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Marktpsychologische Faktoren von Wirtschaftsblasen. Auswirkungen auf die Wirtschaftspolitik

Title: Marktpsychologische Faktoren von Wirtschaftsblasen. Auswirkungen auf die Wirtschaftspolitik

Bachelor Thesis , 2018 , 40 Pages , Grade: 2.0

Autor:in: Lukas Rehse (Author)

Business economics - Economic Policy
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Diese Arbeit befasst sich mit der Thematik von Wirtschaftsblasen und deren Einfluss auf die Wirtschaftspolitik. Ziel ist es, Umstände und Komponenten zu erkennen, die die Märkte immer wieder in Richtung von Extremen verschieben. Hierbei soll insbesondere der Einfluss marktpsychologischer Faktoren berücksichtigt werden.

In Zeiten rasanter technologischer Erfindungen – wie beispielsweise von Autos oder dem Internet –, die der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden, sind wiederholt Wirtschaftsblasen entstanden. Diese gehen Hand in Hand mit finanziellen Entwicklungen, finanzieller Liberalisierung und Überschuldung. Das relativ neue und auffällige Merkmal der jüngsten Wirtschaftsblasen ist, dass sie kurz nach dem Auftreten einer spekulativen Episode in einem der Märkte auf Immobilien- und Aktienmärkte expandieren. Außerdem scheinen sie zunehmend in kürzeren Zeiträumen aufzutreten, begleitet von größeren Amplituden.

Beispiele sind die japanische Vermögenspreis- und Immobilienblase der späten 1980er und frühen 1990er Jahre, die Dotcom-Blase 1997–2000, gefolgt von einem Immobilienboom in den USA, der in die jüngste Finanzkrise überging. Häufig werden diese Blasen durch die überoptimistische Sichtweise – nicht nur sogenannter 'Experten'– sondern auch durch die extrem positive Wahrnehmung der Öffentlichkeit angeheizt, was zu einem überdimensionalen Selbstvertrauen in Investitionen führt.

Historische Niveaus der Aktien- und Immobilienmärkte, insbesondere dort, wo das realistische Fundamentalniveau sein sollte, werden vollständig ignoriert. Die jüngste Größenordnung der Booms, insbesondere die Größenordnung der nachfolgenden Crashs, scheint in keinem Zusammenhang mit externen Ereignissen zu stehen, die sowohl auf dem Aktien- als auch dem Immobilienmarkt ein solch unhaltbar hohes Niveau verursacht haben könnten. Offensichtlich können die zuletzt beobachteten Wanderungen und Abstürze unter keinen vernünftigen Annahmen erklärt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der typische Verlauf einer spekulativen Blase

2.1. Das verlorene Jahrzehnt in Japan

2.2. Die Subprime Krise in den USA

3. Strukturelle Faktoren von Wirtschaftsblasen

3.1. Auslöser von Blasen – Verschiebungen

3.2 Vergrößernde Elemente

3.2.1 Finanzielle Liberalisierung, Kreditwachstum, Qualität von Schulden

3.2.2 Die Rolle der Medien, Feedback Loops und Ansteckung

3.2.3 Rating Agenturen

4. Marktpsychologie

4.1 Selbstvertrauen

4.2 Geschichten

4.3 Vergrößerungsmechanismen

4.3.1 Öffentliche Aufmerksamkeit für die Märkte und Herdenhaltung

4.3.2 Finanzielles Kurzzeitgedächtnis

5. Wirtschaftspolitische Auswirkungen

5.1 Politische Maßnahmen einer Zentralbank

5.1.2 Reduzierte Zinssätze und das Kreditziel

5.1.3 Andere mögliche Zentralbankmaßnahmen

5.2 Politische Strategien der Regierung

5.2.1 Die Tobin-Steuer

5.2.2 Ruhestand und Sparmaßnahmen

5.3 Der Kreditgeber der letzten Instanz

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehungsursachen und die Dynamik von Wirtschaftsblasen, wobei ein besonderer Fokus auf dem Zusammenspiel von strukturellen Faktoren und marktpsychologischen Prozessen liegt. Es wird analysiert, wie diese Faktoren Märkte in extreme Zustände treiben und welche wirtschaftspolitischen Maßnahmen zur Vorbeugung oder Dämpfung solcher Krisen effektiv eingesetzt werden können.

  • Analyse des typischen Verlaufs spekulativer Phasen am Beispiel Japans und der USA.
  • Untersuchung struktureller Auslöser und Verstärker wie Kreditausweitung und Rating-Agenturen.
  • Erforschung psychologischer Mechanismen wie Selbstvertrauen, Geschichten-Erzählung und Herdenverhalten.
  • Diskussion politischer Interventionsmöglichkeiten durch Zentralbanken und Regierungen.
  • Bewertung der Rolle des Kreditgebers der letzten Instanz zur Stabilisierung von Finanzmärkten.

Auszug aus dem Buch

3.1 Auslöser von Blasen – Verschiebungen

Nach Minsky (1982) beginnt jede Krise, nachdem Verschiebungen stattgefunden haben (vgl. Kindleberger/Aliber 2005). „Eine Verschiebung ist ein externes Ereignis oder ein Schock, der Horizonte, Erwartungen, erwartete Chancen und Verhalten ändert […]“ (Barbour 1963 zit. n. Kindleberger/Aliber 2005, S. 54) – im negativen oder positiven Sinne. So war beispielsweise der Krieg eine wiederkehrende Verschiebung in der Vergangenheit. Sieben bis zehn Jahre nach dem Ende eines Krieges schien auch die Reihe der Krisen ein wiederkehrendes Muster aufzuweisen.

Kindleberger und Aliber (2005) gehen davon aus, dass die verstrichene Zeit lang genug gewesen sein muss, um vorherige zu optimistische Erwartungen auf ein realistisches Niveau zu bringen. Alle weitreichenden politischen, sozialen und kulturellen Veränderungen – wie beispielsweise der Wechsel von staatlich überwachten Plänen zu privatisierten Pensionsplänen in den USA – werden als exogene Schocks betrachtet, ebenso wie Währungsdepressionen. Die IT-Revolution der 1990er Jahre gilt ebenfalls als große Verschiebung. Das Scheitern von Banken und Finanzinstitutionen in Verbindung mit daraus resultierenden Problemen für das gesamte System, wie im Falle des Zusammenbruchs der US-Bank Lehman Brothers (2008) wird ebenfalls als Verschiebung betrachtet.

Shiller (2005) verfeinert die Definition, indem er mögliche zukünftige Verschiebungen, wie das große Versagen neuer Technologien, eine Ölkrise, Kriege oder Kommunikationssatellitenprobleme hinzufügt. Es scheint jedoch unmöglich, sich nur auf exogene Ereignisse zu konzentrieren. Die Märkte sind zunehmend miteinander verbunden, daher besteht die Annahme, dass Verschiebungen entweder vollständig exogen, semi-exogen oder sogar innerhalb des Systems ausgelöst werden können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das wiederkehrende Phänomen von Wirtschaftsblasen im Kontext technologischer Entwicklungen und finanzieller Liberalisierung, wobei die Relevanz der Marktpsychologie hervorgehoben wird.

2. Der typische Verlauf einer spekulativen Blase: Dieses Kapitel liefert eine historische Einordnung anhand der japanischen Immobilienblase der 1990er Jahre sowie der Subprime-Krise in den USA.

3. Strukturelle Faktoren von Wirtschaftsblasen: Hier werden die strukturellen Auslöser (Verschiebungen) sowie verstärkende Elemente wie Kreditwachstum, Medienberichterstattung und die Macht von Rating-Agenturen detailliert untersucht.

4. Marktpsychologie: Der Fokus liegt auf den verhaltensökonomischen Aspekten, wie dem prozyklischen Selbstvertrauen von Anlegern, der Bedeutung von Narrativen und dem Einfluss kollektiver Aufmerksamkeit.

5. Wirtschaftspolitische Auswirkungen: Dieses Kapitel diskutiert verschiedene staatliche und geldpolitische Interventionsstrategien, darunter Zinspolitik, Einlagensicherung und steuerliche Instrumente wie die Tobin-Steuer.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont, dass trotz der Komplexität psychologischer Faktoren strukturelle Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen, um die Stabilität des Finanzsystems zu wahren.

Schlüsselwörter

Wirtschaftsblase, Marktpsychologie, Finanzkrise, Kreditausweitung, Zentralbank, Immobilienmarkt, Spekulation, Feedback Loops, Rating-Agenturen, Tobin-Steuer, Herdenverhalten, Wirtschaftsgeschichte, Geldpolitik, Ansteckungseffekte, Kapitalmarkt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und Dynamik von spekulativen Wirtschaftsblasen und den Möglichkeiten, diese durch gezielte politische Maßnahmen zu beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Zusammenspiel von strukturellen wirtschaftlichen Faktoren und der menschlichen Psychologie im Kontext globaler Finanzmärkte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Umstände und psychologischen Komponenten zu identifizieren, die Märkte immer wieder in Richtung von Extremen treiben, und darauf basierend wirksame politische Stabilisierungsstrategien abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse, die historische Fallbeispiele (Japan, USA) mit verhaltensökonomischen Theorien (z.B. Akerlof, Shiller, Minsky) kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Mechanismen hinter Blasen – von externen Schocks und Kreditwachstum bis hin zu psychologischen Verstärkern wie Medienberichten und dem finanziellen Kurzzeitgedächtnis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Wirtschaftsblase, Marktpsychologie, Finanzkrise, Spekulation, Zentralbankpolitik und Verhaltensökonomik.

Welche Rolle spielen Rating-Agenturen bei der Entstehung von Blasen?

Laut Autor verstärken Rating-Agenturen Blasen durch ihre prozyklische Bewertungspraxis und ihren enormen Einfluss auf Anlageentscheidungen, wobei sie oft nur eine subjektive Meinung darstellen, für die sie jedoch selten haftbar gemacht werden.

Was besagt die „New Normal“-Geschichte im Kontext der Krise 2007/2008?

Das „New Normal“ beschreibt den pessimistischen gesellschaftlichen Narrativ nach der Krise, der davon ausgeht, dass sich die wirtschaftliche Lage, insbesondere die Arbeitslosenquote, auch bei steigendem BIP nicht mehr vollständig erholen wird.

Warum ist die Tobin-Steuer ein kontroverses, aber potenziell effektives Instrument?

Sie gilt als effektiv zur Dämpfung kurzfristiger, spekulativer Transaktionen, ist jedoch umstritten, da sie global eingeführt werden müsste, um Ausweichbewegungen in andere Finanzzentren zu verhindern.

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Details

Title
Marktpsychologische Faktoren von Wirtschaftsblasen. Auswirkungen auf die Wirtschaftspolitik
College
University of Heidelberg  (Alfred-Weber-Institut für Wirtschaftswissenschaften)
Grade
2.0
Author
Lukas Rehse (Author)
Publication Year
2018
Pages
40
Catalog Number
V944844
ISBN (eBook)
9783346282637
ISBN (Book)
9783346282644
Language
German
Tags
Wirtschaftsblase Spekulationsblase Wirtschaftspolitik Subprime Krise Feedback Loops Wirtschaftspsychologie Tobin-Steuer
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lukas Rehse (Author), 2018, Marktpsychologische Faktoren von Wirtschaftsblasen. Auswirkungen auf die Wirtschaftspolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/944844
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