Empowerment ist ein oft gewähltes beziehungsweise angestrebtes Mittel der Sozialen Arbeit. Aber was ist es eigentlich? Eine Methode? Eine Technik? Eine Theorie oder ein Konzept? Diese Fragen versucht der vorliegende Essay zu beantworten.
Um die verschiedenen Situationen, die mir begegnen könnten, richtig einzuschätzen und den effizientesten Hilfsansatz für seine Klientinnen auszuwählen, muss man diese nicht nur kennen, sondern sie auch richtig einordnen können. Das bedeutet, dass man Theorien und Methoden nicht alle perfekt beherrschen, sie jedoch (er-)kennen und zuordnen können muss. Also muss zunächst ein Grundgerüst geschaffen werden, ein Bewusstsein für die Begrifflichkeiten
Inhaltsverzeichnis
Reflexion vor und nach der Bearbeitung der Fragestellung
Was ist eine Methode der Sozialen Arbeit?
Enger Methodenbegriff
Weiterer Methodenbegriff
Was ist eine Theorie in der Sozialen Arbeit?
Empowerment in der Sozialen Arbeit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den Begriff "Empowerment" im Kontext der Sozialen Arbeit theoretisch und methodisch präzise einzuordnen, um die intuitive Verwendung des Begriffs in der Praxis durch wissenschaftliche Fundierung zu ersetzen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob Empowerment als Theorie, Methode, Technik oder Konzept der Sozialen Arbeit klassifiziert werden kann.
- Abgrenzung der Begriffe Methode, Theorie, Konzept und Technik
- Detaillierte Analyse des Empowerment-Ansatzes
- Diskurs über den engen und weiten Methodenbegriff
- Professionalisierung des sozialen Handelns
- Kategorisierung von Empowerment als Handlungsmodell
Auszug aus dem Buch
Enger Methodenbegriff
Der enge Methodenbegriff wurde maßgeblich durch Johannes Schilling geprägt, welcher die folgende Definition von „Methoden“ formulierte: "Methode ist das planmäßige Vorgehen zur Erreichung eines Zieles; der erfolgreiche Weg zum Ziel; eine spezifische Art und Weise zu handeln. Methode ist eine Weise des Vorgehens in Richtung auf ein Ziel. Im Allgemeinen versteht man somit unter Methode eine bewusst gewählte Verhaltensweise, zur Erreichung eines bestimmten Zieles." (Schilling 2008) Außerdem definiert er sie als Formen der Herangehensweise an Aufgaben zur Erreichung von Zielen und zur Lösung von Problemen. Sie sind erprobte, überlegte und übertragbare Vorgehensweisen zur Durchführung bestimmter Aufträge und Zielvorgaben.
In diesem Begriffsverständnis wird der Gehalt von Methoden stark auf das wie reduziert, also auch auf bewusst gewählte Verhaltensweisen. Somit erfolgt eine Trennung von inhaltlichen Fragen und der Frage der Umsetzung beziehungsweise dem Weg zum Ziel. (Galuske 2013)
Die Problematik, die sich hierbei ergibt, ist die technokratische Verengung auf die Handlungsweise ohne das Einbeziehen von Zielen. Es handelt sich somit um eine zielneutrale Methodenlehre. So betrachtet, sagen Methoden nichts darüber aus, zu welchem Zweck sie verwendet werden, weshalb sie auch zur Erreichung von zu fachlich und ethisch höchst umstrittenen Zielen eingesetzt werden könnten. Beispielsweise kann das Lernen durch positive Verstärkung, als Methode bezeichnet werden, aber auch zur Verstärkung von unerwünschten Verhalten eingesetzt werden, wie die Steigerung des aggressiven Verhaltens. (Galuske 2013)
Zusammenfassung der Kapitel
Reflexion vor und nach der Bearbeitung der Fragestellung: Die Autorin reflektiert ihren persönlichen Lernprozess und die initiale Schwierigkeit, den Begriff Empowerment fachwissenschaftlich korrekt zu verorten.
Was ist eine Methode der Sozialen Arbeit?: Es wird der allgemeine und fachspezifische Methodenbegriff beleuchtet, wobei zwischen zielorientierten Verfahren und der Notwendigkeit einer reflexiven Anwendung unterschieden wird.
Enger Methodenbegriff: Dieses Kapitel definiert den engen Methodenbegriff nach Schilling als planmäßiges, zielgerichtetes Vorgehen und kritisiert dessen technokratische Gefahr.
Weiterer Methodenbegriff: Hier wird der weitere Methodenbegriff erläutert, der Konzepte als integrierte Handlungsmodelle versteht und somit den Rahmen für Methoden bildet.
Was ist eine Theorie in der Sozialen Arbeit?: Es wird dargelegt, dass Theorien schlüssige Gefüge von Annahmen darstellen, deren Definition und Anwendung in der Sozialen Arbeit aufgrund der interdisziplinären Verankerung komplex bleibt.
Empowerment in der Sozialen Arbeit: Empowerment wird als Prozess der Selbstbefähigung definiert, der in verschiedenen Bereichen der Sozialen Arbeit Anwendung findet.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Empowerment, Methodenbegriff, Handlungskonzept, Theoriebildung, Professionalisierung, Selbstbestimmung, Lebensweltorientierung, Interventionsformen, Fachdidaktik, Reflexion, Methodenlehre
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der begrifflichen Klärung von "Empowerment" innerhalb der Sozialen Arbeit und der Frage, wie dieser Ansatz wissenschaftlich korrekt eingeordnet werden kann.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentral sind die Abgrenzung von Theorie, Methode, Konzept und Technik sowie die Analyse der professionellen Handlungsfähigkeit von Fachkräften.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob Empowerment eine Methode, eine Theorie oder ein Konzept darstellt, um eine fundierte Basis für das professionelle Handeln zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur geführt, ergänzt durch eine subjektive Reflexion und qualitative Kurzinterviews mit Fachkräften.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Begriffe Methode und Theorie, die Erläuterung von Konzepten und die abschließende Anwendung dieser Kriterien auf den Empowerment-Ansatz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Empowerment, Methode, Theorie, Handlungskonzept und Professionalisierung.
Warum kann Empowerment keine Methode sein?
Laut der Arbeit ist Empowerment zu vielseitig und unspezifisch in seinen Handlungsschritten, als dass es unter den engen oder weiten Methodenbegriff subsumiert werden könnte.
Warum wird Empowerment als Konzept eingeordnet?
Empowerment fungiert als ein übergeordnetes Handlungsmodell, das verschiedene Methoden und Techniken vereint, ohne selbst auf eine starre methodische Abfolge reduziert zu sein.
- Arbeit zitieren
- Alica Haslbeck (Autor:in), 2020, Empowerment. Methode oder Theorie der Sozialen Arbeit?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/945228