Die Ausarbeitung in Gänze verfolgt zwei Schwerpunkte. Zum einen will sie dem Leser einen fundierten Überblick über die spezifischen Charakteristika und die Funktionsweise von Credit Default Swaps vermitteln. Zum anderen werden CDS in die Geschehnisse der Finanzkrise von 2007/2008 und der nachfolgenden europäischen Staatsschuldenkrise eingeordnet.
Final wird die Reaktion der europäischen Aufsichtsbehörden und Gesetzgeber beleuchtet sowie einer Bewertung durch den Verfasser unterzogen. Es erfolgt eine bewusste Eingrenzung der Untersuchung auf die europäischen Verhältnisse. Einerseits reicht der zur Verfügung stehende Platz nicht für einen globalen Vergleich und andererseits sieht der Verfasser in den europäischen Verhältnissen die größte Relevanz für das eigene Handeln.
Üblicherweise sorgt der Bericht eines Vorstands über das zurückliegende Geschäftsjahr an die Aktionäre seines Unternehmens für wenig öffentliches Aufsehen. Der US-amerikanische Investor Warren Buffett steht hier allerdings für die Ausnahme von der Regel. Das wahrscheinlich prominenteste Beispiel für die Wirkmacht seiner Äußerungen stammt aus dem Jahr 2003.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Funktionsweise und Anwendung von CDS
2.1. Grundbegriffe
2.1.1. Definition Derivat und Swap
2.1.2. Definition Adressenausfallrisiko
2.1.3. Definition Kreditereignis
2.2. Konstruktion und Handel von CDS
2.3. Abgrenzung zu anderen Finanzinstrumenten
2.3.1. Put-Optionen
2.3.2. Versicherungsverträge
2.4. Anwendung
2.4.1. Motive von CDS-Sicherungsnehmern
2.4.2. Motive von CDS-Sicherungsgebern
3. Erfahrungen mit CDS in der Finanzkrise 2007/2008 und der nachfolgenden Staatsschuldenkrise
3.1. Überblicksdarstellung über die Finanzkrise 2007/2008 und die nachfolgende Staatsschuldenkrise
3.2. Ausgewählte Erfahrungen
3.2.1. Bedeutung der Wahl des Emittenten
3.2.2. Liquidität von Handelsplätzen
4. Die Regulierung des CDS-Marktes in Europa
4.1. Verabschiedete Maßnahmen
4.2. Bewertung der verabschiedeten Maßnahmen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Funktionsweise von Credit Default Swaps (CDS) und analysiert kritisch die regulatorischen Reaktionen der Europäischen Union auf die Erfahrungen mit diesen Instrumenten während der Finanzkrise 2007/2008 sowie der anschließenden europäischen Staatsschuldenkrise.
- Theoretische Grundlagen und Funktionsweise von Credit Default Swaps
- Analyse der Motive von CDS-Sicherungsnehmern und Sicherungsgebern
- Bedeutung von CDS während der Finanz- und Staatsschuldenkrise
- Regulierung des europäischen CDS-Marktes durch die EU
- Kritische Bewertung der Wirksamkeit und Konsequenzen dieser Regulierungsmaßnahmen
Auszug aus dem Buch
2.4.1. Motive von CDS-Sicherungsnehmern
Das wahrscheinlich naheliegendste Motiv zum Kauf eines CDS-Kontraktes liegt darin, eine Absicherung eines in den eigenen Büchern gehaltenen Wertpapiers bzw. die Absicherung eines bestimmten Kontrahentenrisikos vornehmen zu wollen. Diese Art der Absicherung wird auch als hedging bezeichnet. Zur Befriedigung dieses Interesses wurden die ersten CDS in den 1990er Jahren aufgelegt und fanden schnell regen Zuspruch. Die rasante Entwicklung lässt sich gut anhand von Abbildung 2 in Abschnitt 2.2. nachvollziehen.
Durch den Kauf von CDS kann eine bilaterale Absicherung vorrangig gegen das Adressausfallrisiko eindeutig definierter Referenzwerte erfolgen, ohne die Beziehung zum eigentlichen Schuldner des Referenzwerts zu beeinträchtigen. Dieser wird schließlich nicht über den Risikotransfer vom Sicherungsnehmer zum -geber informiert. Hierin erweisen sich CDS als neuartig und überlegen im Vergleich zu tradierten Möglichkeiten des Risikotransfer wie etwa Verbriefungen oder Forderungsverkäufen. Diese erzeugen stets Kommunikationsbedarf zwischen Schuldner und Gläubiger, da ersterer mindestens informiert werden und in einigen Fällen sogar dem Risikoübergang zustimmen muss. Hinzu kommt, dass die ökonomische Beziehung zwischen Sicherungsnehmer und dem Schuldner des Referenzwertes genauso unbeeinträchtigt bleibt. Im Idealfall kann der Sicherungsnehmer so einen faktisch risikolosen Ertrag realisieren, nämlich dann, wenn die Zinszahlungen aus dem Referenzwert die zu zahlenden Prämien für die Absicherung übersteigen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Credit Default Swaps ein, stellt das Buffett-Zitat in einen Kontext und formuliert die forschungsleitende Frage sowie die Schwerpunkte der Untersuchung.
2. Funktionsweise und Anwendung von CDS: Dieses Kapitel definiert die zentralen Grundbegriffe, erläutert die Konstruktion von CDS-Verträgen, grenzt sie von anderen Finanzinstrumenten ab und analysiert die Motive der beteiligten Akteure.
3. Erfahrungen mit CDS in der Finanzkrise 2007/2008 und der nachfolgenden Staatsschuldenkrise: Es wird die Rolle von CDS in den Krisenjahren beleuchtet, insbesondere im Kontext der Bedeutung des Emittentenrisikos und der Liquidität am OTC-Markt.
4. Die Regulierung des CDS-Marktes in Europa: Dieses Kapitel stellt die durch die EU verabschiedeten Maßnahmen zur Regulierung vor und nimmt eine kritische Bewertung hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Auswirkungen auf die Markteffizienz vor.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, beantwortet die Forschungsfrage durch eine nuancierte Einordnung von CDS als nützliche, aber regulierungsbedürftige Instrumente und gibt einen Ausblick.
Schlüsselwörter
Credit Default Swaps, CDS, Finanzkrise, Staatsschuldenkrise, Risikomanagement, Regulierung, Derivate, Finanzinstrumente, Absicherung, Hedging, Spekulation, OTC-Handel, Adressausfallrisiko, Europäische Union, Finanzmarktstabilität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit Credit Default Swaps (CDS) als Finanzinstrumenten, deren Funktionsweise, ihrem Einsatz in der Finanz- und Staatsschuldenkrise sowie der darauf folgenden Regulierung durch die Europäische Union.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?
Die Arbeit behandelt die theoretischen Grundlagen von CDS, die Motive der Marktteilnehmer für das Eingehen solcher Positionen, die Rolle von CDS in vergangenen Krisen sowie die rechtliche Ausgestaltung der EU-Regulierung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?
Die zentrale Forschungsfrage lautet, wie die Gesetzgebung der Europäischen Union als Reaktion auf die Erfahrungen mit CDS in der Finanzkrise 2007/2008 und der anschließenden Staatsschuldenkrise zu bewerten ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird für diese Analyse verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Herleitung der Funktionsweise von CDS, eine Auswertung empirischer Erkenntnisse aus der Literatur sowie eine kritische juristische und ökonomische Bewertung der europäischen Regulierungsmaßnahmen.
Was wird primär im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erläuterung der Instrumente (Kapitel 2), eine historische Einordnung in die Krisenjahre (Kapitel 3) und eine detaillierte Auseinandersetzung mit der europäischen Gesetzgebung (Kapitel 4).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Credit Default Swaps (CDS), Finanzmarktregulierung, Adressausfallrisiko, Hedging, Spekulation und Finanzkrisen charakterisiert.
Wie bewertet der Autor die Rolle von CDS im Hinblick auf das bekannte Warren-Buffett-Zitat?
Der Autor ordnet das Zitat kritisch ein und kommt zu dem Ergebnis „Eindeutig uneindeutig“; er sieht CDS als innovative Instrumente des Risikomanagements, die jedoch ein unheilvolles Potenzial bergen.
Warum hält der Autor die aktuelle EU-Regulierung für nur teilweise ausreichend?
Der Autor argumentiert, dass die Regulierung zwar spezifische Interessen (Sicherung der Währungsunion) adressiert, aber grundlegende strukturelle Probleme, wie die Handelsweise und die Risikokonzentration, nicht ausreichend löst.
- Citar trabajo
- Jan-Phillip Kock (Autor), 2017, Credit Default Swaps. Funktionsweise, Formen und Anwendungsgebiete, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/944691