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Mosaik Troia. Die Bilanz einer Kontroverse um die Geschichte einer Stadt

Title: Mosaik Troia. Die Bilanz einer Kontroverse um die Geschichte einer Stadt

Examination Thesis , 2008 , 52 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Nicolai Specht (Author)

World History - Early and Ancient History
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Der Mythos Troia. Wer sich mit den homerischen Epen beschäftigt, wird sich früher oder später die Frage stellen, wie viel des Erzählten einen historischen Hintergrund besitzt und historischer Wirklichkeit entnommen ist.

Homer gilt nicht mehr nur als Schöpfer der abendländischen Literatur, er erschuf mit seinen beiden Großepen »Ilias« und »Odyssee« nicht nur den Griechen, sondern auch den Römern eine beständige Vergangenheit, auf welcher die Geschichte beider Völker aufbaut.
Der Mythos überlebte und der Reiz der Suche nach dieser mächtigen Stadt und der Beantwortung der Frage nach der Historizität des homerischen Troia und des Troianischen Krieges besteht auch heute noch. Eine Debatte, die schon einst ähnlich bei Schliemanns spektakulärer Entdeckung Troias für Furore sorgte, fand ihren Höhepunkt in den Jahren 2001 und 2002 in einer heftigen medialen Auseinandersetzung zwischen dem Archäologen und damaligen Leiter der Ausgrabungskampagnen in Troia, Manfred Korfmann, und dessen Tübinger Kollegen, dem Althistoriker Frank Kolb.

Die Arbeit "Mosaik Troia" erfasst den Disput der beiden Altertumswissenschaftler aus einer objektiven Sichtweise und möchte einen Anstoß geben, sich mit den Themen um die Archäologie Troias (und damit auch mit der Frage nach der Historizität des homerischen Troias) näher zu beschäftigen. Die Arbeit "Mosaik Troia" macht deutlich, wie die Überschrift zu verstehen ist: das Bild von Troia besteht nur aus wenigen Steinen, die ein mehr oder weniger fiktives Bild von der Wirklichkeit geben können und selbst in der neuesten Forschung gegeben haben. Das Thema Troia ist vielschichtig und auf allen Ebenen umstritten und umkämpft. Aus den vielen Problemen, die Nicolai Specht anreißt, konzentriert sich die Arbeit dann auf die Frage, ob Troia eine Stadt war oder nicht. Damit gerät er in den Sog des Forschungsstreites, der im Jahre 2002 in Tübingen eskalierte. Das Thema bleibt der Überschrift "Mosaik Troia" jedoch verpflichtet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen

2.1 Schliemann am Hisarlik: Troia wird gefunden

2.2 Schrieb Homer über Wilusa?

2.3 Die Ilias

3. Die Kontroverse

3.1 Ursache und Impuls

3.2 Sachverhalt

3.3 Zur Rolle der Medien

3.4 Ein Symposium als (vorläufiger) Abschluss

3.5 Entwicklungen seit 2002

4. Fazit: Handelsmetropole oder armselige Siedlung?

4.1 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit bilanziert die wissenschaftliche und mediale Auseinandersetzung über die Bedeutung des spätbronzezeitlichen Troias. Ziel ist es, die Disputation zwischen dem Archäologen Manfred Korfmann und dem Althistoriker Frank Kolb objektiv aufzuarbeiten, die archäologischen Argumente neutral gegenüberzustellen und die Validität der Hypothesen zur Größe, Bedeutung und dem Handelscharakter der Siedlung kritisch zu reflektieren.

  • Historische Einordnung von Troia und der Ilias
  • Die „Wilusa-Hypothese“ als Lokalisierungsgrundlage
  • Analyse der „Troia-Debatte“ über die Siedlungsgröße
  • Wirtschaftliche Bedeutung und Handelskontakte
  • Rolle der Medien in der archäologischen Kontroverse

Auszug aus dem Buch

Ursache und Impuls

Seit 1988 arbeitet ein Team unter der Führung von Manfred Korfmann jährlich in den Sommermonaten am Ausgrabungsort Troia, um neue archäologische Fundstücke und, damit verbunden, neue Teile zu ergraben, die das Mosaik um Homers Stadt nach und nach vervollständigen sollen. Bereits vier Jahre vor Grabungsbeginn am Hisarlik war Korfmann zu einem Symposium am Bryn Mawr College in Pennsylvania, USA eingeladen bei welchem er postulierte, Troia sei ein Handelsumschlagplatz gewesen. Schon bevor Korfmann den Hisarlik persönlich als Ausgrabungsleiter vor Augen hatte, schloss er also aus der vorteilhaften Lage Troias an der Küste zu den Dardanellen, dass dort eine einst beneidete prosperierende Siedlung gestanden haben muss, die für viele Streitmächte ein lukratives Angriffsziel repräsentiert haben könnte. Korfmann zog diesen Schluss damals hauptsächlich aus dem Umstand der Oberflächenströmung aus dem Schwarzen Meer und dem Marmarameer, die besonders im Sommer die Schiffe bei starkem Nord-Ost-Wind dazu forcierten, in der Bucht vor Troia anzulegen, bis die Windverhältnisse eine Weiterfahrt duldeten.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die anhaltende Faszination für den Mythos Troia und führt in die wissenschaftliche Debatte über die historische Bedeutung der Siedlung ein.

Grundlagen: Dieses Kapitel behandelt die Entdeckungsgeschichte durch Schliemann, die Frage der Identität von Troia als Wilusa und die Einordnung der Ilias in den historischen Kontext.

Die Kontroverse: Hier wird der mediale und wissenschaftliche Streit zwischen Korfmann und Kolb detailliert rekonstruiert, angefangen bei den Ursachen bis hin zur Entwicklung der Disputation nach 2002.

Fazit: Handelsmetropole oder armselige Siedlung?: Das abschließende Kapitel fasst die Argumente beider Seiten zusammen und zieht ein Resümee über den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand.

Schlüsselwörter

Troia, Ilias, Manfred Korfmann, Frank Kolb, Bronzezeit, Hisarlik, Wilusa, Handelsmetropole, Archäologie, Siedlungsgeschichte, Troia-Debatte, Homer, Unterstadt, Ausgrabungen, Siedlungsdichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die fachliche und öffentliche Debatte über die Bedeutung des spätbronzezeitlichen Troias, insbesondere die Disputation zwischen Manfred Korfmann und Frank Kolb.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die historische Identität von Troia, die Frage nach dem Handelscharakter der Siedlung, die Auslegung archäologischer Befunde sowie die Rolle der Medien bei der Vermittlung wissenschaftlicher Thesen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist eine objektive Bilanzierung der „Troia-Debatte“, um den Lesern ein vorurteilsfreies Verständnis der Standpunkte beider Kontrahenten zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine detaillierte Auswertung publizierter Grabungsergebnisse, Fachliteratur, Rezensionen und Presseberichte zur Aufarbeitung der wissenschaftlichen Kontroverse.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Grundlagen (Schliemann, Homer, Wilusa), die Analyse der Kontroverse (Ursachen, Streitpunkte wie die Existenz einer Unterstadt) und den Verlauf der Debatte in den Medien und auf wissenschaftlichen Symposien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Troia, Handelsmetropole, Archäologie, Troia-Debatte, Korfmann, Kolb und Historizität charakterisiert.

Warum gab es Streit um das "Unterstadt-Modell"?

Das Modell der Unterstadt suggerierte ein deutlich dicht besiedeltes Troia, was Kritiker wie Frank Kolb als unwissenschaftliche Rekonstruktion und "Fiktion" ablehnten, da die archäologische Beweislage für eine derartige Größe unzureichend sei.

Welche Rolle spielte der "Alaksandu-Vertrag"?

Der Vertrag dient als wesentliche Grundlage für die moderne Forschung, um Troia mit dem in hethitischen Quellen erwähnten Wilusa gleichzusetzen, was die Lokalisierung des Ortes auf eine wissenschaftlich sicherere Basis stellte.

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Details

Title
Mosaik Troia. Die Bilanz einer Kontroverse um die Geschichte einer Stadt
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für Geschichte)
Grade
1,3
Author
Nicolai Specht (Author)
Publication Year
2008
Pages
52
Catalog Number
V94579
ISBN (eBook)
9783638073592
ISBN (Book)
9783638957540
Language
German
Tags
Mosaik Troia
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicolai Specht (Author), 2008, Mosaik Troia. Die Bilanz einer Kontroverse um die Geschichte einer Stadt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94579
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