Die folgende Arbeit befasst sich im Rahmen der Persönlichkeits- und Sozialpsychologie mit verschiedenen, spezifischeren Phänomene.
Im ersten Teil der Arbeit untersucht die Autorin Gruppendruck und Entscheidungsprozesse, gefolgt von angstbezogenen Störungsbildern und zwanghaften Persönlichkeitsstörungen. Der dritte Teil schließlich befasst sich mit den sogenannten Schockbildern auf Zigarettenschachteln und deren Wirkung auf die Einstellung des Konsumenten. In einem letzten Teilabschnitt werden dann die Möglichkeiten einer Verhaltensänderung kurz beleuchtet.
Angststörungen zählen zu den verbreitetsten psychischen Störungen des Erwachsenenalters. Im Jahr 2015 litten laut der Weltgesundheitsorganisation insgesamt 265 Millionen Menschen an einer Angststörung. In Europa betrifft dieses Krankheitsbild 14% der europäischen Gesamtbevölkerung. Frauen erkranken dabei fast doppelt so häufig wie Männer (WHO, 2015). Insgesamt leidet 25% der Weltbevölkerung zumindest einmal im Leben unter einer Angststörung. Bei Angststörungen liegt eine objektiv nicht begründete Angst vor, welche durch Objekte oder Situationen ausgelöst wird. Generell lassen sich Angststörungen nach ihrem Auslöser unterteilen. Situationsbezogene Angststörungen (= Phobie) werden von stationsunabhängigen Angststörungen unterschieden. Leidet der Betroffene unter einer situationsbezogenen Angststörung wird er versuchen, die auslösende Situation zu umgehen. Die stationsunabhängige Angst tritt willkürlich auf. Bei plötzlichem Auftreten von Angstzuständen spricht man von Panikstörungen. Jährlich erkranken Millionen von Menschen an den Folgen ihres Tabakkonsums. Im Jahr 2017 verstarben insgesamt 8 Millionen Menschen an einer Krankheit, welche durch den Genuss von Tabakwaren verursacht wurde. Durch die gegenwärtigen Bemühungen, den globalen Tabakkonsum zu senken, werden bis 2025 aller Voraussicht nach nur noch 20,9% der Weltbevölkerung regelmäßig Tabak konsumieren. Im Jahr 2000 waren dies noch 33,3%. Das Aufzeigen der Schädlichkeit von Tabakkonsum kann dabei helfen, den globalen Prozentsatz an Tabakverbrauchern zu senken.
Inhaltsverzeichnis
Gruppendruck und Entscheidungsprozesse
1. Begriffsdefinitionen
1.1 normativ sozialer Einfluss
1.2 Konformität
1.3 Abweichler
2. Der Asch-Effekt
3. Einflussfaktoren für Konformität
4. Negative Auswirkungen auf betriebliche Entscheidungsprozesse
5. Lindernde Maßnahmen
6. Wirksame Entscheidungsprozesse
6.1 Präzise Bestimmung des Problems
6.2 Spezifikation der Anforderungen
6.3 Alternativsuche
6.4 Analyse der Risiken und deren Folgen
6.5 Der Entschluss
6.6 Die Realisierung der Entscheidung
6.7 Etablieren von Feedback
Angstbezogene Störungsbilder und zwanghafte Persönlichkeitsstörung
1. Einleitung
2. Begriffsdefinitionen Angst & Ängstlichkeit
3. State-Trait Modell der Angst nach Spielberger
4. Zwangsstörung
5. Zwanghafte Persönlichkeitsstörung
6. Abgrenzung von Zwangsstörung und zwanghafte Persönlichkeitsstörung
7. Therapie von Persönlichkeitsstörungen
Schockbilder auf Zigarettenpackungen und die damit verbundene Einstellung des Konsumenten
1. Einleitung
2. Begriffsdefinition Einstellung
3. Einstellungsbildung
3.1 Kognitive Einstellungen
3.2 Affektive Einstellungen
3.3 Verhaltensbasierte Einstellungen
4. Einstellungsänderung
4.1 Dissonanz
4.2 Persuasive Kommunikation
4.3 Emotionen
5. Der Effekt von Furchtverbreitung auf das Konsumverhalten (Fazit)
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht psychologische Phänomene in den Bereichen Gruppendynamik, klinische Störungsbilder sowie die Wirksamkeit von Einstellungsänderungen durch externe Stimuli. Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen sozialpsychologischen Einflüssen auf Entscheidungsprozesse, den klinischen Charakteristika von Angst- und Zwangsstörungen sowie der Wirkung von Furchtappellen bei Konsumenten fundiert darzustellen.
- Psychologische Dynamiken in Gruppen und deren Einfluss auf Entscheidungsprozesse.
- Differenzierung und Charakteristika von Angst- und Zwangsstörungen.
- Theoretische Grundlagen und Messinstrumente der Angstpsychologie.
- Einstellungsbildung und Mechanismen der Einstellungsänderung beim Konsumenten.
- Wirksamkeit von Schockbildern zur Verhaltensprävention.
Auszug aus dem Buch
2. Der Asch-Effekt
Asch wollte herausfinden, wie gut Individuen dem Anpassungsdruck von Gruppen widerstehen können. Dazu saß ein Proband mit sechs bis acht anderen – über das Experiment eingeweihten – Personen zusammen im Raum. Nacheinander sollten die Personen einschätzen, welche Vergleichslinie genauso lang wie die Standardlinie ist. In den ersten Durchgängen geben alle Eingeweihten als auch der Proband bei jedem Kartenpaar die richtige Antwort. Der interessante Teil des Experimentes beginnt, als die geschlossene Gruppe an Teilnehmern behauptet, dass Linie 1 der Standardlinie entspricht. Diese wurden vor Beginn des Experimentes dazu aufgefordert, bewusst eine falsche Antwort zu geben. Dieses Procedere wurde in 12 der 18 Durchgänge wiederholt (Koch & Orth, 2018, S. 20).
Das erstaunliche Ergebnis des Experimentes war, dass sich 76% der Probanden mindestens einmal einem falschen Urteil der Gruppe anschlossen. Mehr als ein Viertel taten dies sogar bei sieben von 12 Durchgängen und verhielten sich somit in fast allen Durchgängen konform mit der Gruppe.
Asch führte das Experiment mit exakt gleichem Inhalt, aber anderen Testpersonen erneut durch. Diesmal ließ er die Teilnehmer jedoch schriftlich antworten, sodass sich keiner von den anderen Probanden beeinflussen lassen könnte. In 95% der Fälle antworteten die Teilnehmer richtig.
Mit diesem Experiment konnte Asch beweisen, dass sich die Probanden teilweise trotz des Wissens, eine falsche Antwort zu geben, der mehrheitlichen Meinung anschlossen und somit dem normativen sozialen Einfluss unterlagen (Koch & Orth, 2018, S. 21).
Zusammenfassung der Kapitel
Gruppendruck und Entscheidungsprozesse: Dieses Kapitel erläutert den Einfluss von sozialen Normen und Konformitätsdruck auf die Entscheidungsfindung sowie Strategien zur Optimierung konstruktiver Entscheidungsprozesse.
Angstbezogene Störungsbilder und zwanghafte Persönlichkeitsstörung: Hier werden Angstzustände von Angststörungen abgegrenzt, das State-Trait-Modell vorgestellt und klinische Merkmale von Zwangsstörungen sowie deren therapeutische Ansätze behandelt.
Schockbilder auf Zigarettenpackungen und die damit verbundene Einstellung des Konsumenten: Dieses Kapitel analysiert, wie Einstellungen entstehen und geändert werden können und ob Furchtverbreitung durch Schockbilder tatsächlich das Konsumverhalten beeinflusst.
Schlüsselwörter
Konformität, Asch-Effekt, Entscheidungsprozesse, Angststörungen, State-Trait-Angstinventar, Zwangsstörung, zwanghafte Persönlichkeitsstörung, Psychotherapie, Einstellung, Einstellungsänderung, Dissonanz, Persuasive Kommunikation, Furchtappelle, Tabakkonsum, Konsumentenverhalten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit verschiedenen psychologischen Themengebieten, insbesondere der sozialen Beeinflussung von Entscheidungen, der klinischen Psychologie von Angst- und Zwangserkrankungen sowie den Mechanismen der Einstellungsbildung bei Konsumenten.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Themenfelder sind die Gruppendynamik und deren Einfluss auf betriebliche Prozesse, die Differenzierung und Therapie von Angst- und Zwangsstörungen sowie die psychologische Wirksamkeit von Werbemaßnahmen zur Verhaltensänderung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel der Arbeit ist es, theoretische psychologische Konzepte durch wissenschaftliche Studien zu erläutern und deren Anwendung in praktischen Kontexten – sei es im betrieblichen Umfeld, in der Klinik oder in der Verhaltensprävention – aufzuzeigen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf fundierter Literaturrecherche und der Analyse von wegweisenden psychologischen Experimenten (wie z.B. dem Asch-Experiment) sowie klinischen Modellen und statistischen Berichten basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt den Asch-Effekt, die Struktur effizienter Entscheidungsprozesse, die klinische Psychologie von Angst und Zwang sowie die psychologischen Faktoren, die zu einer Einstellungsänderung beim Konsumverhalten führen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Konformität, Entscheidungsprozesse, Zwangsstörung, Furchtverbreitung, kognitive Dissonanz und Einstellungsänderung.
Wie unterscheidet sich die Zwangsstörung von der zwanghaften Persönlichkeitsstörung?
Der Text stellt klar, dass diese Störungen zwar häufig verwechselt werden, jedoch unterschiedlich einzuordnen sind; Zwangsstörungen gehören primär zu den Angststörungen, während die zwanghafte Persönlichkeitsstörung ein eigenständiges klinisches Bild darstellt.
Ist die Nutzung von Furchtappellen bei der Prävention erfolgreich?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Furchtverbreitung (z.B. durch Schockbilder auf Zigarettenpackungen) nicht bei allen Menschen die gewünschte Einstellungsänderung hervorruft, da dies ohne konkrete Handlungsanweisungen zur Problembewältigung zu Verdrängungseffekten führen kann.
- Quote paper
- Tashina Celine Nemec (Author), 2020, Gruppendruck, Angst bezogene Störungsbilder und zwanghafte Persönlichkeitsstörungen. Wie kann eine Einstellungsänderung erfolgen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/944405