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Historische und moderne Theorien des Namens

Title: Historische und moderne Theorien des Namens

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 27 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Stud. phil. Annabelle Senff (Author)

German Studies - Linguistics
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In allen Sprachen der Welt markiert die Kategorie „Name“ einen besonderen Status. Jene universale Klasse hat von der Wirkung her ihre immens hohe soziale Aufmerksamkeit u.a. deshalb inne, »weil Namengebung zu den anthropologischen Grundbedürfnissen organisierter Gemeinschaften gehört«, wie Kalverkämper (1994: 209, 212) nüchtern konstatiert. Grund genug, sich diesem ergiebigen Gebiet der Sprachwissenschaft näher zu widmen.
Innerhalb des vorliegenden Beitrages zur Namenkunde soll sich daher detailliert mit der Geschichte und dem Gebrauch der Namen auseinandergesetzt werden. In Kapitel 2 erfolgt dabei zunächst die Darstellung der Entwicklung jener Thematik von historischen Theorien bis hin zu modernen Erklärungsmodellen, da man in der Deutung und Darlegung aktuellerer Forschungsstände auf die Betrachtung historischer Entwicklungen nicht verzichten kann.
Von der Antike bis zur Gegenwart andauernd ist die Untersuchung zur Unterscheidung des Nomen proprium (individueller Eigenname) vom Nomen appellativum (allgemeiner Gattungsname) immer wieder zum Forschungsgegenstand erhoben worden. Koß (2002: 55) regt jene Diskussion durch sein persiflierendes Eingangsbeispiel gelungen an: Namen sind demgemäß offensichtlich nicht nur »Schall und Rauch«
Den EN wird dabei im System der Sprache des Öfteren eine gewisse Sonderstellung zugesprochen, um deren wissenschaftliche Erfassung man hinsichtlich der Ausdrucks- und Inhaltsseite sowie im Bezug auf seine Verwendung bemüht ist. Als ein zentraler Aspekt in der Namenforschung kristallisiert sich epochenübergreifend die Frage nach dem Namen und seiner Bedeutung heraus, was schließlich in Kapitel 3 zum Untersuchungsgegenstand erhoben wird. Hansack (2004: 51) weist in diesem Zusammenhang auf jenen, durch ihn konträr vertretenen, Standpunkt hin: »nach traditioneller, heute noch weit verbreiteter Vorstellung haben Namen keine Bedeutung«. Innerhalb der Forschungsliteratur trifft man diesbezüglich jedoch auf einen durchaus kontrovers diskutierten Gegenstand, welcher einen graduell differenzierten Sinngehalt unterstellt bekommt. Dahingehend kursieren Auffassungen, welche von keiner, über eine begrenzte (Zwischenwerte) bis hin zu einem hohen Maß (Maximum) an Bedeutung reichen.

Jene unterschiedlichen Betrachtungsansätze werden im Verlauf der Arbeit schließlich noch ausführlicher kommentiert und erläutert. Den Abschluss bildet Kapitel 4 mit dem Versuch der Herleitung einer möglichst umfassenden Definition zur Kategorie „Name“.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Theorien der Namenforschung

2.1 Historische Auffassungen

2.2 Moderne Auffassungen

3. Zur Bedeutung von Namen

4. Definitionsansätze

4.1 Die phonematisch-graphematische Ebene

4.2 Die morphematisch-lexematische Ebene

4.3 Die syntaktische Ebene

4.4 Die semantische Ebene

5. Zusammenfassende Schlussbemerkungen und weiterreichende Ausblicke

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen und modernen theoretischen Grundlagen der Namenforschung, insbesondere die Unterscheidung zwischen Eigennamen (EN) und Appellativen (App), um eine fundierte Definition des Namensbegriffs herzuleiten.

  • Entwicklung linguistischer Theorien zur Namenforschung von der Antike bis zur Moderne.
  • Analyse der Bedeutungsunterschiede zwischen Eigennamen und Gattungsbezeichnungen.
  • Untersuchung definitorischer Ebenen (phonematisch, graphematisch, morphologisch, syntaktisch und semantisch).
  • Diskussion der Identifizierungsfunktion und pragmatischen Einbettung von Namen.

Auszug aus dem Buch

4.1 Die phonematisch-graphematische Ebene

In graphematischer Hinsicht (d.h. ‚die Schreibweise des Graphems betreffend’) ergibt sich häufig ein unterstützender Beitrag zur Unterscheidung von EN und App. Bauer (1985: 41) nennt dazu u.a. das nachfolgende Beispiel: »Gestern Nachmittag erschien der verwünschte Becker schon wieder.« Die Schreibung „Becker“ weist darauf hin, dass im vorliegenden Fall der EN und nicht das App „Bäcker“ gemeint ist. Koß (2002: 57f.) weist ebenfalls auf das Phänomen der sog. „Homographie“ hin, wie das z.B. bei den aus Berufsbezeichnungen hervorgegangenen FN der Fall ist: Als anschauliches Beispiel lässt sich die Bezeichnung Schneider nennen, welche als App und/oder als FN fungieren kann. Weiterführend hält Koß (2002: 58) fest: »Heterographie tritt auf, um die EN von den App abzusetzen (…). Bei den EN kann man (…) die Tendenz beobachten, durch kanzleisprachliche Archaisierungen den proprialen Charakter zu erhalten bzw. die für früher vermuteten „richtigen“ Schreibungen wiederherzustellen (…). Hierher gehören zum Beispiel der [zeitlich wechselnde] Name der thüringischen Universitätsstadt Jena (830/50 Jani, 1442 Jhena).«. Dennoch bleibt hierzu kritisch anzumerken, dass es sich bei dem vorliegenden Konstrukt um ein von seiner Intention her äußerst imaginäres Produkt handelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Einführende Darstellung der Relevanz von Namen und Skizzierung des theoretischen Rahmens von historischen bis hin zu modernen Modellen.

2. Theorien der Namenforschung: Analyse der Entwicklung von Namentheorien beginnend bei antiken und mittelalterlichen Ansätzen bis hin zu modernen, sprachanalytischen und kognitionswissenschaftlichen Modellen.

3. Zur Bedeutung von Namen: Detaillierte Auseinandersetzung mit der kontroversen Debatte, ob und in welchem Maße Eigennamen eine Bedeutung tragen, im Vergleich zu Appellativen.

4. Definitionsansätze: Systematische Untersuchung von Abgrenzungsmöglichkeiten zwischen Eigenname und Appellativ anhand verschiedener sprachwissenschaftlicher Ebenen.

5. Zusammenfassende Schlussbemerkungen und weiterreichende Ausblicke: Synthese der Untersuchungsergebnisse und Fazit zur pragmatischen versus semantischen Differenzierung der Wortarten.

Schlüsselwörter

Namenforschung, Eigenname, Appellativ, Namentheorie, Bedeutungstheorie, Sprachzeichen, Onomastik, Identifizierungsfunktion, Denotation, Konnotation, Wortart, Morphologie, Syntax, Semantik, Pragmatik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Einordnung und Definition von Eigennamen sowie deren Abgrenzung von Appellativen in der Geschichte der deutschen Sprache.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Bedeutungstheorie von Namen, die historische Entwicklung der Namenkunde und die systematische Unterscheidung zwischen Namen und Gattungsbezeichnungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Komplexität der Definition von Eigennamen zu erfassen und zu untersuchen, wie Namen unter Berücksichtigung ihrer pragmatischen und semantischen Funktionen sprachwissenschaftlich präzise bestimmt werden können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es wird eine theoretische Analyse der Forschungsliteratur sowie eine Untersuchung der formalen und funktionalen Merkmale von Namen auf verschiedenen linguistischen Ebenen durchgeführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl historische Auffassungen (Natur- vs. Übereinkunftstheorie) als auch moderne Ansätze zur Bedeutung von Namen, ihre morphologischen, syntaktischen und graphematischen Besonderheiten sowie ihre Funktion als Adressindizes analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Eigenname, Appellativ, Onomastik, Identifizierungsfunktion und Bedeutungstheorie charakterisiert.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Eigenname und Appellativ so schwierig?

Die Schwierigkeit liegt in der mangelnden einheitlichen Definition und darin, dass viele sprachliche Phänomene, wie z.B. Monosemantika oder der Artikelgebrauch, die starren Grenzen zwischen diesen Kategorien aufweichen.

Welche Rolle spielt das "Weltwissen" des Sprechers in der Namenforschung?

Das Weltwissen ist essenziell, da die Bedeutung oder Referenz eines Namens oft vom Kontext und dem Wissen des Sprachteilnehmers über das spezifische Objekt abhängt, anstatt rein aus der sprachlichen Form hervorzugehen.

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Details

Title
Historische und moderne Theorien des Namens
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Germanistische Sprachwissenschaft)
Course
Die Ortsnamen des Deutschen
Grade
1,3
Author
Stud. phil. Annabelle Senff (Author)
Publication Year
2008
Pages
27
Catalog Number
V94520
ISBN (eBook)
9783640103485
ISBN (Book)
9783640113873
Language
German
Tags
Historische Theorien Namens Ortsnamen Deutschen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stud. phil. Annabelle Senff (Author), 2008, Historische und moderne Theorien des Namens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94520
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