Kapitalflussrechnung für Konzerne. Grundlagen, Methoden & Beispiele


Studienarbeit, 2020

33 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziele

2 Konzernrechnungslegung im Allgemeinen
2.1 Notwendigkeit einer Konzernrechnungslegung
2.2 Bestandteile der Konzernrechnungslegung nach HGB
2.3 Bestandteile der Konzernrechnungslegung nach IFRS
2.4 Einschlägige Rechtsvorschriften

3 Kapitalflussrechnung
3.1 Definition und Pflicht zur Aufstellung
3.2 Grundlegender Aufbau
3.3 Erstellung von Konzernkapitalflussrechnungen
3.3.1 Bruttoprinzip
3.3.2 Direkte und indirekte Ermittlung des Cashflows aus laufender Tätigkeit
3.3.3 Direkte Ermittlung des Cashflows aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit
3.3.4 Konsolidierung der Einzel-Kapitalflussrechnungen der einbezogenen Unternehmen
3.3.5 Derivative Ermittlung der konsolidierten Kapitalflussrechnung aus Konzernbilanz und Konzern-Erfolgsrechnung
3.3.6 Anhangsangaben
3.3.7 Ausgewählte gesetzliche Unterschiede

4 Praxisbeispiel

5 Fazit

Anhang

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Grundstruktur Kapitalflussrechnung

Abbildung 2: Ermittlung des operativen CF nach der direkten Methode

Abbildung 3: Ermittlung des operativen CF nach der indirekten Methode

Abbildung 4: Ermittlung des investiven Cashflows

Abbildung 5: Ermittlung des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Konsolidierter Abschluss des AB-Konzerns

Tabelle 2: Ermittlung der Cashflows

Tabelle 3: Angabe von Zusatzinformationen

Tabelle 4: Bilanz der A AG

Tabelle 5: Bilanz der B AG

Tabelle 6: Konzern-Kapitalflussrechnung des AB-Konzern nach der 2. Methode B

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Spricht man von Konzernen, so fallen einem sofort zahlreiche Beispiele wie BASF, Daimler, Google oder Apple ein. Doch ist hier laut Definition tatsächlich auch immer von einem Konzern die Rede, oder wird in der Umgangssprache jedes größere Unternehmen direkt zum Konzern „befördert“? Ein ähnliches Bild ergibt sich wohl für die Finanzberichte von Unternehmen. Ist in der Gesamtbevölkerung von ihnen Rede, werden viele nur an die Bilanz und gegebenenfalls an die Gewinn- und Verlustrechnung denken. Die Wenigsten werden den Finanzbericht mit einer Kapitalflussrechnung assoziieren. Diese Arbeit möchte daher Aufklärung schaffen, indem sie das Konstrukt „Konzern“ definiert, einige Grundlagen der Konzernrechnungslegung zeigt und sich schließlich der (Konzern-)Kapitalflussrechnung widmet.

1.2 Ziele

Ziel der folgenden Seminararbeit ist es, wie angedeutet, die grundlegenden Informationen und Vorschriften bezüglich der Konzern-Kapitalflussrechnung zusammenzufassen. Dafür beginnt die vorliegende Seminararbeit zunächst mit theoretischen Informationen, zum Beispiel zum Thema Konzernrechnungslegung im Allgemeinen und zeigt die Notwendigkeit zur Aufstellung sowie die einzelnen Bestandteile einer Konzernrechnungslegung nach HGB und IFRS auf. In Folge dessen, wird gezielt auf die Kapitalflussrechnung eingegangen, beginnend mit Definitionen und Rechtsvorschriften bis hin zu konkreten Aufstellungsmöglichkeiten. Im Zuge dessen wird auch auf die verschiedenen Cashflow-arten und deren Ermittlung eingegangen. Ein anschließendes Rechenbeispiel in Kapitel vier soll dem Leser einen Einblick in die unternehmerische Praxis bieten. Abgerundet wird die Seminararbeit mit einem Fazit. Am Ende der Arbeit soll der Leser einen guten Einblick und Einstieg in die Konzernrechnungslegung und spezieller, in die Konzernkapitalflussrechnung als Teil davon, bekommen haben.

2 Konzernrechnungslegung im Allgemeinen

Im nachfolgenden Kapitel soll klargestellt werden, was ein Konzern überhaupt ist, warum es notwendig ist, eine Konzernrechnungslegung zu führen und wie sich der Konzernabschluss letztendlich zusammensetzt.

2.1 Notwendigkeit einer Konzernrechnungslegung

Um den Sinn und Zweck dieser Arbeit zu verstehen und ihr thematisch folgen zu können, ist es zunächst wichtig zu wissen, was ein Konzern überhaupt ist. Nach Busse von Colbe et al. ist „Ein Konzern [...] eine auf Dauer anglegte Verbindung rechtlich selbstständiger Unternehmen zu einer unternehmungsähnlichen wirtschaftlichen Einheit.“ (Busse von Colbe, 2010, S. 57) Ähnlich wird der Konzern von Möller et al. als „ein Gebilde aus mehreren rechtlich selbständigen Einheiten, die wirtschaftlich einheitlich geleitet werden“ definiert. (Möller, 2011, S. 3)

Laut §18 des Aktiengesetz sind unter einem Konzern ein herschendes und mindestens ein beherrschtes Unternehmen das unter der einheitlichen Leitung des herschenden Unternehmens steht, zu verstehen. Als Konzernunternehmen werden die einzelnen Unternehmen innerhalb des Konzern bezeichnet. (vgl. §18 I AktG)

Die Definitionen legen nahe, dass es zur Existenz eines Konzerns somit mindestens zwei rechtlich selbstständige Unternehmen braucht, die zusammen eine ökonomische Einheit bilden und von denen das eine das andere beherscht. Je nach Organisation und Leitung können dabei verschiedene Konzernformen unterschieden werden. Wird zum Beispiel allen beteilligten Einheiten zusammen die einheitliche Leitung in einer formell existierenden Obereinheit zugesprochen, ist von einem Gleichordnungskonzern die Rede. Wird der Konzern hingegen von nur einem, übergeordneten Unternehmen geleitet, so kann man folgerichtig von einem Unterordnungskonzern sprechen. (vgl. Möller H. et al., 2011, S. 3)

Daneben sind noch weitere Klassifikationen denkbar, auf die allerdings nicht weiter eingegangen werden soll, da das bisher genannte ausreicht, um das Konstrukt „Konzern“ nachvollziehen zu können.

Da die einzelnen Konzernunternehmen zwar wirtschaltlich eine Einheit bilden, rechtlich jedoch selbstständig sind, sind sie grundsätzlcih durch das jeweils gültige Recht auch dazu verpflichtet, Buchführung zu betreiben und Finanzberichte zu erstellen. Für den Konzern als solchen besteht hingegen keine Buchführungspflicht. Trotzdem hat er aber aus Informations- und auf Grund spezieller Vorchriften Konzernfinanzberichte zu erstellen. (vgl. Möller et al., 2011, S. 2)

Für in Deutschland ansässige Unternehmen ergibt sich die Konzernrechnungslegungspflicht aus §290 Handelsgesetzbuch (HGB) wonach „Die gesetzlichen Vertreter einer Kapitalgesellschaft (Mutterunternehmen) mit Sitz im Inland [...] in den ersten fünf Monaten des Konzerngeschäftsjahrs für das vergangene Konzerngeschäftsjahr einen Konzernabschluss und einen Konzernlagebericht aufzustellen [haben], wenn diese auf ein anderes Unternehmen (Tochterunternehmen) unmittel- oder mittelbar einen beherrschenden Einfluss ausüben kann.“ (§290 I HGB) Ist der in Deutschalnd ansässige Konzern kapitalmarktorientiert, so hat er den Konzernabschluss nach IFRS aufzustellen (vgl. Behringer, 2018, S. 36). Allerdings besitzen auch nicht-kapitalmarktorientierte Konzerne das Wahlrecht, ihren Abschluss nach den Standards der IFRS aufzustellen, womit sie sich vergleichbar zu kapitalmarktorientierten Konzernen darstellen können. Dies kann vor allem für die vielen Konzerne mit ausländischen Tochtergesellschaften sinnvoll sein, da sie sich dann mit ihrer internationalen Finanzberichterstattung ihren dortigen Stakeholdern verständlicher präsentieren. (vgl. Busse von Colbe, 2010, S. 28)

Kurze Erläuterungen zu den einzelenen Bestandteilen:

- Konzernbilanz,
- Konzern-Gewinn-und Verlustrechnung,
- Konzernanhang,
- Konzernkapitalflussrechnung,
- Eigenkapitalspiegel, -Freiwillige Segmentberichterstattung sowie
- Konzernlagebericht

Des Konzernabschlusses finden sich im nachfolgenden Kapitel 2.2 und werden nach deutschem Handelsrecht durch die Paragraphen 290 HGB und 297 HGB festgesetzt. Bei der Aufstellung wird der Konzern als Verschmelzung aller rechtlich selbstständiger Unternehmen zu einer einzigen wirtschaftlichen Einheit betrachtet (Einheitstheorie). Man könnte die einzelnen Konzernunternehmen in Analogie also als interne Abteilungen eines Unternehmens sehen. (vgl. Möller et al., 2018, S. 36)

In Deutschland hat der Konzernabschluss formal keinerlei Funktion zur Ausschüttungsbemessung oder zur Besteuerung, dies geschieht auf Grundlage der Einzelabschlüsse der Unternehmen. (vgl. Busse von Colbe et al., 2010, S. 28)

Der aufmerksame Leser stellt sich daher vielleicht die Frage, weshalb ein Konzern überhaupt einen eigenen Konzernabschluss aufzustellen hat, wenngleich alle Konzernunternehmen innerhalb des Konzern ihre eigenen Abschlüsse zu erstellen haben.

Die Antwort auf diese Frage ist, weil dem Konzernabschluss vorallem eine Informationsfunktion zugeschrieben wird. Es sollen vor allem die Eigenkapitalgeber über Veränderungen des Eigenkapitals unterrichtet werden, zudem auch alle weiteren gegenwärtige und zukünftige Aktionäre der Untereinheiten, sowie Gläubiger, Lieferanten, Kunden, Arbeitnehmer und die interessierte Öffentlichkeit. (vgl. Möller et al., 2011, S. 8)

Zur Erstellung werden grundsätzlich die Vermögensgüter und Fremdkapitalposten der Konzernunternehmen abgebildet und um konzerninterne Transaktionen eliminiert (=Konsolidierung). Damit werden die Mängel der Einzelbetrachtung behoben und es entstehen entscheidungsrelevantere Informationen sowohl für das Konzernmanagement als auch für (potenzielle) Investoren (vgl. Möller et al., 2011, S. 9) Um einen Einblick in die verschiedenen Konsoliderungstechniken, wie Vollkonoliderung, Quotenkonsolidierung, Folgekonsolodierung etc. zu bekommen, muss an dieser Stelle auf andere Literatur verwiesen werden, da dies nicht den Kern der Arbeit darstellen soll.

Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass der Konzernabschluss nach HGB genau wie nach IFRS vor allem als Informationsinstrument sämtlicher Stakeholder dient und ihnen ein konsolidiertes Gesamtbild bietet, anstelle vieler einzelner Abschlüsse. Dabei setzt sich der Abschluss je nach Rechtsform und Größe des Konzerns aus unterschiedlichen Bestandteilen zusammen, auf die im nachfolgendne Kapitel eingegangen wird.

2.2 Bestandteile der Konzernrechnungslegung nach HGB

Auch wenn sich der Kern dieser Arbeit mit der Konzernkapitalflussrechnung nach §297 I S. 1 HGB befasst, sollen in diesem Kapitel der Vollständigkeit wegen und zum besseren Verständnis nochmals die verschiedenen Bestandteile des Konzernabschlusses sowie die dazugehörige Gesetzesgrundlage genannt werden.

Wie bereits erwähnt, unterscheiden sich die einzubeziehenden Bestandteile je nach Größe und Rechtsform des Konzerns, aber auch im Hinblick auf das anzuwendende Recht, sprich HGB oder IFRS, bestehen Unterschiede, weshalb sich Kapitel 2.3 noch mit den Regelungen nach IFRS beschäftigt.

Bei Anwendung des Handelsgesetzes als Rechnungslegungsstandard (nur für nicht-kapitalmarktorientierte, in Deutschland ansässige Konzerne möglich) setzt sich der Konzernabschluss gemäß § 297 I S.1. HGB zwingend zusammen aus:

- Konzernbilanz,
- Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung (GuV),
- Konzernanhang,
- Kapitalflussrechnung und dem
- Eigenkapitalspiegel. (§297 HGB)

Zusätzlich besteht nach §297 I S.2 HGB ein Wahlrecht, eine Segmentberichterstattung aufzustellen (HGB). Des Weiteren ist ein Konzernlagebericht zu erstellen, der allerdings selbst keinen Teil des Konzernabschlusses bildet, sondern nach §290 I S.1 HGB aufzustellen ist. (vgl. Behringer, 2018, S. 36 f.)

2.3 Bestandteile der Konzernrechnungslegung nach IFRS

Nach IFRS überschneiden sich viele Bestandteile mit den Vorschriften des HGB. Nicht-kapitalmarktorieniterte können von der Segmentberichterstattung absehen, für kapitalmarktorientierte Konzerne ist sie hingegen gemäß IFRS 8 verpflichtend. (vgl. Deloitte GmbH, 2019; IFRS 8) Auf den Konzernlagebericht kann bei Anwendung der IFRS verzichtet werden (vgl. Behringer, 2018, S. 38).

Gemäß IAS 1.10 umfasst der Konzernabschluss demnach:

- Statement of finanical position = Konzernbilanz
- Statement of profit or loss = Konzern-Gesamtergebnisrechnung
- Statement of changes in equity = Eigenkapitalveränderungsrechnung)
- Statement of cash flows = Kapitalflussrechnung
- Notes = Konzernanhang. (IAS 1.10; vgl. Deloitte GmbH, 2019b

2.4 Einschlägige Rechtsvorschriften

Um dem Leser bei gesetzlichen Unklarheiten erste Anhaltspunkte zu den gesetzlichen Normen zu geben, werden hier die wesentlichen Rechtsvorschriften nochmals kurz genannt, um dann auf den Kern dieser Arbeit, die Kapitalflussrechnung, einzugehen.

Nach deutschem Handelsrecht sind die rechtlichen Vorschriften in Bezug auf die Konzernrechnungslegung grundsätzlich in den §290 bis §315 HGB geregelt und wie folgt klassifiziert:

- Anwendungsbereich (§290-§293)
- Konsolidierungskreis (§294-296)
- Inhalt und Form des Abschlusses (§297-§299)
- Vollkonsolidierung (§300-§307)
- Bewertungsvorschriften (§308-309)
- Anteilsmäßige Konsolidierung (§310)
- Assoziierte Unternehmen (§311-§312)
- Konzernanhang (§313-§314)
- Konzernlagebericht (§315)
- IFRS-Konzernabschluss (§315a)

Berufend auf den §342 HGB wurde dem Deutschen Rechnungslegungsstandard Committee die Möglichkeit gegeben, den Deutschen Standardisierungsrat zu gründen. Von diesem Gremium werden „Empfehlungen zur Konzernrechnungslegung“ in Form der Deutschen Rechnungslegungsstandards (DRS) entwickelt. Sofern diese von einem Unternehmen angewendet werden und sobald sie durch das Bundesministerium der Justiz veröffentlicht wurden, kann davon ausgegangen werden, dass sie den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entsprechen, wenngleich sie nicht bindend sind. (vgl. Busse von Colbe, 2010, S. 3 und S. 16) Im Zuge der Arbeit wird sich auf relevante Rechnungslegungsstandards berufen.

Nach IFRS sind folgende thematischen Eingliederungen zu identifizieren:

- Pflicht zur Aufstellung (IFRS 10.1 und 10.4)
- Stichtag für die Aufstellung (IFRS 10.20 bzw. IAS 28.16)
- Abgrenzung des Konsolidierungskreises (IFRS 10.4)
- Form und Inhalt (IAS 1)
- Einheitlichkeit (IFRS 10.19 und IAS 21)
- Vollkonsolidierung (IFRS 3.4-53 und IFRS 3.32-40 und IFRS 10.21)
- Quotenkonsolidierung (IFRS 11)
- Equity-Methode (IFRS 11)
- Latente Steuern (IAS 12)
- Konzernanhang und Konzernlagebericht (IAS 1)

3 Kapitalflussrechnung

3.1 Definition und Pflicht zur Aufstellung

Im Wesentlichen wird die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens bzw. Konzerns durch dessen Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage gekennzeichnet. Erstere wird durch die stichpunktbezogene Bilanz widergespiegelt. Die Gewinn- und Verlustrechnung, die die Aufwendungen den Erträgen gegenüberstellt, lässt Rückschlüsse auf die Ertragslage ziehen. Somit fehlt noch der Blick auf die Finanzlage d.h. des Investitions- und Finanzierungsbereichs, dem die Kapitalflussrechnung gerecht wird. (vgl. Gräfer & Scheld, 2016, S. 388)

Die gesetzliche Pflicht zur Aufstellung einer Kapitalflussrechnung ergibt sich für nicht-Konzernunternehmen aus § 264 HGB, wonach „Die gesetzlichen Vertreter einer kapitalmarktorientierten Kapitalgesellschaft, die nicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses verpflichtet ist, [...] den Jahresabschluss um eine Kapitalflussrechnung und einen Eigenkapitalspiegel zu erweitern [haben], die mit der Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und dem Anhang eine Einheit bilden [...].“ (§264 I S.2 HGB)

Die Pflicht für Konzernunternehmen ergibt sich, wie weiter oben bereits erwähnt, durch §297 HGB.

Doch wie unterscheidet sich die in der Literatur auch Zahlungsstrom- bzw. häufiger Cashlowrechnung genannte Kapitalflussrechnung von der Gewinn- und Verlustrechnung? Die Gewinn – und Verlustrechnung arbeitet auf Ebene der Aufwendungen und Erträge, wohingegen die Cashflowrechnung tatäschliche Ein- und Auszahlungen betrachtet. (vgl. Burger & Burger-Stieber, 2018, S. 208) Ein stark vereinfachtes Beispiel soll den Unterschied verdeutlichen:

Bsp: Das Unternehmen A kauft am 02.01.XX bei einem Unternehmen für Bürobedarf B Büromaterialen im Wert von 100€. Der Händler B ist nicht sehr auf das Geld angewiesen und räumt Unternehmen A ein Zahlungsziel von sechs Monaten (30.06.XX) ein. Da der Betrag so gering ist, muss Unternehmen A den Wert nicht über eine bestimmte Nutzungsdauer abschreiben, sondern wird den Betrag direkt als geringwertiges Wirtschaftsgut (GWG) in voller Höhe abschreiben.

Damit entsteht ein erfolgswirksamer Aufwand von 100€ bereits am 02.01.XX in der GuV von Unternehmen A. Allerdings kann das Unternehmen noch volle sechs Monate über die 100€ verfügen, das heißt sie verbleiben so lange noch im Unternehmen. Erst bei Zahlung, zum Beispiel am 30.06.XX fließt das Geld tatsächlich aus dem Unternehmen und der Zahlungsmittelbestand sinkt um 100€.

Die Ungleichheiten zwischen Ein- und Auszahlungen und Ertägen und Aufwendungen resultieren meistens aufgrund von Zahlungszielen, Krediten et cetera. Trotzdem kann es durchaus vorkommen, dass eine Einzahlung gleichzeitig ein Ertrag und umgekehrt ein Ertrag gleichzeitig eine Einzahlung darstellt. Selbes gilt auch für Auszahlungen und Aufwendungen. (vgl. Burger, 2018, S. 210)

Sofern man das Beispiel nachvollziehen kann und die unterschiedlichen Begriffe versteht, wird schnell deutlich, dass die GuV kein geeignetes Instrument ist, um auf die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens schließen zu können. Vielmehr ist dies der Ansatzpunt der Kapitalflussrechnung, mit dem Zahlungsmittelbestand als zentrale Größe. (vgl. von Sicherer, 2018, S. 186)

3.2 Grundlegender Aufbau

In diesem Gliederungspunkt soll der Aufbau von Kapitalflussrechnungen erläutert werden. Damit zusammenhängend soll auch auf die verschiedenen Cashflow-Größen „CF aus laufender Tätigkeit“, „CF aus Investitionstätigkeit“ und „CF aus Finanzierungstätigkeit“ eingegangen werden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten

Details

Titel
Kapitalflussrechnung für Konzerne. Grundlagen, Methoden & Beispiele
Hochschule
Hochschule Darmstadt  (Wirtschaft)
Note
1,3
Autor
Jahr
2020
Seiten
33
Katalognummer
V945796
ISBN (eBook)
9783346282118
ISBN (Buch)
9783346282125
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kapitalflussrechnug, Cashflow, Cash-Flow, Zahlungsstromrechnung, Besondere, Aspekte, der, Konzernrechnungslegung, Konzernkapitallflussrechnung, Originäre Methode, Derivative Methode, Originäre Ermittlung, Derivative Ermittlung, Direkte Ermittlung, Indirekte Ermittlung, Direkte Vorgehensweise, Indirekte Vorgehensweise, IFRS, IAS, HGB, DRS, Verbundene Unternehmen, Doppelte Buchführung, Doppelerfassung, Konzern, Unternehmen, Statement, Jahresabschluss, Konsolidierung, Konsolidierungskreis
Arbeit zitieren
Timo Sieber (Autor), 2020, Kapitalflussrechnung für Konzerne. Grundlagen, Methoden & Beispiele, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/945796

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