Strategien zum Leseverständnis. Ein Unterrichtsentwurf für den Französischunterricht an Gymnasien in der Klasse 8


Unterrichtsentwurf, 2020

17 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Analyse der Lernausgangslage

2. Didaktisch-methodisches Konzept der Sequenz
2.1 Reihenplanung vom 29.05.2020 - 24.06.2020
2.2 Zielvorstellungen zur geplanten Kompetenzentwicklung und Einordnung in curriculare Vorgaben
2.3 Thema der Stunde und Einbettung in die Sequenzplanung

3. Didaktische Schwerpunktsetzung der Stunde
3.1 Begründung der Hauptkompetenz
3.2 Sachanalyse und Didaktische Analyse
3.3 Schilderung des Stundenverlaufes inklusiver didaktisch-methodischer Analyse
3.3.1 Verlaufsplan zur Unterrichtsstunde vom 18.06.2020

4. Literatur-undMedienverzeichnis

1. Analyse der Lernausgangslage

Der Ist-Zustand der Lernenden bezogen auf die in der Stunde zu entwickelnden Kompetenzen wurde folgendermaßen diagnostiziert: Die Lerngruppe kann bereits kurze und einfache Texte zu alltäglichen und lebensnahen Themen lesen und global, selektiv sowie mit Hilfe auch detailliert verstehen. Sie sind auch in der Lage Bilder mündlich sowohl als auch schriftlich zu beschreiben und Annahmen mittels bereits erlernter Redemittel wie „Je crois que“ und „Je pense que“ auszudrücken oder mit ,,A mon avis...“ ihre Meinung zu äußern. Es werden innerhalb der Sequenzplanung weitere sprachliche Mittel eingeführt wie ,,il faut“, der Komparativ, der Superlativ, der Fragebegleiter „quel“ und das Demonstrativpronomen „ce“. Die SuS sind mit dem Wortschatz im Text und des gesamten Vokabulars der Lektion vertraut. Diese Lektion und diese Stunde sollen die SuS zu einem erweiterten und sprachlich höheren Soll-Zustand bringen.

2. Didaktisch-methodisches Konzept der Sequenz

Der Unterricht ist stark Lehrwerk konzipiert, d.h., die Sequenzplanung richtet sich nach den Vorgaben im Buch „A plus!“ Schülerband 2. Auf Seite 50 beginnt die Einführung in die Lektion 3 und die Kompetenzziele, die sich auf diese Sequenz beziehen. Am Ende dieser Reihenplanung sollen die SuS in einer Diskussion ihre Meinung zum Thema allgemeiner und persönlicher Kleidungsstil äußern können. Dazu benötigen sie den Fragebegleiter „Quel“, den Demonstrativbegleiter „ce“, sowie Adjektive wie „beau“, „nouveau“ und die Steigerung des Adjektives, den Komparativ und Superlativ. Außerdem gehören dazu auch weitere sprachliche Mittel wie ,, „II faut + infinitiv, je trouve que/je pense que“ und die Verben lire, mettre, dire, envoyer, essayer. Bezüglich der interkulturellen Kompetenzen „Compétences interculturelles“ lernen sie französische Stars kennen. Die SuS lernen auch noch, wie man Ausdrücke sammeln und ordnen kann, sowie freies Sprechen zu üben. Die erste Stunde dieser Reihenplanung beginnt mit einer Hörübung, die sie dann schriftlich in Einzelarbeit beantworten und sie dann in Partnerarbeit vorlesen und sie lernen im Hörtext auch den Komparativ kennen. In der Stunde am 01.06.2020 lernen sie den Fragebegleiter „Quel“ kennen und damit kommen sie dem im Lehrwerk beschriebenem Ziel „über ihre Vorlieben und Kleidungsstil zu sprechen“ näher. Um den Fragebegleiter zu üben, bekommen sie dazu eine Hausaufgabe im Arbeitsheft. In der nächsten Stunde üben sie den neuen Wortschatz und das Erstellen einer Vokabelliste.

Diese Reihenplanung soll auch abwechslungsreich sein, daher werden mit der Vokabelliste methodische Fähigkeiten erweitert. Außerdem lernen sie den Wortschatz dieser Lektion kennen, damit sie schon im Voraus auf die Texte im Lehrwerk gut vorbereitet sind und nicht durch unbekannte Wörter am Hauptkompetenzziel gehindert werden. Am 05.06. und 08.06. beschäftigen sie sich intensiv mit dem Fragebegleiter „quel“ und nehmen ein Interview auf und somit lernen sie auch freies Sprechen zu üben. Am 09.06. lernen sie in einer Doppelstunde anhand eines Arbeitsbogens den Superlativ kennen. In der darauffolgenden Stunde lernen die SuS induktiv den Demonstrativbegleiter „ce“ mit der Think-Pair-Share-Methode kennen. Am 12.06. befassen sie sich weiterhin mit dem Kleidungsstil und müssen anhand eines Hörtextes eine gesuchte Figur im Lehrwerk finden. In der Stunde am 16.06. lernen sie, wie sie Ausdrücke sammeln und ordnen können und somit auch den Superlativ, am 17.06. lernen sie mehr über die französische Musikkultur kennen, indem sie französische Stars recherchieren. Das Ziel dieser Stunde wird es sein, einen kurzen fünfminütigen Vortrag über einen der Berühmtheiten zu halten, um so das Hauptkompetenzziel dieser Reihenplanung Schritt für Schritt zu erreichen. Am 18.06. findet die Stunde zum Text ,,il ne faut pas exagérer“ statt, das im nächsten Kapitel detailliert erläutert wird. In der nächsten Stunde wird die Hausaufgabe zum Text korrigiert und die SuS lernen ein weiteres sprachliches Mittel kennen nämlich ,,il faut“, um Sätze mit „man muss bzw. man braucht“ auf französisch formulieren zu können. Am 22.06. üben sie den Superlativ mündlich, um immer mehr das Ziel „freies Sprechen üben“ zu erreichen. Innerhalb dieser Reihenplanung werden größtenteils die sozialen Kompetenzen Gruppen- und Partnerarbeit gefördert, da die Klasse aus 27 Lernenden besteht und mit dieser hohen Zahl lassen sich schnell Gruppen bilden. Partnerübungen sind wichtig, damit Lernarrangements zur Förderung der Sprechkompetenz geschaffen werden. Außerdem wird auch auf Abwechslung zwischen den Sozialformen Rücksicht genommen, so dass pro Unterrichtseinheit oder sogar pro Übung von der Partnerarbeit zur Gruppenarbeit oder manchmal zur Einzelarbeit gewechselt wird. Am 23.06. und am 24.06. endet diese Reihenplanung mit der mündlichen Vorstellung einer Diskussion zum Hauptkompetenzziel. Die SuS werden in Vierer- oder Fünfergruppen eingeteilt und stellen ihre unterschiedlichen Kleidungsstile vor. Sie erklären weshalb sie diesen Stil bevorzugen und benötigen daher den Superlativ und Komparativ. Bezüglich der Differenzierung erstelle ich digital eine Liste mit Mindestvorgaben an Redemitteln, die sie innerhalb dieser Diskussion verwenden sollen. Außerdem werde ich die Gruppen selbst einteilen, um einerseits für eine innere Differenzierung zu sorgen, damit die leistungsstarken Lernenden den Schwächeren „helfen“ (vgl. Mattes: 2009: 39) und andererseits habe ich die Erfahrung gemacht, dass diese Gruppe zu Beginn einer Gruppenarbeit mit einer strengeren Führung am Ende bessere Ergebnisse erreicht.

2.1 Sequenzplanung vom 29,05,2020 -24,06,2020

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Legende: GA = Gruppenarbeit, EA = Einzelarbeit, PA = Partnerarbeit, HA = Hausaufgaben, AB = Arbeitsblatt

2.2 Zielvorstellungen zur geplanten Kompetenzentwicklung und Einordnung in curriculare Vorgaben

Die SuS sollen am Ende dieser Sequenz über ihre verschiedenen Kleidungsstile diskutieren. Die Sequenz widmet sich den im Rahmenlehrplan für moderne Fremdsprachen des Landes Brandenburg (2011) unter 3.1 ausgewiesenem Themenfeld „Individuum und Lebenswelt“ und Thema „Persönlichkeit“. In Anlehnung an die Bildungsstandards des Landes Brandenburg (2011) für die fortgeführte Sprache Französisch für die Allgemeine Hochschulreife (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 18.10.2012) werden fünfKompetenzbereiche unterschieden, zu dem das dialogische Sprechen als produktive funktionale kommunikative Teilkompetenz gehört. Im Teil C „Moderne Fremdsprachen“ (2015) des Rahmenlehrplanes Brandenburg ist für die 8. Klasse die Niveaustufe F als Ziel vorgesehen (S. 20 des RLF). Die Teilkompetenz „Sprechen“ bzw. „Dialogisches Sprechen“ wird laut den Bildungsstandards wie folgt beschrieben:

„Die SuS können sich über Inhalte, Meinungen und Wünsche in vertrauten Alltagssituationen unter Verwendung einfacher sprachlicher Mittel austauschen und darüber ein Gespräch halten, [orientiert an A2/GeR]“

Die von mir geplante Sequenz fokussiert somit auf die Ausbildung und Förderung der Sprechkompetenz. Zum dialogischen Sprechen gehört auch das Einüben monologischen Sprechens, obwohl es nicht im Fokus der Sequenz ist. Hierzu heißt es laut Rahmenlehrplan, dass die Schülerinnen und Schüler mit einfachen sprachlichen Mitteln über vertraute Alltagsthemen zunehmend frei zusammenhängend sprechen. Das Ziel des monologischen Sprechens zielt darauf, dass die SuS in bekannten Themen und Alltagssituationen problemlos sprachlich handeln können und bei der Verwendung sprachlicher Mittel mehr Sicherheit erlangen. Als Voraussetzung für die Erreichung des Kompetenzzieles gilt das Aneignen angemessener sprachlicher Mittel. Die sprachlichen Mittel Wortschatz, Grammatik, Aussprache, Prosodie (Akzentsetzung und Intonation) und Orthografie sind grundlegende Bestandteile des sprachlichen Systems und der Kommunikation. Aus diesem Grund werden die kommunikativen Mittel wie der Fragebegleiter, der Demonstrativbegleiter, der Superlativ, der Komparativ sowie ,,il faut+infinitiv“ innerhalb dieser Reihe integriert.

In der lehrwerksorientierten Unterrichtsreihe „Mon monde a moi“ stellen sich die Schülerinnen und Schüler der langfristig angelegten Lernaufgabe eine Diskussion zu ihrem Kleidungsstil zu führen bzw. ihre Meinung zu äußern. Aus der Lernaufgabe ergeben sich folgende kommunikative Schwerpunkte für die Sequenz: a) über meine Vorlieben sprechen, b) meine Interessen zu beschreiben, c) Meinungsäußerungen verstehen und äußern, d) eine Diskussion führen. Hieraus ergibt sich u. a. Die Einführung folgender sprachlicher Mittel: a) der Fragebegleiter „quel“, b) der Demonstrativbegleiter „ce“, c) il faut+infinitif, d) der Superlativ, e) Vokabular zum Themenfeld „Kleidung und Interessen“.

Um das Hauptkompetenzziel dieser Reihe zu erreichen, sind folgende Teilkompetenzen in den einzelnen Stunden festgelegt:

1. Die SuS hören sich einen Text über verschiedene Kleidungsstile an und lernen den Komparativ kennen (Hauptkompetenz: Verfügen über sprachliche Mittel, Nebenkompetenz: Hörverstehen)
2. Die SuS lernen den Fragebegleiter „Quel“ kennen (Kompetenz: Sprechen, Verfügen über sprachliche Mittel)
3. Die SuS erweitern ihre lexikalische Kompetenz im Bereich ‘Kleidung‘ und Interessent (Kompetenz: Verfügen über sprachliche Mittel)
4. Die SuS bereiten Fragen für ein Interview und befragen sich untereinander (Kompetenz: Sprechen, Nebenkompetenz: Schreiben, methodische Kompetenzen)
5. Die SuS hören sich einen Lehrwerkstext zu verschiedenen Schülerinnen und Schülern in Frankreich an (Hauptkompetenz: Hören, Nebenkompetenz: methodische Kompetenzen)
6. Die Schülerinnen und Schüler lernen den Superlativ kennen“ (Kompetenz: Sprechen, Verfügung über sprachliche Mittel)
7. Die SuS lernen den Demonstrativbegleiter anhand der Think-Pair-Share-Methode kennen und bearbeiten dazu eine Hausaufgabe im Lehrwerk (Hauptkompetenz: Verfügen über sprachliche Mittel, Schreiben)
8. Die SuS üben Strategien zum Verständnis von Lehrwerkstexten (Kompetenzen: Leseverstehen)
9. Die SuS hören sich einen Auszug aus einem französischen Lied an und sagen dazu ihre Meinung (Kompetenz: Hörverstehen, Sprechen)
10. Die SuS lesen sich einen Text zum Thema Handynutzung durch. (Nebenkompetenz Hörverstehen, Hauptkompetenz Leseverstehen)
11. Die SuS setzen den Text fort und höre sich einen Hörtext zum selben Thema als Vertiefung dazu an (Kompetenz: Hörverstehen, Nebenkompetenz: Leseverstehen)
12. Die SuS üben sprachliche Redemittel wie ,,il faut“ und den Superlativ und diskutieren über ein Handyverbot. Als Hausaufgabe erstellen sie eine tabellarische Liste zu den sprachlichen Mitteln (Hauptkompetenz: Dialogisches Sprechen, Nebenkompetenz: Verfügen sprachlicher Mittel, methodische Kompetenzen)
13. Die SuS üben zu sprechen anhand einer Übung im Lehrwerk (Hauptkompetenz: Sprechen, Nebenkompetenz: methodische Kompetenzen)

Schwierigkeiten könnten möglicherweise bei der Anpassung der Adjektive an das Geschlecht des Nomens bzw. Plural- und Singularformen der Farbadjektive entstehen. Um die SuS nicht zu überfordern beschränke ich mich auf die Farben, die in der Vokabelliste des Lehrwerkes enthalten sind und erwarte von den wenigen sehr leistungsstarken SuS in dieser Klasse, dass sie sich eigenständig im Wörterbuch noch weitere Farbadjektive heraussuchen bzw. gebe ihnen auch einige an der Tafel vor oder verweise auch auf digitale Wörterbücher, die sie bereits aus ihrem ersten Lernjahr kennen. Es werden daher keine Lexeme zu detaillierteren Beschreibungen eingeführt wie z. B. Brautmoden oder Ballkleider bzw. komplexe künstlerische Designerwerke, da sie sich erst im 2. Lernjahr befinden und es den Rahmen sprengen würde und durch zu viele unbekannte Wörter müsste man den Fokus wieder auf ein anderes Ziel setzen und dadurch würde man das Hauptkompetenzziel dieser Reihe aus den Augen verlieren oder nur sehr zögerlich vorankommen. Außerdem sollen sie sich bei dieser Diskussion bzw. Meinungsaustausch auf sich selbst beziehen, denn diese Lektion tritt unter dem Titel „Mon monde ä moi“ auf und richtet sich direkt an Schülerinnen und Schüler und nicht an die Erwachsenenmode. Darüber hinaus setzen sie sich zum ersten Mal mit dem Thema Mode auseinander und sollen darüber erstmals mündlich diskutieren. Da es keine politische Diskussion über ernsthafte weltweite Themen ist wie Hungersnot oder Krieg, werden auch nur die sprachlichen Mittel angeeignet, die sich auf ihre Persönlichkeit beziehen, wie z. B. „j‘aime ce pantalon noir“ oder „Quelle robe est-ce que tu aimes“? „A mon avis le style pratique est le meilleur“. Darüber hinaus setzen sie sich zum ersten Mal mit dem Thema Mode auseinander und sollen darüber erstmals mündlich diskutieren.

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Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Strategien zum Leseverständnis. Ein Unterrichtsentwurf für den Französischunterricht an Gymnasien in der Klasse 8
Hochschule
Universität Potsdam  (Institut für Romanistik)
Veranstaltung
Schulpraxissemester 2020
Autor
Jahr
2020
Seiten
17
Katalognummer
V945818
ISBN (eBook)
9783346280855
ISBN (Buch)
9783346280862
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Leseverstehen - Handyverbot - Entwurf - Unterrichtsvorbereitung - Lesestrategien
Arbeit zitieren
Nilofar Nassiri (Autor:in), 2020, Strategien zum Leseverständnis. Ein Unterrichtsentwurf für den Französischunterricht an Gymnasien in der Klasse 8, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/945818

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