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Die Jotamfabel. Eine Exegese von Richter 9, 7–20

Titel: Die Jotamfabel. Eine Exegese von Richter 9, 7–20

Quellenexegese , 2014 , 19 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Janine Müller (Autor:in)

Theologie - Biblische Theologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit widmet sich einer detaillierten Analyse und Exegese eines biblischen Textabschnitts aus dem Buch der Richter, genauer gesagt den Versen 7 bis 20 aus Kapitel 9. Der untersuchte Abschnitt beinhaltet eine faszinierende Fabel, die von Jotam erzählt wird und in einem herausfordernden Kontext steht. Ziel dieser Arbeit ist es, die verschiedenen Aspekte des Textes zu beleuchten, angefangen von der Übersetzung über die Textkritik bis hin zur literarischen Analyse.

Zunächst wird die Übersetzung des Textes präsentiert, gefolgt von einer ausführlichen Exegese, die sich in verschiedene Teilaspekte wie Textkritik, Literarkritik, Überlieferungsgeschichte, Redaktionsgeschichte, Formgeschichte und Traditionsgeschichte untergliedert. Der Abschnitt schließt mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse.

Die Einleitung der Arbeit führt den Leser in den historischen Kontext des Buches der Richter ein, insbesondere in die Zeit der Richter und den politischen Hintergrund. Es wird betont, dass die vorliegende Passage einen wichtigen Abschnitt inmitten der Auseinandersetzungen und politischen Veränderungen darstellt.

Die Exegese beginnt mit der Textkritik, die sich auf die genaue Rekonstruktion der Textgestalt konzentriert. Hier werden unterschiedliche Handschriften und Varianten betrachtet, um die Zuverlässigkeit des überlieferten Textes zu bewerten. Die Literarkritik analysiert die Struktur, den Stil und die inhaltliche Kohärenz des Textes, um mögliche Quellen und Schichtungen zu identifizieren. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei auf die Fabel gerichtet, die einen herausragenden Teil des Textes bildet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Übersetzung

2 Exegese

2.1 Textkritik

2.2 Literarkritik

2.3 Überlieferungsgeschichte

2.4 Redaktionsgeschichte

2.5 Formgeschichte

2.6 Traditionsgeschichte

2.7 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit widmet sich der exegetischen Analyse der Jotamfabel (Ri 9,7-20) und untersucht deren Entstehung, literarische Struktur sowie ihre Funktion als königskritisches Element innerhalb des alttestamentlichen Geschichtswerks. Zentral ist dabei die Frage, wie die Fabel als kunstvolle, selbstständige Dichtung in den Kontext der Abimelech-Erzählung eingebettet und redaktionell sowie theologisch gedeutet wurde.

  • Textkritische Analyse der hebräischen Überlieferung
  • Literarkritische Untersuchung der Kohärenz und Schichtung
  • Formgeschichtliche Bestimmung der Gattungstypik
  • Religionsgeschichtlicher Hintergrund des Königtums in Israel
  • Redaktionsgeschichtliche Einordnung der Gesamteinheit

Auszug aus dem Buch

2.1 Textkritik

Die Textkritik beschäftigt sich mit der zuverlässigen und wissenschaftlich verantwortbaren Wiederherstellung der Textgestalt, „die nach 100 n. Chr. in autoritativer Geltung stand bzw. allmählich autoritative Geltung erlangte“. Um sich dem ursprünglichen Text anzunähern, befasst sich die Textkritik mit unabsichtlichen oder absichtlichen Veränderungen, die nach Abschluss der Überlieferung im Prozess des Abschreibens entstanden sind.

In V. 8 haben viele Handschriften statt des Ketibs לוֹכה ָ מְ das Quere כהָ לְ מָ , eine Handschrift hat כהָ מוֹלְ . Mit dem Ketib לוֹכה ָ מְ liegt eine alte Imperativform vor, welche die Masoreten aus Ehrfurcht vor dem Konsonantentext am Rand mithilfe des Queres verbessert haben. Mit Ausnahme der Metathese כהָ מוֹלְ sind also beide Varianten, Ketib und Quere, sprachlich und sachlich sinnvoll. Wie schon aus dem masoretischen Text ersichtlich ist, ist das Ketib לוֹכה ָ מְ die ursprünglichere Form und daher beizubehalten; die das Quere כהָ לְ מָ enthaltenden Handschriften haben die spätere verbesserte Form übernommen.

In V. 9 lesen wenige Handschriften מרֶ תּאֹ וַ statt מרֶ ויּא ֹ . Beide Formen sind sprachlich möglich, jedoch ergibt מרֶ תּאֹ וַ keinen Sinn, da das Subjekt, יתִזַּהַ , maskulin ist und somit die maskuline Form מרֶ ויּא ֹ benötigt. Da die feminine Form מרֶ תּאֹ וַ V. 11 einleitet, liegt in V. 9 möglicherweise eine aberratio oculi vor.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Übersetzung: Eine deutsche Wiedergabe der Verse 7-20 aus Richter 9, die als Grundlage für die nachfolgende Exegese dient.

2 Exegese: Dieser Hauptteil analysiert den Text mittels textkritischer, literarkritischer, formgeschichtlicher und traditionsgeschichtlicher Methoden.

2.1 Textkritik: Untersuchung der Textgestalt und Entscheidung für die ursprünglicheren hebräischen Lesarten.

2.2 Literarkritik: Analyse der Kohärenz der Perikope und Identifikation von Einschüben und Schichten.

2.3 Überlieferungsgeschichte: Prüfung, ob dem Text eine mündliche Vorstufe zugrunde liegt oder ob er als schriftliche Kunstdichtung entstand.

2.4 Redaktionsgeschichte: Untersuchung der schrittweisen Integration der Fabel in den Kontext der Gideon-Abimelech-Erzählung durch spätere Bearbeiter.

2.5 Formgeschichte: Einordnung der Fabel in ihre Gattung und Bestimmung ihrer Funktion als Instrument der Königskritik.

2.6 Traditionsgeschichte: Erschließung des religiösen Hintergrunds und der Symbolik, insbesondere der Bedeutung von Weinstock und Dornstrauch.

2.7 Zusammenfassung: Abschließende Synthese der Ergebnisse zur Herkunft, zum Aussagegehalt und zur theologischen Einordnung der Fabel.

Schlüsselwörter

Jotamfabel, Richterbuch, Abimelech, Königtum, Textkritik, Literarkritik, Redaktionsgeschichte, Formgeschichte, Exegese, Altes Testament, Königskritik, Dornstrauch, Weinstock, israelitische Geschichte, Theologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die sogenannte Jotamfabel in Richter 9,7-20 und ihre Rolle als kritische Stimme zum israelitischen Königtum.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Entstehungsgeschichte, die literarische Struktur sowie die religions- und sozialpolitische Funktion dieser Erzählung.

Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?

Das Ziel ist es, durch eine methodisch fundierte Exegese aufzuzeigen, wie die Fabel als eigenständiges Stück in den größeren Kontext der Abimelech-Erzählung eingebettet wurde und welche Intention dahinter steht.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Es kommen klassische exegetische Methoden zum Einsatz, insbesondere Textkritik, Literarkritik, Formgeschichte, Traditionsgeschichte und Redaktionsgeschichte.

Was wird im umfangreichen Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene exegetische Schritte, von der Textrekonstruktion über die Analyse der Textschichten bis hin zur Bestimmung der gattungstypischen Merkmale der Fabel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Jotamfabel, Königskritik, Richterbuch, Abimelech sowie die verschiedenen exegetischen Disziplinen.

Inwiefern spielt der "Dornstrauch" eine entscheidende Rolle in der Fabel?

Der Dornstrauch fungiert als Symbol für ein unbrauchbares Königtum, da er im Gegensatz zu den anderen Bäumen weder Schatten noch Nutzen bietet, was die Ironie und Königskritik der Fabel unterstreicht.

Wie bewerten die Autoren die Rolle der deuteronomistischen Redaktion?

Die deuteronomistische Redaktion wird als spätere Schicht betrachtet, die das Ziel hatte, die kritische Fabel in das Gesamtbild des Richterbuchs einzuordnen und dabei moralische Aspekte der Errettung stärker zu betonen.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Jotamfabel. Eine Exegese von Richter 9, 7–20
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Note
1,0
Autor
Janine Müller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
19
Katalognummer
V945381
ISBN (eBook)
9783346281579
ISBN (Buch)
9783346281586
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jotamfabel Richter Exegese Königttum Altes Testament Bibel
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Janine Müller (Autor:in), 2014, Die Jotamfabel. Eine Exegese von Richter 9, 7–20, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/945381
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Leseprobe aus  19  Seiten
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