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Die Disziplinargesellschaft bei Michel Foucault

Eine zutreffende Beschreibung moderner Gesellschaften oder ein überholtes Modell?

Título: Die Disziplinargesellschaft bei Michel Foucault

Trabajo Escrito , 2005 , 18 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Politikwissenschaftler B.A. Sebastian Feyock (Autor)

Política - Filosofía política e historia de las ideas
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Michel Foucault beschreibt in „Überwachen und Strafen“ eine Genealogie der Diszip-linen und Einschließungsmilieus, an deren Ende der Panoptismus als Gesellschafts-modell steht. Der Panoptismus, basierend auf dem von Jeremy Bentham entwickel-ten architektonischen Modell des Panopticons, beschreibt einen allumfassenden Ü-berwachungsstaat. Eine unsichtbare Macht sammelt ein Wissen über den kompletten Gesellschaftskörper an. In den 1980er Jahren entsteht jedoch eine Gegentheorie, welche die Krise aller Einschließungsmilieus proklamiert. Der den Disziplinen nach-folgende Gesellschaftsentwurf ist einer der Kontrollgesellschaften. Techniken des Selbst treten in den Vordergrund. Primär ist nicht mehr die Orientierung an einer sta-tischen Norm, sondern vielmehr an einer dynamischen. Produktivität wird nicht mehr durch Arbeitsteilung, sondern durch Wettbewerb gefördert.

Michel Foucault describes a genealogy of disciplines and milieus of inclusion in his book “ Supervise and Punish”. The end of this development is marked by the panop-tism as a model of society. The panoptism based on the architectural model of the panopticon, developed by Jeremy Bentham, describes an all-round supervising state. An invisible power accumulates knowledge about the whole body of society. But in the 1980s an anti-theory came up which called out the crisis of all milieus of inclu-sion. The following model is called controlling society. Self-technologies are coming up. Primal is not longer the orientation to a static norm but to a dynamic one. Produc-tivity is now intensified by competition and rivalry, not longer by division of labour.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Disziplinargesellschaft Michel Foucaults

2.1. Überwachung und Normierung

2.2. Das Panopticon

2.2.1. Der Panoptismus

3. Kritik an der Disziplinargesellschaft

3.1. Die Theorie der Gouvernementalität

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit Michel Foucaults Konzept der Disziplinargesellschaft durch das modernere Modell der Kontrollgesellschaft und der Theorie der Gouvernementalität abgelöst wurde und ob der Begriff der Disziplinargesellschaft heute noch als zutreffende Beschreibung gesellschaftlicher Machtverhältnisse dienen kann.

  • Genealogie der Disziplinargesellschaft bei Foucault
  • Funktionsweise des Panoptismus als Überwachungsmodell
  • Übergang von der Disziplin zur Kontrollgesellschaft
  • Theorie der Gouvernementalität und Führung der Führungen
  • Technologien des Selbst und moderne Subjektivierung

Auszug aus dem Buch

2.2.1. Der Panoptismus

Das vollendete Modell einer Disziplinierungsanlage beschreibt Michel Foucault am Beispiel der Pest im Frankreich des 17. Jahrhunderts. Die Maßnahmen, die beim Ausbruch der Pest vorgenommen wurden, spiegeln die Schritte der Disziplinierung wider. Durch die Verhängung einer Ausgangssperre und der Quarantäne entstand in einer von der Pest befallenen Stadt ein „[geschlossener], [parzellierter], lückenlos [überwachter] Raum, innerhalb dessen die Individuen in feste Plätze eingespannt [waren], [und] die Gewalt in einer bruchlosen Hierarchie ausgeübt [wurde]“ (Foucault 1994: 253). Verstöße gegen die verhängten Maßnahmen wurden mit der Todesstrafe geahndet. Das Ergebnis ist das kompakte Modell einer Disziplinierungsanlage.

Foucault vergleicht die Pest mit der Lepra. Als Antwort auf die Ansteckungsgefahr bei Leprakranken entwickeln sich in früherer Zeit die Leprakolonien, in die die Kranken verbannt werden. Genau das Gegenteil passiert mit den Pesterkrankten. Es handelt sich um zwei Modelle, die auf eine ähnliche Gefahr unterschiedlich reagieren. Zwei verschiedene Methoden der Machtausübung über die Menschen. Während die Leprakranken verbannt werden und es nahezu egal ist, was mit ihnen in der Verbannung passiert, werden die Pestkranken mit den Mitteln der Disziplinen kontrolliert und analysiert. Diese Analyse wird verkörpert durch die täglichen Visiten und die Berichte der Syndizi an die Intendanten. Man kümmert sich um die Bevölkerung, anstatt sie zu verbannen. „Bannen anstelle von Verbannen“ könnte man dieses Verfahren frei nach Foucault bezeichnen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob Foucaults Disziplinargesellschaft durch neuere Modelle wie die Kontrollgesellschaft abgelöst wurde.

2. Die Disziplinargesellschaft Michel Foucaults: Das Kapitel erläutert die Entstehung der Disziplinarinstitutionen und deren Wandel hin zur Normierung der Bevölkerung.

2.1. Überwachung und Normierung: Hier werden Mechanismen wie Klausur, Parzellierung, Tableau, Rang, Prüfung und Hierarchie als Instrumente der Macht beschrieben.

2.2. Das Panopticon: Das Panopticon wird als architektonisches Gebilde analysiert, das zur ständigen Sichtbarkeit und Selbstbeobachtung der Individuen führt.

2.2.1. Der Panoptismus: Dieser Abschnitt vergleicht historische Maßnahmen zur Pestbewältigung mit dem Konzept des Panoptismus als allumfassendes Überwachungsmodell.

3. Kritik an der Disziplinargesellschaft: Dieses Kapitel thematisiert die 1980er Jahre und den Übergang zu Kontrollgesellschaften, in denen die Macht offener und dynamischer agiert.

3.1. Die Theorie der Gouvernementalität: Es wird die Verschiebung zum Unternehmertum und die „Führung der Führungen“ als neue Form der Steuerung erläutert.

4. Schluss: Der Schluss fasst zusammen, dass Disziplinen auch heute noch als Instrumente fortbestehen, jedoch in den Kontext der neuen Kontroll- und Evaluationstechniken eingebettet sind.

Schlüsselwörter

Michel Foucault, Disziplinargesellschaft, Panoptismus, Überwachung, Normierung, Kontrollgesellschaft, Gouvernementalität, Macht, Führung der Führungen, Technologien des Selbst, Evaluation, Subjektivierung, Disziplinaranlage, Wissensansammlung, Widerstand.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Foucaults Konzept der Disziplinargesellschaft und dessen Relevanz im Vergleich zu modernen Modellen wie der Kontrollgesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Machtanalyse, die Entwicklung von Strafsystemen, Überwachungsmechanismen sowie die Dynamiken der modernen Gouvernementalität.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, ob der Begriff der Disziplinargesellschaft heute als überholt gilt oder ob er weiterhin zur Beschreibung moderner Gesellschaften beitragen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine politiktheoretische Analyse, die auf einer Literaturstudie von Foucaults Werken und zeitgenössischen Interpreten wie Bröckling oder Deleuze basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Disziplinarmechanismen, das Konzept des Panopticons und die kritische Auseinandersetzung mit der darauf folgenden Kontrollgesellschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Panoptismus, Disziplinierung, Normierung, Gouvernementalität und Selbstmanagement beschreiben.

Inwiefern unterscheidet sich das Panopticon von der Pest-Verwaltung?

Während die Maßnahmen bei der Pest eine temporäre Ausnahmesituation darstellen, ist das Panopticon ein dauerhaftes, verallgemeinerungsfähiges Modell zur täglichen Überwachung.

Was bedeutet die „Führung der Führungen“ in diesem Kontext?

Dies bezeichnet eine Steuerungstechnik, bei der Individuen aus vorgegebenen Handlungsoptionen wählen, wobei sie ihre eigene Regierung durch Selbstoptimierung und Evaluation aktiv mitgestalten.

Wie verändert sich die Rolle der Norm im Wandel zur Kontrollgesellschaft?

Die Norm wandelt sich von einem statischen Maßstab der Disziplin hin zu einer dynamischen, technischen Norm, die ständiges Streben nach Optimierung und Wettbewerbsfähigkeit erfordert.

Sind die klassischen Disziplinen heute vollständig verschwunden?

Nein, der Autor kommt zu dem Schluss, dass Disziplinen fortbestehen, jedoch durch neue Instrumente wie die Evaluation in einem umfassenderen System der Kontrolle modifiziert und weiterentwickelt wurden.

Final del extracto de 18 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Disziplinargesellschaft bei Michel Foucault
Subtítulo
Eine zutreffende Beschreibung moderner Gesellschaften oder ein überholtes Modell?
Universidad
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Institut für Politikwissenschaft)
Calificación
1,7
Autor
Politikwissenschaftler B.A. Sebastian Feyock (Autor)
Año de publicación
2005
Páginas
18
No. de catálogo
V94442
ISBN (Ebook)
9783640106349
ISBN (Libro)
9783640120079
Idioma
Alemán
Etiqueta
Disziplinargesellschaft Michel Foucault Überwachung Normierung Panopticon Panoptismus Gouvernementalität
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Politikwissenschaftler B.A. Sebastian Feyock (Autor), 2005, Die Disziplinargesellschaft bei Michel Foucault, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94442
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