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Die Metapoetizität in Strickers Bispel „Der Vogel und der Sperber“

Title: Die Metapoetizität in Strickers Bispel „Der Vogel und der Sperber“

Term Paper , 2011 , 9 Pages , Grade: 1

Autor:in: Laura Harder (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Diese Arbeit fragt, auf der Grundlage des Bispels „Der Vogel und der Sperber“, nach der Metapoetizität, also den Ansichten und Meinungen des Strickers über die Literatur seiner Zeit. Betrachtet wird auch, welche Mittel der Stricker nutzt um sich über seine Ansichten mitzuteilen. Darüber hinaus soll geprüft werden, ob des Strickers Meinungen zunächst für sich allein stehen, oder ob er gleichzeitig auch Argumente für seine Ansichten darlegt.
Es ist nicht unüblich, dass mittelalterliche Autoren sich zu ihrer Situation als Autor oder zum Gegenstand des Erzählens bzw. der Dichtung in ihren Texten äußern. Auch für den Stricker, der in den „Jahrzehnte[n] zwischen 1220 und 1250“ als fahrender Berufsdichter tätig war, lassen sich solche Beispiele finden. Oftmals will der Stricker nicht ausschließlich über den eigentlichen Gegenstand des Textes erzählen, sondern auch vom Erzählen berichten und seine Meinung über Literatur kundtun. Dabei können Ansichten und Meinungen vom Erzählen oder über Literatur auf verschiedene Art und Weise zum Ausdruck gebracht werden: Einerseits können konkrete Aussagen über Literatur getroffen werden, andererseits, wie es auch im strickerschen Bispel „Der Vogel und der Sperber“4 der Fall ist, werden Meinungen über Literatur indirekt auf einer Metaebene zum Ausdruck gebracht. Letzteres kann auch als Metapoetizät5 bezeichnet werden und ist hier auch so zu verstehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Texttyp und Inhalt

3. Metapoetiztät

3.1. Das Bild des singenden Vogels

3.2. Die Gefahr von Schönheit und Weltlichkeit

4. Strickers Ansichten und Argumente

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die metapoetischen Aspekte im Bispel "Der Vogel und der Sperber" des Autors "Der Stricker". Dabei wird analysiert, wie der Dichter sein Verständnis von Literatur, die Verbindung von Ästhetik und moralischem Nutzen sowie seine eigene didaktische Intention durch die Metaphorik des singenden Vogels vermittelt.

  • Metapoetizität in der mittelalterlichen Kleindichtung
  • Analyse der Bildebene des singenden Vogels
  • Verhältnis von literarischer Schönheit und didaktischem Nutzen
  • Gefahr des gottabgewandten Weltlebens im Mittelalter
  • Sprachstil und Argumentationsstrategie des Strickers

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Bild des singenden Vogel

Für die Bildebene des Bispels ist das Bild des singenden Vogels das wichtigste Element. Detailliert beschreibt der Stricker den singenden Vogel und wie er sich, vertieft in seinen Gesang, selbst vergisst.

Dass das Bild des Singvogels von mittelalterlichen Dichtern genutzt wird, um über Dichtung zu dichten, also im weiteren Sinne: sich über Dichtung mitzuteilen, wird von Sabine Obermeier thematisiert. Oftmals sei es vor allem die „minnesängerische «Dichtung über Dichtung»“, die zum Beispiel das Bild der Nachtigall nutzt um sich über Dichtung mitzuteilen.

Doch da der zugrunde liegende Text weder dem Minnesang zu zuordnen ist, noch von einer Nachtigall die Rede ist, sondern einfach von einem Vogel, scheint die Interpretation des singenden Vogels nicht ganz eindeutig.

Von daher ist mit der allgemeinen Annahme, der singende Vogel stehe für die Beschäftigung mit Literatur, fortzufahren. Dass der Vogel hier für die Beschäftigung mit Literatur steht, begründet sich darin, dass der Vogel singt. Er beschäftigt sich also mit einer Form der Kunst.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt den Autor Stricker vor und führt in die Fragestellung ein, wie er seine metapoetischen Ansichten über Literatur in seinem Bispel "Der Vogel und der Sperber" verschlüsselt.

2. Texttyp und Inhalt: Dieses Kapitel definiert den Gattungsbegriff des Bispels als beispielhafte Erzählung mit Bild- und Auslegungsebene und fasst die Handlung des behandelten Textes zusammen.

3. Metapoetiztät: Hier wird untersucht, wie der Autor durch das Symbol des Vogels eine Ebene schafft, um über das Dichten selbst und die Gefahr einer rein ästhetischen, moralisch losgelösten Literatur zu reflektieren.

4. Strickers Ansichten und Argumente: Das Kapitel erläutert, wie Stricker seine Forderung nach einer zweckgebundenen Literatur durch seinen eigenen, klaren und verständlichen Sprachstil rhetorisch untermauert.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass es sich um ein bewusst metapoetisch konzipiertes Werk handelt, das einen reflektierten Literaturbetrieb voraussetzt.

Schlüsselwörter

Der Stricker, Metapoetizität, Bispel, Mittelalter, Literaturtheorie, Singender Vogel, Didaktik, Moralerziehung, Ästhetik, Weltlichkeit, Christlicher Glaube, Rezeption, Poetologie, Kleindichtung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das Bispel "Der Vogel und der Sperber" des Strickers hinsichtlich seiner metapoetischen Ebene, also der Aussagen, die der Autor darin über die Funktion und Gestaltung von Literatur trifft.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentral sind die Themen der mittelalterlichen Didaktik, die moralische Verantwortung des Dichters sowie die Spannung zwischen ästhetischem Anspruch und sittlicher Belehrung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Stricker durch die Bildebene des singenden Vogels seine Ansichten zur Literatur seiner Zeit und zum Verhältnis von Schönheit und Nutzen reflektiert.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine textanalytische Untersuchung, die das Werk in den Kontext der zeitgenössischen Gattungstradition des Bispels stellt und auf metapoetische Signale hin untersucht.

Was wird im Hauptteil analysiert?

Im Hauptteil wird zunächst die Bildebene analysiert, um darauf aufbauend die moralischen Warnungen vor einer reinen "Schönheitsdichtung" und die Argumentationsweise des Strickers zu beleuchten.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Analyse?

Neben dem Autorennamen "Der Stricker" sind Metapoetizität, Bispel, Didaktik und die kritische Distanz zur Weltlichkeit die wichtigsten Begriffe.

Wie deutet der Autor den "singenden Vogel" innerhalb seiner Poetik?

Der singende Vogel dient als Negativbeispiel für eine Literatur, die sich nur in ihrer eigenen Schönheit verliert und dabei die christliche Moral sowie die Gefahr des unvorbereiteten Todes aus den Augen verliert.

Welches Verhältnis besteht laut Stricker zwischen Ästhetik und Lehre?

Für den Stricker ist eine Ästhetik ohne Lehrgehalt problematisch; wahre literarische Qualität muss immer mit einer Form der Nützlichkeit oder moralischen Ausrichtung verbunden sein.

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Details

Title
Die Metapoetizität in Strickers Bispel „Der Vogel und der Sperber“
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg
Grade
1
Author
Laura Harder (Author)
Publication Year
2011
Pages
9
Catalog Number
V945028
ISBN (eBook)
9783346279446
Language
German
Tags
metapoetizität strickers bispel vogel sperber
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Laura Harder (Author), 2011, Die Metapoetizität in Strickers Bispel „Der Vogel und der Sperber“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/945028
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