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Unterrichtsstunde: Arbeits- und Lebensbedingungen der Fabrikarbeiter zur Zeit der Industrialisierung

Title: Unterrichtsstunde: Arbeits- und Lebensbedingungen der Fabrikarbeiter zur Zeit der Industrialisierung

Lesson Plan , 2008 , 18 Pages

Autor:in: Nadine Zunker (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Die didaktische Entscheidung ist legitimiert durch den Bildungsplan 2004 Baden-Württemberg für
Realschulen, der den Erwerb vielfältiger Kompetenzen und Inhalte im Fach Geschichte vorsieht.
Betrachtet man die Leitgedanken zum Kompetenzerwerb1 im Fach Geschichte genauer, sieht der
Bildungsplan in erster Linie die Beschäftigung mit dem Leben von Menschen vergangener Zeiten in
vielerlei Hinsicht (politisch, wirtschaftliche, rechtlich, gesellschaftlich und kulturell) vor.
Oberste Priorität bzw. das zentrale Ziel in der Realschule stellt laut Bildungsplan hierbei die Entwicklung
von Geschichtsbewusstsein dar, also die sich immer wieder neu gestaltende Rekonstruktion des Wissens
von Vergangenem, das die menschliche Existenz im Allgemeinen wie auch der eigenen versucht
geschichtlich zu begründen.
Ferner soll der Geschichtsunterricht die Voraussetzungen für historisches Fachwissen schaffen. Ein
wichtiger Aspekt, den die Schüler und Schülerinnen unbedingt benötigen, damit die jungen Menschen als
„mitdenkende und aktiv handelnde Staatsbürgerinnen und Staatsbürger unsere komplexe Welt verstehen,
beurteilen, kritisch betrachten, verantwortungsvoll mitgestalten, modifizieren und sinnvoll
zukunftsorientiert planen [...] können.“2
Das Thema der aktuellen Stunde ist in vielfältiger Art und Weise geeignet, die oben genannten
Kompetenzen anzubahnen und zu vertiefen.
Den Schülern und Schülerinnen muss bewusst gemacht werden, dass geschichtliche Prozesse immer auch
kritisch zu betrachten sind. Im Falle der heutigen Stunde bedeutet dies eine gezielte Bewusstmachung
der Notwendigkeit der Humanisierung der Lebens- und Arbeitsbedingungen herausarbeiten zu lassen. So
wird deutlich, dass die „Industrielle Revolution“ nicht nur zu einer technischen und sicherlich auch
positiven Weiterentwicklung (zahlreiche Erfindungen) führte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Bedingungsanalyse

1.1 Ist-Stand-Feststellung

1.2 Einbettung der Stunde in die Unterrichtseinheit

II. Didaktische Reflexion

2.1 Kompetenzen und Inhalte des Bildungsplans

2.2 Sachanalyse

2.3 Kompetenzen und Indikatoren

2.4 Stundenziel

III. Methodische Reflexion

3.1 Methodische Planung mit Alternativen und Begründung

3.2 Verlaufsplan

IV. Anhang

4.1 Materialien

4.2 Erwartungshorizont – Mögliche Fragen der Schüler und Schülerinnen

4.3 Plakate

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel dieser Unterrichtsstunde ist es, dass die Schülerinnen und Schüler sich durch den Rollenwechsel als Reporter intensiv mit den Arbeits- und Lebensbedingungen während der Industriellen Revolution auseinandersetzen, um ein kritisches Bewusstsein für die Ambivalenz des Fortschritts und das damit verbundene soziale Elend zu entwickeln.

  • Historische Analyse der Arbeitsbedingungen in Fabriken
  • Untersuchung der Wohnsituation der Arbeiterklasse
  • Förderung der Methoden- und Sozialkompetenz durch Gruppenarbeit
  • Transfer der historischen Erkenntnisse auf die heutige Lebenswelt

Auszug aus dem Buch

2.2.3 Die Arbeits- und Lebensbedingungen der Fabrikarbeiter

Einher mit der beginnenden und in allen Bereichen sich ausbreitenden Technisierung ging die Hoffnung der Menschen auf eine Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen. Diese Erwartungen wurden aber nicht erfüllt. Vielmehr waren die Menschen, die dieser ersten Generation der Industrialisierung angehörten, einer wirtschaftlichen Verelendung ausgesetzt.

Ferner kam es, bedingt durch die beginnende Landflucht, die Herauslösung des Einzelnen aus dem Familienverband und die Begründung des individualvertraglichen Lohnarbeiterverhältnisses, zu einer dunklen Phase der Sozialgeschichte.

Über die damaligen Arbeitsbedingungen liegen uns zahlreiche Quellen vor. Auch diesen ist klar ersichtlich, in welch einem sozialen Klima, resultierend aus dem Arbeitskräfteangebot und dem Zwang zur Industrialisierung, die Menschen damals lebten.

Wer in einer Fabrik, im Bergwerk oder später bei der Eisenbahn Arbeit bekommen hatte, musste sich mit langen Arbeitszeiten abfinden. Arbeitszeiten von 14 – 16 Stunden waren die Regel, der Sonntag von der Arbeit keineswegs ausgeschlossen. An Schutzvorrichtungen in Fabriken usw. dachte man zu dieser Zeit nicht, so dass die Zahl der Unfälle und Berufskrankheiten enorm hoch waren. Es fehlte eine Arbeitsversicherung sowie Schutz bei Krankheit und Invalidität. Das Beschäftigen von Kindern war ebenso verbreitet und selbstverständlich wie die Frauenarbeit und die Fabrikordnungen sahen Strafen schon bei den geringsten Verstößen vor. Ebenso veränderte sich auch der Charakter der Arbeit.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Bedingungsanalyse: Dieses Kapitel beschreibt die Lerngruppe der Klasse 7f, ihre Leistungsstruktur, das Sozialverhalten und die Einbettung der Stunde in den aktuellen Unterrichtskontext.

II. Didaktische Reflexion: Hier wird die unterrichtliche Planung auf Basis des Bildungsplans legitimiert und eine wissenschaftliche Sachanalyse zum Thema Industrialisierung vorgenommen.

III. Methodische Reflexion: Dieses Kapitel erläutert die methodischen Entscheidungen für den Unterrichtsverlauf, die Planung der Gruppenarbeit und den geplanten Transfer.

IV. Anhang: Der Anhang enthält die verwendeten Primärquellen, Bildmaterialien, den Erwartungshorizont für die Schülerfragen sowie das Literaturverzeichnis.

Schlüsselwörter

Industrielle Revolution, Industrialisierung, Arbeitsbedingungen, Fabrikarbeiter, Lebensbedingungen, Pauperismus, Sozialgeschichte, Gruppenarbeit, Bildungsplan, Geschichtsbewusstsein, Quellenarbeit, Realschule, Fabrikordnung, Kinderarbeit, Historisches Lernen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit dokumentiert die Planung einer Geschichtsstunde in einer 7. Klasse, in der sich Schüler mit den harten Lebens- und Arbeitsbedingungen während der Industriellen Revolution auseinandersetzen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die soziale Not der Arbeiterklasse, die Auswirkungen technischer Erfindungen wie der Dampfmaschine und die Rolle der Industrialisierung als gesellschaftlicher Umbruch.

Was ist das primäre Ziel der Stunde?

Die Schüler sollen erkennen, dass die Industrielle Revolution nicht nur technischen Fortschritt brachte, sondern für viele Menschen auch großes Elend und menschenunwürdige Lebensumstände bedeutete.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Methode ist der Rollenwechsel („Reporter in der Fabrik“) kombiniert mit einer Quellenarbeit in Gruppen, um historisches Bewusstsein schülerzentriert zu fördern.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bedingungsanalyse der Klasse, eine didaktische Einordnung, eine Sachanalyse des historischen Themas sowie die methodische Planung der Unterrichtsstunde.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Industrielle Revolution, Sozialgeschichte, Quellenanalyse, Gruppenarbeit und historisches Lernen.

Warum wurde die Methode des "Reporters" gewählt?

Die Rolle des Reporters dient als motivierender Impuls und Strukturierungshilfe für die Schüler, um gezielte Recherchefragen an die historischen Quellen zu stellen.

Wie stellt die Autorin den Gegenwartsbezug her?

Zum Abschluss der Stunde wird durch eine 10-Quadratmeter-Markierung auf dem Boden die räumliche Enge einer Arbeiterwohnung simuliert, um sie in Relation zu heutigen Wohnverhältnissen zu setzen.

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Details

Title
Unterrichtsstunde: Arbeits- und Lebensbedingungen der Fabrikarbeiter zur Zeit der Industrialisierung
College
University of Education Heidelberg
Author
Nadine Zunker (Author)
Publication Year
2008
Pages
18
Catalog Number
V94518
ISBN (eBook)
9783640128532
ISBN (Book)
9783640149643
Language
German
Tags
Unterrichtsstunde Arbeits- Lebensbedingungen Fabrikarbeiter Zeit Industrialisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadine Zunker (Author), 2008, Unterrichtsstunde: Arbeits- und Lebensbedingungen der Fabrikarbeiter zur Zeit der Industrialisierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94518
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