Historie des Flughafens Lübeck-Blankensee. Aus Fehlern für die Zukunft lernen


Hausarbeit, 2018

15 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung

Einleitung

HAUPTTEIL
1.1. Rahmendaten
1.2. Historie
1.3. Flugverkehr
1.4. Infrastruktur und Einzugsgebiet
1.5. Privatisierung des Flughafens
1.6. Betriebswirtschaftliche Kennzahlen
1.7. Entgelte
1.8. Initiativen Pro / Contra
1.9. Vorausblick in die Zukunft

Fazit

Zusammenfassung

Im vorliegenden Paper wird dem Leser der Flughafen Lübeck-Blankensee vorgestellt. Neben einer spannenden Historie der letzten 100 Jahre wird insbesondere auf die LCC (Low-Cost-Carrier) und ihr angebotenes Streckennetz eingegangen. Die Privatisierung des Flughafens ab 2002 war durch einen ständigen Eigentümerwechsel geprägt, zusätzlich musste der Flughafen zweimal Insolvenz anmelden. Durch ständige Unsicherheiten bildeten sich Initiativen, die sich zum großen Teil für den Flughafen aussprachen. Neben einer Abwägung zwischen Vor- und Nachteilen, aber auch Chancen und Risiken, wird in der Bilanz sichtbar, dass der Flughafen derzeit nicht wirtschaftlich ist. Zurück zum Linienflugverkehr wird vom Geschäftsführer als zukünftiges Ziel für die kommenden Jahre angestrebt.

Einleitung

Der Flughafen Lübeck-Blankensee feierte 2016 sein 100jähriges Jubiläum und hat in dieser Zeit viele Höhen und Tiefen erlebt.1

In der vorliegenden Kurz-Hausarbeit wird der Flughafen näher vorgestellt. Das Ziel ist, neben der allgemeinen Vorstellung des Flugplatzes, die Betrachtung der aktuellen Flugsituation und den zukünftigen Weg, der eingeschlagen werden soll, zu erläutern.

Neben Daten der Ausstattung und Bedingungen, wird auf die historische Entwicklung, des über 100jährigen Flughafens eingegangen. Des Weiteren wird ein Abriss über die einzelnen Fluggesellschaften, insbesondere das Passagieraufkommen und dadurch entstandene Initiativen, betrachtet. Zudem werden die Bilanz, Wirtschaftlichkeit und die strategische Ausrichtung benannt.

HAUPTTEIL

1.1. Rahmendaten

Der Flughafen Lübeck-Blankensee wird von der Stöcker Flughafen GmbH & Co. KG, unter anderem durch den Geschäftsführer Prof. Dr. Jürgen Friedel, geleitet.2

IATA Code: LBC3

ICAO Code: EDHL4

IATA (International Air Transport Association) ist eine internationale Luftverkehrsvereinigung und kann als ein Dachverband der Fluggesellschaften gesehen werden. Die dreistelligen IATA Codes sorgen für eine Identifizierbarkeit der Flughäfen mit Reiseverkehr. ICAO (International Civil Aviation Organization) dient ebenfalls zur Identifizierung von Flugplätzen, Flugtypen und Fluggesellschaften. Diese Codes werden von der Flugsicherung für die Flugplanung verwendet.5

Der Flughafen verfügt über je eine Start- und Landebahn von 2.102 m x 60 m und dem Anflugsystem ILS CAT I und CAT II.

Beim sogenannten CAT handelt es sich um ein Anflugsystem unter unterschiedlichen Sichtbedingungen, die sich in ihren einzelnen Stufen unterscheidet. CAT I wird im Glossar Flughafentechnik und -betrieb wie folgt definiert: „Entscheidungshöhe größer oder gleich 60m und Landebahnsichtweite größer oder gleich 550m.“6

Das Anflugsystem CAT II liegt vor, wenn „Entscheidungshöhe größer oder gleich 30m und Landebahnsichtweite größer oder gleich 300m“7 ist.

Auf dem Gelände wird ein Terminal mit 5 Check-In-Counter für die Abfertigung der Gäste unterhalten.8 Zusätzlich existiert ein Hubschauberlandeplatz und eine Segelflugbetriebsfläche mit einer Start- und Landebahn von 900 x 60m.9

1.2. Historie

Durch eine Begeisterung für die Luftfahrt gründete sich 1908 der „Lübecker Verein für Luftschifffahrt“. Der Bau des Flughafen Lübeck begann 1916 und wurde 1917 fertiggestellt. Anfangs wurde der Flughafen von der könig-preußischen Fliegerschule genutzt, in den 1920er Jahren wurden die ersten Flugtage ausgetragen, wobei aus einer Maschine Schokoladen-Proben über der Hansestadt abgeworfen wurden.

Zum Zeitpunkt des 2. Weltkrieges diente er als Militärstützpunkt, um von Lübeck aus gegen England zu fliegen. Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Flughafen von der Royal Air Force als Trainingsplatz genutzt, und zudem wurden während der Berliner Luftbrücke etliche Transportflüge mit Lebensmitteln und Gütern in besetzte Städte gebracht. Ab den 50er Jahren wurden DDR-Flüchtlinge in der Kaserne untergebracht und die ersten Segelflieger starteten wieder. Zudem pachtete der Lübecker Verein für Luftfahrt den Flugplatz.

In Zeiten des Kalten Kriegs starteten in Lübeck Zieldarstellungsflugzeuge, ein Linienverkehr konnte sich aufgrund der Nähe zu der DDR nicht durchsetzen. Mit dem Bau eines Flughafengebäudes 1970 entstanden die ersten Verbindungen, sodass Lübeck ab 1990 für den innerdeutschen Luftraum geöffnet wurde. Mit Einzug der Low-Cost-Airlines verzeichnete der Flughafen steigende PAX-Zahlen und wird von einem neuseeländischen Investor 2005 gekauft, 2012 von einem deutsch-ägyptischen Geschäftsmann, der Insolvenz anmeldet. 2015 erwirbt ein chinesischer Geschäftsmann den Flughafen, wobei auch diese Übernahme in einer Insolvenz endet. Heute wird der Flughafen von der Stöcker Flughafen GmbH & Co. KG geleitet.10 2017 feierte der Flughafen sein 100jähriges Bestehen und passte sein Logo an:

BILD 1. Logo des Flughafen Lübecks11

1.3. Flugverkehr

Von 1996 - 2000 starteten zahlreiche Charterflüge in den Süden. Fluggesellschaften wie "PTI Panoramica", "Air Malta", "Sun Express" und "Air Europa" flogen für die Reiseveranstalter Neckermann, TUI und Thomas Cook. Neben Kreta und Mallorca, flogen die Maschinen auch nach Tunesien. Nach und nach wurden immer mehr Flüge ab Blankensee gestrichen. Nach 2000 wurden nur noch ab und zu für eine kurze Zeit Charterflüge ab Lübeck angeboten.12

Im Jahr 2000 lässt sich Ryanair, als erste Low Cost Airline in Lübeck nieder und somit stiegen die Passagierzahlen enorm an. Ryanair bot u.a. Linienflüge nach London-Stansted, Mailand/Bergamo, Stockholm/Skavsta und Pisa an.13 Ab 2006 nimmt neben Ryanair nun auch die Fluggesellschaft Wizz-Air sein Liniennetz ab Lübeck auf. Wizz-Air bot neben Riga, Skopje, Danzig, Kiew auch Nonstop-Verbindungen nach Bukarest an und somit war der Flughafen auch gut für die Strecken nach Osteuropa aufgestellt.14 Im Jahr 2013 hatte der Regionalflughafen Lübeck-Blankensee ein Passagieraufkommen von ca. 340.000 Passagieren.15

Aus dem Mobilitätsbericht von der deutschen Flugsicherung geht hervor, dass im Jahr 2013 5.869 Starts und Landungen erfolgten und diese bis 2017 auf 1.922 sanken. Allein von 2016 bis 2017 reduzierte sich die Anzahl der Flüge um ca. 15 Prozent. Grund für die negative Entwicklung ist insbesondere der Ausstieg der Low-Cost-Carrier am Standort.16 Im Juli 2014 verlässt Ryanair den Lübecker Flughafen, und somit ist Wizz-Air die einzige Fluggesellschaft.

Dr. Hinsch stellt in einer Grafik den Flughafen Lübeck Blankensee in Vergleich mit anderen deutschen Regionalflughäfen:

BILD 2. Anzahl der frequentierten Airlines im Jahr 201517

Aus der Grafik wird deutlich, dass der Flughafen Lübeck-Blankensee im Jahr 2015 mit nur noch einer Fluggesellschaft, Wizz-Air, das Schlusslicht der deutschen Regionalflughäfen bildet. Gründe für die Rückgänge an regionalen Flughäfen sind unter anderem, dass Low-Cost-Carrier immer öfter die größeren Flughäfen ansteuern und somit die Regionalflughäfen verlassen.18

Im April 2016 zieht auch Wizz-Air nach und verlässt Lübeck. Grund hierfür waren die ungeklärten Zukunftsaussichten des Flughafens und so wichen die beiden Fluggesellschaften zum nahegelegen Hamburger Flughafen aus.19 Heute wird der Flughafen nur noch von Privatpiloten und Geschäftsreisenden genutzt. Im August 2018 wurden insgesamt 47 Flüge, insbesondere zu den Flughäfen Rostock-Laage und Dortmund getätigt.20

1.4. Infrastruktur und Einzugsgebiet

Zwischen dem Flughafen und der Hansestadt Lübeck verkehrt regelmäßig eine Buslinie. Zudem befindet sich 300m entfernt ein Bahnhaltepunkt, wo Anschluss an den Nah- und Fernverkehr besteht. Die nächstgelegene Autobahn A1 befindet sich ca. 9km entfernt.21

Das Einzugsgebiet für den Lübecker Flughafen umfasst einen Raum mit einem der größten Passagierpotenziale. Der Raum Schleswig-Holstein und Hamburg vereint ca. 5,5% der deutschen Bevölkerung.22

Als der Linienverkehr in Lübeck noch angeboten wurde, stellte ein Pendelbus sicher, dass die Gäste zwischen Lübeck und Hamburg eine schnelle Verbindung hatten. Viele ausländische Gäste wollten direkt nach Hamburg, hingegen kamen laut einer Umfrage aus dem Jahr 2003 etwa 30 Prozent aller Fluggäste aus Hamburg, um ab Lübeck mit einem der Low-Cost-Carrier zu fliegen.23

1.5. Privatisierung des Flughafens

Der Flughafen Lübeck-Blankensee ist von ständigem Investorwechsel geprägt. Ab 2002 wurde der Flughafen privatisiert, um die Kosten für den Flughafen von Seiten der Hansestadt zu entlasten. 90 Prozent der Anteile wurden von „Infratil“, einer neuseeländischen Tochtergesellschaft des Investmenthaus H.R.L. Morrison & Co Limited gekauft. Diese plante einen Ausbau, der jedoch wegen juristischen Auseinandersetzungen und vorliegender Umweltauflagen nicht umgesetzt werden konnte.24 Aus diesem Grund zog sich Infratil 2009 zurück und der Flughafen musste sich nach einem neuen Investor umsehen. Laut der damaligen rot-rot-grünen Bürgerschaftsmehrheit sollte der Flughafen daraufhin geschlossen werden. Durch einen Bürgerbescheid, „Ja zum Lübecker Flughafen“ konnten etwa 40.000 Unterschriften gesammelt werden und etwa 70 Prozent der Lübecker Bevölkerung sprach sich für einen Erhalt des Flughafens aus.25 Ende 2012 konnte der Flughafen einen ägyptischen Geschäftsmann, Mohamad RadyAlmar, als neuen Investor gewinnen. Dieser gründete die Yasmina GmbH und versprach, dass der Flughafen in den kommenden Jahren wieder schwarze Zahlen schreiben würde. Amar tauchte Mitte 2014 aus nicht bekannten Gründen ab und der Flughafen war gezwungen Insolvenz anzumelden. Im Anschluss übernahm der chinesische Geschäftsmann Chen Yongqiang den Flughafen.

[...]


1 Vgl. Steenbeck 2016.

2 Vgl. Hansestadt Lübeck 2018.

3 Statistisches Bundesamt 2018.

4 Wünsche 2004.

5 Vgl. Pompl 2006.

6 Künstner 2005.

7 ebd.

8 Vgl. Stöcker Flughafen GmbH & CO. KG 2017.

9 ebd.

10 Vgl. Steenbeck 2016.

11 Vgl. Stöcker Flughafen GmbH & CO. KG 2018.

12 Vgl. Steenbeck 2016.

13 Vgl. Wünsche 2004.

14 Vgl. Steenbeck 2016.

15 Vgl. Hinsch 2015.

16 Vgl. DFS 2018

17 In Anlehnung an Hinsch 2015.

18 Vgl. DFS 2016.

19 Vgl. Steenbeck 2017.

20 Vgl. Statistisches Bundesamt 2018.

21 Vgl. Stöcker Flughafen GmbH & CO. KG 2017.

22 Vgl. Uniconsult 2001.

23 Vgl. Wünsche 2004.

24 Vgl. Steenbeck 2016.

25 Vgl. Wittmaack 2011.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Historie des Flughafens Lübeck-Blankensee. Aus Fehlern für die Zukunft lernen
Hochschule
Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth  (Wirtschaft und Tourismus)
Note
1,7
Autor
Jahr
2018
Seiten
15
Katalognummer
V944969
ISBN (eBook)
9783346280312
ISBN (Buch)
9783346280329
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Flughafen, Lübeck, Lübeck-Blankensee, Historie, Aktuell
Arbeit zitieren
Esther Ott (Autor), 2018, Historie des Flughafens Lübeck-Blankensee. Aus Fehlern für die Zukunft lernen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/944969

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