellschaftliche Wahrnehmung und Relevanz des Themas. Im zweiten Kapitel werden zentrale Begriffe wie Aggression, Gewalt, Mobbing und Gewaltkriminalität definiert und begrifflich eingeordnet. Das dritte Kapitel widmet sich theoretischen Erklärungsmodellen für Aggression und Gewalt, wobei psychologische, soziologische und integrative Ansätze analysiert werden. Kapitel vier untersucht die Verbreitung von Gewaltkriminalität bei Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden, einschließlich der Tatverdächtigen und Opfer von Gewalttaten. Kapitel fünf beleuchtet außerschulische Gewalt im familiären Kontext und in der Gruppe der Gleichaltrigen. In Kapitel sechs werden Formen und Ausmaß von Gewalt an Schulen im Detail betrachtet, wobei die Rolle verschiedener Akteur*innen, wie Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen und Eltern, untersucht wird. Kapitel sieben befasst sich mit der Gewaltprävention an Schulen, einschließlich systemischer Ansätze, allgemeinen pädagogischen Möglichkeiten und spezifischen Präventionsprogrammen.
Schlüsselwörter
Schlüsselwörter dieser Arbeit sind: Gewalt an Schulen, Aggression, Mobbing, Gewaltkriminalität, Prävention, Lerntheorien, Soziologische Theorien, Integrative Ansätze, Schulbezug, Akteur*innen, Familienkontext, Jugendkulturen, Streitschlichterprogramme, Systemische Prävention.
Häufig gestellte Fragen
Welche Formen von Gewalt an Schulen werden in der Arbeit thematisiert?
Die Arbeit behandelt physische und psychische Gewalt zwischen Schülern, aber auch die oft tabuisierte Gewalt von Lehrkräften gegen Schüler und umgekehrt.
Was ist der Unterschied zwischen Aggression, Gewalt und Mobbing?
Die Arbeit definiert Aggression als Grundimpuls, Gewalt als dessen physische oder psychische Ausübung und Mobbing/Bullying als systematisches, länger anhaltendes feindseliges Verhalten.
Welche theoretischen Erklärungsmodelle für Gewalt werden vorgestellt?
Vorgestellt werden psychologische Ansätze (z.B. Lerntheorien, Frustrations-Aggressions-Theorie), soziologische Theorien (Anomietheorie) und integrative Sozialisationsansätze.
Was versteht man unter systemischer Gewaltprävention?
Hierbei wird nicht nur das Individuum betrachtet, sondern die gesamte Schule als System (Klassenklima, Schulkultur), um Gewaltursachen ganzheitlich zu bekämpfen.
Welche speziellen Präventionsprogramme werden genannt?
Die Arbeit nennt unter anderem Streitschlichterprogramme, das Programm „FAUSTLOS“ sowie das Konstanzer Trainingsmodell.
- Quote paper
- Florian Bergér (Author), 2020, Gewalt an Schulen. Ausmaß, Erscheinungsformen, Ursachen sowie Möglichkeiten der Prävention, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/944293