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"Schneewittchen" und "Dornröschen" im Vergleich: die verschiedenen Fassungen der Grimmschen Kinder- und Hausmärchen

Title: "Schneewittchen" und "Dornröschen" im Vergleich: die verschiedenen Fassungen der Grimmschen Kinder- und Hausmärchen

Term Paper , 2005 , 16 Pages , Grade: 1,2

Autor:in: Sirinya Pakditawan (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

In dieser Arbeit werden die bekannten Grimmschen Märchen "Schneewittchen" und "Dornröschen" von ihrer Entstehung bis zu ihrer jeweiligen 3. Fassung auf bedeutende sprachliche Unterschiede untersucht
mit Bezugnahme auf die Charakteristika der Volkstümlichkeit und Kindgemäßheit. Darüber hinaus werden signifikante Änderungen in der narrativen Struktur betrachtet. In diesem Abschnitt soll es zunächst um die inhaltlichen und sprachlichen Eigenheiten des
„Schneewittchen“- und „Dörnröschen“ – Märchens an sich gehen. Zunächst gehen wir
inhaltlich vor und betrachten das Motiv des Wunderbaren in diesen Märchen. Anschließend
wenden wir uns der Struktur und der sprachlichen Ausgestaltung dieser Märchen zu und
behandeln die Dreigliedrigkeit sowie die Formelhaftigkeit als übergreifende charakteristische
Merkmale dieser Märchen.
Das Wunderbare oder auch das Übernatürliche sind die konstitutiven Merkmale des
Märchens. Denn „Märchen“ bedeutet, „eine kurze, ausschließlich der Unterhaltung
dienende[n] Erzählung von phantastisch-wunderbaren Begebenheiten, die sich in Wahrheit
nicht ereignet haben und nie ereignen können, weil sie (…) Naturgesetzen widerstreiten“.
„Schneewittchen“ und „Dornröschen“ sind typische Märchen in diesem Sinne. Denn auch in
diesen Fällen stehen die Begebenheiten im Widerspruch zur Wirklichkeit. So wird bereits die Existenz der Heldinnen Schneewittchen und Dornröschen mit dem
Wunderbaren durchkreuzt. Dies wird schon an den Umständen ihrer Geburt beziehungsweise
Empfängnis sichtbar. So kündigt ein Frosch im „Dornröschen“ (in der ersten Version von
1812 ein Krebs) der Königin die Geburt einer Tochter an, und auch die Mutter des
Schneewittchens erhält eine Tochter, die im Ganzen ihren Wünschen entspricht. Aus diesem
Grund kann man sagen, dass sich um die Geburt dieser Märchenheldinnen durchaus das
Übernatürliche rankt. An dieser Stelle wird zudem ein weiteres Merkmal des Märchens
sichtbar, denn sowohl die Ausgangslage im „Schneewittchen“ als auch im „Dornröschen“ ist durch ein Bedürfnis gekennzeichnet, nämlich von dem Wunsch der Mutter (der Eltern) nach
einer Tochter.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 „Schneewittchen“ und „Dornröschen“: die unterschiedlichen Fassungen von 1812 bis 1857 im Vergleich

1.1 Die motivischen und sprachlichen Eigenheiten des „Schneewittchen“ – und „Dornröschen“ – Märchens

1.1.1 Das Wunderbare in „Schneewittchen“ und „Dornröschen“

1.1.2 Formelhaftigkeit und Dreigliedrigkeit

1.2 Inhaltlich - motivische und sprachliche Differenzen in den „Schneewittchen“- Versionen

1.2.1 Die Einführung der bösen Stiefmutter und der Farbmotivik

1.2.2 Die Einführung von Redewendungen und Sprichwörtern

1.3 Inhaltlich – motivische und sprachliche Unterschiede in den „Dornröschen“ – Versionen

1.3.1 Die Einführung des Frosches und der weisen Frauen

1.3.2 Vom Subjekt zum Objekt: Dornröschen zwischen Aktivität und Passivität

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die inhaltlichen, motivischen und sprachlichen Veränderungen in den Fassungen der Märchen „Schneewittchen“ und „Dornröschen“ der Brüder Grimm von 1812 bis 1857, um die Entwicklung hin zu einer kindgerechteren und bürgerlich-moralischen Erzählweise nachzuzeichnen.

  • Analyse der narrativen Struktur und Formelhaftigkeit (Dreigliedrigkeit).
  • Untersuchung der Entsexualisierung und Anpassung moralischer Motive.
  • Vergleich der Rollenbilder und Charakterisierungen der Märchenfiguren.
  • Auswertung der sprachlichen Gestaltung durch Redewendungen und Bildsprache.
  • Betrachtung der Rolle des Wunderbaren in den verschiedenen Textfassungen.

Auszug aus dem Buch

1.1.1 Das Wunderbare in „Schneewittchen“ und „Dornröschen“

In diesem Abschnitt soll es zunächst um die inhaltlichen und sprachlichen Eigenheiten des „Schneewittchen“- und „Dörnröschen“ – Märchens an sich gehen. Zunächst gehen wir inhaltlich vor und betrachten das Motiv des Wunderbaren in diesen Märchen. Anschließend wenden wir uns der Struktur und der sprachlichen Ausgestaltung dieser Märchen zu und behandeln die Dreigliedrigkeit sowie die Formelhaftigkeit als übergreifende charakteristische Merkmale dieser Märchen.

Das Wunderbare oder auch das Übernatürliche sind die konstitutiven Merkmale des Märchens. Denn „Märchen“ bedeutet, „eine kurze, ausschließlich der Unterhaltung dienende[n] Erzählung von phantastisch-wunderbaren Begebenheiten, die sich in Wahrheit nicht ereignet haben und nie ereignen können, weil sie (…) Naturgesetzen widerstreiten“. „Schneewittchen“ und „Dornröschen“ sind typische Märchen in diesem Sinne. Denn auch in diesen Fällen stehen die Begebenheiten im Widerspruch zur Wirklichkeit.

So wird bereits die Existenz der Heldinnen Schneewittchen und Dornröschen mit dem Wunderbaren durchkreuzt. Dies wird schon an den Umständen ihrer Geburt beziehungsweise Empfängnis sichtbar. So kündigt ein Frosch im „Dornröschen“ (in der ersten Version von 1812 ein Krebs) der Königin die Geburt einer Tochter an, und auch die Mutter des Schneewittchens erhält eine Tochter, die im Ganzen ihren Wünschen entspricht. Aus diesem Grund kann man sagen, dass sich um die Geburt dieser Märchenheldinnen durchaus das Übernatürliche rankt. An dieser Stelle wird zudem ein weiteres Merkmal des Märchens sichtbar, denn sowohl die Ausgangslage im „Schneewittchen“ als auch im „Dornröschen“ ist durch ein Bedürfnis gekennzeichnet, nämlich von dem Wunsch der Mutter (der Eltern) nach einer Tochter.

Zusammenfassung der Kapitel

1 „Schneewittchen“ und „Dornröschen“: die unterschiedlichen Fassungen von 1812 bis 1857 im Vergleich: Einleitende Betrachtung der untersuchten Märchen und Darlegung des methodischen Vorgehens anhand inhaltlicher und sprachlicher Kriterien.

1.1 Die motivischen und sprachlichen Eigenheiten des „Schneewittchen“ – und „Dornröschen“ – Märchens: Analyse der konstitutiven Merkmale wie des Wunderbaren sowie der strukturellen Eigenheiten der Erzählungen.

1.1.1 Das Wunderbare in „Schneewittchen“ und „Dornröschen“: Untersuchung der übernatürlichen Elemente, die die Geburtsumstände und die Existenz der Heldinnen als märchenhaft charakterisieren.

1.1.2 Formelhaftigkeit und Dreigliedrigkeit: Analyse der narrativen Rhythmen, der Unbestimmtheit von Raum und Zeit sowie der Bedeutung der Zahl Drei für die Strukturierung der Märchen.

1.2 Inhaltlich - motivische und sprachliche Differenzen in den „Schneewittchen“- Versionen: Darstellung der Entwicklung des Schneewittchen-Märchens von der Urfassung bis zur Ausgabe letzter Hand.

1.2.1 Die Einführung der bösen Stiefmutter und der Farbmotivik: Erklärung des Motivwechsels von der leiblichen Mutter zur Stiefmutter und der Bedeutung der symbolischen Farbdarstellung.

1.2.2 Die Einführung von Redewendungen und Sprichwörtern: Untersuchung der sprachlichen Anpassungen und der verstärkten Nutzung von Redensarten zur bürgerlichen Erziehung.

1.3 Inhaltlich – motivische und sprachliche Unterschiede in den „Dornröschen“ – Versionen: Vergleich der Fassungsunterschiede bei Dornröschen mit Fokus auf Figurenkonstellation und Aktivität.

1.3.1 Die Einführung des Frosches und der weisen Frauen: Analyse der Änderungen bei der Geburtsankündigung sowie bei der Charakterisierung der übernatürlichen Helferfiguren.

1.3.2 Vom Subjekt zum Objekt: Dornröschen zwischen Aktivität und Passivität: Untersuchung der Wandlung von Dornröschens Handlungsspielraum und der zunehmenden Entsexualisierung der Darstellung.

Schlüsselwörter

Grimm, Schneewittchen, Dornröschen, Märchen, Fassungsvergleich, Motivik, Kindgerechtheit, Entsexualisierung, Dreigliedrigkeit, Farbsymbolik, Redewendungen, Stiefmutter, Übernatürliches, Literaturwissenschaft, Volkspoesie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die inhaltlichen und sprachlichen Veränderungen, welche die Brüder Grimm an ihren Märchen „Schneewittchen“ und „Dornröschen“ zwischen 1812 und 1857 vorgenommen haben.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Entwicklung des Märchenstils, die moralische Anpassung der Inhalte, die Charakterisierung der Figuren und die Verwendung volkspoetischer Stilmittel.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, wie durch gezielte motivische und sprachliche Eingriffe die Märchen „kindgerechter“ und bürgerlicher gestaltet wurden, um Kritik an Grausamkeit oder sexuellen Andeutungen zu begegnen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine vergleichende Textanalyse verschiedener Fassungen der Grimmschen Märchen unter Einbeziehung sekundärliterarischer und volkskundlicher Quellen durchgeführt.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von „Schneewittchen“ (u.a. Stiefmutter-Motiv, Farbsymbolik) und „Dornröschen“ (u.a. Rollen der weisen Frauen, Aktivität der Heldin) sowie die Analyse ihrer sprachlichen Ausgestaltung.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Märchen-Fassungsvergleich, Grimm, Kindgerechtheit, Entsexualisierung und Motivik prägnant zusammenfassen.

Warum wurde bei „Dornröschen“ der Krebs durch den Frosch ersetzt?

Dem Krebs wurden im Volksglauben negative Eigenschaften wie Unglücksbringerei zugeschrieben, während der Frosch als Fruchtbarkeitssymbol besser zum freudigen Ereignis einer Geburt passte.

Welche Rolle spielt die „Dreigliedrigkeit“ in den analysierten Märchen?

Die Dreigliedrigkeit dient dem Rhythmus der Handlung, der leichteren Merkfähigkeit und erzeugt eine spannungssteigernde, pyramidenartige Struktur der Märchenerzählung.

Was bedeutet die beobachtete „Entsexualisierung“ der Heldinnen?

Damit ist die sprachliche Neutralisierung gemeint, bei der die Heldinnen weniger als begehrenswerte Frauen, sondern als geschlechtsneutrale Wesen (oft durch Diminutiva wie „-chen“ oder Verwendung des Neutrums) dargestellt werden.

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Details

Title
"Schneewittchen" und "Dornröschen" im Vergleich: die verschiedenen Fassungen der Grimmschen Kinder- und Hausmärchen
College
University of Hamburg
Grade
1,2
Author
Sirinya Pakditawan (Author)
Publication Year
2005
Pages
16
Catalog Number
V94541
ISBN (eBook)
9783640106622
ISBN (Book)
9783640113927
Language
German
Tags
Schneewittchen Dornröschen Vergleich Fassungen Grimmschen Kinder- Hausmärchen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sirinya Pakditawan (Author), 2005, "Schneewittchen" und "Dornröschen" im Vergleich: die verschiedenen Fassungen der Grimmschen Kinder- und Hausmärchen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94541
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