Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Sociología - Sistemas sociales y Estructuras sociales

Kapitalvolumen, Klassenzugehörigkeit und Bildungschancen. Bedingte Verfügungsmöglichkeiten an Kapitalsorten als Auslöser für soziale Ungleichheit

Título: Kapitalvolumen, Klassenzugehörigkeit und Bildungschancen. Bedingte Verfügungsmöglichkeiten an Kapitalsorten als Auslöser für soziale Ungleichheit

Trabajo Escrito , 2020 , 19 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Ariatani Wolff (Autor)

Sociología - Sistemas sociales y Estructuras sociales
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Diese Arbeit untersucht, welchen Einfluss die unterschiedlichen Zugriffsmöglichkeiten auf kulturelles Kapital und die daraus resultierenden ungleichen Bildungschancen auf die Reproduktion von sozialer Ungleichheit in Deutschland besitzen. Hierzu wird zunächst mit einer knappen Erläuterung und Einordnung des Ungleichheitsbegriffs begonnen, wobei sowohl auf verschiedene Definitionskriterien als auch auf mögliche Ebenen seiner Untersuchung eingegangen wird.

Sodann wird Bourdieus soziokulturelle Klassentheorie insbesondere mit Blick auf die von ihm definierten Kapitalsorten, die Klassenzugehörigkeiten und die damit zusammenhängenden ungleichen Lebens- und Bildungschancen grob umrissen. Daran anschließend wird der Frage nachgegangen, inwiefern die ungleichen Verfügungsmöglichkeiten über das (Kultur-) Kapital den Zugang zum und die Möglichkeiten im (deutschen) Bildungssystem beeinflussen und dadurch Ungleichheiten (re-)produzieren.

Neben den vielen Herausforderungen, die direkt und indirekt durch die Coronakrise verursacht werden, gibt die Pandemie auch der öffentlichen Debatte um Umstände, die viele schon seit langem als Missstände kritisieren, neue Nahrung. Ein Thema, das in diesem Zusammenhang häufig zur Sprache kommt, ist das der sozialen Ungleichheit. Insbesondere in Bezug auf die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen sorgen die Pandemiebekämpfungsmaßnahmen für eine nachweisliche Vertiefung der Kluft zwischen Ressourcenprivilegierten und -nichtprivilegierten.

Bildung stellt in modernen Gesellschaften eine der Ressourcen mit der höchsten Bedeutung für die individuelle Lebensgestaltung dar, beeinflusst sie doch nicht nur die beruflichen Optionen von Personen, sondern auch ihren Lebensstil, ihre gesellschaftlichen Partizipationsmöglichkeiten sowie ihre individuelle Weiterentwicklung und persönliche Sinnsuche im Leben. Unter der Annahme, dass ein positiver Zusammenhang zwischen dem eigenen Bildungsniveau und der Chance auf Selbstverwirklichung und eine autonome Lebensgestaltung existiert – Bildung also Möglichkeiten mehrt und gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht – sind Ungleichheiten bezüglich der Chancen ihres Erwerbs durchaus zu problematisieren.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Soziale Ungleichheit – ein komplexes Phänomen

Bourdieus soziokulturelle Klassentheorie

Bourdieus Kapitalformen

Bourdieus soziale Klassen

Einfluss von Kapitalvolumen & -struktur auf die Bildungschancen

Ungleiche familiäre Lernmilieus

Ungleiche schulische Lernmilieus

Leistungsunabhängige soziale Filter

Leistungsunabhängige Filter in der Familie

Leistungsunabhängige Filter in der Schule

Bestehende institutionelle Barrieren

Fazit

Einordnung & Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Verfügung über kulturelles Kapital nach Pierre Bourdieu und der Entstehung sowie Reproduktion von Bildungsungleichheit bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland.

  • Analyse der soziokulturellen Klassentheorie Bourdieus
  • Untersuchung der verschiedenen Kapitalarten (ökonomisch, kulturell, sozial, symbolisch)
  • Darstellung leistungsunabhängiger Filter im Bildungssystem
  • Diskussion der Rolle des familiären und schulischen Lernmilieus
  • Kritische Betrachtung institutioneller Bildungsbarrieren

Auszug aus dem Buch

Bourdieus Kapitalformen

Bourdieu versteht die Gesellschaft als einen sozialen Raum, welcher durch bestimmte Handlungsressourcen – zusammengefasst unter dem Begriff des Kapitals – strukturiert wird (vgl. Rehbein 2016: 107). Dabei unterscheidet er zwischen verschiedenen Kapitalarten, die er in ihrer Gesamtheit als „Energie der sozialen Physik“ (Bourdieu 1976: 357) bezeichnet, denn die Art, in der Personen über Kapital verfügen können, entscheidet über ihre gesellschaftliche Position in seinem triadischen Klassenmodell (vgl. Schwingel 2005: 106f.). Um einen Zugang zu Bourdieus Klassentheorie zu finden ist das Verständnis der Kapitalformen daher elementar.

Ein wichtiges Mittel zur Ausübung von Macht würde seit jeher materieller Besitz in Form von Geld, Kapitalanlagen und ähnlichem darstellen, von Bourdieu als ökonomisches Kapital bezeichnet. Er schreibt ihm als grundlegender Kapitalform eine besondere Bedeutung zu, da sie besonders gut reproduzierbar sei und die Verfügungsgewalt über finanzielle Mittel die Aneignung aller anderen Kapitalarten ermögliche oder zumindest erleichtere (vgl. Bourdieu 1992: 70–73).

Mit Blick auf das kulturelle Kapital differenziert Bourdieu zwischen drei Formen: Bei objektivierten kulturellen Kapital handelt es sich um materielle Kulturgüter, also beispielsweise Bücher, Kunstgegenstände, Musikinstrumente oder auch Produktionsmittel wie Maschinen (vgl. Bourdieu 1992: 53).

Jegliche Titel und Abschlüsse, die durch eine schulische und/oder akademische Ausbildung erworben werden, fasst Bourdieu unter dem Begriff des institutionalisierten kulturellen Kapitals zusammen (vgl. Bourdieu 1992: 61f.). Außerhalb dieser Institutionen erworbenes Wissen gilt als inkorporiertes und somit körpergebundenes Kulturkapital, dessen Aneignung ein gewisses Investment an Zeit und persönlicher Anstrengung erfordere (vgl. Schwingel 2005: 89f.).

Während die erste Form des Kulturkapitals materiell übertragen werden könne, sei dieses „Delegationsprinzip“ (Bourdieu 1992: 55) bei den anderen beiden keine Option. Folgenreicher als die tatsächliche juristische Übertragbarkeit seien allerdings die individuellen Eigenschaften des Trägers, welche die Aneignung und den Genuss der Kapitalressourcen erst ermöglichten (vgl. Bourdieu 1992: 59), was später anhand des Beispiels der ungleichen Bildungschancen ausgeführt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz von Bildungsungleichheit im Kontext der Pandemie und führt in die Fragestellung zur Kapitaltheorie Bourdieus ein.

Soziale Ungleichheit – ein komplexes Phänomen: Dieses Kapitel definiert soziale Ungleichheit als ein strukturelles, sozial erzeugtes Phänomen und grenzt es von rein individuellen Unterschieden ab.

Bourdieus soziokulturelle Klassentheorie: Das Kapitel erläutert die verschiedenen Kapitalarten (ökonomisch, kulturell, sozial, symbolisch) und Bourdieus Verständnis von sozialen Klassen als theoretische Konstrukte.

Einfluss von Kapitalvolumen & -struktur auf die Bildungschancen: Der Hauptteil analysiert, wie schichtspezifische Lernmilieus, soziale Filter und institutionelle Barrieren die Bildungschancen in Deutschland beeinflussen.

Fazit: Das Fazit stellt das Beharrungsvermögen bildungsbezogener Ungleichheit fest und betont die Notwendigkeit einer rationalen Pädagogik zur Neutralisierung sozialer Faktoren.

Einordnung & Ausblick: Der abschließende Teil reflektiert das Spannungsfeld zwischen Sozialstaats-, Leistungs- und Freiheitsprinzip und fordert eine verstärkte Förderung für ein bedürfnisorientiertes Lernen.

Schlüsselwörter

Soziale Ungleichheit, Pierre Bourdieu, kulturelles Kapital, Bildungsungleichheit, Habitus, Klassentheorie, Bildungschancen, ökonomisches Kapital, Bildungsabschluss, soziale Reproduktion, Meritokratie, institutionelle Barrieren, Lernmilieu, Sozialisation, Chancengleichheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie soziale Herkunft und der damit verbundene Besitz an verschiedenen Kapitalformen die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen in Deutschland prägen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die soziokulturelle Klassentheorie von Pierre Bourdieu, der Einfluss des familiären und schulischen Umfelds auf den Bildungserfolg sowie strukturelle Barrieren im deutschen Bildungssystem.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Einfluss von kulturellem Kapital auf die Reproduktion von sozialer Ungleichheit im Bildungswesen zu untersuchen und aufzuzeigen, warum Bildungschancen in Deutschland stark von der Herkunft abhängen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse soziologischer Fachliteratur und nutzt Bourdieus Konzepte, um empirische Befunde aus Studien wie PISA oder IGLU soziologisch zu interpretieren.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil analysiert die Mechanismen, durch die Kinder aus privilegierten Haushalten im Vergleich zu bildungsfernen Schichten systematische Vorteile im Bildungsverlauf erhalten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Soziale Ungleichheit, kulturelles Kapital, Habitus, Bildungsungleichheit und Chancengleichheit.

Wie wirkt sich laut der Arbeit das "Delegationsprinzip" bei Kapital aus?

Es besagt, dass ökonomisches Kapital materiell vererbbar ist, während kulturelles Kapital (insbesondere inkorporiertes Wissen) an die individuellen Anstrengungen und Eigenschaften des Trägers gebunden ist und nicht direkt übertragen werden kann.

Welche Bedeutung kommt der "Begabungsideologie" zu?

Die Arbeit beschreibt diese als Mechanismus, durch den soziale Herkunft in "individuelle Begabung" umgedeutet wird, was dazu führt, dass Betroffene ihre Unterprivilegierung als persönliches Schicksal wahrnehmen.

Final del extracto de 19 páginas  - subir

Detalles

Título
Kapitalvolumen, Klassenzugehörigkeit und Bildungschancen. Bedingte Verfügungsmöglichkeiten an Kapitalsorten als Auslöser für soziale Ungleichheit
Universidad
University of Heidelberg  (Max-Weber-Institut für Soziologie)
Curso
Einführung in die Soziologie
Calificación
1,0
Autor
Ariatani Wolff (Autor)
Año de publicación
2020
Páginas
19
No. de catálogo
V944819
ISBN (Ebook)
9783346282613
ISBN (Libro)
9783346282620
Idioma
Alemán
Etiqueta
Pierre Bourdieu Bildungschancen Bildungsungleichheit Kapitalsorten Kapitalvolumen Klassenzugehörigkeit Klassenlage Soziale Situation Soziale Milieus Sozialer Aufstieg Sozialer Abstieg Erbliche Bedingtheit Familiäre Prägung Sozialisierung Bildungsungleichheit in Deutschland
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Ariatani Wolff (Autor), 2020, Kapitalvolumen, Klassenzugehörigkeit und Bildungschancen. Bedingte Verfügungsmöglichkeiten an Kapitalsorten als Auslöser für soziale Ungleichheit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/944819
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  19  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint